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American Mary

Herstellungsland:USA (2012)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,07 (14 Stimmen) Details
inhalt:
Die Medizin-Studentin Mary Mason (Katharine Isabelle) merkt immer mehr, dass die Welt der erfolgreichen Mediziner nichts für sie ist und entschließt sich dazu, das Studium abzubrechen. Dank des Studiums hat die desillusionierte Frau nun kein Geld mehr und so entschließt sie sich, im Untergrund bei illegalen Operationen als Assistentin zu agieren. Die Eingriffe, die sie dort durchführt, werden von dubiosen Ärzten ohne Lizenz vorgenommen. Sie verdient dort zwar auf leichte Weise viel Geld, allerdings hinterlassen das zwielichtige Umfeld und die seltsamen Methoden der Ärzte ihre Spuren auf der jungen Frau und sie beginnt, den Verstand zu verlieren, bis sie sich schließlich selber daran macht, Operationen an Patienten vorzunehmen, ob diese es nun wollen oder nicht.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

Die hübsche Mary zählt zu den besten Chirurgiestudenten am Campus. Sie ist fleißig, wissbegierig und Dozent Dr. Grant ist absolut begeistert von ihr. Aus Geldnot heuert sie aber in einem Stripclub als Tänzerin an um sich was dazu zu verdienen. Doch der Besitzer des Clubs, der in ihrer Vita über die chirurgische Ausbildung las, nutzt ihre Kenntnisse um einen Verletzten im Keller zu behandeln. Für 5000$ willigt sie ein, ist aber später völlig durch den Wind. Nun meldet sich die merkwürdige Beatress bei ihr und bittet sie ebenfalls um einen Gefallen… Eines Tages wird Mary dann von ihrem Kollegen Dr. Walsh zu einer Chirurgenparty zu sich nach Hause eingeladen wo ihr Dozent Dr. Grant über sie herfällt und vergewaltigt. Vor Hass zerfressen zeigt Mary nun eine andere Seite und wendet das was sie gelernt hat nur zu gerne an…

AMERICAN MARY

Bevor sich die leicht durchgeknallten (im positiven Sinne) Soska- Zwillinge an das Remake von Cronenbergs -Rabid- machten, legten sie im Jahre 2012 ihren zweiten Langfilm vor und bewiesen daß die beiden eine Vorliebe für, ich sag mal, schräge Storys inne haben.

Katharine Isabelle, die u.a. auch in Ginger Snaps und Freddy vs. Jason zu sehen war, spielt Studentin Mary Mason. Ein eher einsames Mädel ohne wirkliche Freunde, nur der telefonische Kontakt mit ihrer Oma reißt sie immer wieder raus. Doch ihr Studium erfüllt sie voll und ganz, übt und probiert wann immer und woran immer es möglich ist. Und sei es ein gerupfter Truthahn.

Marys Eifer bleibt nicht unbemerkt. Auch Dozent Dr. Grant (David Lovgren) ist sehr angetan von seiner Studentin, kann sie aber irgendwie nicht zu der Aufmerksamkeit bringen welche vonnöten...gewünscht...wäre. 

Jetzt wird Mary dann vom "supercoolen" Clubbesitzer Billy (Antonio Crupo) mit Aufmerksamkeit überhäuft und ihre medizinischen Dienste sind gefragt. Die erste OP steht an. Aber anders als gedacht… Das bekommt auch eine gewisse Beatress (Tristan Risk) mit die Mary nun ebenfalls anheuert um ihrer Freundin Ruby (Paula Lindberg) einen Gefallen zu tun… Man lernt nicht aus !

"Hast du jemals darüber nachgedacht was du tust, Mary ?"

Gut, die Story klingt jetzt wahrlich nicht nach großartig Material um daraus einen abendfüllenden Film zu zaubern. Doch um es vorweg zu nehmen: Der Streifen hat was ! Denn bereits das Intro, welches von Schuberts grandiosem -Ave Maria- unterlegt wird, wird der Zuschauer Zeuge wie Skalpelle durch rohes Fleisch schneiden, Wunden é Detail genäht und versorgt werden. Mary ist voll in ihrem Metier und ist glücklich wie ein kleines Kind über das was sie geleistet hat. Patient Truthahn ist über den Berg. Wenn man so möchte, fast das starke Intro eigentlich den ganzen Film in ein paar Minuten zusammen. Aber so leicht macht man es sich dann doch ned und stellt Mary erstmal gebührend und ausgiebig vor. Ich möchte sie jetzt nicht als schüchtern bezeichnen, eher zurückhaltend, abwartend. Außerdem scheint sie sich nicht ihrer Wirkung auf Männer im klaren zu sein…Grants Blicke sprechen Bände. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen bewirbt man sich in nem heruntergekommenen Strip-Club und muss ein widerliches Vorstellungsgespräch über sich ergehen lassen. Welches aber abrupt unterbrochen wird und Mary nun zeigen soll was in ihr steckt. Ich hatte am Anfang stets -Dee Snyders Strangeland- im Kopf. Denn auch hier segelt man als Zuschauer nicht in klinischer (wie passend) Stimmung umher, sondern begibt sich langsam aber sicher in wahre Abgründe. Waren es in Strangeland Piercings der extremeren Art, sind es hier Operationen am Rande des Irrsinns. Was mit oben genannter Ruby beginnt die nicht mehr das reine Sexobjekt sein möchte und alles was darauf hindeutet…*schnipp*. So weit, so seltsam, so fremd. Mit besagter Party hauchen die Regiezwillinge dem bisher recht... witzigen...Film eine gehörige Portion Dramatik ein und verwandeln Mary, das nette Mädchen von nebenan, in ein desillusioniertes, trauriges und wütendes Mädel ohne jeden Skrupel. Oben drauf gibt's zusätzlich noch eine gute Prise schwärzesten Humors was dem Film eine merkwürdige Leichtigkeit verpasst. Trotzdem ist der Streifen bei weitem keine Komödie ! Auch wenn man auf ausschweifende Blutorgien weitestgehend verzichtet ist das was man sieht nicht von schlechten Eltern ! Allen voran Grants Behandlung zerrt schon ziemlich an den Nerven ! Und auch sonst hält die Kamera (feine Arbeit Brian Pearson) gerne mal drauf und präsentiert Szenen die buchstäblich unter die Haut gehen ! Was auch an den bisweilen genialen MakeUp- Effekten liegt und unglaublich real wirken. Beatress und Ruby sehen umwerfend... scheußlich aus ! 

So gar nicht scheußlich mag die gute Prise Erotik sein die Mary verströmt und in ihrem schwarzen Lederschürzchen wirklich niedlich aussieht. Auch auf der Bühne macht sie eine gute Figur, was vor allem Billy erfreut… Er will mehr von ihr ! 

"Es tut mir leid…"

Nicht nötig. Dieser Film ist nur etwas schwer in Worte zu fassen. Vom Horrorfilm ist er auf alle Fälle meilenweit entfernt. Im Grunde ist er ein Psychodrama mit ein paar groben Szenen. Im Vordergrund steht Marys Gefühlsleben das gehörig in Schieflage gerät. Ein junges Mädchen inmitten ihrer männlichen Kollegen die sie nicht ganz für voll nehmen, als reines Objekt betrachten und nicht nur über Patienten dumme Witze reißen. Die Party die ihr Leben schließlich komplett verändert und sie durchknallen lässt wirkt fast wie ein Ventil, das was danach geschieht beinahe logisch. Natürlich hat aber auch dieser Film mit einigen Wehwehchen zu kämpfen. Nicht alles was Mary tut wirkt klar durchdacht und oftmals etwas dumm. Der Part mit dem Detective erfüllt so was wie ne Alibifunktion und erscheint fast überflüssig. Aber vielleicht muss der auch noch reifen, weshalb wohl eine zweite Sichtung meinerseits angebracht wäre. Nichts desto trotz lässt einen Mary mit einem flauen Gefühl in der Magengegend zurück. Schwer verdaulich ? Ja. Man kann sich des Gedankens nicht erwehren daß die Soskas den übertriebenen Schönheitswahn aufs Korn nehmen und in überspitzten Bildern rüberbringen wollten. Das wäre ihnen in jedem Fall geglückt ! 

 

ses

8/10
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Kommentare

17.07.2020 17:04 Uhr - The Machinist
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Angenehme Vorstellung sony.
''American Mary'' habe ich auch noch gut in Erinnerung. Vor Jahren mal zufällig gesehen und war echt positiv überrascht davon, war auch mein erster von den Twisted Twins, mittlerweile steht er zusammen mit deren restlichen Filmen in meinem Sortiment. Finde zwar er macht etwas zu wenig aus seinem Konzept; Body-Modification & der menschliche Körper als Kunstobjekt ist thematisch ja weitestgehend unverbraucht; da wäre also bestimmt noch mehr drin gewesen als ...ähem... ein gespaltener Penis. Isabelle hingegen ist großartig und der Film für ein Genreprodukt überraschend bodenständig. Dass ''American Mary'' ständig in irgendwelchen ''most disturbing movies''-Listen neben ''Human Centipede'' und Konsorten auftaucht ist indes absoluter Quatsch, der hat nämlich viel mehr Klasse und funktioniert auch ganz ohne Holzhammermethode.

Mit ''See no Evil 2'', ''Vendetta'' und ''T is for Torture Porn'' kam danach nur noch Schmutz, mit ''Rabid'' ging's aber wieder in die richtige Richtung - der war echt cool.

PS.: ''American Mary'' ist nicht ihr Debüt. Das war der bereits 2009 erschienene ''Dead Hooker in a Trunk'', den es bis heute nicht in DE gibt.

17.07.2020 17:25 Uhr - Gorno
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Na da sind wir uns wieder mal exakt der selben Meinung. Top Kritik, top Film ;)

17.07.2020 18:01 Uhr - sonyericssohn
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Danke euch beiden.
@Machinist
Dann hab ich da was überlesen. Das mit dem Debüt ist geändert. Danke für den Hinweis !
@Gorno
Ach ja, du bist ja ebenfalls bei einer 8 ;-) Nur Cecil isser 1 Punkt mehr wert...

17.07.2020 21:31 Uhr - dicker Hund
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Ja, OK, den sollte ich allerdings mal nachholen.

17.07.2020 21:49 Uhr - sonyericssohn
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17.07.2020 21:31 Uhr schrieb dicker Hund
Ja, OK, den sollte ich allerdings mal nachholen.


Wenn du der Thematik nicht abgeneigt bist... ;-)

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