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Martyrs

Herstellungsland:Frankreich, Kanada (2008)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Horror
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,41 (174 Stimmen) Details
inhalt:
Frankreich, Anfang der 70er-Jahre, ein verlassenes Industriegelände. Keine Menschenseele ist zu sehen, als sich die zehnjährige Julie schreiend und blutend durch die staubigen Straßen schleppt, dem Wahnsinn nahe, auf der Flucht vor unbekannten Peinigern.

Als sie endlich aufgefunden wird, weist ihr geschundener Körper die Merkmale monatelanger Entbehrungen auf, aber keinerlei Anzeichen sexueller Gewalt. Das Mädchen wird in ein Krankenhaus eingewiesen. Täter und Motiv bleiben im Dunkeln. 15 Jahre später klingelt es an der Tür einer vierköpfigen Familie. Als der Herr des Hauses öffnet, sieht er sich Julie gegenüber - und dem todbringenden Lauf eines Jagdgewehrs.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von themoviestar:

High Tension (2003) war Anfang des neuen Jahrtausends der inoffizielle Startschuss für eine ganze Reihe von französischen Terrorfilmen, welche unter anderem auch als "New French Extremity" Welle bekannt ist. Angelehnt an das amerikanische Exploitation- und Grindhouse-Kino unter Einwirkung der veränderten sozialpolitischen Verhältnisse in Frankreich wurde bei den unterschiedlichen, düsteren Genrebeiträgen mit schwerverdaulichen Grundthematiken als maßgebliches Stilmittel auf einen alles andere als zimperlichen Umgang mit  taburisierender Gewalt gesetzt. Neben Inside (2007) und Frontiers (2007) zählt Pascal Laugiers hier thematisierter Martyrs (2008)  zu den einprägsamsten Grundpfeilern dieser Epoche und erhielt auch auf Grund seiner Schonungslosigkeit sowie seiner unerwartet verstörenden Entwicklung ein kontroverses Publikums- beziehungsweise Medienecho. "Intelligentes Meisterwerk" oder "verachtungswürdiger Folterporno" ? - Martyrs ist und bleibt hoch polarisierend, denn beide Wertungsextreme sind unter Berücksichtigung differenzierter Argumentationen durchaus legitim.

Drehbuchautor und Regisseur Pascal Laugier hatte es relativ schwer, Schauspieler und Geldgeber für seine Produktion zu finden. Zahlreiche Darstellerinnen und Studios lehnten das exotische Projekt kategorisch ab bis sich in Canal + ein Fernsehsender fand, der seinen Film unterstützte. Ein weiteres Problem war die einheimische Altersfreigabe 18+ für die ungeschnittene Version von Martyrs, was ein Kinoverbot in Frankreich bedeutet hätte, nur auf Initiative von Kultusministerin Christine Albanel konnte im Nachgang die 16+ Klassifizierung erworben werden um ein finanzielles Disaster zu verhindern. Die Geschichte selbst lässt den Zuschauer kaum zu Atem kommen: Frankreich Anfang der 70er Jahre: Die zehnjährige Lucie  (Jessie Pham) kann  nach jahrelanger Folter ihren Peinigern entkommen und wird in ein Kinderheim gebracht, in welchem sie sich einem Mädchen namens Anna (Erika Scott) anvertraut. 15 Jahre später spüren die mittlerweile erwachsenen Frauen die vermeindlichen Täter auf und Lucie (jetzt Myléne Jampanoi) sorgt mit einer Schrotflinte durch die Auslöschung der vierköpfigen Familie für blutige Gerechtigkeit. Als Lucie daraufhin Anna (Morjana Alaoui) zur Hilfe ruft und sich geplagt von albtraumhaften Halluzinationen das Leben nimmt, beginnt für ihre Freundin das gleiche Martyrium welches sie selbst einst durchmachte... 

Wer einen knallharten, spannenden und nervenaufreibenden Revenge-Horror Thriller erleben möchte, ist in den ersten knapp 55 Minuten von Martyrs an der richtigen Adresse. Laugiers geschickter Handlungsaufbau, dem Zuschauer immer nur so viel Wissen zu geben, wie gerade notwendig und die ergreifende Darbietung der beiden Hauptdarstellerinnen sorgen gepaart mit der temporeichen Inszenierung, den intensiv blutigen Gewaltspitzen sowie den paranormalen Erweiterungen für fesselnde Genreunterhaltung mit Gänsehautgarantie. Bei Lucies gnadenloser Vergangenheitsbewältigung gerät das Publikum in eine nicht zu verleugnende Diskrepanz zwischen Ablehnung, Zustimmung, Schockstarre und seelischem Beistand. Selten wurde eine Hinrichtung einer kompletten Familie samt minderjähriger Kinder so explizit dargestellt, doch durch ihre vorher erlebten Höllenqualen erfährt ihr skrupelloses Vorgehen eine gewisse Art von Legitimation, welche auf Grund Ihres von Wahnvorstellungen hervorgerufenen Suizid zusätzlich noch dramatisch untermauert wird. Laugier gelingt es gemeinsam mit seinen ausführenden Akteueren eine außerordentlich hohe emotionale Transparenz zu erzeugen, so dass für den Betrachter ein Eintauchen in seine Gedankenwelt ermöglicht wird und der Schmerz sowie die Angst der gepeinigten Seelen förmlich greifbar ist.

Seinen konträren Leumund verdankt Martyrs größtenteils dem Schlussdrittel inklusive Finale, in welchem durch das selektive Aufdecken der wahren Hintergründe die Geschehnisse in komplett andere Bahnen gelenkt werden und die ausgiebige, zermürbende, menschenverachtende Misshandlung der Anna unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Aspekte Ihren Lauf nimmt. Scheinbar innovativ - ingeniös tischt uns Laugier eine meiner Meinung nach bei genauerer Betrachtung nicht ganz zu Ende gedachte, teilweise wirre Theorie als fadenscheinige Rechtfertigung für die Folterorgien der sektenartigen Organisation auf. Ein großer Wiederspruch steckt für mich schon alleine in der Begrifflichkeit des Martyrers, der eigentlich per Definition seinen eigenen Tod für die persönliche Überzeugung beziehungsweise für seinen Glauben in Kauf nimmt und  sich nicht wie hier gezeigt selbst mit wiederstandsloser Duldung aufgibt damit er vom Schmerz erlöst wird. Auch die reine Ergebnisorientierung ist logisch bewertet mangelhaft - was soll den ein Probant von einem Zustand zwischen den Welten berichten, wenn er meist gar nicht mehr in der Lage ist sich zu äußern? Die Ansätze sind zwar gut gemeint, konnten mich aber letzten Endes nicht überzeugen und auch die Anspannung der ersten Hälfte ist zumindest bei mir einer fast schon beängstigenden rationalen Ignoranz gewichen. Ich war am Schluss schon ein kleines bisschen froh, als der Film und die viel zu breitgetretene Marter des Opfers zu Ende war.

Schade, denn technisch und auch schauspielerisch  ist Martyrs allererste Sahne und bewegt sich auf höchstem Niveau, obwohl das zu Verfügung stehende Budget mit knapp 2,8 Millionen Euro recht bescheiden war. Es müssen auch nicht immer absolute Topstars sein, welche die Eisen aus dem sprichwörtlichen Feuer holen, der gesamte Cast besteht mehr oder weniger aus international eher unbekannten, talentierten Darstellern die allesamt mindestens vorzeigbare Leistungen abliefern. Neben den beiden phänomenal aufspielenden Hauptprotagonisten Myléne Jampanoi und Morjana Alaoui, welche das Leid und den Schmerz ihrer Rollen excellent verkörpernverdient sich auch Catherine Bégin als zwielichtige Sektenchefin Mademoiselle ein gesondertes Extralob. Die kalte, empathielose Ausstrahlung passt wie die Faust aufs Auge zu den kranken Experimenten Ihrer Gefolgschaft. 

Eine faire Bewertung zu treffen, ist wegen der beiden unterschiedlichen Teilbereiche gar nicht mal so einfach. Selten hat mich ein Film so in seinen Bann gezogen wie die erste Stunde von Martyrs, umso größer war aber dann auch die Ernüchterung, welche sich nach dem für mich etwas enttäuschenden Schlussabschnitt breit machte. Kumuliert betrachtet fühlte ich mich insgesamt jedoch gut unterhalten. Martyrs bietet gerade wegen seiner verstörenden Thematik harten Tobak, welcher bestimmt nicht auf den Geschmack der breiten Masse ausgerichtet ist. Das Schockierendste an Martyrs ist nicht einmal die grafische Gewalt, es ist die physische Folter, welche die Geschändeten erleiden müssen, was  auch abgebrühte Zuschauer nicht gänzlich kalt lässt. MovieStar Wertung 7 von 10 Punkte.

7/10
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Kommentare

11.08.2020 13:12 Uhr - Bill Williamson
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Vielen Dank für das Review.
Sehr schön geschrieben und du hast es exakt auf den Punkt gebracht.
Von mir kriegt der Film auch eine 8.
Neben Inside und Frontiers einer meiner Lieblingsfilme aus Frankreich was dieses Genre angeht.
Nochmals vielen Dank dafür.
Gruß Bill.

11.08.2020 14:17 Uhr - Lukas
1x
Sehr schöne Kritik, besonders auch in der Ausarbeitung der unterschiedlichen Filmhälften. Mir ging es da ganz ähnlich wie dir, wobei ich die zweite Hälfte tatsächlich noch deutlich missratener fand. So grandios die erste Hälfte inszeniert und gespielt war, da war ich wirklich extrem beeindruckt, so hanebüchen ging es leider in der zweiten Hälfte weiter, so dass es bei mir wertungstechnisch insgesamt nur für eine 5,5 gereicht hat.
Kleiner Hinweis noch zum dritten Satz im letzten Absatz: Da meintest du wohl "kumuliert"... ;-)

11.08.2020 14:23 Uhr - McGuinness
2x
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Starke und vor allem schlüssige Rezension, mein Lieber... Sehr gut gemacht 😉👍🏻

Bei mir kommt der Film zwar bekanntermaßen besser weg, aber dennoch gefällt mir deine Auseinandersetzung mit diesem Werk hier sehr, denn insbesondere die treffend von dir angeführte Logik bzw. Rechtfertigung für die Folterungen, scheint in der Tat etwas weit hergeholt.

ACHTUNG SPOILER...

Mich persönlich hat es ja gestört oder besser gesagt jeglicher Logik entbehrt, weshalb Anna nach Lucies Tod und der Befreiung der geschändeten Frau aus dem Keller, weiterhin in dem Haus geblieben ist ???
Jeder gesunde Mensch hätte doch längst schon seine Beine in die Hand genommen und das Weite gesucht !!!
Auch die Halluzination der gemarterten Frau, welche Lucie damals nicht retten konnte oder wollte, hätte ich jetzt nicht unbedingt gebraucht.

SPOILER ENDE

Dennoch gefällt mir nach wie vor die enorm dichte Atmosphäre und vor allem die Wendung im weiteren Verlauf des Films, mit der ich absolut nicht gerechnet habe.
Von Anfang bis Ende bin ich gefesselt und erschüttert gewesen, zumal der Film auch noch lange nachwirkt, weshalb ich hier auch die Höchstwertung vergeben habe.

" Martyrs " ist und bleibt eine fiebrige Extremerfahrung, welcher nicht unbedingt für einen gemeinsamen Film - Abend mit ein paar Freunden und deren Partnerinnen geeignet ist und keinesfalls auf zartbesaitete Gemüter losgelassen werden sollte.

Dennoch freut es mich, erneut eine qualitativ hochwertige und informative Review von dir zu lesen... Immer wieder gern 😉👍🏻


11.08.2020 14:33 Uhr - Kaiser Soze
2x
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Zu Martyrs schreibe ich auch aktuell ein Review, daher habe ich Deins nur überflogen. Liest sich aber wirklich gut und bietet viele Details und Informationen, wie die Problematik der französischen 18+ Freigabe, Teilung in 1. & 2. Hälfte u. ä. 7 Punkte sind zwar recht wenig, aber bei einem Schocker, wie Martyrs, klar und so hat jeder seinen Geschmack.

11.08.2020 16:30 Uhr - The Machinist
2x
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Erfahrungspunkte von The Machinist 734
Wow, da beschreitet der MovieStar für ihn ganz ungewöhnliches Terrain.

''Martyrs'' habe ich mir selbst auf dem Höhepunkt meiner filmischen Extrem-Tuchfühlung angesehen - da müsste ich so um die 17 gewesen sein -, relativ zeitgleich mit den anderen damaligen Rennern der Kategorie ''disturbing movies'', also ''Human Centipede 2'', ''A Serbian Film'' usw.
Fakt ist: Bis heute hat mich kaum ein anderer Film so dermaßen bewegt, verstört und seelisch geschändet zurückgelassen wie Laugiers Erstling. Und auch allgemein gab's seitdem wenige Werke die mich so übel in der Magengegend erwischt haben, maximal noch ''Confessions'' und ''Hereditary'' kämen für mich als vergleichbare Nachwirkungen in Frage, wobei der Subtext dort ein gänzlich anderer ist. Dass ''Martyrs'' trotzdem einer meiner Lieblingsfilme ist, kommt da schon eher einer Ironie gleich. Tja, für mich tatsächlich der 10/10-Seelenzerstörer deluxe. Was will man machen? :)

Zu deiner Kritik: Wie auch schon in deiner Kritik zu ''Brawl in Cell Block 99'' hast du auch hier ganz andere Schwerpunkte gesetzt (die Logiklücken), als es die meisten Genre-Fans vermutlich tun würden, was an sich aber völlig legitim ist. Ebenso finde ich deine Aversion gegenüber dem berühmten Finale genauso interessant wie nachvollziehbar, zumal dieses ein mittlerweile ja schon wirklich berüchtigtes Beispiel des klassischen ''Love it, or hate it''-Falles darstellt.

Da kann man nur munkeln welchen Film du wohl als nächstes besprichst. Vielleicht ''Kill List? ''Raw''? Oder doch eher ''Rocky''?
Also ich bin gespannt.

11.08.2020 18:46 Uhr - Cabal666
1x
User-Level von Cabal666 8
Erfahrungspunkte von Cabal666 806
Da schließe ich mich den anderen gerne an und sage: toll geschriebene Review, die den Film fair und von allen Seiten betrachtet und einen guten Eindruck davon liefert, worauf man sich gefasst machen muss.
Ich sehe es bei "Martyrs" ähnlich wie The Machinist: es gibt meiner Meinung nach nur wenige Filme, die so verstörend sind wie dieser. Knüppelharte Splatter-Eruptionen und absolut unangenehme Misshandlungsorgien schlagen einem heftig auf den Magen, dienen aber nicht dem reinen Selbstzweck. Durch das hervorragende Schauspiel und die intelligent konstruierte Handlung trifft einen das Schicksal der Hauptfiguren auf äußerst unmittelbare Weise. Neben der heftigen körperlichen ist es vor allem psychische Gewalt, die der Film bebildert und transportiert, welche einem noch weitaus stärker nahe geht. Für mich wären das mindestens 9 Punkte. "Martyrs" ist einer der Filme, die hervorragend gemacht sind, die ich mir aber so bald kein zweites Mal ansehen will, da er einen einfach zu sehr runter zieht. Spielt für mich in einer Liga mit dem originalen "Oldboy", "Requiem For A Dream", "Komm Und Sieh" und "Eden Lake".
Die von dir herausgearbeitete Unlogik, was die Handlungen der Protagonistin und die Motivation des Kults betrifft, ist für mich da verschmerzen. Was letzteres angeht, würde ich außerdem einwenden, dass die im Film angestoßenen Überlegungen bezüglich eines Lebens nach dem Tod durchaus interessant sind und Stoff zum Nachdenken geben.
Wobei die Praktiken der Sekte dadurch natürlich nicht weniger verwerflich und letztlich auch vergeblich sind, vollkommen gleich, wie man das Ende nun interpretiert. Was in diesem Video hier auch gut zusammengefasst wird: https://www.youtube.com/watch?v=gow60UVtC5g
Der Kanal ist übrigens generell zu empfehlen, wenn man sich ein Bild über versteckte Propaganda in Filmen und die aktuelle politische Situation in den USA machen will.
Für mich spielt die Motivation der Sekte letztlich aber keine große Rolle, da der Film eher darauf abzielt, einen in die Situation eines Folteropfers zu versetzen, vollkommen egal, unter welchen äußeren Umständen. "Martyrs" zeigt einem, wie es vielen Menschen in Diktaturen und Staaten mit einem zerfallenden Rechtssystem tagtäglich ergeht und das ist es, was beim Schauen vor allem den dicken Kloß im Hals verursacht. Zumindest ging's mir so.
Aber wie gesagt, toll zusammengefasst und besprochen, Moviestar!

11.08.2020 19:07 Uhr - Punisher77
3x
DB-Helfer
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Ich ziehe meinen Hut vor dieser tollen Kritik!

"Martyrs" gehört zu den wenigen Filmen, die ich nach der ersten Hälfte abgeschaltet habe - hatte mir die Uncut-DVD damals aus der Videothek ausgeliehen. Warum? Wieso? Ich weiß es nicht mehr - vielleicht war das, was ich bis dahin gesehen habe, zu verstörend oder entsprach nicht meinen damaligen Sehgewohnheiten?

Nach Deiner Kritik bin ich wieder neugierig auf den Film geworden...

11.08.2020 20:34 Uhr - prince akim
1x
User-Level von prince akim 2
Erfahrungspunkte von prince akim 42
Abgesehen von der wirklich hervorragend geschriebenen Review :
Auch ich bin kein Freund dieses Films, bin auch nicht wieder neugierig darauf geworden ... ;-)
Ich hatte mir den Film damals zugelegt, weil ich hier bei SB so viele positive Kommentare dazu gelesen hatte. Voller Vorfreude dann an einem Samstagabend angeschaut-Nein danke, nie wieder ! Ich weiss den genauen Grund nicht, ich fand ihn einfach eklig und abstossend. Vor diesem Film dachte ich noch, daß ich mir auch "die anderen" französischen (Horror/Terror) Filme dieser Schiene kaufen würde, war jedoch nach "Martyrs" davon geheilt. Das war mir dann doch alles zu viel, ob ich ihn jetzt verstanden habe oder nicht . "Eden Lake" dagegen fand ich zwar auch ziemlich böse und echt heftig, bei weitem aber nicht so abstossend wie "Martyrs" . Aber, wie ich schon öfters geschrieben habe, ist halt einfach Geschmackssache !

11.08.2020 22:30 Uhr - Intofilms
3x
Ein Film über Fanatismus, über den Tod und darüber, was Menschen einander antun können. Für mich persönlich sehr gelungen, gerade auch im letzten Abschnitt. Kann man natürlich auch deutlich kritischer sehen. Aber genau das ist es, was der Film will: jeder muss sich hier ein eigenes Bild machen. Gut nachvollziehbare Review, Movie. Hat mich sehr interessiert. ;)

12.08.2020 08:03 Uhr - TheMovieStar
3x
User-Level von TheMovieStar 8
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 859
@ All: Vielen lieben Dank für eure zahlreichen Rückmeldungen und euer Lob, dass hat mich sehr gefreut :-)

@Bill: Inside habe ich vor Jahren gesehen, der hat mir von der Erinnerung leicht besser gefallen. Muss den mal wieder schauen. Den Frontiers habe ich leider noch nicht gesehen, taugt der was? Wenn ja müsste ich mir den Kaufen weil ich den nicht in meiner Sammlung habe.

@Lukas: Danke für dein Korrekturvorschlag, ich habe es gleich ausgebessert. Man sollte wohl bei 35 Grad Hitze doch keine Reviews schreiben, kann sich auf die Konzentration auswirken :-))) Freut mich, wenn wir die Kritikpunkte ähnlich sehen, wobei ich tatsächlich in der Gesamtheit den Film besser sehe wie du.

@MCGuinness: Die beiden Punkte, die du nennst kann man auch anführen, allerdings hatten die mich nicht so gestört. Mein größtes Problem war glaub ich dieser enorme Spannungsabfall zwischen den beiden Hälften... Aber nichtsdestotrotz gefällt mir der Film in seiner Gesamtheit auch, wenn auch nicht ganz so gut wie dir :-))))

@ Kaiser: Sorry wenn ich dir beim Review zuvor gekommen bin... Du hast Recht letzten Endes ist alles Geschmackssache. Danke auch dir für dein Lob!

@TheMachinist: Freut mich, wenn der Film hier zu deinen Lieblingsfilmen zählt:-) Für mich gabs eben ein paar Punkte, die mir nicht so zugesagt haben, in der Gesamtheit habe ich mich aber auch gut unterhalten gefühlt. Logiklücken sind so ne Sache, in vielen Filmen verzeiht man es und blickt drüber hinweg, in manchen Fällen halt nicht und wenn etwas subjektiv gar nicht geht, benenne ich das Kind beim Namen.
Was die Review Auswahl angeht, ist es bei mir eigentlich ganz einfach. Jeden Film den ich sehe, reviewe ich danach, außer ich habe schon ein Review geschrieben :-) . Was im Player landet ist dann oft spontan. Martyrs z.B. habe ich erst geschenkt bekommen und da dieser oft auch mit Inside bzw. High Tension genannt wird (die ich beide vor Jahren gesehen hatte und mir von der Erinnerung her gut gefallen hatten) habe ich gleich einen Blick riskiert.
Ich mag übrigens auch härtere Kost (siehe z.B. mein Terrifier Review, oder Basket Case Review) meine Unterhaltungsschwerpunkte sind aber eher die 80er /90 er Jahre Action und auch Martial Arts Streifen, dass hast du richtig bemerkt. Kommerziellen Horror wie Nightmare, Freitag der 13th oder Halloween sehe ich auch gern, aber halt eben nicht schwerpunktmäßig.

@Cabal: Du hast sicherlich Recht, dass die Frage was nach dem Tod kommt interessant ist, allerdings sehe ich halt die Herangehensweise, wie es hier gemacht wird, als nicht ganz überzeugend, bzw. nicht zielgerichtet an. Ich foltere keine Ahnung dutzende von Menschen, damit mir vielleicht einer von 20 wenn ich Glück habe mitteilen kann was er gesehen hat.... Mir fällt spontan ein älterer Film ein, Flatliners der hier wirklich zielgerichtet an die Materie geht, da werden die Probanten künstlich in diese Zwischenwelt zwischen Leben und Tod gesetzt und danach zurückgeholt. Dann berichten sie von ihren Erlebnissen. Ja ich weiß das ist kein Horrofilm aber die Thematik ist ja so gesehen die gleiche und das hat mich da einfach mehr überzeugt.

@Punisher: Kann man irgendwo auch nachvollziehen, Martyrs gehört wirklich zu den eher härteren Filmen und wenn man so etwas selten sieht, kann sein dass man abschaltet. Ich fand ihn in seiner Gesamtheit als gelungen, auch wenn der letzte Abschnitt für mich nicht ganz befriedigend war.

@Prince akim: auch dich kann ich verstehen, extreme Filme kommen halt nicht bei jedem an. Bei mir ist oft eine Grenze erreicht wenn Menschen nur sinnlos gefoltert werden und das der einzige Schauwert ist, auf welchen der Film aus ist. Bei Martyrs ist das jetzt nicht der Fall, da dieser viele spannende Elemente drinnen hat etc...

@ Intofilms: Da hast Du Recht, jeder sollte sich selbst ein eigenes Bild machen und Martyrs ist auf jeden Fall kein schlechter Film.


12.08.2020 12:28 Uhr - Ghostfacelooker
2x
User-Level von Ghostfacelooker 18
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 6.910
Tolles Review zu einem tollen eindringlichen Film.
SPOILER
SPOILER
Leerzeile ^^^^^^
Immernoch SPoilerwarnung^^^^

Die gerade mythologische Symbolik und Herangehensweise am Ende ist der Knackpunkt, undich finde natürlich foltert man nicht willkürlich, um dann die "
"Entrückung" oder Erleuchtung in den Menschen hervorzurufen, aber gerade der Titel der mit der Story anfänglich wieder aus den Augen gleitet, weil man eine gewalttätige Psychose aufgrund des Traumas erwartet durch die dissoziative Persönlichkeitsspaltung, weist eigentlich schon auf den Grund des Folterns hin, da diese Erleuchtung und Entrrückung des Geistes scheinbar geschichtlich nur bei Märtyrern entstand. Diese Fanatiker glauben also mehr einem Mythos und dies scheint ihr Weg und naja nicht jeder überlebt diese Gräultaten.
Was mich aber am meisten interessieren würde wäre, warum die Alte am Ende sich erschießt, wenn doch genau die Erkenntnis die sie schlussendlich suchen ihr offenbart wurde, denn es kann ja eigentlich nur bedeuten, daß es nicht die von dieser "elitären Gesellschaft " erhoffte Lösung ist, denn wenn es anders wäre könnte sie es ja freudestrahlend erzählen. So war eigentlich für die wieder alles umsonst.

13.08.2020 08:57 Uhr - TheMovieStar
1x
User-Level von TheMovieStar 8
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 859
@ Ghost:

Danke auch dir für deine Rückmeldung und dein Lob. Ja da hast Du Recht, dass Ende ist wirklich in verschiedene Richtungen interpretierbar, da es offen gehalten ist.

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