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The Hidden - Das unsagbar Böse

(Originaltitel: The Hidden)
Herstellungsland:USA (1987)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Horror, Krimi, Science-Fiction
Alternativtitel:Hidden
Hidden - Dødelig Inntrenger, The
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,98 (33 Stimmen) Details
inhalt:
Los Angeles. Unbescholtene Mitbürger werden plötzlich zu Amokläufern. Die Fälle häufen sich, die Spur der Gewalt wird immer blutiger. Polizei-Detective Beck (Michael Nouri) und sein junger Kollege Gallagher (Kyle MacLachlan) jagen die Gewalttäter. Beck irritiert die Ähnlichkeit der Verbrechen, Gallagher überrascht sie nicht. Er behauptet, dass ein Alien die Körper unschuldiger Menschen benutzt, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Keine irdische Waffe kann es töten. Beck erklärt daraufhin seinen Kollegen für Verrückt. Doch Gallagher muss es wissen: Er ist selbst ein Alien...
eine kritik von dicker hund:

Jack Sholder ("Nightmare on Elm Street II") führte 1987 Regie bei dem bis 2015 indizierten Sci-Fi "The Hidden", einem Hybriden aus "Alien", "Lethal Weapon" und "The Fast and the Furious". Gleich zum Start geht die Post ab: An einen Bankraub schließt eine Verfolgungsjagd an, bei der Polizeistreifenwagen versuchen, einen Ferrari einzuholen. Der Flüchtige spielt eine Art "Carmageddon" mit den Verkehrsregeln, während Metalgitarrenriffs ihn zu dem Verwüstungsszenario aus schepperndem Blech und überfahrenen Passanten anfeuern.

"Wie lange geht das?"

- "Seit ich essen will."

Dem Detective Tom Beck und seinen Kollegen liegt gerne mal ein lockerer Spruch auf den Lippen. Da muss sich der FBI-Mann Lloyd Gallagher erst einmal akklimatisieren. Durch ihn entstehen die Buddy-Movie-Elemente, die bei der Fahndung nach dem wandlungsfähigen Kriminellen für reichlich Humor (6/10) sorgen. Der sportwagenaffine Ganove neigt selbst zu Bemerkungen mit einem gewissen Slapstick-Faktor, den die gelungene deutsche Synchro noch erhöht:

"Barzahlung."

Das schleimige Alien, das seine Verbrechen in den Körpern diverser Wirte begeht, ist ohne seine menschliche Camouflage unschön anzusehen, was keine Negativkritik, sondern ein Lob für die Effektkunst bedeutet, die dem Getöse einen Horroranteil (4/10) beimengt. Dieser fährt allerdings in einem niedrigeren Gang als andere Stilmittel, nicht zuletzt wegen der mit Augenmaß dosierten Gewalt (5/10). An Toden der unsanften Art mangelt es zwar nicht, doch wird außerhalb der farbbeutelreichen Schießereien weniges explizit gezeigt. So ähnlich verhält es sich mit den Erotikansätzen, die zwar durch ihre frivole Komik gefallen, aber selbst bei dem Striptease von Claudia Christian die Hüllen weitgehend an Ort und Stelle lassen (Sex 2/10).

Die verspielte Kamera lebt ihre Kreativität andernorts aus, etwa beim Betreten von Gebäudeteilen, in denen der Schurke vermutet wird. Dank der bedeutungsschwangeren Akustik schleicht sie mitfieberwürdig an Regalkonstrukten vorbei und erhöht so die Vorfreude auf die nächste krachige Action. Solche bietet neben dem imposanten Fuhrpark noch Bonbons wie einen Raketen- und einen Flammenwerfereinsatz. Leider ist im Finale keine plausible Choreografie gelungen. Da der anschließende Epilog ebenfalls nicht gerade den Logik-Award gewinnt, bleiben zum Schluss die großen Jubelstürme aus. Bis dahin zieht die Geschichte aber mit achtenswertem Tempo durch die vielfältigen, farbenfrohen Sets, die darüber hinwegsehen lassen, dass sich bestimmte Motive mehrmals wiederholen.

"The Hidden" gehört in die ruppigen Ränge der zweiten Reihe, kann dort allerdings den Status einer kleinen Filmperle (7/10 Punkten) für sich beanspruchen. Der kühne Genremix geht über weite, rasch zurückgelegte Strecken auf, während die Darsteller ihren Rollen die nötige Authentizität verleihen, soweit der Plot dies zulässt.  Eine angemessene Härte trifft auf spektakuläres Geballer und Rasereien mit beachtlichen Blechschäden. Turnusmäßig gibt es etwas zu lachen. Wenn der Ausklang durchdachter gewesen wäre, hätte wahrscheinlich der Einzug ins qualitative Luxussegment gewunken. Doch auch so lohnt die Entdeckung, zumal es kaum unmittelbare Nachahmer gibt.

7/10
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Kommentare

31.07.2020 08:17 Uhr - sonyericssohn
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Bisher nur ein einziges Mal im TV gesehen. Auch schon wieder einige Jahre her. Kann mich aber erinnern daß mich der nicht vom Sofa gerissen hat.
Aber so wie du ihn beschreibst deckt sich das mit meinen damaligen Eindrücken...so weit noch vorhanden. ;-)

31.07.2020 18:06 Uhr - Cabal666
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Kenne bisher nur den Anfang vom Film, habe aber schon viel gutes darüber gelesen. Deine Kritik macht auf jeden Fall Lust. Schön geschrieben!
Eine ordentliche Veröffentlichung von "The Hidden" wäre jedenfalls mehr als wünschenswert. Hierzulande ist der ja nur als Bootleg erschienen!

31.07.2020 22:57 Uhr - Horace Pinker
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Tadellos formulierte, sehr informative und natürlich unterhaltsame Besprechung im gewohnten doggy style. The Hidden kenne ich bisher nur vom Hören her, die von dir dargestellte Genremixtur klingt aber auf jedenfall unterhaltsam also werde ich mir bei Gelegenheit auch mal einen Eindruck verschaffen.

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