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Blood Bags - Er will Dein Blut

(Originaltitel: Blood Bags)
Herstellungsland:Italien (2018)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror
Bewertung unserer Besucher:
Note: 3,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Auf der Suche nach Fotomotiven stößt die amerikanische Studentin Tracy mit ihrer Freundin Petra in Italien auf ein altes Herrenhaus. Tracy ist so fasziniert, dass sie durch ein Fenster einsteigen. Nachdem Petra in dem unheimlichen Haus brutal abgeschlachtet wird, eilt Tracy panisch zurück zum Fenster, doch es wurde bereits verschlossen und so ist sie dem Monster schutzlos ausgeliefert…
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

In Turin studiert die Amerikanerin Tracy Fotografie und ist deswegen immer auf der Suche nach tollen Motiven mit enormen Ausdruck. Leider ist sie mit ihrem momentanen Schaffen etwas unzufrieden weil ihr nichts wirklich tolles vor die Linse springen will. Dann bekommt sie von ihren Kommilitonen den Tip sich doch mal im äußeren Turin umzusehen. Dort sollen wohl alte Häuser mit vielversprechender Geschichte stehen. Zusammen mit ihrer Freundin Petra findet sie alsbald eine alte, verlassene Villa in die sie einsteigen. Während Tracy knipst erkundet Petra das Anwesen…

…und wird grausam von einem Unbekannten ermordet. Panisch versucht Tracy zu flüchten was aber mißlingt. Etwas furchtbares geht in dem alten Gemäuer vor sich und Tracy ist nicht die einzige die in höchster Gefahr schwebt !

BLOOD BAGS

Wenn man den italienischen Horrorfilm ins Gespräch bringt fallen wohl Namen wie Fulci, Bava, D'Amato oder Romero. Geht es aber darum den Horrorfilm quasi von innen nach außen zu kehren, ihn auf den Kopf zu stellen und ihn irrwitzige Wege beschreiten zu lassen, dann fällt der Name Dario Argento. Einer der den Horror aus sämtlichen Schubladen in die er gesteckt wurde, heraus holte. Regisseur Emiliano Ranzani versucht nun mit vorliegenden Werk in die Fußstapfen Argentos zu treten. Allerdings sind diese ein wenig zu groß.

Studentin Tracy wird von Makenna Guyler (Mutant River) verkörpert und gibt das zurückhaltende Mauerblümchen mit der zu großen Brille. Im Gegensatz zu ihrer Freundin Petra (Marta Tananyan) ist sie ausschließlich an ihren Fotos interessiert und lässt die Männer links liegen. Petra allerdings lässt keinen Flirt aus und kokettiert gerne mit ihrer Figur. Genießt die Blicke merklich. Trotzdem verstehen sich die beiden blendend, unterstützen sich wo es nur geht. 

...dann betreten sie die alte Villa…

"Wow, sieht das nicht toll aus ?"

Wie jetzt ? Das war's schon mit den Darstellern ? Mehr ist da nicht ? Gemach, gemach. Denn wie einem das gut gemachte Intro klarmachen will, ist das Gebäude eine gern besuchte Örtlichkeit von Gaunern. Und die Einleitung nimmt voraus, daß hier was ned mit rechten Dingen zugeht. Doch bereits vor dem Intro wird der Zuschauer mit der Erklärung der sogenannten Günther- Krankheit konfrontiert. Was das soll ? Die Auflösung folgt im Film. 

Jetzt darf sich zurückgelehnt und das Treiben genossen werden. Das Innere der Villa lädt jetzt nicht zum Verweilen ein. Der Staub türmt sich zentimeterhoch auf den Möbeln, dem Fußboden. Die Wände bröckeln vor sich hin und alte Bilder, deren Motive einer heilen Familie anklagend von alten Kommoden blicken, sind die stummen Zeugen einer längst vergangenen, schönen Zeit. 

Ja die Stimmung passt, wird von Kameramann Alessandro Mattiolo wunderbar eingefangen. Eine gewisse Intensität kann man der Optik nicht absprechen. Besonders dann, wenn der Bewohner des Anwesens (ja da war doch noch was) ausrückt und die ungebetenen Gäste eliminiert. Sogar mehrmals nimmt man selbst hinter den Augen dieses Herrn Platz und erlebt das Geschehen hautnah. Erwartet der Zuschauer aber jetzt ein abendfüllendes Gemetzel wird jener dann doch ein wenig enttäuscht werden. Ja die Kills sind nicht von schlechten Eltern und die Effekte sind allesamt handgemacht, aber vieles geschieht halt leider außerhalb des Bildes. 

Wie aus dem Nichts taucht dann auch noch ein gewisser Alex (Emanuele Turetta) auf welcher sich als "Einsteiger" entpuppt. Blöd nur daß der Film zu dem Zeitpunkt gewaltig in die Knie geht ! Das anfängliche Tempo kann leider nicht gehalten werden und versucht nun mit Intelligenz heuchelnden Dialogen das Niveau zu halten. Was aber komplett in die Hose geht. Den Vogel schießen schließlich zwei Polizeibeamte ab die scheinbar noch nie eine Polizeischule von innen gesehen haben. Autsch !

Im selben Moment trumpft Ranzani plötzlich und ganz nebenbei mit einer ziemlich starken Alptraumsequenz auf die sich fragen lässt, warums woanders ned funktioniert. Hierüber würden sich die alten Horrorpäpste jedenfalls freuen. 

"Tun sie das nicht !"

Hat er aber. Ich selber bin mir nicht so ganz sicher wie ich diesen Streifen einordnen soll. Als Verneigung vor den alten Meistern ? Vielleicht. Herausgekommen ist ein Horrorstreifen der alten Schule der sich von einigen Oldies a bisserl was abgeschaut und ein wenig ungeschickt zusammengebaut hat. Ranzani wollte definitiv zu viel und konnte aus dem ganz offensichtlich sehr geringen Budget zu wenig rausholen. Verneigung ? Eher ned.

Eigentlich wollte ich mich in diesem Fall mit einer Bewertung raushalten. Doch es ist dieser dreckige, morbide Charme der mich umdenken ließ. Gute 70 Minuten Laufzeit hab ich zwar schon mit "besseren" Werken vertan aber auch Blood Bags schmerzt nicht unbedingt. Mit etwas mehr Druck und Intensität wär vielleicht sogar was feines entstanden. Als Snack isser trotzdem zu gebrauchen. Mehr nicht.

 

ses

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sonyericssohn
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Kommentare

23.06.2020 19:04 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 15
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.631
Ernüchternde Kritik, die mich zur Vorsicht mahnt. Dann doch lieber noch einmal den frei assoziierten "Body Bags"...

23.06.2020 19:08 Uhr - sonyericssohn
1x
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Man verstehe mich nicht falsch. Der hat Potential ! Nur wurde leider zu wenig davon umgesetzt. Auch wenn so manche Momente wirklich zünden ! Und dann wäre da noch das große Aber...

Danke für deine Aufmerksamkeit Hund.

23.06.2020 19:14 Uhr - The Machinist
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Vielleicht mal auf Netflix. Aber Danke für die saubere Kritik sony.

23.06.2020 19:57 Uhr - sonyericssohn
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Danke und gerne ;-)

24.06.2020 21:51 Uhr - cecil b
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Tolle Review, keine Frage! :)

Aber sony, Mensch, keine Links zu anderen Seiten. :(


24.06.2020 22:07 Uhr - sonyericssohn
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Ach Mist, hab gar nicht dran gedacht.
Uuuuuund wech.

24.06.2020 22:10 Uhr - cecil b
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Also, ich bleibe dabei: Tolle Review, Sony! ;) :)

Deine Sprache ist immer sehr schmackhaft, muss ich 'sagen'.

24.06.2020 22:11 Uhr - sonyericssohn
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Danke dir. ;-)

24.06.2020 22:35 Uhr - cecil b
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Danke auch, altes Haus!

28.06.2020 00:35 Uhr - kokoloko
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Erfahrungspunkte von kokoloko 1.486
Gute Kritik zu einem Titel, den ich als Neo-Giallo-Fan definitiv mal auschecken werde.

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