SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
The Last of Us 2 · Eine emotionale Geschichte · ab 59,99 € bei gameware Doom Eternal · Das Nonplusultra in Sachen Durchschlagskraft · ab 29,99 € bei gameware

72 Stunden - The Next Three Days

(Originaltitel: The Next Three Days)
Herstellungsland:USA (2010)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Krimi, Liebe/Romantik, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,10 (10 Stimmen) Details
inhalt:
Mit 72 Stunden schuf Oscar-Preisträger Paul Haggis einen packenden Thriller voller verblüffender Wendungen, in dem ein Mann zwischen Recht und Gerechtigkeit abwägen muss.

Wie plant man einen Gefängnisausbruch, ohne je einen Tag hinter Gitter verbracht zu haben? Vor diese schier unlösbare Aufgabe wird John Brennan gestellt, als seine Frau Lara aus heiterem Himmel wegen eines Mordes verhaftet wird, den sie nicht begangen haben will. Als Lara auch in letzter Instanz verurteilt wird und nur knapp einen Selbstmordversuch überlebt, startet John eine irrwitzige Rettungsaktion: Mit Hilfe eines ehemaligen Gefängnisinsassen und viel Improvisationstalent entwickelt John einen Ausbruchsplan. Als Lara in ein anderes Gefängnis verlegt werden soll, bleiben nur noch 72 Stunden, in denen John alles riskieren muss …
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von kaiser soze:

Vorab: Ich bewerte diesen Film als eigenständiges Werk, nicht als Neuverfilmung und verzichte entsprechend auf Vergleiche. Es kommen Spoiler vor (außer vllt im verlinkten Trailer), ich habe aber nicht zu viel verraten; dementsprechend werden einige lediglich angedeutete Szenen ggnf. nicht ganz klar, wenn man den Film nicht kennt.


Eine Situation, wie es das Leben schreibt: Eine glückliche Familie - Vater, Mutter & Sohn - ein paar kleinere Spannungen mit der (angeheirateten) Verwandtschaft, ein idyllisches Dasein in einer - hier: amerikanischen - Stadt. Aus dieser Ausgangssituation heraus wird die Ehefrau und Mutter Lara (Elizabeth Banks) wegen Mordes festgenommen. Ihr Ehemann John (Russell Crowe) zieht alle juristischen Hebel, um seine unschuldige (?!) Frau zu befreien, doch muss irgendwann einsehen, dass er mit legalen Möglichkeiten nicht weiterkommt. Schafft er es seine Frau aus dem Gefängnis zu befreien, gelingt ein Ausbruch? Als Lara in ein anderes Gefängnis verlegt werden soll, bleiben nur noch...

72 Stunden - The Next Three Days

(2010)... zum Trailer... übrig - ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Naja, er beginnt langsam und ruhig, denn der Film nimmt sich wirklich viel Zeit - nach einer kurzen Eingangsszene, die man erst später verstehen kann und direkt schon einmal gekonnt neugierig macht. Bei einer Laufzeit (DVD) von guten zwei Stunden sehen wir in der ersten Hälfte eigentlich nur besagte Ausgangssituation bzw. familiäres Hin und Her mit Gefängnisbesuchen sowie Rückschlägen. Hier überwiegt klar das Dramagenre und die Schauspieler dürfen zeigen, was Sie können und meistern diese Aufgabe mit Bravour! Vor allem besagtes Ehepaar (Crowe & Blanks) zeigen Emotionen und ziehen den Zuschauer auf Ihre Seite; man gönnt es dem Paar einfach, dass die das meistern.

Die Nebendarsteller von Jung bis Alt, vom Familienmitglied über Polizisten bis hin zum Drogendealer oder anderen Verbrechern fügen sich gelungen und passrecht ins Geschehen ein, das Augenmerk liegt aber beim Paar bzw. dem Ehemann. Trotzdem ist vor allem der anfängliche Streit & Schlagabtausch der beiden Damen über Frauen im Beruf herrlich amüsant und rückblickend betrachtet natürlich ein geschickt gestreutes Detail zur Verunsicherung des Zuschauers, ob Madame nun vllt doch schuldig sein könnte. Weitere lustige Szenen folgen etwa, wenn der Ehemann beim x-ten Dealer Drogen kauft, weil er eigl. was anderes will oder die etwas zu direkt Erklärung gegenüber der alleinerziehenden Mutter sowie der Spruch zu Beginn über den grunzenden Vater.

„Ich weiß, wer Du bist, und ich verspreche Dir: Das wird nicht Dein Leben sein.“

In der zweiten Hälfte wird der Ausbruchsplan geschmiedet und immer weiter vorangetrieben. Hier vergeht die Zeit echt, wie im Flug, obwohl man sich erst fragte, was soll da denn noch alles kommen? Die Früchte der gelungenen Inszenierung der ersten Hälfte kommen hier klar hervor und durch das Tempo wird stark angehoben. Die erhaltenen und realistisch wirkenden Infos (Stichworte: Neesons Erklärungen & Schlagschlüssel) sowie der aufkommenden Action (Body Count: 2) mit Schießereien, Verfolgungsjagten im Auto sowie zu Fuß sind fesselnd in Szene gesetzt. Hier liegt dann wirklich ein Wettlauf gegen die Zeit vor und die spannende Umsetzung des minutiös geplanten, aber  natürlich nicht ganz reibungslos funktionierenden Plans ist ein echter Pluspunkt.

Die Nebenhandlungen sind ein netter Zusatz, hätten aber nicht sein müssen, die LKW-Szene stört sogar etwas, aber es bleibt im Rahmen.

„Wissen sie, was ein Schlagschlüssel ist?“

So oder so, 72 Stunden weist einige geschickt integrierten Verweise auf andere Filme auf. Papillon (1973) wird genauso erwähnt, wie Don Quijote von der Mancha (1965 - OT: Don Quijote) bzw. dessen Romanvorlage. Elizabeth Banks spielt hier genauso / ähnlich eine angeklagte Mörderin und Mutter, wie seinerzeit in Law & Order: Special Victims Unit (1999) und Liam Neesons Popularität nach seiner Rolle in 96 Hours (2007 - OT: Taken - sehr guter Film!) sorgte wohl dafür, dass er trotz einer winzigen Nebenrolle hier mitunter sogar auf dem Cover zu sehen ist. Seine letzten Worte Viel Glück dürften, ähnlich, wie die Drohung des Gangsters Ich werde Dich finden und töten auch nicht zufällig gewählt worden sein.

Seinerseits ist 72 Stunden eine Neuverfilmung des französischen (Action-)Thrillers 72 Stunden (2008 - OT: Tres Dias), den ich allerdings nicht gesehen habe und somit keine Vergleiche ziehen kann. Jedenfalls sollte man beide Werke nicht mit Nur noch 72 Stunden (1968 - OT: Madigan) verwechseln. Apropos: Es ist fast schon amüsant, dass ausgerechnte der kriminelle Marv (Daniel Stern) aus Kevin - Allein zu Haus (1990 - OT: Home Alone) (1990) & Kevin - Allein in New York (1992 - OT: Home Alone 2: Lost in New York - Kultfilm!) hier einen Anwalt spielt.

„Welcher Kriminelle fährt einen Prius?“
„Einer mit sozialem Verantwortungsbewusstsein?!“

Bei einem Budget von 30 Millionen Dollar konnte 72 Stunden alleine an den Kinokassen 68 Millionen Dollar einspielen und ist für mich seit Jahren einer der Kann-man-immer-mal-wieder-anschauen-Filme. Ohne Wenn und Aber ist 72 Stunden ein absolut unterhaltsamer, gut inszenierter Thriller mit sympathischen Darstellern, daher gibbet

10 von 10 Punkten

10/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Inside
Kaiser Soze
4/10
Flashdance
Kaiser Soze
8/10
Savage
Kaiser Soze
1/10
Bad
Kaiser Soze
8/10
die neuesten reviews
Hügel
dicker Hund
7/10
Bad
Punisher77
8/10
Shadow
Man Behind The Sun
9/10
Inside
Kaiser Soze
4/10
Bad
Punisher77
9/10
Bad
Punisher77
9/10

Kommentare

15.07.2020 11:52 Uhr - JasonXtreme
DB-Co-Admin
User-Level von JasonXtreme 13
Erfahrungspunkte von JasonXtreme 2.538
Gute Rezi. Ich fand den nicht übel, für mehr fehlte mir da einiges, muss ich sagen. Irgendwie ging mir alles etwas zu holterdipolter daher - wenngleich es darstellerisch nix zu meckern gibt! Haggis hat schon bessere Filme gedreht.

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)