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The Ravenous

(Originaltitel: Les Affamés)
Herstellungsland:Kanada (2017)
Genre:Horror, Drama
Alternativtitel:Hungrig
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,63 (8 Stimmen) Details
inhalt:
In einem abgelegenen Dorf in der Nähe von Quebec brechen auf einmal reihenweise Menschen zusammen und richten sich anschließend gegen ihre Freunde und Verwandten. Die wenigen Überlebenden schlagen sich in die Wälder um weitere Menschen zu finden, die sich noch nicht verändert haben. Ein Kampf ums Überleben beginnt
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

Sie sind alle tot. Die Welt wurde von Kreaturen überrannt die einmal Menschen waren. Nach Blut dürstend machen sie Jagd auf diejenigen die noch "normal" sind um sie zu einen von ihnen zu machen. Inmitten der bewaldeten Landschaft Quebecs treffen 8 Personen aufeinander die sich bis heute gegen die mörderischen Geschöpfe wehren konnten. Zusammen machen sie sich auf um einen alten Bunker zu finden in dem sie die Krise aussitzen möchten. Doch der Weg dorthin gerät zu einem wahren Spießrutenlauf !

THE RAVENOUS

Man möchte es ja kaum für möglich halten, aber es gibt sie doch. Zombiefilme die der ausgeleierten Thematik frischen Wind verleihen. Dabei wird im vorliegenden Fall der Begriff Zombie zu keiner Zeit verwendet. In Robin Auberts Film nennt man die Kreaturen oft einfach nur -Die-. Kein Wunder, denn für Untote sind die Herrschaften einfach zu agil ! 

Die Bedarfsgemeinschaft der 8 Überlebenden besteht aus Leuten die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der ruhige Bonin (Marc-André Grondin) der bis vor kurzem noch mit seinem Kumpel im Pick-Up Truck unterwegs war, aber nach einem Zwischenfall jetzt allein fährt. Die wütende, alleinstehende Celine (Brigitte Poupart), nie zögernd wenn es darum geht welche von "Denen" zu töten. Zwei ältere, reizende, mit Schrotflinten ausgestattete  Damen namens Pauline (Micheline Lanctòt) und Thérèse (Marie-Ginette Guay) die gerne erst schießen und dann fragen. Zudem trifft Bonin auf die, vorsichtshalber, gefesselte Tania (Monia Chokri)...wegen einer Bißwunde… Der ältere Versicherungsvertreter Réal (Luc Proulx) der gerade seine Familie verlor und der junge Ti-Cul (Édouard Tremblay-Grenier) welcher ein ähnliches Schicksal teilt, komplettieren den frustrierten Haufen Überlebender. 

"Hast du eine Waffe ?"

Anders als bei den großen Vorbildern wie -28 Days Later- oder dem ewigen -Night of the living Dead-, -Dawn of the Dead- gibt's hier keine Einführung in die Story oder hält sich großartig mit der Vorstellung der Charaktere auf. Man ist als Zuschauer von der ersten Minute an sofort mittendrin und...ja doch... bekommt die wichtigsten Personen zwar nicht vorgestellt, aber jeweils kurz angerissen. Nur nach und nach erfährt man deren Geschichte, was sie vorhaben, woher sie stammen. Und gerade diese Vorgehensweise stellt vor allem zu Beginn des Films einen großen Knackpunkt dar. Denn wenn man so will, existiert nicht mal ein Fussel eines roten Fadens. So etwas wie Einleitung, Hauptteil und Schluss wie man es in der Schule beim Aufsatz lernte gibt's ned. Es beginnt gleich mit dem Hauptteil und beobachtet oben genannte Personen wie sie um ihr Leben kämpfen. Vor allem Bonin und sein damals noch lebender Kumpel haben Spaß und hauen sich Arztwitze um die Ohren während sie Leichen verbrennen. Weniger zum spaßen aufgelegt scheint die Business-Frau Celine die sich nicht davor scheut an ihre Grenzen zu gehen...nur um zu schlachten. 

Hingegen die reizenden, älteren Damen erweisen sich als äußerst wehrhaft, sind versiert im Umgang mit der Pump-Action und lieben ihre...selbst eingelegten Gürkchen…!!?? Tanias Problem ist, daß sie dummerweise von nem Tier gebissen wurde und jeder denkt sie verwandelt sich demnächst. Später stößt noch die kleine Zoé (Charlotte St-Martin) zur Gruppe, muss aber zuerst noch auftauen. Okay, das Personal erhält somit dann doch den Raum den es benötigt um sich gebührend vorzustellen. Aber einfach anders als man es vielleicht gewöhnt ist.

Bis jetzt klingt das ganze noch nicht wirklich besonders spannend, ich gebs zu. Die Gruppe an sich wirkt irgendwie wie Die glorreichen Sieben oder Die sieben Samurai...mit dem Unterschied daß sie zu acht sind. Oder zählt man Zoé eher zu den Nicht-Wehrhaften ? Dann würde es fast passen. Geht es nämlich ans Eingemachte wirft der Film das schüchterne und bisweilen redseelige Gewand ab und lässt Äxte, Macheten und Prügel rotieren, Gewehre Tod und Verderben spucken ! Die Trumpfkarte des Streifens sind die überraschenden Attacken der Infizierten (wenn man den Ausdruck nutzen möchte) die sich des öfteren mit nervenzerrenden Gekreische ankündigen. Da die Umgebung selbst hauptsächlich aus dichten Wäldern besteht kann hinter jedem Baum eins dieser Scheusale lauern und nur darauf warten seine Zähne im Fleisch der Überlebenden zu versenken. Das verleiht dem Film eine unglaublich dichte, bedrohliche Stimmung und das Gefühl einer ständigen Bedrohung. Treffen die beiden Parteien schließlich aufeinander spritzt auch das Blut in rauen Mengen und das oft in ekligen Details. Aber immer wieder wendet sich Steeve Desrosiers's Kamera auch ab und überlässt es dem Zuschauer die Bilder im Kopf zu erzeugen. 

Aber die Infizierten scheinen weniger dumm zu sein wie die üblichen toten Gesellen mit ihren verwesten Körpern. Warum sie allerdings beginnen Einrichtungsgegenstände, Spielzeug und andere Dinge turmhoch zu stapeln kann man sich nur schwer erklären. Erinnert fast an den Turmbau zu Babel um Gott nahe zu sein… Laut Bibel bauten die Gläubigen damals ja angeblich einen gigantischen Turm um Gott gleichauf zu sein, worauf dieser dann zur Strafe die Menschen in der Welt verstreute… Ja, das führt wohl dann doch zu weit… 

"Bist du gebissen worden ?"

Das nicht, aber verdammt gut unterhalten ! Denn zu Beginn fragt sich der geübte Zombiefan schon wo er denn hier gelandet ist. Wie gesagt ist ein roter Faden nur mit Glück zu erkennen. Eine Identifikation mit den Charakteren ist kaum möglich aber irgendwie doch eine Nähe vorhanden. Vor allem Celine wirkt durch ihre unterkühlte Art nahbarer als sie es sich wohl wünschen würde. Hat man dann einen Draht zum Film zieht er einen unerbittlich in seinen Bann ! 

Weit ab vom Mainstream und offensichtlich im Budget eher gering, gelang Aubert ein Horrorfilm der anderen Art. Gemächlich, atmosphärisch und bisweilen äußerst rabiat ! Ich lass den mal unter Tip laufen. ;-)

 

ses

8/10
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Kommentare

12.07.2020 16:26 Uhr - TheRealAsh
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Schön, dass du den jetzt auch nochmal aus dem Vergessen holst, den muss ich mir auch mal wieder ansehen, hat mir ja noch einen Tacken besser als dir gefallen, aber er ist wirklich ein echt anderer Horror-Tip, das stimmt.

Dennoch Sony, langsam mach ich mir Sorgen, unsere Geschmäcker sind in letzter Zeit ja sehr ähnlich :D

12.07.2020 17:50 Uhr - sonyericssohn
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Schuldigung :-D
Dafür kann ich jetzt aber gar nix !! Obwohl...wir eigentlich schon länger ins selbe filmische Horn pusten. Mit einigen Ausnahmen versehen...

Danke im übrigen ;-)

12.07.2020 19:13 Uhr - dicker Hund
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Nach Ashy-Slashy jetzt auch Du - soso. Der bleibt damit für mich interessant, auch wenn ich mit dem Titel immer wieder einen ganz anderen Film verbinde, Stichwort "Kannibale"...

12.07.2020 19:34 Uhr - sonyericssohn
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Danke fürs vorbeischauen Hund !
Ja, mit dem Titel kann man schon a bisserl durcheinanderkommen. Aber mit Kannibalen hat der hier nix zu tun. Also.......wenig ;-)

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