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VFW - Veterans of Foreign Wars

(Originaltitel: VFW)
Herstellungsland:USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Horror
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,54 (13 Stimmen) Details
inhalt:
Fred Parras (Stephen Lang) und seine Jungs sind Kriegsveteranen, die in ihrer Stammkneipe gern in Erinnerungen an alte Zeiten schwelgen. Als eines Abends ein junges Mädchen mit einem Rucksack voll geklauter Drogen in die Bar stürmt, finden sich die ergrauten Helden plötzlich an einer ganz neuen Front wieder: Der skrupellose Drogenboss Boz und seine Gang brutaler Punks wollen ihre Ware zurück - und zwar um jeden Preis. Wenn die Ex-Soldaten ihre Bar verteidigen, das Mädchen beschützen und die Nacht überleben wollen, müssen sie mit jeder Waffe zurückschlagen, die sie finden können...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

Die neue Droge Hype überschwemmt die gesamte USA und macht aus den Leuten willenlose Marionetten. Um an den Stoff zu kommen machen sie so gut wie alles und das weil Oberdealer Boz auch ganz genau. Eines Tages klaut aber ein junges Mädchen seinen ganzen Vorrat und flüchtet damit in eine Bar. Ausgerechnet dort feiert aber Kriegsveteran Fred zusammen mit seinen altgedienten Freunden seinen Geburtstag. Und schon verschaffen sich die von Boz ausgesandten Junkies Zutritt zu dieser Bar. Ein großer Fehler wie sich herausstellen soll, denn die ehemaligen Soldaten kämpfen betrunken fast besser als nüchtern…

VFW - Veterans of Foreign Wars

Regisseur Joe Begos der mit Filmen wie -The Minds Eye- und -Bliss- für Aufmerksamkeit sorgte liefert mit vorliegendem Werk erneut ein ziemliches Brett ab ! Zum Vorbild nahm er sich ganz offensichtlich Carpenters -Assault- und mischte eine gehörige Portion Splatter mit unter. Heraus kam ein Film der ein weiteres Mal für Gehör sorgen könnte.

Im Gegensatz zu Stallones Expendables in dem sich eher "jüngere" Herrschaften austoben durften, holte Begos Darsteller der älteren Riege an Bord. So übernimmt Stephen Lang (u.a. Avatar, ExitUs, Mortal Engines) die Rolle des Geburtstagskinds, Vietnamveterans und Barbesitzers Fred. Ein grimmiger Kerl der aber trotzdem das Herz am rechten Fleck hat. Zu ihm gesellen sich Walter (William Sadler; u.a. Ritter der Dämonen, Planet Terror), Abe (Fred Williamson; From Dusk till Dawn), Lou (Martin Kove; Karate Kid) und Doug (David Patrick Kelly; u.a. The Crow, Phantom Commando). Sie alle teilen die gleiche Vergangenheit, dem Dienst in Vietnam und anderen Kriegsschauplätzen. Je mehr Erinnerungen aufkommen, desto mehr Whiskey füllt die Gläser. Dennoch ein gut gelaunter Haufen…

...zu dem sich später dann Heimkehrer Shawn (Tom Williamson) zählen darf. Ein junger Soldat der nur beim zu seiner Familie möchte und noch eben einen Drink nehmen möchte. Oder zwei, oder drei…

So einige Drinks benötigen dann aber alle in der Bar als die junge Lizard (Sierra McCormick) in die Bar stolpert. Gejagt von den Schergen des Drogendealers Boz (Travis Hammer), weil sie mit dem ganzen Stoff verduftet ist und ausgerechnet jene Örtlichkeit aufsuchte…

"Dann an die Arbeit."

Schon Carpenters Klassiker aus dem Jahre 1976 übte sich nicht unbedingt in frommer Zurückhaltung in dem er dutzende Randalierer über den Jordan schickte. Regisseur Begos nahm sich ja wie oben schon erwähnt -Das Ende- zum Vorbild. Aber keine Sorge, heraus kam kein Remake. Eher eine…andere Art.  

Aufhänger hier ist nicht die Auflösung diverser Polizeistationen, sondern eine neue Droge namens -Hype- die aus den Konsumenten hirnlose Hüllen macht. Gut, das ist bei den üblichen Drogen auch so, aber in dem Fall wirken die Junkies wie ferngesteuert. Mehr Aufschluss darüber gibt ein in Textform gehaltenes Intro daß über die neue Geißel der Menschheit berichtet. Des weiteren hält sich der Streifen nicht mit einer epischen Vorstellung der Hauptakteure auf und verfrachtet die Story von Beginn an in die Kneipe. Kühle Neonröhren in rot und blau verdecken die Falten der alten Herren nur zum Teil. Ein alter Wurlitzer drückt die alten Lieder gequält aus dem Lautsprecher, während auf einem alten Fernseher zur Belustigung aller, Videos von turnenden Aerobicmädels laufen. Ja, die gute alte Zeit. 

Ja, ein wenig Zeit lässt man dem Zuschauer schon sich einzugewöhnen. Man lauscht ihren Erzählungen aus jenen Tagen die sie in Dreck und Blut verbrachten, Abenteuern mit dem weiblichen Geschlecht usw. Begos setzt die Herren angenehm in Szene. Jeder erhält den Raum den er benötigt, niemand kommt zu kurz. 

Hier hinein mag die junge Lizard so gar nicht passen. Taucht plötzlich auf und wirft die kompletten Feierlichkeiten über den Haufen. Denn die Dame hat Ärger im Schlepptau…

In den ersten 20 Minuten geschieht ned allzu viel. Nachdem man fast schwindlig gequatscht wurde ändert der Film seine Gangart ähnlich überraschend wie damals in From Dusk… Rollt nämlich die Welle der Junkies heran gerät der bisher so ruhige Streifen zum brachialen Splatterkino das dir die Kinnlade zur Seite biegt ! Da lösen sich Schädel in ihre Bestandteile auf, werden gespalten, gespickt, Kehlen aufgeschlitzt, Äxte reißen klaffende Wunden, Körper explodieren… Ein Irrsinn was einem hier geboten wird. Unterlegt wird das Massaker von den zynischen Kommentaren der älteren Herren und bewahren den Film davor ein hirnloses  Blutbad zu werden. Zumal die Story ja sowieso nicht wirklich viel hergibt und ein ganz kleiner Trashfaktor dem ganzen nicht abgesprochen werden kann. 

"Ich liebe diese Bar."

Ja, ich auch. Ich war sehr gerne hier zu Gast. Es ist schon irre wie man aus so wenig so viel rausholen kann. Vielleicht liegt meine leichte Euphorie auch daran daß ich die Darsteller schon immer sehr gerne sah. Aber auch diese überraschende Wende vom netten Film zum bluttriefenden Wahnsinn ist in meinen Augen einfach wunderbar gelungen. 

Lediglich Mike Testin (Contracted) hätte die Kamera etwas ruhiger halten können. Das oftmals auftretende Geholper nervt schon ab und an. 

Am Ende bleibt eine starke und moderne Alternative zu Carpenters Meisterwerk. Das zwar nicht getoppt, aber auf halben Weg erreicht werden kann.

 

ses

8/10
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Kommentare

06.07.2020 14:55 Uhr - Punisher77
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Schöne Kritik!
Hab´ den Film vorbestellt und freue mich nach dem Lesen Deines Reviews umso mehr auf die Sichtung, auch wenn ich befürchte, dass das von Dir genannte, oftmals auftretende Kamerageholper den Sehgenuss doch etwas trüben wird...

06.07.2020 17:42 Uhr - sonyericssohn
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Danke Puni !
Die Kamera ist in jedem Fall besser als die üblichen pseudo-doku Kameras in anderen Werken. Nur halt etwas hektisch.

06.07.2020 18:09 Uhr - The Machinist
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Mit dem hatte ich auch so meinen Spaß, wäre aber nur bei soliden 6 Punkten. Dieses Belagerungs-Thema war mir etwas zu redundant präsentiert und der Film macht eben nichts wirklich neu. Da hatte z.B. ein ''Green Room'' deutlich mehr zu bieten. Aber wie gesagt, Laune macht ''VFW'' schon: Der Cast ist cool, SFX können sich sehen lassen und der Synth-Score ballert wie die Hölle. Da ich aber gerade Begos ''Bliss'' für den zweitbesten Film des vergangenen Jahres halte, war mir sein Viertling letztendlich zu generisch.

Was du verfasst hast, liest sich aber mal wieder sehr gut. Ich selbst werde mich wahrscheinlich auch noch an einer Kritik versuchen.

PS.: Der Typ heißt Joe Begos. ;-)
Ach ja, und schau dir unbedingt ''Bliss'' an.

06.07.2020 18:23 Uhr - sonyericssohn
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Danke dir !!! Hab schon gesehen daß du bei einer 6 gelandet bist. ;-) Ich fühl mich bei solchen Filmen irgendwie zuhause. Weiß auch ned warum.
Bliss steht schon ganz weit oben auf der kilometerlangen Liste ! :-D

....und ja.....Joe....👍

06.07.2020 20:00 Uhr - Cabal666
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Da schließe ich mich meinen Vorpostern gerne an. Toll geschrieben, sony! Macht richtig Lust auf den Film!
Seit "Bliss" bin ich großer Begos-Fan und kann es kaum erwarten, mir den endlich auch zu geben. Ärgere mich etwas, dass ich mir als Filmtoast-Redakteur kein Rezensionsexemplar sichern konnte. Aber gekauft wird das Teil so oder so!
Schon allein, weil ich neben Lang, Williamson und Sadler auch Dora Madison wieder vor der Kamera sehen kann! ^^
"VFW" steht jedenfalls ganz oben auf meiner meilenlangen Liste! :D

06.07.2020 20:08 Uhr - sonyericssohn
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Auch dir danke Cabal. ;-)
Ja es gibt noch viel zu tun !

19.07.2020 11:43 Uhr - die_PaPPe
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Hab mir mal den Film heute "Nacht/Morgen" wie auch immer, gegeben & würde sehr gut unterhalten, so wie deine Review Sony 🙃
Als du die Review veröffentlicht hast, dachte mir grade bei dem PUNKt ...

"Lediglich Mike Testin (Contracted) hätte die Kamera etwas ruhiger halten können. Das oftmals auftretende Geholper nervt schon ab und an. "

.... ach du scheiße, hoffe damit komme ich klar. Aber so schlimm fand ich es dann doch nicht.
Der Film erinnert direkt einen an alte Zeiten, wo man (fast) ohne CGI Effekte seinen Spaß hatte .


8/10

19.07.2020 14:12 Uhr - sonyericssohn
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Danke dir !!!
Nach einer zweiten Begutachtung macht der erst so richtig Laune !!! Was für ein herrliches Gesuppe !! :-D

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