SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Ghost of Tsushima · Stahl und Schwertkampfkunst · ab 59,99 € bei gameware Assassins Creed Valhalla · Schreibe deine eigene Wikingersaga · ab 58,99 € bei gameware

The Last Days of American Crime

Herstellungsland:USA (2020)
Genre:Abenteuer, Action, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,20 (5 Stimmen) Details
inhalt:
In einem letzten Gegenschlag gegen Terrorismus und Verbrechen plant die US-Regierung, ein Signal auszustrahlen, dass es den Menschen unmöglich macht, rechtswidrige Handlungen durchzuführen. Graham Bricke (Édgar Ramírez), ein mäßig erfolgreicher Berufsverbrecher, schließt sich mit dem berühmten Gangsterabkömmling Kevin Cash (Michael Pitt) und der Untergrundhackerin Shelby Dupree (Anna Brewster) zusammen, um den größten Coup des Jahrhunderts durchzuführen – und damit das letzte Verbrechen in der Geschichte der USA, bevor das Signal aktiviert wird.
eine kritik von ghostfacelooker:

Kennt Ihr das, daß man während eines Films teilweise abzuschweifen beginnt, obwohl die Grundidee der Story, die beinhaltende Action durchaus stylisch und angemessen blutig inszeniert ist, und sogar den langatmigen Momenten gegenüber überwiegen würde?

Nun es könnte, am eigenen Geschmack liegen, und daß dieser Beitrag einfach nicht zu den üblichen Werken passt. Oder es ist wie bei mir und liegt für meinen Geschmack einfach an der fehlenden Empathiebereitschaft zu den Figuren, die es wiederum ihrerseits nicht schaffen auch nur den Hauch von Sympathie erzeugen zu wollen.

Da wäre zum einen eine arrogant und über die Maßen wollüstig, psychisch auch ein wenig ambivalent scheinende „Dame“ die nicht lange fackelt und unseren Helden bei der ersten und auch sonst jeder sich bietenden Gelegenheit vernascht.

Nun könnt man(n) ja insofern nichts dagegen haben, aber wenn dies vordergründig immer nur dazu verkommt, daß der Akt selbst jeglicher Ästhetik beraubt und nur dazu verwendet wird um die Lücken der Geschichte aufzufüllen und fadenscheinige Beweggründe zu forcieren, dann wirkt es doch sehr plump.

Überhaupt fragt man sich gerade wieder bei solchen Filmen, warum man unbedingt die Verführung ausschweifend inszenieren muß und nicht nur in einer erotisch befüllten Szene andeutet und dann wieder zum eigentlichen Kern der Geschichte kommt.

Gleichzeitig ist besagte Shelby Dupree (Anna Brewster), welche stumpfsinnig und fast zu sehr anbiedernd dem vermeintlichen Helden an den Hals wirft, mit dem obligatorischen Antagonisten verheiratet, was diesen wiederum kaum, oder wenn dann nicht wirklich emotional tangiert, denn der hat anders im Sinn, nämlich neben dem Trauma seiner Vergangenheit wegen mit seinem Vater zu "sprechen" auch titelgebendes Verbrechen zu verüben und so, als Amerikas letzter Verbrecher in die Geschichte einzugehen.

Dieser total durchgeknallte und egomanisch gezeichnete Charakter wird von Michael Pitt, als Kevin Cash, dargestellt und nein er ist nicht mit Brad verwandt. Kevin, ist die Blaupause eines dystopischen Psychos, welcher noch zusätzlich über ein wenig Niveau und ein ordentliches Waffenarsenal verfügt. Zeitgleich besitzt er auch wertvolle Informationen zum Tod des Bruders unseres Helden.

Selbiger, wird von Edgar Ramirez dargestellt und von allen immer nur bei seinem Nachnamen gerufen. Bricke, wiederum ist der Stereotype des Einzelgängers und Gangsters, der wortkarg einfach sein Ding durchzuziehen sucht und außer an seinen Bruder an niemanden wirklich emotional bindet.

Das alles würde für Genrefans des Actionkinos inklusiv, besagter wirklich gut und teilweise witzig gemachter Action allein schon ausreichen um sich zwei Stunden einfach von Schußwechseln und Explosionen mental einlullen zu lassen und ja, selbst ich habe in meiner Jugend den ein oder anderen trashigeren Beitrag als diesen hier gefeiert.

Aber der Film hat stellt sich oft abseits der Action selbst ein Bein, ob aufgrund des Leerlaufs, der die Handlung einfach ins stocken bringt, der dümmlich wirkenden Dialoge, oder aber der subtilen Krudität, die den Kontext zur Story bilden soll und vielleicht auch ein Grund für die fehlende Sympathie zu den Figuren beiträgt, kann ich im gesamten nicht genau bestimmen,

Wahrscheinlich wirkt alles zusammen und trägt dazu bei, daß die eigentlich originelle Idee die Rick Remender in seinen darauf basierenden Comics hatte, nämlich allen Bürgern einen Chip ins Gehirn zu transplantieren, welcher sie bei Verbrechen oder Vorhaben in diese Richtung zu paralysieren vermag.

Wobei aktuell, wäre dies ein adäquates Mittel für jene amerikanischen Polizisten, welche ausschließlich zur Gewalt, bedingt durch ihnen suspekte Hautfarben tendieren, dies als effizientes Mittel ihrer Wahl einsetzen und dadurch ihre gräßlich menschenverachtende Haltung zeigen, um sie vor sich selbst zu schützen.

Was Olivier Megaton, hier geritten hat, die überwiegend fehlende Spannung, um die Action einzubetten, kann ich nicht sagen, denn immerhin hätte der Regisseur mit Werken wie Transporter 3, die beiden Taken Sequels sowie Columbiana, beispielsweise, ein Talent und genügend Fingerspitzengefühl davor.

Der geneigte Fan, ohne größere Erwartungen diesbezüglich, mag sich den Film allein der Neugierde wegen einverleiben und unter der Redewendung, daß Ausnahmen, die Regel bestätigend, dem Regisseur nachsehen.

mehr reviews vom gleichen autor
die neuesten reviews

Kommentare

21.06.2020 06:05 Uhr - Rabensohn
Ich quäle mich normalerweise durch fast jeden schlechten Film, den ich mal angefangen habe, aber bei mir war nach ca. einer Stunde Schicht im Schacht: Charaktere, die nicht unsympathischer sein könnten, mäßige Action und unfassbar langweilige Dialoge.

Deine Rezension und die vernichtenden Reviews in der IMDb bestätigen mich in der Annahme, dass ich in den restlichen 90 Minuten des Films nichts verpasst habe.

21.06.2020 12:01 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 18
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 6.696
21.06.2020 06:05 Uhr schrieb RabensohnIch quäle mich normalerweise durch fast jeden schlechten Film, den ich mal angefangen habe, aber bei mir war nach ca. einer Stunde Schicht im Schacht: Charaktere, die nicht unsympathischer sein könnten, mäßige Action und unfassbar langweilige Dialoge.

Deine Rezension und die vernichtenden Reviews in der IMDb bestätigen mich in der Annahme, dass ich in den restlichen 90 Minuten des Films nichts verpasst habe.


Danke dir. Eigentlich schade, denn die Action würde passen und interessant, daß man nach einer Stunde nicht rein aus Neugierde dranbleibt^, wenn man dies auch für gewöhnlich so macht^^^^^^^^

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)