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Dead Silence - Ein Wort und du bist tot

Originaltitel: Dead Silence

Herstellungsland:USA (2007)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Dead Silence - Schrei und stirb
Dead Silence: Ein Wort - Und Du bist tot!
Silence
Silencio desde el mal
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,62 (59 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Als in der friedlichen Kleinstadt Ravens Fair ein Kind ermordet wird, steht die Täterin für die aufgebrachten Bewohner sofort fest: Es muss die kinderlose Bauchrednerin Mary Shaw gewesen sein! Der alten Frau wird die Zunge herausgeschnitten, bevor man sie umbringt und mit ihren unheimlichen Bauchrednerpuppen begräbt. Seit dieser Bluttat wird die Gemeinde von furchtbaren Morden erschüttert - seit Jahrzehnten findet man immer wieder ganze Familien, deren grausam zugerichteten Leichen der Täter die Zungen abgetrennt hat. Als die Ehefrau des jungen Jamie Ashen auf gleiche Weise ermordet wird, macht er sich auf die Jagd nach der untoten Mary Shaw und ihren Killer-Puppen... (Universal)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                                  DEAD SILENCE

Mit Saw (2004) war Regisseur, Drehbuchautor und Produzent James Wan der internationale Durchbruch gelungen. Nachdem er den ersten Teil der Serie, die zur Zeit insgesamt neun Teile zählt (der zehnte Film ist in der Mache); inszeniert hatte, betreute er das Franchise fortan hauptsächlich als Produzent und wandte sich anderen Filmstoffen zu. Zunächst blieb er jedoch dem Horrorgenre und den Puppen treu – bei Dead Silence (2007), seinem ersten Film nach Saw, steht eine Bauchrednerpuppe im Mittelpunkt. Mit einem Budget von etwa zwanzig Millionen Dollar und Schauspielern wie Ryan Kwanten (Northmen – A Viking Saga, 2014), Amber Valetta (Gamer, 2009), Donnie Wahlberg (Saw II, 2005), Michael Fairman (Thirteen Days, 2000) und Bob Gunton (24: Redemption, 2008) drehte Wan seine Version eines klassischen Gruselfilms mit Geistern und Puppen.

James Ashen (Ryan Kwanten) und seine Frau Lisa (Laura Regan – They – Sie Kommen, 2002) erhalten ein anonymes Paket, das eine Bauchrednerpuppe enthält. Wenige Stunden später – James war zwischendurch beim Chinesen um die Ecke – findet er sie tot und grausam entstellt auf. Der auf so schreckliche Art zum Witwer gewordene James findet heraus, dass die Puppe einmal der Bauchrednerin Mary Shaw gehörte, die in James´ Heimatstadt Ravens Fair lebte. Obwohl er als Hauptverdächtiger in einem Mord gilt, fährt James Ashen nach Ravens Fair, um seine Frau dort beerdigen zu lassen und dem Rätsel um die mysteriöse Puppe auf den Grund zu gehen…

Wer von Dead Silence etwas ähnlich Neues, bzw. Bahnbrechendes wie den ersten Saw erwartet, wird ebenso enttäuscht sein wie (Horror-)Filmfans, die auf eine gehörige Dosis Splatter gehofft haben. Denn wenn der Abspann von Wans Geister/Puppen-Horrorstreifen läuft, muss sich auch der wohlmeinendste Zuschauer eingestehen, dass man das, was man in Dead Silence serviert bekommen hat, so, bzw. so ähnlich bereits in etlichen anderen Streifen gesehen hat. Kann man sich damit anfreunden, bekommt man mit Dead Silence einen guten, klassischen und traditionell erzählten Gruselstreifen zu sehen, der eine willkommene Abwechslung zum damals dominierenden Torture Porn bot. 

So erzählt Wan, der das Drehbuch zum Film mit seinem Saw-Buddy Leigh Whannell verfasst hat, eine Geschichte, die den Genrefan knapp anderthalb Stunden lang aufgrund ihrer durchgehend unheimlichen und düster-spannenden Atmosphäre in ihren Bann zieht. Dabei wartet Wan mit allem auf, was man von einem Film dieser Art erwartet: Düsteren Friedhöfen, einem verlassenen Theater, knarrenden Türen, im Wind wehenden Vorhängen, Nebelmaschinen im Dauereinsatz und Rückblenden, die für zusätzliches Unbehagen sorgen. Die Dead Silence-Schauplätze – und Kulissen sind mit viel Liebe zum Detail gemacht worden und tragen die Handschrift eines hervorragenden Teams, das da Wan bei den Dreharbeiten unterstützt haben muss und man fühlt sich stellenweise an klassische Mario Bava – und Hammer-Klassiker erinnert. Obwohl sich Wan moderner technischer Mittel (z.B. minimalem CGI-Einsatz) bedient, hat er sich inszenatorisch doch eher an den Altmeistern orientiert, da Wan hier erfreulicherweise darauf verzichtet, die Zuschauer unter ein Jump Scare-Dauerfeuer zu nehmen.

Und auch wenn einige der klassischen Elemente und so manche Situation in Dead Silence zu typisch eingesetzt werden (Natürlich reicht der Strahl der Taschenlampe nie weit genug, natürlich begeben sich die Figuren in Situationen, bei denen man von Anfang an weiß, dass sie nicht gut ausgehen können etc.), so sorgen sie trotzdem – vor allem im Verbund mit der Filmmusik von Charlie Clouser – dafür, dass sich das für Filme dieser Art wünschenswerte Gefühl einstellt, froh darüber zu sein, im sicheren Fernsehsessel zu sitzen und nicht an der Stelle der Figuren sein zu müssen. Allein wie die Puppen in Szene gesetzt wurden, kann einem schon eine zünftige Gänsehaut verpassen. Außerdem hält das (von der Machart her)  etwas an Saw angelehnte Ende dann doch noch eine faustdicke Überraschung parat, die über manchen altbackenen Moment und über die etwas alberne Zunge des Dead Silence-Geists hinwegtröstet.

Die Schauspieler agieren solide. Ryan Kwanten ist zwar nicht der Typ, der einen Hollywoodblockbuster oder ein Arthouse-Drama als Hauptdarsteller wuchten wird, aber das, was er in Dead Silence machen soll, macht er zufriedenstellend. Überzeugend agieren dagegen Michael Fairman als Bestattungsunternehmer und das Duo Valletta/Gunton als Ehepaar, die man mit anderen Augen sehen wird, wenn man sich Dead Silence ein zweites Mal anschaut. Der heimliche Gewinner des Films ist allerdings Donnie Wahlberg in der Rolle des etwas zerknitterten Detectives Lipton, der eine ganz minimale Portion Humor in den Film mit einbringt und der jede Szene beherrscht, in der er auftritt.

Unterm Strich ist Dead Silence natürlich kein Genreklassiker, und dass der Film nur 22 Millionen Dollar weltweit eingespielt hat, dürfte kaum überraschen – dafür ist Dead Silence inhaltlich einfach zu traditionell und Leute, die sich durch den Saw-Hype angezogen fühlten, dürften enttäuscht gewesen sein, da Wan hier nichts ähnlich Großartiges, sondern „nur“ seine Version eines klassischen Gruselstreifens geschaffen hat. Trotzdem habe ich den Dead Silence-Rewatch nicht bereut.

7-8/10

7/10
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Kommentare

22.11.2022 14:26 Uhr - Schwachkopf79
1x
Ich mag die Atmo des Films unheimlich gerne. Man sieht schon das, was Wan dann bei Insidious und Conjuring perfektioniert hat... nämlich atmosphärischen Grusel der alten Schule. Da bekomme ich heute noch Gänsehaut.

22.11.2022 15:50 Uhr - Punisher77
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Das sehe ich ähnlich ... wobei ich finde, dass "Dead Silence" den atmosphärischen Grusel alter Schule noch etwas besser transportiert. Ich mag die "Conjuring" - und "Insidious"-Filme wirklich, aber im Vergleich zu "Dead Silence" wirken sie etwas moderner.

22.11.2022 21:55 Uhr - Intofilms
1x
Sehr gute Arbeit, Puni. Stimme dir in allen Punkten zu. Ich fand den auch gut. 😉

24.11.2022 13:16 Uhr - Punisher77
1x
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Vielen Dank, Intofilms!

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