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High Tension

(Originaltitel: Haute Tension)
Herstellungsland:Frankreich (2003)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Alta tensión
Blady strach
Switchblade Romance
X-Tension
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,88 (289 Stimmen) Details
inhalt:
Ein einsames Haus, eine vereinte Familie, zwei unzertrennliche Freundinnen. Ein brutaler Mörder, der vor nichts zurückschreckt. Und die Nacht. Eigentlich wollte Alex nur mit Freundin Marie ihre Familie auf dem Land besuchen. Doch als die Nacht einbricht, dringt ein brutaler Fremder in das Haus und der Kampf ums Überleben beginnt.
eine kritik von dicker hund:

"High Tension" ist ein Frühwerk Alexandre Ajas, das ihm einen Fuß in der Tür des phantastischen Sektors gesichert und den Weg zur Regie etwa bei dem Remake von "The Hills have Eyes" bereitet hat. 

"Ich lass' nie wieder zu, dass jemand zwischen uns steht."

Knapp beschrieben handelt es sich um einen Slasher, dessen Dramaturgie eine grobschlächtig geschriebene, jedoch geschickt aufgebaute und im Ergebnis ziemlich kranke Psychokomponente enthält. Deren Tragweite erschließt sich erst nach wiederholter Sichtung, weshalb sie für selbsternannte Logik-Experten, die schon in klassisch erzählten Thrillern wie "The Strangers" vermeintliche Fehler postulieren, reichlich Angriffsfläche bietet. Dass es heftig zur Sache gehen wird, steht schon nach wenigen Minuten fest. Hier bietet sich eine perverse Kurzeinlage feil, die Zartbesaiteten die Gelegenheit zur Flucht ermöglicht. Sexuelle Inhalte (3/10) sind allerdings mit erheblicher Zurückhaltung umgesetzt.

Die Indizierung hat "Haute Tension", wie er im Original heißt, vielmehr seinen drastischen Gewaltdarstellungen zu verdanken (7/10). Der Mörder ist eine brachial-schmierige Type mit bulligem Erscheinungsbild, der ganz ohne Maske gegen Abstandsregeln verstößt und im Anschluss feinste Effektkunst präsentiert, die nur selten mit ihren Feinden aus dem Offscreen ringen muss. Dazu ertönt ein Soundtrack, der über eine einzigartige Auslese verschiedenster Stilrichtungen verfügt. Manche davon sind absichtlich im Widerspruch zur aktuellen Stimmung eingesetzt, was eine schizoide Kakophonie zwischen Bild und Ton erzeugt. 

Wenig vertrauenerweckend sind auch die Sets gestaltet. Ein nächtliches Maisfeld behindert die Sicht, französische Tankstellentoiletten kennt jeder Tourist als Hort des Grauens und am Waldrand in der Pampa mag sich sowieso niemand verlaufen. Hinzu tritt die Gefühlsachterbahn der Protagonistinnen Alexia (bereits stark: Maiwenn mit Doppelpunkt über dem "i" aus "Das fünfte Element" und "Léon - Der Profi") und Marie (superb: Cécile de France). Dank radikalem Verzicht auf jedweden relativierenden Humor (1/10) überzeugt ihr wechselhaftes Spiel von Beginn an, bis das Finale mit derart rauer Intensität in die Vollen geht, dass die titelgebende Hochspannung über den von "Muse" wunderbar besungenen Abspann hinaus nachhallt (Horror 8/10).

Dieser fiese Pionier der "neuen französischen Härte" mag einfach strukturiert sein und auch manches Klischee des Subgenres ein wenig freimütig bedienen, erweist sich aber durch seine schnörkellos-heftige Umsetzung einer folgenreichen Idee als hervorragend (9/10 Punkten). Wie es sich in diesen Gefilden gehört, sind in Deutschland geprüfte Fassungen geschnitten. Goldig ist dabei die JK-Fassung, die allen Ernstes sieben Sekunden Material für siegelrelevant hält.

9/10
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Kommentare

09.08.2020 08:42 Uhr - McGuinness
2x
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Toll rezensiert und exakt auf den Punkt gebracht, mit dessen Wertung ich konform gehe 😉

09.08.2020 09:29 Uhr - Bill Williamson
1x
Sehr schön geschrieben, auch wenn der Film bei mir eine 7 bekommt.
Da finde ich Inside härter und intensiver, aber jeder hat einen anderen Geschmack.

09.08.2020 11:05 Uhr - Kaiser Soze
2x
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Kurz und knapp auf den Punkt gebracht und (trotzdem) ist alles drin - sehr gut verfasst mit allen wichtigen und Infos und zusätzlichen Details in bester Wauwau-Manier mit Deinen Genre- / Zwischennoten, gefällt mir immer wieder. Kurze Frage bei "Dank radikalem Verzicht auf jedweden relativierenden Humor (1/10) überzeugt" -> ich finde das 1/10 sieht nach "schlecht" aus und nicht "absichtlich rausgelassen", wäre da nicht ein "Dank radikalem Verzicht auf jedweden relativierenden Humor - konsequente Inszenierung (10/10) - überzeugt" sinnvoller? Apropos:

für selbsternannte Logik-Experten,


Sehr amüsant formuliert! :D

09.08.2020 12:49 Uhr - dicker Hund
2x
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Vielen Dank für Euer Feedback!

@McGuinness
Interessant, dass der Dir gefällt, zumal ich Deine sorgfältig begründeten Einschätzungen oftmals - zum Beispiel bei "John Rambo" - nicht so wirklich teile. Immer wieder faszinierend, wo unterschiedliche Geschmäcker sich treffen!
:-)
Allerdings ist mir bei "High Tension" auch im Freundeskreis schon aufgefallen, dass dieser selbst für Horror-Muffel kompatibel sein kann.

@Bill
Zu "Inside" werde ich mittelfristig auch noch meinen Senf dazu geben. Dieser ist allerdings viel unversöhnlichere Extremkost für abgebrühte Nerds als es der zwar bereits krasse, aber beinahe noch Mainstream-fähige "High Tension" je sein könnte. Über die Zugehörigkeit zur "neuen französischen Härte" hinaus haben die Filme in meinen Augen nicht viel miteinander gemein. Da sind Roadmovieanteile und Mindfuck auf der einen, klaustrophobischer Terror und Tabubruchspirale auf der anderen Seite prägend.

@kaiser
Dass meine Gradmesser für die vier Stilmittel für manche missverständlich sind, hat mich über 493 Reviews nicht davon abgehalten, sie stur weiter zu verwenden. So ein Mops ist nun einmal gar nicht so leicht zu erziehen.
;-)
Nun ja, Sinn der Übung ist es, auf einer Seite, die sich mit Zensur befasst, Anteile von Sex, Gewalt, Horror und Humor in den Reviews transparent und vergleichbar zu machen. Denn die ersten drei rufen regelmäßig die Jugendschützer auf den Plan, während der vierte sie wiederum beschwichtigt. Eine Kategorie "konsequente Inszenierung" wäre da systemwidrig.

09.08.2020 17:26 Uhr - sonyericssohn
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Kann es sein daß der Nachschub bei diesem Film eingeschlafen ist ??? In keinem mir bekannten Versand ist der zu bekommen... Oder zu Schweinspreisen...

10.08.2020 08:19 Uhr - Hack/Slash
2x
Der Film ist super. Das Einzige was mich stört ist der Schluss. Gutes Review

10.08.2020 13:43 Uhr - sonyericssohn
1x
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10.08.2020 08:19 Uhr schrieb Hack/Slash
Der Film ist super. Das Einzige was mich stört ist der Schluss. Gutes Review


Stimmt, das Ende ist im ersten Moment etwas merkwürdig. Lässt man es sich aber auf der Zunge zergehen...

10.08.2020 14:15 Uhr - lappi
2x
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„[F]ranzösische Tankstellentoiletten kennt jeder Tourist als Hort des Grauens“ - hehe. Ich war noch nie in Frankreich (fehlendes Geld, Sprache und vor allem die Franzosen haben mich bisher davon abgehalten), aber das ist sehr vielversprechend formuliert.

Der Titel ist hier echt Programm. Selten so einen Film gesehen, der so straight forward ist wie der hier. Unglaublich spannend und böse und handwerklich gut gemacht.

Nach Logik darf man beim besten Willen aber nicht suchen, betrachtet man den Film als Ganzes. Wenn man danach geht, sollte der Film kaum 5 Punkte bekommen. Aber da er durch viele andere Qualitäten zu überzeugen weiß, kann man als Genre-Produktion auch darüber hinwegsehen und dann zu einer weitaus positiveren Wertung kommen.

Ich kenne nicht viele Filme der französischen Terrorfilme. Interessieren tut mich noch Martyrs. Inside habe ich auf Scheibe. Den finde ich auch echt gut gemacht und noch besser als HT. Der ist auch ein ganzes Stück fieser und bösartiger als der hier besprochene. Im Nachgang und im Zusammenhang mit dem, was ich bisher über die Filme gesehen und gelesen habe, scheint mir High Tension noch als der harmloseste der Filme zu sein, wenn man das unter einem recht zynischen Blick sieht.

10.08.2020 16:10 Uhr - Lukas
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10.08.2020 13:43 Uhr schrieb sonyericssohn
10.08.2020 08:19 Uhr schrieb Hack/Slash
Der Film ist super. Das Einzige was mich stört ist der Schluss. Gutes Review


Stimmt, das Ende ist im ersten Moment etwas merkwürdig. Lässt man es sich aber auf der Zunge zergehen...


...ist es immer noch brutal unlogischer Quark! ;-) Macht aber zum Glück nicht allzu viel aus und zieht den Film nicht entscheidend runter, deshalb gibt's bei mir auch 9/10. In meinen Augen mit Abstand der beste aus der "neuen französischen Terrorwelle

10.08.2020 18:01 Uhr - sonyericssohn
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10.08.2020 16:10 Uhr schrieb Lukas
10.08.2020 13:43 Uhr schrieb sonyericssohn
10.08.2020 08:19 Uhr schrieb Hack/Slash
Der Film ist super. Das Einzige was mich stört ist der Schluss. Gutes Review


Stimmt, das Ende ist im ersten Moment etwas merkwürdig. Lässt man es sich aber auf der Zunge zergehen...


...ist es immer noch brutal unlogischer Quark! ;-) Macht aber zum Glück nicht allzu viel aus und zieht den Film nicht entscheidend runter, deshalb gibt's bei mir auch 9/10. In meinen Augen mit Abstand der beste aus der "neuen französischen Terrorwelle


Daß du immer quer schießen musst...

10.08.2020 18:31 Uhr - Lukas
"Richtigstellen" wolltest du sicher schreiben... :-D

11.08.2020 09:55 Uhr - Tom Cody
3x
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Schöne Kritik zu einem meiner bevorzugten Filme der neueren , französischen Terrorwelle (der mir persönlich auch besser gefallen hat als "Inside" oder "Frontière(s)").

Wem das Ende zu absurd ist, dem empfehle ich die inoffizielle Vorlage "Intensity" von Dean R. Koontz. Die Macher hier haben ungefähr die ersten 40-50% des Buches 1:1 verfilmt und dann dieses unlogische Ende drangehängt. Im Buch geht die Geschichte nach der Flucht der Protagonistin aus dem LKW erst so richtig los - ein unglaublich spannender Reißer!

11.08.2020 10:31 Uhr - Draven273
2x
Schlagt mich....ich konnte dem nie ganz etwas abgewinnen. Wobei das in erster Aussage auch etwas zu hart ist, jedoch beurteile ich die französischen Terrorfilme völlig anders, als jeder Andere hier. Aber der gute Mix machst, oder? :)
Er weiß mich auf eine gewisse Art und Weise zu fesseln, lässt mich aber auch über gewisse kleine Stellen ärgern und abturnen. Zu lange ist es her, dass ich diesen Film geguckt habe. Daher hast Du ihn mir gut in Erinnerung gebracht und auch durchaus dafür gesorgt, dass er in den kommenden Tagen mal im Player landen wird. Mal sehen ob mir das Ende dann etwas besser gefällt, auch dies war immer ein kleiner Knackpunkt. Aber ich gebe zu mit einer 7/10 kommt der wohl auch noch bei mir weg. Einfach ein persönliches Empfinden.
Wie bereits erwähnt, schön geschrieben, nette Erinnerung, Auftrag erfüllt Mr. dicker Hund :)

11.08.2020 19:11 Uhr - Punisher77
1x
DB-Helfer
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Eine kurze, aber kompakte und pointierte Kritik, die einen guten Eindruck vom Film schafft und alles Relevante auf den Punkt bringt. Der Wertung schließe ich mich an.

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