SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Ion Fury · Nur laufen und ballern zählt · ab 24,99 € bei gameware Maneater · Werde ein Menschenfresser · ab 38,99 € bei gameware

Booksmart

Herstellungsland:USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Komödie
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Molly und Amy haben in der Highschool alles richtig gemacht. Mit Bestnoten blicken sie nun wohlverdient einer glänzenden Zukunft an Elite-Unis entgegen und herab auf die Loser ihrer Klasse. Doch am letzten Schultag stellt Molly voller Entsetzen fest, dass es auch ihre Mitschüler an die besten Unis geschafft haben – obwohl diese offenbar nur Party im Kopf hatten. Fest entschlossen, sich nichts entgehen zu lassen, überredet sie Amy den Spaß der letzten Jahre in den noch verbleibenden Stunden auf der Highschool nachzuholen. Eine epische Nacht des schlechten Benehmens steht ihnen bevor, an deren Ende eine Lektion steht, die man nicht aus Büchern lernen kann.
eine kritik von ghostfacelooker:

Wäre dieser Film mit zwei männlichen Protagonisten besetzt, würden die Gags nicht zünden, und vor allen Dingen, würde man sich als Mann, einerseits aufgrund der Tatsache, daß die Dialoge meist sexuell angehauchter Natur sind unwohl fühlen.

Nicht weil man homophob wäre, obwohl mir selbst gänzlich der ästhetische Genuß fehlt, wenn sich zwei Männer küßen, sondern weil man(n) die beiden Typen in dieser Art der Story einfach nur nervend finden würde.

Das wäre auch so, selbst wenn man zum Beispiel, solch männlich sympathische Schauspieler finden würde wie die Hauptdarsteller aus L.I.S.A – Der helle Wahnsinn, oder um aktueller zu bleiben, jemanden aus Tote Mädchen lügen nicht.

Gut, vielleicht wäre es noch passabel gewesen, wenn es John Cusack und Andrew McCarthy; Chevy Chase und Bill Murray, John Candy und Steve Martin in ihren 80er College Komödien Zeiten gewesen wären.

Da das aus verschiedenen Gründen nicht mehr funktioniert und man aktuell kaum jene Qualität als Duo männlicher Hauptdarsteller hat, (und wenn doch dann möge man mich in den Kommentaren belehren), ist es total Klasse, dafür zwei Frauen zu casten, die ebenso wie ihre damals männlichen Vertreter, Teenager spielen, obwohl die meisten bereits älter waren.

Oliva Wilde, ja die attraktive schwarzhaarige aus Kill Boby Z, hat mit ihrem prämierten Regiedebüt zweifellos an die guten alten 80er Komödien gedacht, denn dieser Film zündet auf seine Weise ähnlich wie John Hughes Klassiker, oder gerade die Cusack Streifen, in denen er der „Held“ auf der Suche nach sich selbst, oder der Traumfrau war, in zeitgemäßem Gewand ohne jedoch den direkten Charme jener Kultfilme zu vernachlässigen.

Sie läßt die Highschool von Molly und Amy ausklingen, indem sie die beiden intelligenten „Musterschüler“ vor die Erkenntnis stellt, daß sie nicht die einzigen Streber der Klasse waren und deshalb innerlich mit ihrem exotischen Außenseiterdasein im Einklang waren, sondern alle um sie herum ebenfalls gute Noten schrieben, nur eben neben der Schule auch das feiern nicht versäumten.

Diese ernüchternde Tatsache schickt sie auf ihre Mission, nun die Abschlußparty, als die Einzige Party ihrer Schulzeit zu erleben und zwar soll dieser Abend jener für immer denkwürdige Moment werden, an den man sich in ihrer bereits von beiden geplanten Karriere zurückerinnert. Um dies in die Tat umsetzen zu können, fehlt nur eins, die Adresse der angesagten Party.

Selbstverständlich könnte dies nun langweilig anmuten, denn Molly (Elizabeth „Beanie“ Feldstein, die Schwester von Jona Hill und zukünftige Monica Lewinsky der dritten Staffel der Serie American Crime Story) und Amy, alias Kaitlyn Dever, sind nicht gerade Paris Hilton und Nicol Richie.

Nein sie sind intelligent und nett, was sie vor allem zu vermeintlichen Außenseitern ihrer Klassenkameraden macht, weshalb sie auch in diesen modernen Zeiten eben jene Adresse nicht kennen.

Doch die Regisseurin läßt sie auf der Jagd nach der Nacht ihres Lebens, in ungeplante Situationen auf dem Weg zur Party stolpern und dabei nicht nur ihre eigenen Klassenkameraden besser kennenlernen, die jeder für sich ebenfalls skurrile Typen sind.

Als besonderes Highlight ist hierbei Gigi (Billie Lourd; Lieutenant Connix aus der letzten Star Wars-Trilogie) zu nennen, die überall da ist, aber man nie genau weiß oder erfährt wie sie da überhaupt hingekommen ist.

Natürlich sind die obligatorischen Zutaten jener Screwball und College-Komödien wie Liebe, Freundschaft inklusive, jedoch werden eben spezielle Fettnäpfchen auf dem Weg zu deren Event des Abends eingestreut, in die die beiden treten, die äußerst amüsant anzusehen sind.

Jene „Patzer“ sind dabei durch intelligent, witzige Dialoge ebenso Highlights wie zum Beispiel jene Sequenz in der sich die beiden durch unfreiwillige Einnahme einer bestimmten Substanz als wörtlich zu nehmende „plastische Barbies“ wiederfinden.

Vor allem ist es keine irgendwie geartete Coming out of irgendwas-Verfilmung, denn die Beiden wissen genau wer sie sind, was sie sein wollen und vor allem wen sie wollen. Doch darin liegt ebenso das Problem, denn die Liebe zu finden, ist naturgemäß in diesem Genre genau so schwer zu finden, wie das verdammte Haus in dem die Party stattfindet.

Alle misogyn, homophob und sonstigen Anti-Zuschauer, sollten die Finger von diesem tollen Film lassen, denn er bietet Frauenpower und Liebe in jeder Couleur, auch wenn diese nicht explizit visualisiert, sondern auf´s Deutlichste verbalisiert wird.

Jene aber, die auf herausragende Komödien mit anrüchigem Wortwitz und intelligenter Handlung stehen, oder eben für Nostalgiker wie mir, die die subtile Hommage an die gute alte Zeit dieses Genres verstehen und erkennen, dürften mit diesem Film zufriedengestellt werden.

mehr reviews vom gleichen autor
die neuesten reviews

Kommentare

24.06.2020 22:06 Uhr - cecil b
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.118
Kreativ verfasst, mit vielen Andeutungen, die dennoch aussagekräftig sind.

"Vor allem ist es keine irgendwie gearteten Coming out of irgendwas-Verfilmung, denn die beiden wissen genau wer sie sind, was sie sein wollen und vor allem wen sie wollen. "

Wirklich interessant! Auch daher, dass die Beiden keine klassischen Außenseiter-Klischees bedienen.


Thanx!

25.06.2020 00:02 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 18
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 6.696
24.06.2020 22:06 Uhr schrieb cecil bKreativ verfasst, mit vielen Andeutungen, die dennoch aussagekräftig sind.

"Vor allem ist es keine irgendwie gearteten Coming out of irgendwas-Verfilmung, denn die beiden wissen genau wer sie sind, was sie sein wollen und vor allem wen sie wollen. "

Wirklich interessant! Auch daher, dass die Beiden keine klassischen Außenseiter-Klischees bedienen.


Thanx!


Seltenster Besuch. Danke auch. Falls du ihn gesehen hast, laß mich wissen wie er dir gefiel

25.06.2020 08:57 Uhr - cecil b
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.118
"Seltenster Besuch." Beruht auf Gegenseitigkeit. ;)

Ich werde dir davon berichten, vermutlich mit ner Review. Deine hat mein Interesse geweckt, und wenn der Film mal für wenige Kröten vor meinen Augen liegt, werde ich daher zugreifen.

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)