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Elsterglanz und der Schlüssel zur Weibersauna

Herstellungsland:Deutschland (2016)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Komödie
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Nachdem sie das Abenteuer um die Rouladenkönigin mehr oder weniger unbeschadet überstanden haben, begeben sich Gilli und Sven auf die Suche nach einem Schatz, der ihnen fast so viel bedeutet wie Sternburg-Bier und Rindergehacktes: dem Schlüssel für die sagenumwobene Sauna, die nur Frauen vorbehalten ist.
An diesen heranzukommen, ist jedoch leichter gesagt als getan. Sämtliche Versuche, von Vandalismus, über Entführung und Einschüchterung eines Angestellten bis hin zur Einschleusung einer mit Reflektoren (zur Abwehr von Alarmanlage-Lasern) behängten Katze, scheitern kläglich.
Parallel muss Gilli auch noch seinen Führerschein machen. Unverhofft bietet sich den beiden jedoch eine Möglichkeit, ihre Träume zu erfüllen. Der geheimnisvolle "Klingone", dem einfach alles zu gelingen scheint, verschwindet plötzlich. Und in dunklen, feuchten Regionen entdecken Gilli und Sven die Ursache für dessen Unfehlbarkeit: einen Pakt mit dem Teufel! Werden sie etwas derartiges ebenfalls wagen, um zu den Champions zu werden, die sie immer sein wollten?
eine kritik von cabal666:

Vier Jahre nach ihrem ersten Kinofilm wagten sich die beiden Komiker Gilbert Rödiger aka "Gilli" und Sven Wittek erneut an eine aufwändige Produktion. Und was soll ich sachen: die Jungs ham sich echt gesteigert!

Der zweite Film des Comedy-Duos aus dem Mansfelder Land schafft es, den ohnehin schon herrlichen Vorgänger in sämtlichen Belangen zu toppen. Offensichtlich gab's diesmal ein größeres Budget, denn es sind auch CGI-Effekte (wenn auch ziemlich primitive) verwendet worden. Außerdem gibt's auch mehr Drehorte und die Handlung ist noch epischer. Von der Laufzeit her kommt der zweite Elsterglanz-Film fast auf das Doppelte seines Vorgängers. Aber was das wichtigste ist: die genialen Einfälle der Jungs sorgen für noch mehr Lachanfälle.

"Wir machn ä Knack. Ä Bruch. Quasi ä rumänischen Hausbesuch."

Man sollte seine Ansprüche an die technische Umsetzung natürlich nicht allzu hoch ansetzen, denn hierbei handelt es sich quasi immer noch um eine absolute Independent-Produktion. Wirklich professionelle Schauspieler sind auch nicht dabei (worauf schon im Vorspann ausdrücklich hingewiesen wird), sämtliche Beteiligten sind Freunde, Familienmitglieder und Bekannte von Elsterglanz. Aber ist wohl auch gut so, wenn's in der Familie bleibt. Man merkt allen jedenfalls an, mit wie viel Spaß sie bei der Sache waren und wie viel Herzblut sie in dieses Projekt steckten.

Zur, äh, "Story" nur so viel: die beiden Chaoten werden anfangs bei einem Schießwettbewerb disqualifiziert, weil sie, mangels Treffsicherheit, kurzerhand ein Maschinengewehr auspacken.

"Zuviel Priedäytor jeguckt, oder was?!"

Sieger wird stattdessen ein unheimlich wirkender, extrem beliebter Typ, den alle nur "den Klingonen" nennen. Die beiden versuchen interessiert, das Geheimnis für dessen Erfolg herauszufinden. Gleichzeitig wollen sie jedoch einen Schatz an sich bringen, der ihnen fast so viel bedeutet wie Bier und Gehacktes: den Schlüssel für die Frauensauna. Dazu schrecken sie vor nichts zurück. Beispielsweise bemalen sie ein Werbeplakat des Saunabesitzers so, dass dieser darauf wie Hitler aussieht. Außerdem muss Gilli noch seine Fahrprüfung abschließen, indem er ein auf einem Anhänger mitgeführtes Schwein während der Fahrt nicht zum Grunzen bringt. Und dann sind da noch zwei neugierige, aber ziemlich ungebildete Polizisten, vor denen die beiden ihre Aktivitäten geheim halten müssen. Bald geht alles drunter und drüber.

"Das geht hoch bis zur Staatsanwaltschaft.  Und dor Verfassungsschutz, der is ooch schon dranne!"

"Was?"

"Ja, kannste globen! Die ham sogar schon die Hunde hinjeschickt!"

"Quatsch!"

"Ja, weil die den Tüpen auf dem Plakat, die ham den so übermalt, dass der ausjesehen hat wie der... hm, na, Mensch, wie der... ach Mensch, da komm ich jetz nich droff. Na wie der Österreicher, der ausm Zweeten Weltkriech, der!"

"Der Rennfahrer?"

"NEIN, MANN!! OOOAAAA!! Du machst mich wahnsinnich! Der Österreicher, ausm Zweeten Weltkriech! Da gab's nur einen! Mensch! Der mit dem Scheitel und dem Bärtschen hier! "

"Kenn ich nich!"

"Den kennt jeder! Das versteh ich nich! Du sitzt immer nur daneben und guckst und weeßt nüscht! Mensch, da komm ich jetz nich druff!"


Man merkt schon, der Humor des Duos ist ziemlich debil und absolut politisch unkorrekt. Aber wer auch schon seinen Spaß daran hatte, zu hören, wie spartanische Krieger "PUNKTRECHNUNG VOR STRICHRECHNUNG!!!" brüllen oder Rambo dazu aufgefordert wird "Eier zu machen", der wird auch hieran seine Freude haben.

Dieser Film hat echt alles vorstellbare zu bieten: einen Klingonen, einen schwarzen Arier, anspruchsvolle Fahrprüfungen, Teufelspakte, eine zerbrochene Freundschaft, Verrat, waghalsigen Vandalismus ("Deutschland!"), beschränkte Polizisten, eine behaarte Sekretärin, einen Gastauftritt von Cindy aus Marzahn (nicht der echten!), Maschinengewehre, eine reflektierende Katze, einen jähzornigen Fahrlehrer, K.I.T.T. aus "Knight Rider", einen Wahrsager, einen im Feuer des Schicksalsbergs geschmiedeten Schlüssel und die titelgebende Weibersauna.

"Du leidest an 'ner ganz seltenen Form von Matroschka-Authismus!"

"Matroschka-Authismus? Was solln das sein?"

"Das isn Schenie, jefangen im Körper eines Dummen, ja? Und der is jefangen im Körper eines noch Dümmeren, ja? Und der wiederum is jefangen im Körper eines völlig Verblödeten!"


Wie Schwimmweltmeister Paul Biedermann es in einem Interview bei der Premiere so schön ausdrückte: "Also ich finde, das war alles aufwändiger als Star Wars, auch deutlich besser als Star Wars, einfach ein toller Film, man sollte ihn sich angucken und vorher ein Gehacktes-Brötchen essen."


Klar soweit?
Jut, dann mach ich mir jetz' en jehacktes und trink en Sternburg und morjen jeht's auf den Überfall auf'n Altstoffhandel! Die machen wir eisekalt, Leute! Schiiienenersatzverkeeehr! Und nich verjessen: immor scheene zustechen!

8/10
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Kommentare

14.07.2020 17:02 Uhr - DriesVanHegen
1x
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Da tippe ich meinen Kommentar zum Erstling, refreshe die Startseite und schwupps, ist da der formidable Nachfolger :D
Hat für mich klar die Nase vorn, eine bekloppte Idee nach der anderen und herrlich absurde Situationen. Wie man sich da nicht vor Lachen kringeln kann, ist mir schleierhaft!

14.07.2020 17:53 Uhr - Cabal666
1x
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@Dries. Vielen, vielen Dank, meiner! :D
Freut mich sehr, dass dir meine Riwjus zu den Filmen dieses härrlichen Duos gefallen. :)
Bin zwar kein Eislebener, aber Elsterglanz haben mir meine Schulzeit auf jeden Fall viel farbenfroher und lustiger gemacht. In einer Mathe-Stunde kam es zum Beispiel dazu, dass ein paar Klassenkameraden von mir die Äußerung "Punktrechnung vor Strichrechnung" der Lehrerin mit "Ahu, ahu, ahu!" kommentierten, so wie die Spartaner in "Der Kaltmacher".
Und 2017 hab ich Elsterglanz auf dem With Full Force auch live erleben können. Mit Gastauftritt von Tobias Künzel bei ihrer Version von "Alles Nur Geklaut" bzw. "De Mutter von James Bond".
Hier auf schnittberichte kommen demnächst jedenfalls noch weitere Kritiken zu Internetphänomenen, die meine Jugend geprägt haben.
Auf bald, werter Filmtoast-Kollege! :)

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