SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Assassins Creed Valhalla · Schreibe deine eigene Wikingersaga · ab 57,99 € bei gameware Call of Duty Black Ops Cold War · Mit Zombiemodus · ab 67,99 € bei gameware

Hitcher, der Highwaykiller

(Originaltitel: The Hitcher)
Herstellungsland:USA (1986)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Thriller, Mystery
Alternativtitel:Hitcher - Der Highway Killer
Hitcher, der Highwaykiller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,04 (82 Stimmen) Details
inhalt:
Hätte Jim Halsey den unbekannten Anhalter nachts auf der Straße stehen gelassen, so wäre er ganz sicher besser beraten gewesen. Denn nur wenige Minuten, nachdem dieser in sein Auto eingestiegen ist, hält er Jim ein Messer an den Hals. In panischer Angst gelingt es Jim, den offenbar geistesgestörten Killer aus dem Wagen zu stoßen. Doch damit fängt der Albtraum erst richtig an. Immer wieder taucht der "Hitcher" John Ryder in Jims Nähe auf. Als immer mehr Menschen in seiner nächsten Umgebung ermordet werden, gerät Jim bald selbst unter Mordverdacht...
eine kritik von dicker hund:

Robert Harmons ("They") 1986er "Hitcher" ist ein Thriller auf Roadmovie-Kurs, in dem die Mitnahme eines Anhalters schwerwiegende Konsequenzen mit sich bringt. Den Daumen oben hat Rutger Hauer ("Blade Runner") in der Rolle des John, dem hier der blanke Irrsinn aus den Augen blitzt. Seine kranken Ansagen spiegeln eine schier uferlose Aggression wieder, die in ihm zu brodeln scheint. Bei dem armen Tropf, der nur helfen will, handelt es sich um Jim. Ermüdet von einer langen Nachtfahrt erhofft er sich, der Fremde könne ihn wach halten. Stattdessen schreckt er ihn aus seiner Arglosigkeit auf, so dass C. Thomas Howell ("Hitcher Returns") bald den Zustand völliger Verängstigung mimen darf.

"Wieso tust du mir das an?"

Diese Frage bleibt unbeantwortet, die Motive des seltsamen Fahrgastes ein Mysterium. Stattdessen beginnt ein Katz- und Maus- Spiel entlang der leblosen Wüste, durch die sich der monotone Highway zieht. Der Score arbeitet mit langgezogenen, melancholisch konnotierten Synthie-Klängen, die eine tiefsitzende Trostlosigkeit der stets aufs neue wieder instabilen Lage intonieren. In dieser bekommt man es mit dem unberechenbaren Verhalten des geistesgestörten Mörders zu tun, der manche Überraschung der unerfreulichen Art zum wirkungsvollen Horror (6/10) werden lässt. Dieser wird von wenigen grafischen Schockbildern unterstützt, die sich indes auf das Nötigste konzentrieren.

Daneben greift "Der Highway-Killer" (Beititel) die zeitlose Thematik des fragwürdigen Rollenverständnisses der US-amerikanischen Polizeibehörden auf. Diese geben Anlass für Action, die Feuer und Flamme für diverse Totalblechschäden nach wilden Verfolgungsjagden ist. Als Leitmotiv wird zunächst die Flucht vor der diffusen Bedrohung etabliert, wie man sie ansatzweise aus Spielbergs "Duell" kennt. Der hier aber viel präsentere Fahrer der großen Bleispritzen rühmt sich verbal mit exzessiver Gewalt (4/10), an welcher er den Zuschauer indes nur mit angezogener Handbremse teilhaben lässt. 

Fahrt nimmt später noch die weibliche Hauptrolle der Nash auf. Jennifer Jason Leigh ("The Hateful 8") verkörpert eine vom Kellnerinnenleben gelangweilte Powerfrau, die sexlosen (1/10) Gefallen an Jim findet. Ihr Auftreten ist wie die gesamte schauspielerische Leistung von erlesener Qualität. Deren Bouquet könnte sich allerdings wesentlich besser entfalten, wenn die Abläufe nicht so übertrieben konstruiert und die Charaktere nicht so unglaubwürdig gezeichnet wären. Vieles ist weder psychologisch nachvollziehbar, noch rational schlüssig, was sich mit dem auf realistisch getrimmten Ernst des Plots nicht verträgt (Humor 1/10). Schlüsselfragen wie "Ach, das kann man einfach so machen?" oder "Würde sich jemand wirklich so verhalten?" drängen sich wiederholt auf. Selbst Kleinigkeiten wie der Umstand, dass eine Frau den einmal eingeschlagenen Weg zur Toilette doch irgendwann wieder aufnehmen müsste, bleiben unberücksichtigt. Andererseits funktioniert "Hitcher" auch nicht als krachiger Grindhouse-Exploiter, weil es dafür am erforderlichen Splatter fehlt, nach dem insbesondere eine Szene mit Seilen förmlich schreit, die mutlos im Offscreen vor sich hin vegitieren muss.

Damit schwankt diese kleine Filmperle (7/10 Punkten) zwischen Superlativen und verschenktem Potential. Wer sich für Rutger Hauer begeistern kann, kommt um den Titel nicht herum. Liebhaber der verbundenen Genres werden sicher prächtig unterhalten. Mit etwas Sleaze und trashigem Gekröse hätte allerdings eine ruppige Bahnhofskino-Offenbarung daraus werden können, mit ein wenig mehr Authentizität in der Figurenzeichnung sogar eine kongeniale Hochspannungsleitung von Chicago bis Kalifornien. Es ist schade, dass keiner der beiden Wege wirklich konsequent beschritten worden ist. Selbst die BPjM hat ihren Kurs nicht aufrechterhalten und sich 2012 von der Indizierung verabschiedet.

7/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
House
dicker Hund
10/10
House
dicker Hund
7/10
die neuesten reviews
Halloween
TheMovieStar
6/10
Hellraiser:
Cabal666
7/10
Todesking,
tp_industries
10/10
Action
TheMovieStar
5/10
3
Phyliinx
5/10

Kommentare

20.08.2020 12:24 Uhr - Stoi
1x
Ich glaube, für manche Fan hast du mit 7/10 einen ganz üblen Verriss hingelegt. ;)
Ansonsten aber schön geschrieben. Wobei ich der Meinung bin, dass die "Seilszene" im Off gut aufgehoben ist und nicht mutlos war.

Den müsste ich mal wieder in den Player legen, ist ewig her.
Und auch das Remake mit Sean Bean, dass ich durchaus für sehenswert halte.

20.08.2020 12:45 Uhr - TheMovieStar
1x
User-Level von TheMovieStar 8
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 859
Naja Verriss würd ich jetzt net sagen Stoi, er hat ja seine Ansicht und seine Kritikpunkte prima dargelegt und 7 von 10 Punkte ist ja auch noch eine positive Bewertung.

Für mich ist der Film ein klarer 10er Kandidat und ich empfinde es zum Beispiel direkt umgekehrt, gerade dadurch das vieles der Fantasie vom Zuschauer überlassen wird, erhält der eh schon spannende Film eine zusätzliche Würze.

@ Hund:
Tolles Review und gute Argumentationsführung auch wenn ich in vielen Punkten anderer Ansicht bin.
Wenn Du mehr sehen willst wäre vielleicht das Remake was für dich von 2007, gleiche Thematik aber mit
mehr bebilderter Gewalt, inkl. die Szene mit dem Truck die Stoi angesprochen hat, da gibt es dort ein bisschen mehr zu sehen.

20.08.2020 18:52 Uhr - The Machinist
1x
User-Level von The Machinist 7
Erfahrungspunkte von The Machinist 733
Jup, kann man so machen, auch wenn ich eher zum MovieStar tendiere und für den eine 9 zücken würde.
Ist auch mein Zweit-Lieblingsfilm mit Rutger Hauer, ganz knapp hinter ''Flesh + Blood''.

21.08.2020 13:29 Uhr - ActionJackson77
2x
Ein Kultfilm der mindestens 2 Punkte mehr verdient hat!

Wer einen Psychopathen sehen möchte, muss in diesem Film nur in Hauers Gesicht blicken...

23.08.2020 13:23 Uhr - prince akim
1x
User-Level von prince akim 2
Erfahrungspunkte von prince akim 42
Ich werde nie vergessen, als ich 1986 in einem Frankfurter Kino in "City Cobra" war und in einem Trailer eine düstere Stimme ertönte : "Sag vier Worte. Sag : Ich will tot sein !"
Leider damals keine Möglichkeit mehr gehabt, "Hitcher" im Kino zu sehen, wurde dann aber viele Male auf VHS ( mittlerweile auf BD ) nachgeholt. Für mich einer DER Psychophaten/Terror - Filme überhaupt ! Denkt man an Rutger Hauer, sieht man doch immer den Hitcher vor sich ... Oder ??
Von mir hat er zwar eine höhere Bewertung erhalten, aber du hast ja hier schön geschildert, warum du die Sache anders siehst. 👍

25.08.2020 14:38 Uhr - Stoi
23.08.2020 13:23 Uhr schrieb prince akim
..Denkt man an Rutger Hauer, sieht man doch immer den Hitcher vor sich ... Oder ??

Bei mir ist es immer Roy Batty aus BLADE RUNNER.

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)