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Destroyers

(Originaltitel: Eliminators)
Herstellungsland:USA (1986)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Action, Science-Fiction
Alternativtitel:Eliminators - Cäsars Rückkehr
Eliminators - Die Zerstörer
Zerstörer, Die
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Zwei Wissenschaftler haben aus einem Mann mittleren Alters gegen dessen Willen einen Mandroiden erschaffen, ein Wesen halb Mensch halb Roboter. Dadurch, dass dieser mit einer Zeitmaschine der Wissenschaftler etwas in der Vergangenheit ausgekundschaftet hat, ist sein Zweck erfüllt. Weil ihn jetzt einer der Wissenschaftler, Abbott Reeves, aus­ran­gie­ren möchte, flieht der Mandroid, und begibt sich auf die Suche nach Nora Hunter, von der das Konzept für seine Mechanik stammt. Als er Hunter findet, ist diese erschreckt davon, wozu ihre Entwürfe von Abbott Reeves missbraucht wurden, und möchte diesen nun bei seinem Tun zusammen mit dem Mandroiden aufhalten. Reeves versteckt sich gut bewacht in Mexiko, und auf der Reise dorthin bekommen Hunter und der Mandroid Hilfe von dem Abenteurer Harry Fontana und Kuji, einem Meister der Kampfkunst. Aber es warten viele Gegner auf sie.
eine kritik von cecil b:

 

Am 31. Juli 2020 erscheint DESTROYERS zum ersten Mal in deutscher Sprache als Blu-ray.

Ne, war das spaßig, als ich den vor ungefähr 15/20 Jahren sah. Was ist denn hier los (?), dachte ich mir, bei diesem filmischen Wahnsinn. Meine Augen glänzten nicht nur aufgrund der 'Begeisterung', und jetzt, NÜCHTERN betrachtet, war meine Begeisterung doch eher verhalten. Wobei, ich versuchte 'Genre-freundlich' zu sein, und diesem Werk immer noch etwas abzugewinnen. In was für ein Genre kann man DESTROYERS denn einordnen?  Science-Fiction, Fantasy, Action, Komödie, Exploitation. Oft eher platter Humor trifft auf mittelmäßige Action. DESTROYERS hat aber ein so hohes Tempo, dass der Zuschauer schon mit den nächsten Tohuwabohu überschüttet wird, wenn er gerade noch dabei war, das Vorherige Zum-in-den-Haaren-Raufen zu zerlegen.  

 

 

 

Ist das euer Ernst, was ihr da in euer Drehbuch geschrieben habt, Paul De Meo (1953–2018) und Danny Bilson (Rocketeer)? Nein, der Film nimmt sich zum Glück keine Sekunde ernst. Gewollter Trash ist ein Drahtseilakt. 

Zwei Wissenschaftler, die so aussehen, als ob sie in einer alten Teenage-Mutant-Hero-Turtles-Variante dafür prädestiniert wären, sich durch ihre Experimente in gefährlliche Mutanten zu verwandeln, basteln lieber an anderen Menschen herum. So ist ihr Mandroid entstanden. Und während einer der Wissenschaftler noch einen Hauch von Ethik pseudo-moralisch auf­recht­er­hal­ten will, ist der verbitterte andere Kerl, Abbott, "Kein Platz für Mitleid.", Reeves , konsequent. Er möchte den Mandroiden auf einem Schrottplatz unterbringen, da er diesen nicht mehr gebrauchen kann. Die technische Seite des Mandroiden sieht das natürlich schnell ein, die menschliche Seite denkt da aber obligatorisch, bemüht sich, ihr Ich wieder für sich zu gewinnen, und hat den Vorsatz, dem Drehbuch einen roten Faden zu geben. Drum ballert sich der Mandroid mit einem Teil seines Arms, einem Strahlengewehr, - das mit seinen Lichtstrahlen wohl den Requisiten von Star Wars entnommen wurde  -  durch eine Pappkulisse in die Freiheit, und versucht, auch als halber Roboter möglichst unauffällig eine bestimmte Ansprechpartnerin zu finden, Nora Hunter. Seinen "fahrbaren Untersatz" muss er zurücklassen. Damit konnte er zwar toll Treppen hoch und runter fahren, aber mit einem Waldstück ist das Ding überfordert, und, unauffällig ist es nicht. Hunter ist etwas skeptisch, als sie den angeschossenen Mandroiden zu Gesicht bekommt, und sie sieht ein, dass ihr Handkantenschlag auf das Material, welches einst ihren Kenntnissen entsprungen ist, ihr deutlich mehr weh tut als dem Träger von diesem. Man versteht sich dann doch, schnell liegt eine absonderliche Romantik in der Luft, und es wird selbstverständlich beschlossen, dem bösen Wissenschaftler in den Hintern zu treten. Als immerhin hilfreiche Begleiterscheinung nimmt Hunter auch ihren Roboter oder so ähnlich mit. Eine nervige R2-D2 (Star Wars) -Variante, die als CGI-Hologramm über den Köpfen fliegt, oder als bewegliches Spielzeug auf festen Grund fährt. "Biep Biep!" . Für alle, die R2-D2 mochten, vielleicht total niedlich, dieses piepsende Stück Blech. 

Auf dem Weg zum Bösewicht begegnen den besagten zwei, oder sagen wir drei, weitere Kumpane, mit denen sie sich anfreunden. Die wären der gewiefte Lebenskünstler Harry Fontana, der etwas darüber weiß, wie man sich in Mexiko durchwurschteln kann, und wie er sein Boot als flottes Transportmittel zur Verfügung stellen kann, sowie ein Kung Fu-Meister, der mit Abbott Reeves auch noch ne Rechnung offen hat. Fontana ist die einzige Figur, die beinahe 'normal' ist, und damit eine Identifikationsfigur bieten kann. Der Meister der Kampfkunst ist nichts anderes als das. Daher ist er für die Guten nützlich, denen es ja auch egal ist, wie hanebüchen seine Künste eingesetzt werden. Nora Hunter ist der Kopf der Truppe "Du bist der Boss." . Und die Tatsache, dass sie ständig sexualisiert wird, ändert nichts, aber auch gar nichts, daran, dass sie mit ihrem Wissen und Können ihre männlichen Genossen oft in den Schatten stellt. Der Mandroid ist auf alle drei bis vier angewiesen. Er hat ja so seine Fähigkeiten, die ihn stark von einem Menschen unterscheiden, aber sein Wissen ist eingeschränkt, und er stellt sich an mehreren Stellen plump wie ein Elefant im Porzellanladen und dämlich wie die unzähligen Gegner an. Die Figuren sind daran gehalten, sich durch diverse Auseinandersetzungen im Stil von Bud Spencer (R.I.P) und Terence Hill-Filmen, und mittelprächtige Action mit so mancher Albernheit und Unfug durchzukämpfen. Zur Unterhaltung dienen Kämpfe mit Straßenrowdys, notgeilen und geldgierigen Schmierlappen, schießwütigen Backwoods, schießwütigen Helfern von Abbott Reeves, und Neandertalern. Ja, das verrate ich einfach mal, damit man in etwa weiß, woran man bei diesem Film ist. Warum die urwüchsigen Menschen mit ins Spiel kommen, das spoiler ich natürlich nicht. Die austauschbaren oder bizarren Gegner werten DESTROYERS auch nicht gerade auf. Die Begegnung mit den Urmenschen, ob die witzig ist, das liegt im Auge des Betrachters. Mit diesem Auge sieht dieser eine Inszenierung auf TV-Niveau der Achtziger/Neunziger.

Regisseur Peter Manoogian (Arena - Nur einer Überlebt, Herrscher der Hölle), Kameramann Mac Ahlberg (Re-Animator, Tödliche Nähe) und Cutter Andy Horvitch (Rottweiler, American Fighter) haben das Grundprinzip der Inszenierung drauf. Die typischen Einstellungen für die Dialoge zwischen wenigen Figuren oder den Kämpfen von einem ganzen Haufen von diesen sind nicht schlecht, und dem Kameramann gelingt es sogar, auch von einem Boot aus Verfolgungsjagden zu verfolgen, ohne dass das Bild wackelt. Große Kunst ist nicht zu erwarten, aber die brauchbar geschnittene und beleuchtete Szenenfolge ist doch auch nicht zu verachten. Die Effekte und Make-up-Arbeiten von John Carl Buechler ( † 2019, R.I. P.) bleiben auch mit der Hilfe von 15 (!) Assistenten hinter den Möglichkeiten dieses leider verstorbenen Künstlers. Der hatte zwar oft an einem geringen Budget zu nagen, konnte aber auch tolle Eyecatcher kreieren. Ich sehe Buechlers Jason in dessen von ihm selbst gedrehten trashigen Freitag der 13te Teil 7 - Jason im Blutrausch immer wieder gerne, wie er durch den Wald stapft, unberührt davon, dass seine Wirbelsäule und seine Kniescheiben für jeden sichtbar sind. Und wie habe ich mich an seinem beißwütigen Teddybär-Werwolf-CELLAR DWELLER erfreut, dem unterschätzten H.P. Lovecrafts NECRONOMICON oder Buechlers Beitrag zu Stuart Gordons (R.I.P) FROM BEYOND und  DOLLS. Dass Jill M. Ohanneson für DESTROYERS die passenden Kostüme aussuchen konnte, wundert mich nicht, schließlich hatte sie zum Zeitpunkt des Drehs einiges an Erfahrung in petto, was kurzweilige Unterhaltung angeht. Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit! Und was wäre so ein filmgewordener Comic ohne aufdringliche Musik? Die stammt von Bob Summers (Sideways, Der Komet), scheppert in Actionszenen z. B. mit Schlaginstrumenten, hat ansonsten auch mit vielen Blasinstrumenten und den soliden Gebrauch von Piano und Geige etwas von alten James Bond-Filmen, und verzichtet nicht auf den Synthesizer, der altbekannte 80'er-Begleitung absolviert. 

Die Darsteller agieren den Umständen entsprechend, sie haben nicht viel Spielraum. Mandroid Patrick Reynolds (TV-Akteur: Einsatz Petticoat) kann seiner tragischen Rolle folgen, sich das Lachen (knapp) verkneifen, und versucht das böse Stoneface vom Terminator zu bieten. Seine weibliche Begleitung, Nora Hunter, wird von der ewigen Nebendarstellerin Denise Crosby, die die Trekkies in der TV-Serie Star Trek: The Next Generation und die Horrorfans in Mary Lamberts Stephen King Verfilmung Friedhof der Kuscheltiere bestimmt mochten, technisch perfekt gespielt. Andrew Prine (Gettysburg, The Lords of Salem) stellt Harry Fontana angenehm locker und interessant dar, Kampfsport-Meister Kuji wird von Conan Lee (Pacific Rim, Repo Men) wie von einem Roboter gespielt, aber das verschuldet auch die Figur. Roy Dotrice (AMADEUS, 1923–2017)  spielt den übermäßig mit Latex maskierten Evil Scientist Abbott Reeves Comic-haft, was bleibt ihm auch anderes übrig?

 

 

 

Typisch für einen von Charles Band (Draculas Todesrennen) produzierten Film ist DESTROYERS mittelmäßig inszeniert, und hat weder große schauspielerische Fähigkeiten noch besonders tolle Effekte geschweige denn eine gute Story zu bieten. Aber, die Unterhaltung wird durch das hohe Tempo und die mutige Konsequenz, diesen Quatsch durchzuziehen, gegeben. Das Ende ist spaßig, wenn auch nicht überraschend. Eher was für nen verkaterten Sonntagmorgen. Ein Auge zudrücken, Augen zu und durch bringt ja nichts, wohlwollende 5 Punkte. 

Apropos: Regisseur Steven Kostanski sagte, dass DESTROYERS die größte Inspirationsquelle für seine Sci-Fi Parodie Manborg gewesen sei.

Eine FSK 12 sollte folgen. 

 

5/10
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Kommentare

08.07.2020 21:19 Uhr - sonyericssohn
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Das klingt.......nicht gut. Ich mag ja eigentlich durchgeknalltes Zeugs, aber das hier...nö. Dann lieber ManBorg. Der is zwar ebenfalls mies, aber gewollt :-D

08.07.2020 21:25 Uhr - cecil b
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"Ist das euer Ernst, was ihr da in euer Drehbuch geschrieben habt, Paul De Meo (1953–2018) und Danny Bilson (Rocketeer)? Nein, der Film nimmt sich zum Glück keine Sekunde ernst. Gewollter Trash ist ein Drahtseilakt. "

;)

08.07.2020 21:33 Uhr - sonyericssohn
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Ja, aber der scheint irgendwie vom Seil gefallen zu sein ;-)

08.07.2020 21:39 Uhr - cecil b
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08.07.2020 21:33 Uhr schrieb sonyericssohn
Ja, aber der scheint irgendwie vom Seil gefallen zu sein ;-)


HH, ja, kann man so sehen. :)

Manborg ist bestimmt 'besser', deine Review spricht dafür.

08.07.2020 21:53 Uhr - sonyericssohn
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08.07.2020 21:39 Uhr schrieb cecil b
08.07.2020 21:33 Uhr schrieb sonyericssohn
Ja, aber der scheint irgendwie vom Seil gefallen zu sein ;-)


HH, ja, kann man so sehen. :)

Manborg ist bestimmt 'besser', deine Review spricht dafür.


Sag das nicht. Der is sogar ziemlich peinlich...wie die Kritik dazu :-/

08.07.2020 22:12 Uhr - cecil b
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08.07.2020 21:53 Uhr schrieb sonyericssohn
08.07.2020 21:39 Uhr schrieb cecil b
08.07.2020 21:33 Uhr schrieb sonyericssohn
Ja, aber der scheint irgendwie vom Seil gefallen zu sein ;-)


HH, ja, kann man so sehen. :)

Manborg ist bestimmt 'besser', deine Review spricht dafür.


Sag das nicht. Der is sogar ziemlich peinlich...wie die Kritik dazu :-/


Besser in Anführungsstrichen. Die Review hat einfach ein paar Jahre auf dem Buckel. Peinlich ist die nicht. Sie ist nur weit entfernt von den Reviews, die du in den letzten Jahren veröffentlicht hast.

08.07.2020 23:37 Uhr - Romero Morgue
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Ich gehe mit der Kritik völlig überein und würde dem Machwerk aus nostalgischen Gesichtspunkten sogar eine höhere Wertung geben (aber mit Warnung). 😉 Man muss mit so einem Quatsch aufgewachsen sein um das Banale ausblenden zu können.

10.07.2020 12:11 Uhr - cecil b
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08.07.2020 23:37 Uhr schrieb Romero Morgue
Ich gehe mit der Kritik völlig überein und würde dem Machwerk aus nostalgischen Gesichtspunkten sogar eine höhere Wertung geben (aber mit Warnung). 😉 Man muss mit so einem Quatsch aufgewachsen sein um das Banale ausblenden zu können.


Freut mich. Ich kann dich verstehen. Irgendwie mag ich den Film auch. Er traut sich vieles, und macht mir da doch mehr Spaß, als die meisten Filme dieser Art von heutzutage, bei denen diese Sharknado vs. Megaoctupus trifft auf Chainsawbitches....Geschichten, na ja, so in der Art, so kalkuliert sind.

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