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Angel-A

Herstellungsland:Frankreich (2005)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Fantasy, Komödie
Alternativtitel:Alerte rouge
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Gerade als sich der hochverschuldete Kleinganove André (Jamel Debbouze) das Leben nehmen will, taucht auf derselben Brücke eine schöne junge Frau auf, die sich ebenfalls umbringen will. Sie springt und er rettet sie. Angela (Rie Rasmussen) scheint etwas durcheinander zu sein, da sie sich für einen Engel hält. Sie hilft André seine Schulden zu begleichen und sein Leben auf die Reihe zu bekommen und nach und nach freundet sich André mit dem Gedanken an, dass Angela tatsächlich ein Engel sein könnte.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von cinema(rkus):

Du leidest an Philemaphobie ? O.K., akzeptiert, armer Kerl. Dann entlasse ich Dich jetzt aus dieser Kritik, weil unser gemeinsames Rendezvous mit Deiner Angst kollidieren würde.

Du möchtest dagegen 34 Gesichtsmuskeln trainieren, Hormone ausschütten und mit einem Kuss ca. 80 Millionen Bakterien mit Deinem Knutsch-Partner austauschen ? Zugegeben, in dieser aktuellen Viren-Zeit eine ziemlich gewagte Aktion. Aber, irgendwie cool und lässig; ich verneige mich vor Dir.  Herzlich willkommen. Bitte, minimiere jetzt die Distanz zum Bildschirm, rücke etwas näher - vergiss`dabei einfach mal die uns  beherrschenden 1, 5 Meter - und folge dem 4. Cinema(rkus)s. 

 

Laaaange, gleichförmig geformte Schenkel, die matt glänzend auf eine markante Stelle zulaufen. Wir können unseren faszinierten Blick nicht abwenden, unsere Augen verschlingen die makellose Eleganz. Dort, wo die Schenkel enden, fühlen wir uns wohl, wir sind dem Himmel ein Stückchen näher, der Puls beschleunigt sich, das Herz schlägt schneller und wir inhalieren förmlich den sagenhaften Ausblick, der sich uns offenbart.  

Ja, wir befinden uns auf dem Eifelturm, unter uns  zeigt sich Paris, die Stadt der Liebe, in voller Pracht.

Die Aussichtsplattform ist in wohliges Licht getaucht, das Leben kann so erquickend sein, wir lassen den Blick wandern.

Aha, dort, Andre, in einer äußerst prekären Situation. Zappelnd, am Arm einer zwielichtigen Gestalt, hängt er - außerhalb der Brüstung - über dem malerischem Abgrund, der bei entsprechendem Loslassen seinen Tod bedeuten würde.

Wir haben Andre schon in der Eingangssequenz dieser Geschichte kennen gelernt. Ein etwas kleinwüchsiger Exil-Amerikaner mit marokkanischen Wurzeln, der anscheinend hochverschuldet ist und es einigen dunklen Gestalten nicht mehr richtig recht machen kann. Wenn er nicht zeitnah seine Schulden begleicht, wird er sterben. Ja, das wird ihm unmissverständlich klar gemacht und wir sind stumme Zeugen davon.

Andre ist ein Schwätzer, pausenlos am quasseln. Trotzdem ist er uns auf Anhieb sympathisch. Er scheint sein Herz am rechten Fleck zu haben, ist auf eine gewisse Art bedauernswert. Ähnlich der Marke "trauriger Clown", von allen verlassen, für die Welt überflüssig geworden. Sein viel zu großer Mantel möchte ihn verstecken vor der Umwelt, er möchte sich darin verkriechen, doch die Pariser Unterwelt wird ihn gnadenlos. aufspüren.

Er hat nichts und niemanden auf der Welt, nur Schwierigkeiten und Probleme mit seinen Schuldnern. Es gibt für ihn kein Entkommen aus der Situation. Aus Frankreich lässt man ihn nicht so einfach ausreisen  - verflixtes Vorstrafenregister - und eine selbst provozierte (Schutzhaft-)Inhaftierung mag auch nicht so richtig klappen. Was tun ? In seiner Verzweiflung - bevor es die Unterwelt von Paris vollzieht - möchte er seinem jämmerlichen Leben ein Ende setzen, sucht sich eine Brücke für den Sprung in die Seine......aber auch das funktioniert nicht. Die Brücke ist bereits "besetzt". Eine Frau, blond, hübsch, schwarzes, kurzes Kleid, unendliche Beine, sie hört auf den Namen Angela. Und sie kommt ihm zuvor und stürzt sich vor ihm in den Fluss. Instinktiv hechtet Andre nach, dabei seinen eigenen Todeswunsch vergessend, zieht das Girl aus den Fluten ....und.....

Wow......dem Fluss entsteigt ein Kino-Pärchen, das in dieser sich ergänzenden Ungleichheit selten die Leinwand heimsuchte. Fantastico, wie Angela unserem Helden das Angebot unterbreitet , sie werde ihm nie mehr von der Seite weichen, ihm alle Wünsche erfüllen und ihm helfen. Tolle Aufnahmen, wie sie - gefühlt doppelt so groß wie er - hinter ihm über die malerisch eingefangenen Brücken der Weltmetropole stolziert und ihm bei seiner Problembewältigung behilflich ist. Außerdem lehrt sie ihm, sich selbst zu akzeptieren und zu seinen Gefühlen zu stehen. Und ja, Angela wird unserem "Sad Sad Clown" wieder auf die Beine helfen.

Waaaaahnsinn. O.K., machen wir uns nichts vor. Luc Besson ist ein brillanter optischer Kinozauberer, dessen Bilder einen stets in die Geschichte ziehen und staunen lassen. It´s a kind of Magic. Die Story möge evtl. dabei etwas hinterher hinken, was jedoch im Anbetracht der expressionistisch motivierten Licht- und Schattenspiele locker verschmerzt werden kann.  

Oh, lala, wir werden ab der ersten Minute von dieser grandiosen Optik gefangen genommen;  berauschende Eye-Candy-Aufnahmen legen sich sanft auf unsere Netzhaut. Was uns Kamera-Genie Thierry Arbogast an visueller Raffinesse  präsentiert, ist ein Augenschmaus der Premium-Klasse. Wie er uns in verzückenden, pittoresken, edlen Bildern, dieses wunderhübsch anzuschauende Paris auf die Leinwand zaubert, ist schlicht und ergreifend märchenhaft. In kristallklaren schwarz-weiß Aufnahmen bekommen wir ein Paris zu Gesicht, das betörender noch nie in einem Film präsentiert wurde. Meist in den frühen Morgenstunden - mit natürlichem Licht - gedreht, gelangen dem Virtuosen an der Kamera überirdische Bilder, die uns sprachlos zurücklassen. Die teilweise menschenleeren Plätze und Straßen verstärken nochmals die magische Atmosphäre und spiegeln die Einsamkeit der beiden Protagonisten. Der märchenhaft-irreale Charakter ihrer Beziehung wird dadurch nochmals verstärkt. Sequenzen, berstend vor Genialität, die uns die Metropole an der Seine als stilisiertes Idyll verschiedenster Sehnsüchte zeigt. Und immer wieder erhaschen wir einen Blick  - aus verschiedensten Perspektiven - auf DAS WAHRZEICHEN der Stadt, den EIFELTURM. Nie wurde dieses Monument der Baukunst so elegant auf Film gebannt, wie in diesem bezaubernden "Magic-Movie". 

Notre-Dame, Sacre-Coeur, Place de la Concorde, Pont Neuf....sagenhaft, welch anmutige Bauwerke Paris zu bieten hat. Die Eindrücke flirren nur so an uns vorbei, der Rauschpegel , aufgrund der unbeschreiblich schönen Bilder, steigt.

Was wäre die so fulminant berauschend in Szene gesetzte Stadt, ohne der entsprechenden Protagonisten ?  Aber, Entwarnung, die Chemie zwischen den Darstellern stimmt von Anfang an. Die Charaktere interessieren uns Beobachter ab der ersten Sekunde, wir möchten brennend erfahren, wie es mit unserem Paar weitergeht. 

Jamel Debbouze ( z.Bsp. "Die fabelhafte Welt der Amelie", in Frankreich ein sehr bekannter Comedian) spielt Andre unglaublich liebenswürdig. Man mag ihn einfach, wünscht sich für ihn eine glückliche Kurve, die er in seinem Leben doch nehmen wolle. Tief in seinem Inneren ist er verletzt, mit sich selbst nicht im Einklang, versucht mit unlauteren Geschäften irgendwie Fuß zu fassen. Trotz seiner kleinkriminellen Neigungen würde man gern mit ihm in einem Bistro Platz nehmen, quatschen, sich auf ihn einlassen. 

Angel-A. Sex, sexier, sexiest ? Wie hübsch kann eine Frau eigentlich sein ? Gibt es diesbezüglich irgendwelche Grenzen ? Beantwortet die Frage alle für euch persönlich, in dem ihr kurz seitlich blickt und eure "Flamme" in Augenschein nehmt. O.K., ihr nickt, alles im grünen Bereich, ihr seid auch zufrieden mit euren Eroberungen ? Dann weiter im Text und wir widmen uns der 1978 in Kopenhagen geborenen Rie Rasmussen ( Top-Model, Gucci-Gesicht, kennt jemand von euch die sagenhaft erotische Szene zwischen ihr und Rebecca Romijn in einem der coolsten Thriller, die Brian DePalma je geschaffen hat ?) , die zu hechelnder Schnappatmung verleitet. Hochgewachsen, schlank, göttliches (engelsgleiches ?) Gesicht, hypnotisierender Blick, wohlgeformte "Backen", genau wie ich sie mir an diversen Stellen wünsche. Endlose Beine, die nicht enden wollen. Oh Mann, wo....und vor allem wie genau, mögen die nur enden ? Glückwunsch meinerseits an den Kerl, der das Endgebiet schon erforschen durfte. Auf Grundlage unseres Märchens kann ich die konkrete Körper-Mitte-Region nicht beschreiben, sorry.  Unsere Geschichte kumuliert nämlich, Achtung, Speichel von den Mundwinkeln wieder abwischen ,in keiner vollständigen Nacktszene von Angela. Schade ?

Jein.  Herrlich, wie Luc Besson hier eine gewisse Erwartungshaltung unterwandert und aus dem SEXten, in einen niedrigeren Gang, zurückschaltet. Rie Rasmussen wird atemberaubend sexy von der Kamera umschmeichelt, wird regelrecht von ihr liebkost. Du wirst als Mann regelrecht unruhig, das Blut rauscht Tal abwärts, Du wischt Dir abwechselnd über Stirn und....ähmmmm.....Lippen, aber völlig nackt ist sie mit unseren Augen nicht zu vernaschen. Applaus, Applaus, für diese Herangehensweise;  ich liebe es (obwohl ich heimlich weinte, musste vor meiner Frau jedoch die Tränen verbergen...), wenn das letzte Stück Haut verhüllt bleibt und das "Darunter" der eigenen Phantasie überlassen wird.

Es gibt eine spezielle Szene im Film. Angel-A, spärlich bekleidet, lässt sich auf das Bett fallen, räkelt sich und gibt unserem traurigen Clown Andre zu verstehen, dass sie nun Lust zu...na ja....dings....hätte. Wie reagiert unser Held ? Fabelhaft , was er in dieser Szene sagt. Hier kommt zum Vorschein, wie viel ihm sein Engel wirklich - im Innersten, tief im Herzen, vergraben in der Seele - bedeutet. 

Überhaupt....in die Geschichte eingestreut, immer wieder Sequenzen, die Dich als Zuschauer mitreissen.

Wenn Angela für ihren Schützling Geld generiert, in dem sie in einem Club (vermeintlich ? anscheinend ?) anschafft, dazu alle ihre Tanzpartner nacheinander in die Toiletten führt und diese (Freier?) dann nach vollbrachtem Dienst ihr Geld bei Andre (= Zuhälter ?) abliefern. Er, irgendwie ungläubig, staunend hinsichtlich dem Geschehen, dabei einen Drink nach dem anderen kippend. Kurzweilig und künstlerisch montiert, mit groovender Musik unterlegt, zeigt sich hier wieder das große künstlerische Gespür, was bei Herrn Besson in Fleisch und Blut infiziert ist. 

Andre, hin- und hergerissen ob der Tätigkeiten, wie seine neu gewonnene Freundin für ihn Geld verdient, stehend vor den Toilletten-Kabinen, mit Angela hadernd, diskutierend, streitend, er wolle nicht, dass sie ihm auf diese Weise helfe. Im Inneren der Kabine vernimmt er die typischen Geräusche, die eben (scheinbar !!!) bei den Diensten Angelas, an den Männern, entstehen. Das sind Szenen, die Dich als Zuschauer einfach bei Laune (ähmmmm.....bei der Stange !! halten...) und Dich ebenso berühren. Du leidest mit Andre mit, spürst die Zerrissenheit in ihm, weil Angela auch für Dich die Frau Deiner Träume wäre. 

Oder, Angela, in einem gewissen Blickwinkel gefilmt, bei dem ihr edles Gesicht eine kopflose Engels-Skulptur ergänzt bzw. vervollständigt. Es werden uns in der Geschichte endlose Mosaiksteinchen der visuellen Filmkunst gezeigt, die uns hinsichtlich deren Einfallsreichtum flashen und kreativ überbordend gesättigt zurücklassen. 

Eine gemeinsame Schifffahrt auf der Seine lässt die beiden in extravaganter Optik die Stadt aus der Flussperspektive betrachten. Hübsch, schön, zum dahinschmelzen.  Wenn das Schiff dann unter einer Brücke hindurchfährt, ähnelt Angela einem wohlgeformten Scheren-Schnitt, da sie von hinten von der Sonne angestrahlt wird. Was ist dieser Thierry Arbogast für ein Genie ? 

Diese Szenen sind allesamt von einem wundervoll harmonischen Klang-Teppich unterlegt. Der Soundtrack der norwegischen Sängerin/Songwriterin Anja Garbarek umrahmt die gesamte Szenerie kongenial. Dabei darf ich besonders auf das Musikvideo - enthalten auf der Blu - hinweisen ? Toll, wie dieses Video - Stichwort Feder - den Bogen zu unserer Geschichte schlägt. Die im Video gezeigte Feder, taucht irgendwann auch in unserer Geschichte auf. Genial, superb, durchdacht. Darauf ein kräftiges Glas französischen Rotwein. 

Manch ein Zeitgenosse, möge die (einfachen ?) Dialoge etwas kritisch sehen. Von Küchen-Psychologie habe ich in einigen professionellen Kritiken gelesen, von aus Glückskeksen entnommenen Weisheiten.  

Für mein Empfinden ist das Gegenteil der Fall. Wie unser Engel ihrem Schützling psychologisch zur Seite steht, mag für manche banal klingen, ergibt für mich selbst jedoch totalen Sinn. Psychologie kann verkompliziert psychologisiert werden, ist jedoch oftmals tatsächlich simpler. Liebe Dich selbst, akzeptiere Dich selbst, dann erfolgt alles weitere in einem gewissen automatischen Mechanismus. Dein Auftreten ist dann anders, Du bist selbstbewusster, eine andere Aura umgibt Dich, Du kommst folglich ZUERST mit Dir selbst ins Gleichgewicht und dann mit Deiner Umwelt. Ja, so einfach kann es ein. 

Außerdem steht Angela unserem Andre nicht nur verbal zur Seite, sondern sie zeigt immer wieder durchaus auch ihre schlagkräftigen Argumente, die passend zu ihrer teilweise schroffen Art sind. Auf welche Art sie die Bedrohungen Ihres Schützlings bekämpft, ist wunderbar anzuschauen und auch anzuhören. 

Das Ende, für meinen Geschmack zum Zunge schnalzen und das Sahnehäubchen auf diesen französischen Märchen-Traum. Wie unsere 2 liebgewonnenen Helden mit sich ringen, streiten, diskutieren, sich lieben, sich - im wahrsten Sinne des Wortes - nicht voneinander trennen möchten, ist Gänsehaut pur. Tänzelnd, schwebend, miteinander verschlungen in luftiger Höhe, vor der wieder phänomenal eingefangenen Paris-Kulisse, das ist ganz große Filmkunst.  Und wenn sie irgendwann wieder miteinander aus dem Wasser steigen - siehe das Kennenlernen der Zwei - dann legt sich auch auf unser Gesicht ein seliges Lächeln. 

Es ist wirklich erfrischend, solch magische Geschichten im Kino zu erfahren.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann.....????

Möge jeder von uns, gerade in der heutigen Zeit, von so einem faszinierenden Engel beschützt werden. 

Oooooooooooonnnnnnscheeeela, Du bekommst von mir 10 Küsse auf Deinen überirdisch schönen Astralkörper.

 

 

 

10/10
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Kommentare

07.07.2020 16:00 Uhr - The Machinist
1x
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So, nachdem ich deine dritte Vorstellung verpasst hatte, bin ich hier wieder mit am Start. ''Bedingungslos'' kannte ich allerdings auch schon, toller Film.

Auf links gedrehter Liebesfilm von Luc Besson? Der Titel ''Angel-A'' war mir zwar ein Begriff, doch der Film selbst ist bislang gänzlich an mir vorüber gezogen. Den sollte ich wohl schleunigst nachholen, zumal ich großer Bewunderer des Regisseurs bin, auch wenn seine besten Tage vorbei sind. Naja, ''Anna'' war immerhin solide. Aber mal wieder Danke für den ansprechenden Tipp Cinemarkus.
Ich persönlich mag deinen schwärmerisch verpackten Schreibstil. Wenn man einen Film tatsächlich so gut findet, dann ist so ein ''Liebesbrief ans Kino'' doch gerechtfertigt.

Hab mir übrigens die Blu-ray von ''Who killed Marilyn?'' bestellt. Lässt aber noch auf sich warten.

07.07.2020 19:43 Uhr - Cinema(rkus)
1x
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Hello Again "Mach";

he, vielen Dank für Deine Aufwartung.
Freut mich, dass Dir "Bedingungslos" auch gefallen hat. Mir fällt immer wieder auf, wie viele europäische Spitzen-Filme produziert werden, die aber regelmäßig unter dem Radar irgendwie "versanden". Weil ich das extrem schade empfinde, versuche ich den Schwerpunkt auf europäische Filme zu legen.

Zu "Angel-A"; der Film entstand - meiner Meinung nach - noch in der Kreativ-Phase von Besson. Er hatte ja nach "Johanna von Orleans" ca. 6 Jahre überhaupt keine Regie mehr geführt und sich mit Angela dann total kreativ zurückgemeldet. Von der Optik her ist der Film phantastisch, mir selbst gefiel aber das Gesamt-Paket auch vorzüglich. Ja, "Mach", bitte, schau ihn Dir mal an; ich finde die Stimmung in dem Streifen einfach "magisch genial". Besson selbst hat sich irgendwie irgendwann "zerschlissen". Wann das genau war, vermag ich gar nicht zu sagen, aber es gab mal eine Phase, da tauchte sein Name in fast jedem französischen 0815-Streifen im Vorspann auf (meist Drehbuch oder Produzent). Trotzdem ist er - wenn er in Hochform ist- schon ein großer Visionär.

Danke übrigens für Deine netten Worte, dass Du mit meinem Schreibstil etwas anfangen kannst; lese ich wirklich gern. Ich selbst schreibe eben nur Kritiken zu Filmen, die mich begeistern und diese Begeisterung möchte ich mit meinen Worten transportieren. Alles andere würde ich als "falsche Zurückhaltung" sehen und da bin ich nicht der Typ dafür. "Liebesbrief ans Kino"; Deine Umschreibung gefällt mir und das sehe ich als "Ehre" an.

Wenn Du "Marilyn" gesehen hast, kannst mir sehr gern Dein Urteil per PN mitteilen; interessiert mich wirklich, wie Du dann die Story empfindest. Wie oben schon geschrieben, es gibt soooo viele unglaublich schöne europäische Filme, die zu entdecken sind.

Soooo, dann nochmals "Thank you" und hoffentlich bis zum nächsten mal....Gruß C.M.

Ähmmmm, vorhin habe ich gesehen, dass Du "Nightingale" besprochen hast; ich werde mir Deine Worte mal zu Gemüte führen und es dann kommentieren.....

08.07.2020 06:18 Uhr - The Machinist
1x
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Europäisches Kino? Immer her damit.
Bin zwar selbst international unterwegs und fühle mich von Horror über Musicals in so ziemlich allem heimisch, im europäischen Sektor hatte ich aber nie den hundertprozentigen Durchblick. Wobei ich da schon vieles kenne, gerade wenn wir in Richtung Frankreich, Österreich und Italien gehen, und ansonsten gewisse Regisseure aktiv verfolge von denen ich dann so ziemlich alles gucke; Lars von Trier, Pedro Almodovar, Gaspar No'e, Fatih Akin, etc.

Nach ''Marilyn'' werde ich mich mal bei dir melden, auf den hab ich auch echt Lust.
Da ich allerdings schon wieder 20 Sachen oder so aus Korea und Japan importiert hab, kann's vielleicht doch noch etwas dauern. ;-)

08.07.2020 20:38 Uhr - Cinema(rkus)
1x
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Meine Filmsammlung besteht zu ca. 90 % aus europäischen Filmen. Ich finde die Herangehensweise der europäischen Filme-Macher im allgemeinen einfach interessanter. Und, achte bitte mal. Geht ein guter europäischer Regisseur nach Amerika, wird er meistens kreativ "verkorkst". Empfinde ich jedenfalls so.
Amerikanische Filme habe ich fast gar nicht in meiner Sammlung, wenn ja, dann Ausnahmefilme, die abseits des Mainstreams gedreht werden (z.Bsp. "Inherent Vice", "Under the Silver Lake"....)

Wo kommt eigentlich Deine Leidenschaft für das asiatische Kino her ? Hast Du dort schon mal gewohnt, he, bist Du evtl. Asiate oder wohnst Du sogar aktuell im asiatischen Raum ? Deine Frau/Freundin Chinesin (Gong Li ???)....hihihihi.....Würde mich echt mal interessieren....
Asiatische Filme liegen mir nicht ganz so; vor allem die ganzen Asien-Splatter-Filme (irgendwelche Toiletten-Zombies oder so...) finde ich äußerst geschmacklos. Auch stört mich dabei meistens das typische "Over-Acting".
Aber, he, es gibt auch dort tolle Filme, auch für mich. Mir fällt spontan "Feuerwerk am hellichten Tag" (hieß der bei uns so? Glaube schon....) ein, der gefiel mir sehr gut. Oder "Möbius".Das Messer....

Na ja, jedenfalls....viel Spaß beim abarbeiten der Asien-Filme und danach mit "Marilyn"......
Ja, meld` Dich bitte danach mal.......Gruß C.M.

09.07.2020 14:22 Uhr - The Machinist
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User-Level von The Machinist 7
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''Feuerwerk am hellichten Tage'': Ein fantastisches Stück chinesische Neo-Noir-Kunst. Vom selben Regisseur ist auch der letztjährige ''Nan fang che zhan de ju hui'' (See der wilden Gänse); fast noch besser. Aber leider noch nicht bei uns veröffentlicht.

''Moebius'': Harter Tobak und gerade auf erzählerischer Ebene interessant, so komplett ohne Dialoge. ;-)
Ist aber nicht gerade mein Lieblingsfilm von Kim Ki-duk.

Von meiner Sammlung sind etwa 30% Asia-Kram, was in etwa 600 Filmen entspricht. Ich selbst wohne in einem Kaff nahe Würzburg/Unterfranken und bin eigentlich so deutsch wie man nur sein kann. Mit ner Asiatin hatte ich bis jetzt noch nie was, hab aber einige in meinem Freundeskreis.

Woher mein Faible für fernöstliches Kino kommt? Garnicht so leicht zu beantworten. So als Kind gab's da höchstens Berührungspunkte in Form von ''Godzilla'' und den ein oder anderen ''Ghibli''-Film; waren immer tolle Filmabende mit meinem Großvater. Mit Anime hatte ich hingegen zu der Zeit garnichts am Hut. Dazu sei gesagt, dass ich schon in jungen Jahren allgemein von Filmen begeistert war, da hat ebenfalls mein Großvater auf mich abgefärbt, denke ich, den konnte man auch nach allen erdenklichen Genres, Regisseuren und deren Werken fragen und als Antwort kam stets: ''Ja, das kenne ich doch.''

Mit 13, 14, 15 entdeckte ich dann meine Faszination für Horrorfilme, wovon ich alles erdenkliche konsumierte, auch sehr viel Schrott. :) Es dürfte auch so mit 13 Jahren gewesen sein, da entdeckte ich ''A Tale of two Sisters'' von Kim Jee-won, ein Film der mich damals unglaublich beeindruckte und auch prägte, gerade wegen dem berühmten Ende. Von da an war ich auf der Suche nach vergleichbarem Material und es folgten ''The Ring'', ''Ju-on'', ''Audition'' (für den ich damals eigentlich noch viel zu jung war) usw.
Dass diese jetzt speziell aus dem asiatischen Raum kamen war mir noch weitestgehend egal, ich fand das waren einfach tolle Filme und hin und wieder wurde einer von denen geguckt.

Ich schätze so richtig Klick hat es bei mir dann gemacht als ich 16 Jahre alt wurde und auf Genre-Entdeckungstour ging. Die zwei einflussreichsten Filme dürften da ''Oldboy'' und ''Tetsuo: The Iron Man'' gewesen sein, auch heute noch Lieblingsfilme von mir. Und ab da gab's eigentlich keinen Halt mehr und ich fand mich bald aus einem Wirrwarr irgendwo zwischen ''Casshern'', ''Ichi the Killer'' und ''I saw the Devil'' wieder. Speziell auch noch koreanische Revenge-Movies (die besten der besten) und Samuraifilme.

Alsbald folgten auch Manga und Anime, auch eine Szene in der ich unterwegs bin, Cosplay inklusive. Bin da zwar kein Riesen-Insider, der direkt alles kennt, lese und schaue eher so ausgewählte Sachen, bzw, hab ich auch nochmal eine eigene Sammlung von.

Mittlerweile kenne ich aus dem Sektor also so einiges und habe da auch etliche Filmemacher von denen ich alles gesehen habe: Shin'ya Tsukamoto, Takashi Miike, Sion Sono, Park Chan-wook, Bong Jon-hoo, Zhang Yimou, um nur eine Handvoll zu nennen. Derbes Underground-Kino und besagten Girlie-Splatter-Trash mag ich ebenfalls, wobei es da auch solche und solche gibt und ich das jetzt auch nicht ständig schaue.

Wenn man sich da also die Mühe macht und wirklich reinfuchst dann kommt man aus dem Staunen nicht mehr so schnell raus und es gibt da halt einfach Sachen die man sonst nirgendwo sieht. Wiederum ist im besonderen der japanische Filmmarkt ein absolutes Fass ohne Boden, wo man nach einem abgefahrenen Streifen gleich zehn weitere findet. Und ja, genau das finde ich daran so geil. ;-)

Bis zum nächsten Mal.

09.07.2020 16:37 Uhr - Cinema(rkus)
1x
User-Level von Cinema(rkus) 1
Erfahrungspunkte von Cinema(rkus) 28
"Mach", Mann, Danke für die ausführliche Antwort. Ist `ne coole private Konversation, die wir hier führen. Aber weil sich sonst niemand bei dieser "Angel-A" Review verirrt, ist das, meine ich, ganz in Ordnung.
Würzburg ? Super !! Bald spielt ihr ja dann in der 2. Bundeliga (Fußball!!) gegen meine Geburtsstadt.
In Würzburg war ich schon sehr oft; uns gefällt dort das Flair, das über die Main-Brücke schlendern, das einkehren in Weinlokale. Ich kenne auch viele Kollegen aus Würzburg; mit denen komme ich eigentlich immer zurecht. Ohne "schleimen" zu wollen; von allen Franken...hihihihihi....sind mir die Würzburger am sympathischten.

Zhang Yimou, von dem war ich auch sehr lange angetan. Aber sein "Great Wall" hat mich dann doch etwas enttäuscht. Aber seine Vorgängerfilme (vor allem "Hero" und "House of flying Daggers") sind schon echt grandios. Einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist von Park Chan-wook. "Die Taschendiebin". Was ist das für ein raffiniert erzählter erotischer Streifen ? Klasse hoch zehn !! Aber selbst sein "Hollywood-Film" Stoker hat mich total fasziniert. Mensch, irgendwie habe ich doch schon mehr Berührung mit dem asiatischen Kino gehabt, wie ich selbst vermutete. Auch der von Dir erwähnte "A Tale of two sisters" ist - vor allem wegen dem Schluss - genial.
Im Endeffekt bringt jeder Kontinent grandiose Filmkunst hervor, man muss diese Perlen nur aufspüren.

Finde ich super, dass Dich Dein Opa so a wengerl zum Film gebracht hat. Ich selbst bin auch schon Film-Fan seitdem ich mit 6 die erste "Cinema-Ausgabe" kaufte und gelesen habe. Seitdem bin ich dem Medium "verfallen", früher sah ich mir wirklich alles an, kam freitags mit 10, 15 Filmen aus der Videothek, montags wieder zurückgegeben. Oh Mann, das waren Zeiten. Heute muss ich mir alles zeitlich sehr viel besser einteilen, weil ich für viele, viele, viele Lebewesen auf unserem Hof Verantwortung trage und zu jedem Tier eine persönliche Beziehung aufbaue. (ähmmmmm, werden auch nie geschlachtet, sondern sterben eines natürlichen Todes, wenn eben die Zeit gekommen ist).....
Mir gefallen am besten europäische Filme, vor allem aus Frankreich, aber auch Skandinavien. Aus diesen Ländern/Regionen sind bestimmt - grob geschätzt - ca. 70 % von all meinen Filmen. O.K., und dann liebe ich noch viele Ewan McGregor-Filme, der mein absoluter Lieblings-Schotte ist. Von 2 seiner Filmen werde ich auch demnächst mal irgendwann eine Review verfassen. Mal schauen....

"Machinist", war echt cool, sich mit Dir jetzt ein bisserl näher auszutauschen, hat mir gefallen. Melde Dich einfach mal, wenn "Marilyn" gelaufen ist bzw. vielleicht kommen wir bei dem einem oder anderem Review wieder zusammen.
Bis dahin....Grüße ebenfalls aus Bayern (Regensburg/Oberpfalz)....C.M.

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