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Alive

Herstellungsland:Kanada (2018)
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (1 Stimme) Details
eine kritik von man behind the sun:

Ein schwer verletzer Mann und eine Frau erwachen in einer Art Krankenhaus. Beide sind medizinisch gesehen "lege artis" versorgt und liegen in ihren Betten. Das Problem: Sowohl der Mann als auch die Frau sind fixiert. Keiner der beiden erinnert sich, wie er dort hingekommen ist, noch erinnern sie sich an ihre Identität. Das zweite Problem: Ein offensichtlich psychisch nicht ganz gesunder "Arzt" oder "Krankenpfleger" - so nennt er sich zumindest - kümmert sich um die beiden Verletzten. Das dritte Problem: Mit dem "kümmern" ist eine Art qualvolle Therapie der Genesung verbunden. Und obendrein spielt die Geschiche in einem Krankenhaus - welches offenbar seit Jahren verlassen ist.

Die Story und der Stil des Films... sind relativ offentlich von "Saw" und "The Collector", bzw. "The Collection" inspiriert. Die Kulisse des Krankenhauses ist herrlich siffig: Alle Fenster sind mit Brettern vernagelt, die Beleuchtung flackert hier und da und auch ansonsten hat das Krankenhaus seine besten Tage hinter sich.

Die Schauspieler dominieren in dieser größtenteils als Kammerspiel angelegten Odysee der Qual den gesamten Film.

Sowohl der "Mann". als auch die "Frau" werden durch eine Art perverse Physiotherapie durch den "Arzt" Tag für Tag gequält, damit beide wieder so schnell wie möglich genesen. Zum Anfang erinnern sich beide an gar nichts, im Verlaufe des Films kpmmen bei beiden Protagonisten immer wieder Erinnerungsfetzen ans Licht, die aber die Lage, in der sich die Kranken befinden, nicht wirklich erklären vermögen. Während die "Frau" so gesehen nur relativ leicht verletzt, kann der neben ihr im Nachbarbett liegende "Mann" kaum bis gar nicht reden und hat fiese Schussverletzungen. Dies führt dazu, dass sich die Darsteller der "Kranken" zunächst darauf beschränken müssen, lediglich gequält zu wirken und zu wimmern.

Der sich selbst ernannte "Arzt" (oder auch Krankenpfleger) spielt eine komplexe Rolle aus liebevollem Therapeuten, der bei Fehlversuchen in der Therapie allerdings regelmäßig an die Decke geht. Er spielt den Charakter überzeugend, weiß gut zwischen "Dr. Jekyll" und "Mr. Hyde" hin und her zu wechseln. Dass der gute Mann ganz klar nicht alle Tassen im Schrank hat, zeigt sich schon zu Anfang des Films. Während er die "Frau" relativ nett, nahezu fürsorglich behandelt, zwingt er den Mann, bei jeder Therapie an seine Grenzen zu gehen. Im Gegensatz zum Charakter der Frau, ist der Charakter des "Mannes" allerdings nicht darauf ausgelegt, sich mit der Situation abzufinden und abzuwarten, bis der Arzt beide nach der Gesundung wieder gehen lässt. Dies bekommt er auch regelmäßig schmerzhaft zu spüren. Der Schauspieler spielt diese Rolle souverän, wenn auch nicht herausragend. Ebenso die "Frau": Der Charakter spielt den "Standart" einer Frau in Not, die dem "Stockholm-Syndrom" gefährlich nahe steht, überzeugend, aber auch nicht überragend.

Wie immer kann der "Böse" sein Potential erfolgreich zeigen. Der Darsteller des Arztes spielt herrlich abgedreht, mimt den fiesen Arzt so, dass man ihm die Rolle auch abkauft.

Wie oben schon angedeutet, bedient sich der Film an einigen sehr bekannten Genre-Vertretern. Ja, auch "The Human Centipede" scheint einen erheblichen Einfluss auf bestimmte Ideen des Films gehabt zu haben.

Es sei noch so viel verraten, dass es nicht lange bei dem Kammerspiel bleibt.

Das Ende ist herrlich fies und bietet einen Twist, der den Kenner höchstwahrscheinlich zum Lachen bringen wird - und das nicht in negativer Weise.

"Alive" ist kein überragender Film. Qualitativ gesehen hängt er irgendwo knapp hinter der "The Collector"-Reihe. Wenn hier auf den "human Centipede" Bezug genommen wird, sei noch angemerkt, dass "Alive" NICHT mit dem Ekel-Grad versehen ist, aber gewisse Züge des Films mit einfließen lässt.

Im Endeffekt weiß "Alive" solide zu unterhalten. Für einen Meilenstein oder gar ein Meisterwerk reicht es bei Weitem nicht. Dafür ist die Story zu innovationslos, auch, wenn sie ordentlich auf Zelluloid gebannt wurde.  

6/10
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Kommentare

03.07.2020 17:40 Uhr - McGuinness
1x
User-Level von McGuinness 4
Erfahrungspunkte von McGuinness 281
Klingt für mich desweiteren auch nach einem Mix aus " Guinea Pig " und " Grotesque " ?!
Wenn es deinem Hinweis nach zu urteilen nicht lange bei dem Kammerspiel bleibt, ein angemessener Härtegrad vorhanden ist, ohne sich jetzt zu sehr auf sadistische Quälereien zu fixieren und darüber hinaus auch noch ein Ende in Sicht ist, welches mich schmunzeln lassen könnte, so wäre bei diesem hier durchaus mein Interesse geweckt... Danke für die Vorstellung 😉

03.07.2020 19:07 Uhr - Man Behind The Sun
1x
User-Level von Man Behind The Sun 5
Erfahrungspunkte von Man Behind The Sun 312
Kein Problem ;)

Nein, der Film ist auf gar keinen Fall mit den von dir genannten Filmen vergleichbar. Vom Härtegrad her ist er sehr zahm, aber dennoch gibt es ein paar eklige Szenen, allerdings keinen richtigen Splatter. Die 18er Freigabe ist aber trotzdem gerechtigfertigt.

Sadismus ist vorhanden, wird aber nicht in den Vordergrund gestellt, ist also eher zweckmäßig eingesetzt.

Wie gesagt, das Ende ist bitter, tragisch und auch etwas ironisch mit einem Augenzwinkern versehen. Den film kann man sich auf jeden Fall gut ansehen.

03.07.2020 20:55 Uhr - McGuinness
User-Level von McGuinness 4
Erfahrungspunkte von McGuinness 281
Habe immer noch so einige Filme auf meiner Liste, die ich so gerne noch gucken möchte... Aber immer dieser Zeitfaktor 😒🤷‍♂️... Wird trotzdem mal vorgemerkt 😊

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