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Final Fantasy XIV - A Realm Reborn

(Originaltitel: Final Fantasy XIV Online: Shinsei Eorzea)
Herstellungsland:Japan (2013)
Standard-Freigabe:USK 12
Alternativtitel:Final Fantasy XIV Online: A Realm Reborn
Final Fantasy 14 Online: A Realm Reborn
ファイナルファンタジーXIV: 新生エオルゼア
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,00 (1 Stimme) Details
eine kritik von aquifel:

Den Hype um MMORPGs (Massively Multiplayer Online Roleplaying Game)  kann man inzwischen getrost als verflogen bezeichnen. E-Sports-taugliche Genres wie Battle Royale, MOBAs und ähnliches haben da heute einfach mehr Gewicht. Trotzdem gibt es einige Titel, allen voran World of Warcraft, das sich seit 2004 am Markt hält, die immer noch sehr gut laufen und die Spieler in ihren Bann ziehen. Einer davon ist Final Fantasy XIV: A Realm reborn.

Ursprünglich ist das Spiel 2010 gestartet, war allerdings in der damaligen Fassung eine Katastrophe. Eine so schwerwiegende, dass Square das Spiel nicht durch Updates und Patches retten wollte, sondern lieber gleich ein Reboot mit dem Zusatz "A Realm Reborn" in Angriff genommen und 2013 auf den Markt gebracht hat.

Die Geschichte um die Welt Eorzea ist recht komplex und würde hier den Rahmen sprengen. Es sei nur so viel gesagt: Auch wenn man natürlich wieder einen Auserwählten spielt kann die Story und seine Inszenierung überzeugen. Bei vielen MMORPGs überspringt man das Gelaber am besten, hier sollte man sich die oft vertonten Zwischensequenzen und die Dialoge ruhig anhören/durchlesen, denn die Nichtspielercharaktere denen man begegnet sind oft gut und interessant geschrieben. Hier merkt man klar die Erfahrung der bisherigen Final Fantasy Teile.

Ansonsten bleib grundlegend erstmal alles beim Alten. Man erstellt sich seine Figur in einem Charaktereditor, wählt Volk, Klasse, etc. aus und stürzt sich dann ins Spiel. In der offenen Welt rennen Gegner rum, die man bekämpfen kann, man erhält bei Nichtspielercharakteren Quests, die entweder zur Story beitragen oder eher kleine Nebengeschichten sind, die man auf sich nimmt, um Erfahrung zu bekommen, und es gibt instanzierte Inhalte, die man alleine oder in einer Gruppe  erledigt. Wer mal eine Pause vom Kämpfen braucht, der widmet sich den Sammel- und Handwerksberufen oder verkauft auf dem Markt etwas.

Die Grundlagen sind bei FFXIV wirklich gut umgesetzt. Es stehen, Stand Shadowbringers, insgesamt 17 Klassen zur Verfügung (zusaätzlich noch eine spezielle, die aber viele Inhalte nicht spielen kann und eher ein Gimmick zum Zeitvertreib ist) und es dürfte somit für jeden etwas dabei sein, von Magiern, Nahkämpfern, Heilern, Supportern bis hin zu Tanks, man hat immer mehrere Alternativen. Über den Serverbrowser kann man die sogenannten Instanzen oder Raids starten. Inzwischen gibt es mächtig Auswahl. Hat man Level 80 erreicht  (aktuell das Maximum) stehen einem locker über 50 4 Spieler Dungeons, über 50 8 Spieler Inhalte (Dungeons und knallharte Bosskämpfe, beides oft auch mit einer schweren Variante) und auch mehrere 24 Spieler Allianz-Raids zur Verfügung (alles auf Wunsch auch serverübergreifend). 

Die Klassen spielen sich ohne Frage alle sehr unterschiedlich, die Instanzen bieten verschiedenste, gut desginte Settings und bei den Bossen gibt es viele, teils sehr anspruchvolle Mechaniken, die es zu beachten gilt. Schön ist vor allem das Crossplay zwischen Konsole und PC, das dank der hervorragenden Umsetzung der Controllersteuerung perfekt funktioniert. 

FF XIV hat aber einige Asse im Ärmel, die es von den meisten anderen MMORPGs abhebt, die die Grundlagen auch gut hinbekommen.

Punkt 1 ist beim Klassensystem zu finden. Die meisten MMORPGs setzen hier auf das alte Prinzip, das Charakter X eine Klasse hat. Will ich eine andere Klasse spielen, brauche ich einen neuen Charakter. Hier nicht. Hier nehme ich einfach eine Klassenquest an und erlerne so die neue Klasse. Durch den Wechsel der Waffe, wechselt man die Klasse. Das geht in Inhalten zwar nicht, ist aber allgemein sehr praktisch. Auch wenn man wieder auf Level 1 startet, so hat man trotzdem Zugriff auf alle Ressourcen des Charakters, wodurch die ganze Angelegenheit wesentlich motivierender und angenehmer von Statten geht.

Der zweite Punkt sind das Crafting und das Sammeln. In den meisten Spielen läuft das automatisch ab und man hat wenig Einfluss auf das Ergebnis. Hier gibt es spezielle Skills und man muss diese richtig einsetzen, um seltene Gegenstände sammeln oder herstellen zu können, teileise sogar in hoher Qualität. Das macht Spaß und man hat die Kontrolle im Vergleich zu anderen Spielen. Natürlich kann man auch die schnelle Variante wählen, stellt man Verbrauchsgegenstände her.

Auch das Manamanagement läuft etwas anders. Es gibt einen gleichbleibenden Manawert für jede Klasse. Skills verbrauchen dies teilweise, es gibt aber Skills, die Mana wiederherstellen. Dadurch brauchen gerade Caster sich keine Gedanken um Kosten für Manatränke zu machen (bei Aion damals immer ein Thema gewesen), sie müssen halt nur ihre Skills richtig nutzen.

Am besten gefällt mir aber eine Eigenheit bei den Instanzen. Gehe ich z.B. mit einem Level 80 Charakter (bzw. einer 80er Klasse) in eine 30er Instanz, wird mein Charakter runtergestuft. Klar, er ist immer noch stärker als ein Level 30 Charakter, aber der Inhalt bleibt grundlegend fordernd(er). Da viele Daylies einen in die einzelnen Arten von Inhalten (Dungeons bis 50, Primae-Kämpfe, Allianz-Raid, Raid, etc.) schicken und es Zufall ist, welchen konkreten Inhalt man bekommt, wird so Leuten, die noch leveln, genauso geholfen wie Leuten, die schon im Endgame sind. Wer "kleine" Charaktere schneller ziehen will, der nutzt halt die Möglichkeit die Levelanpassung rauszunehmen. Das geht aber nur in "privaten" Gruppen.

Aber auch sonst bietet FF XIV viel zu tun. Klassenquestreihen, FATEs (in der offenen Welt stattfindene Eventkämpfe, die je nach Seltenheit alle paar Minuten starten oder nur zu speziellen Zeitpunkten mit Weltenbossen), längere Nebenquestreihen mit eigener Story (auch für Handwerker und Sammler!), allgemeine Events, das Kartenspiel Triple Triad (FF VIII lässt grüßen) inklusive Turnieren, PVP-Modi mit exklusiven Rüstungen und sogar ein Casino mit Minispielen vom bereits erwähnten Triple Triad über Mahjong bishin zu Chocoborennen und speziellen Fates. Auch um ein Haus bzw. dessen Einrichtung kann man sich kümmern (hat man die Kohle oder die Gilde, die die Kohle hat). Schatzkarten kann man ebenfalls finden und über diese in spezielle Dungeons kommen, die mit seltenen Materielen, Pets und ähnlichem reizen. Auch Reittierenthusiasten werden viel Beschäftigung finden, diese zu farmen.

Kurzum: Final Fantasy XIV A Realm Reborn bietet sehr viel zu tun, setzt diese Sachen allesamt gut, liebevoll und spaßig um. Und nicht nur, dass das ganze Spaß macht und im Endgame wirklich fordernd ist (und ich meine wirklich!), es ist zudem eines der grafisch am besten aussehendsten MMORPGs und hat einen Score, der bei Zeiten selbst einige klassische Final Fantasys hinter sich lässt.

Nur zwei kleine Wermutstropfen: Man muss, ähnlich wie bei WOW, monatlich einen gewissen Obulus (ca. 12€) zahlen und neue Add-Ons kosten ebenfalls extra. Bei dem, was geboten wird, für MMORPG-Fans aber sicherlich noch eines der interessantesten Angebote. Und selbstverständlich muss man den Gameplayloop eines MMORPGs mögen (hier aber fair umgesetzt, zumal es sauviel zu tun gibt).

9/10
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