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Murder Rock

(Originaltitel: Murderock - uccide a passo di danza)
Herstellungsland:Italien (1984)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Thriller
Alternativtitel:Dancing Death
Demon is Loose, The
Frauenmörder mit der Hutnadel, Der
Giallo a disco
Murder Rock - Dancing Death
Slashdance
Todestanz, Der
Uccide a Passo di Danca
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,89 (9 Stimmen) Details
inhalt:
Kommissar Borgess steht vor einem Rätsel. In einem Tanzinstitut, in dem ehrgeizige junge Leute auf eine Weltkariere vorbereitet werden, geschieht ein Mord nach dem anderen. Vier wunderschöne, hochbegabte Mädchen einer Gruppe werden auf grauenvolle Weise umgebracht...
immer nach dem gleichen Schema. Wer ist der Täter?... Schulleiter Dick Gibson der ständig Verhältnisse mit seinen Schülerinnen hat...Tänzer Willy, der mit zwei der Mordopfer bis zuletzt zusammen war...oder kommt er aus dem Zuhälter-Milieu....?
eine kritik von nubret:

In den letzten Monaten meiner Schaffenspause hatte ich das Vergnügen, mir wirklich eine stattliche Anzahl von Filmen anzusehen. Man sieht noch einmal viel bereits Gesehenes, reflektiert, sortiert und ordnet noch einmal neu. Bisher habe ich mich noch nicht zu einem Werk des berüchtigten Lucio Fulci geäußert, aber das wird sich heute ändern.

Eins vorweg. Ich kann die vielen negativen bzw. mittelmäßigen Einschätzungen seines Schaffens kaum nachvollziehen, denn gerade seine bekanntesten Werke wie "Geisterstadt der Zombies", "Woodoo", "Das Haus an der Friedhofmauer", "Ein Zombie hing am Glockenseil" und auch der kontroverse "New York Ripper" gehören auch heute noch nach wie vor zur Essenz des modernen, harten Horrorfilms.

Und auch wenn ich jetzt so manchem auf die Füße treten mag, der seine Filme eher im Mittelfeld einordnet, sei eines gesagt: Gerade die oben genannten Werke sind allesamt hervorragend photographiert, atmosphärisch dicht und auch musikalisch derart gekonnt unterlegt, dass ich einfach nur von großem Kino sprechen Muss. Und in Sachen "Guts & Gore"  gibt es wohl ebenfalls nichts zu bemängeln.

Zudem hat Fulci mit "Don´t torture a duckling", "A lizard in a woman´s skin" und vor allem mit "Sette notte in nero" bewiesen, dass er auch zur ersten Garnitur des Giallo-Genres gerechnet werden darf. Und auch wenn sein Spätwerk insgesamt etwas schwächer ausgefallen ist, muss man ihm zugestehen, dass die meisten dieser Streifen immer noch besser sind, als der Müll, den uns Großmeister Dario Argento mittlerweile um die Ohren haut.

Zu seinen viel geschmähten Werken gehört der 1984 entstandene "Murder Rock" aka. "The Dancing Death".

Sicherlich, mit seinen zuvor entstandenen Gassenhauern hat dieser Streifen nur noch wenig gemein. Aber ist er deshalb ein schlechter Film? Keineswegs.

 

In einer New Yorker Tanzschule geht ein irrer Killer um, der seine Opfer mit einer Hutnadel ermordet. Bei dem beinharten Konkurrenzkampf in der Branche geht Lieutenat Borges (Cosimo Cinier/New York RIPPER) rasch davon aus, dass einer der Tänzer darauf aus ist, unliebsame Konkurrenz auszuschalten.

 

Nun ja, die Story ist die Story ist natürlich wenig innovativ und hält auch nicht gerade viel Überraschungen bereit. Dennoch bietet "Murder Rock" trotz eines sehr gemäßigten Blut- und Gewalt-Anteils einiges, um den geneigten Genre-Fan bei der Stange zu halten.

Mit Olga Karlatos, Claudio Cassinelli, Al Cliver, Ray Lovelock und Christian Borromeo (Der Schlitzer, Tenebrae) hat man einen Cast zusammengetrommelt, bei dem sich der italo-affine Filmfreund sogleich zu Hause fühlt. Zudem fängt Fulci ein glaubwürdiges Bild der im Konkurrenzkampf sich selbst zerfleischenden New Yorker Tanzszene ein, das seinem Film eine gewisse Authentizität verleiht.

Zudem sind die Tanzszenen allesamt perfekt choreographiert, scheinbar von echten Profis dargebracht und vermitteln somit ein (zumindest bei mir) gern erlebtes 80er-Feeling. Der passende Dance-Score von Keith Emerson rundet das Gesamtbild perfekt ab, auch wenn er von so manchem als eher nervig empfunden werden dürfte. Aber hey, war diese Jahrzehnt nicht einfach so?

Nun ja, das Gewaltlevel ist tatsächlich ziemlich niedrig und dürfte vor allem bei den "alten" Fulci-Fans ziemliches Zähneknirschen verursachen. Und auch spannungstechnisch muss man nicht gerade damit rechnen, einen Herzanfall zu erleiden. Auf der anderen Seite ist Fulcis Spät-Giallo hervorragend photographiert, fängt ein paar sehr atmosphärische New York-Bilder ein und wirkt auf eine angenehme Weise hübsch-altmodisch. Die alten Italo-Hauden Ray Lovelock, Cassinelli und co. liefern darüber hinaus recht ansehnliche Leistungen ab, die "Murder-Rock" in seiner Gesamtheit gesehen zu einem zwar recht entschleunigten, aber dennoch lohnenswerten kleinen Schmankerl für Genre-Fans macht.

Gebt ihm eine Chance. So schlecht ist er beileibe nicht.

7/10
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Kommentare

27.06.2020 09:36 Uhr - dicker Hund
1x
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Schön, dass Du mit Fulci mehr anfangen kannst als ich. Da mich seine Vorzeigewerke nur bedingt überzeugen, reizt mich seine Nachhut wenig. Deine Reviews lese ich trotzdem gerne...

27.06.2020 09:53 Uhr - Nubret
2x
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Ich muss wirklich sagen, dass mir seine Klassiker, nach Anschaffung der bildtechnisch herausragenden Blu-Ray-Veröffentlichungen, noch deutlich besser gefallen als früher.

Aber wenn Dich diese schon nicht überzeugen können, solltest Du um "Murder Rock" natürlich einen großen Bogen machen, liebes Hundchen.

Für mich ist und bleibt Fulci jedenfalls der König des Blut- und Gekröse-Films. Auch wenn er mit Werken wie "Nightmare Concert" oder "Sodoma´s Ghost" tatsächlich ziemlichen (wenn auch unterhaltsamen) Schund abgeliefert hat.

27.06.2020 10:00 Uhr - TheRealAsh
2x
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Schön wieder von dir zu lesen und schön, dass du dich so in Filme vergraben hast:-)

Ich selbst bin ja auch ein Riesenfan von Fulci und hatte noch das Glück das Buch von Stiglegger/Deadline zu Fulci mit der DVD abzugreifen, das echt gut gelungen ist. Ich würd mal so sagen, Murderrock ist sicher nicht sein bester, aber auch wieder hochoriginell;-) Fulci ist eben was für Connaisseure jenseits des herkömmlichen Mainstream

27.06.2020 10:14 Uhr - Nubret
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So ist es, Ash!

Fulci ist tatsächlich etwas für echte Feinschmecker. Und ich muss sagen, um das Buch beneide ich Dich etwas..

27.06.2020 15:47 Uhr - cecil b
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Nun, da ich kein Fan von Fulci bin, bin ich dies bezüglich kein Feinschmecker ;) , aber, in Wirklichkeit ist es doch nur eine Bereicherung, wenn man sich für unterschiedliche Sichtweisen begeistern kann.

So wie an dieser Stelle. Deine Meinung zu Fulci ist unmissverständlich, daher auch deine Perspektive, und deine schöne Review. Der erste Teil ist ja quasi für Fans, oder welche, die sich nicht auskennen, aber das mit ein paar Klicks ein wenig ändern können.

Und, der "geneigte(n) Genre-Fan" kann sich durchaus angesprochen fühlen.

"

27.06.2020 17:54 Uhr - Nubret
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Danke für Dein Interesse & Kommentar, Cecil!

Tatsächlich ist es die Vielfältigkeit an Meinungen, die diese Seite ausmacht.

Fulci lebt!

29.06.2020 22:36 Uhr - Dissection78
1x
DB-Co-Admin
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"Murder Rock" ist wieder einer jener Streifen (wie beispielsweise auch "Manhattan Baby"), mit denen ich in der ersten Hälfte der 90er im TV in Berührung kam. Ich weiß jetzt natürlich nicht mehr genau, ob er damals ungeschnitten war. Zu der Zeit riss er mich jedenfalls nicht unbedingt vom Hocker. Vor einigen Jahren wurde ich dann durch ein Musikvideo zu "Le Perv" von Carpenter Brut wieder auf den Film aufmerksam und bekam richtig Lust, ihn mir erneut anzutun. Da gefiel er mir dann doch um ein Vielfaches besser, selbst wenn's insgesamt eines von Fulcis schwächeren Werken sein mag (nichtsdestotrotz immer noch ansprechender als alles, was der gute Lucio Ende der 80er / Anfang der 90er auf Zelluloid bannte).

Giallo trifft "Flashdance"; "Suspiria"-Assoziationen kommen ebenso bei mir auf. Irgendwie dumm zwar, doch unterhaltsam, in der Tat recht gut choreographiert (allerdings bin ich auf dem Gebiet totaler Laie), exzellent fotografiert und mit einer fetten, zum Schneiden dichten 80er-Atmo veredelt. Wie immer blendend getroffen, Nubret, auch wenn's von mir 'nur' 6 oder vielleicht gerade noch so 6,5 Punkte gibt :)

29.06.2020 23:29 Uhr - Nubret
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Danke, Dissi!

Bin gerade dabei, meine Sammlung etwas zu verkleinern. Ja, da ist schon so einiges rausgeflogen. Auch der ein oder andere Spät-Fulci ("Nightmare Concert" und auch "When Alice broke the Mirror"). Aber dieser hier bleibt, da er mir eigentlich überraschend gut gefallen hat. Mal sehen, was in den nächsten Tagen noch so anfällt..

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