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Flashdance

Herstellungsland:USA (1983)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Liebe/Romantik, Musikfilm
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,33 (6 Stimmen) Details
inhalt:
Der Achtzigerjahre-Kinokassenknüller Flashdance ist nach wie vor ein Genuss für Augen und Ohren. Erzählt wird die Geschichte der 18-jährigen bildhübschen und sehr willensstarken Alex Owens (Jennifer Beals). Tagsüber arbeitet sie als Schweißerin, nachts ist Sie Tänzerin in einer benachbarten Bar. Verbissen kämpft sie, um ihre Lebensträume zu erreichen: Sie will mehr Unabhängigkeit, die große Liebe finden und am Pittsburgh Conservatory of Dance aufgenommen werden.
eine kritik von kaiser soze:

In den 70er- und 80er-Jahren erschienen viele Frauenfilme mit Tanzeinlagen, Liebesgeschichten und märchenhaften Happy Ends - etwa Grease (1978) oder Dirty Dancing (1987). Diese Werke sind dann bei uns Männern zumeist nicht allzu beliebt. Allerdings gibt es natürlich auch Werke, die für beide Geschlechter etwas bieten und somit zu den erträglicheren Frauenfilmen zählen. Nehmen wir mal ein konkretes Beispiel:

Flashdance (1983)

In dem Musikfilm mit kitschiger Liebesgeschichte zwischen der 18 jährigen Alex (Jennifer Beals) und Ihrem doppelt so alten Chef Nick (Michael Nouri), träumt Alex davon Balletttänzerin zu werden, zweifelt aber zu sehr an sich selbst und arbeitet daher erst einmal als Schweißerin und Tänzerin in einem Club. Hierbei sind dann Einflüsse des Dramagenres sowie einiges an nackten Tatsachen integriert, was beides gut funktioniert und den Schmalz etwas ausgleicht.

Wer sich gerade noch fragt, wer sich solche eine Geschichte ausdenkt, Flashdance basiert lose auf dem Leben der Bauarbeiterin / Schweißerin und Tänzerin Maureen Marder, die die Rechte an Ihrer Geschichte für 2.300 Dollar abgetreten haben soll. Der Film spielte bei einem Budget von 4 Millionen Dollar über 150 Millionen Dollar ein, der Soundtrack zum Film verkaufte sich in den ersten zwei Wochen nach Veröffentlichung 700.000 Mal (+ Oscar 1984  in der Kategorie Bester Song!). Frau Marder dürfte / könnte sich daher etwas über Ihr Honorar geärgert haben und das Titellied What a Feeling von Irene Cara ist auch heute noch sehr bekannt.

Wenn Du einmal einen Traum aufgibst, stirbst Du.

Auf den ersten Blick führen Nacktszenen dann teils zu amüstanten Konstellationen im internationalen Freigabe-Vergleich. Zig Filme zeigen, dass die MPA Sex- & Nacktszenen mitunter nicht allzu niedrig einstuft - siehe etwa Unrated-Special oder NC-17-Special. Auch bei Flashdance kann man dies gut aufzeigen: R-Rating in den USA und mitunter Kanada sowie ab 18 in Südkorea und Chile, wohingegen den Niederländern (heute) eine Freigabe ab 6 Jahren bzw. der Norwegern ab 9 Jahren ausreicht. In Deutschland gab es die moderate FSK 12 (finde ich im Rahmen). Jedenfalls (oder trotzdem?) gibt es diverse Szenen fürs Auge ;-)

Im Originalschnitt des Films war Falshdance wohl rund 2,5 Stunden lang und wurde entsprechend um gut eine Stunde erleichtert. Die Originalversion ist soweit ich weiß unveröffentlicht. Allerdings fehlten zu Gunsten des allgemeinen Geschmacks des weiblichen Publikums, dem man hier eher seichte Unterhaltung zuzuordnen schien, selbst bei besagter OV bereits Szenen, wie etwa Alex' Hintergrundgeschichte, dass sie als Kind missbraucht wurde. 

Zurück zum fertigen Film: Die beiden Darsteller, Beals und Nouri, schaffen es tatsächlich die etwas konstruiert wirkenden Rollen gut umzusetzen, auch wenn die Wutanfälle von Alex manchmal genauso stark aufgesetzt wirken, wie die Arbeit als Schweizerin und Tänzerin zusammenpassen; schieben wir es mal aufs Alter, dann passt es in etwa (vielleicht). Jedenfalls darf man durchaus sagen, dass die Tanzszenen gut choreografiert wurden. So ist beispielsweise Alex' Auftritt im Kiss-Outfit mit Licht-An-Aus-Optik nett anzuschauen.

Glücklicherweise werde auch lustige Szenen in die Handlung eingebunden, etwa das Aufeinandertreffen von Nick, Alex und der Exfrau im Restaurant...

...ja und er fickt, wie ein Weltmeister.
(so oder so ähnlich)

Ja, die Wortwahl und das gewählte Vokabular ist manchmal nicht ganz jugendfrei. Die übrigen Darsteller von der Freundin und Arbeitskollegin Jeanie über den Koch und Komiker Richie bis zum Möchtegerngangster und Stripclubbesitzer Johnny bringen auch dank weniger Friede-Freude-Eierkuchen-Leben dafür wieder mehr Realismusgefühl zurück. Übrigens starb Jeanie-Darstellerin Sunny Johnson 1984 mit 30 Jahren an einer Gehirnblutung. Insgesamt ist Flashdance jedenfalls okay bis gut:

7 bis 8 von 10 Punkten

8/10
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Kommentare

10.08.2020 10:39 Uhr - prince akim
2x
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Ach ja, da sind die Mädels aus meiner damaligen 6. Klasse total drauf abgefahren ! Ich glaube sogar, daß der Film damals die "Breakdance-Welle" ( auf der ich dann auch sehr lange mitgeschwommen bin ) so richtig aufkommen lassen hat. "Flashdance" war sozusagen der Wegbereiter des Breakdance ( nicht der HipHop-Kultur ) in den deutschen Mainstream. Der Soundtrack war zur damaligen Zeit das "MustHave" auf dem Pausenhof und "Maniac" habe ich immer noch auf VinylMaxi im Regal stehen.
Okay, alles Geschmackssache, Kultfaktor ist definitiv gegeben, aber auf ´ne 9 würde ich ihn nicht setzen. Trotzdem wieder eine sehr informative Review.

10.08.2020 11:20 Uhr - Kaiser Soze
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10.08.2020 10:39 Uhr schrieb prince akim
Ach ja, da sind die Mädels aus meiner damaligen 6. Klasse total drauf abgefahren ! Ich glaube sogar, daß der Film damals die "Breakdance-Welle" ( auf der ich dann auch sehr lange mitgeschwommen bin ) so richtig aufkommen lassen hat. "Flashdance" war sozusagen der Wegbereiter des Breakdance ( nicht der HipHop-Kultur ) in den deutschen Mainstream. Der Soundtrack war zur damaligen Zeit das "MustHave" auf dem Pausenhof und "Maniac" habe ich immer noch auf VinylMaxi im Regal stehen.
Okay, alles Geschmackssache, Kultfaktor ist definitiv gegeben, aber auf ´ne 9 würde ich ihn nicht setzen. Trotzdem wieder eine sehr informative Review.


Vielen Dank, die 9 war aber verdrückt - ist korrigiert^^

11.08.2020 10:03 Uhr - Draven273
3x
Der Kaiser :) und da nimmt der gute Mann sich den Flashdance vor. Zugegeben da wäre ich auf dieser Seite nicht drauf gekommen und bin durchaus erstaunt ;) Aber hey, meinen Geschmack hast Du trotzdem mit getroffen. Danke also dafür. Für mich zählt Flashdance zu den damaligen besten Tanzfilmen überhaupt. Die John Travolta Dinger mochte ich leider überhaupt nicht, auch wenn diese einen Kultstatus besitzen. Flashdance wusste gut zu unterhalten, hatte eine nette kleine Geschichte, ein wenig Drama und das Übliche bla bla, aber alles im Rahmen.
@prince akim, Deine Idee ist gar nicht so schlecht, jedoch war es eher der Film Footloose wo es die ersten Breakdance Szenen gegeben hat. Flashdance ist eher für die Jazzdance und Ballett Fraktion der Aufhänger gewesen. Mein Respekt aber für die Vinyl Maxi von Maniac.
Schön geschrieben lieber Kaiser, toll zu lesen und passend für meinen Geschmack getroffen. Als Tanzfilm bekommt der auch von mir ne 8/10.

11.08.2020 10:23 Uhr - prince akim
3x
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11.08.2020 10:03 Uhr schrieb Draven273

@prince akim, Deine Idee ist gar nicht so schlecht, jedoch war es eher der Film Footloose wo es die ersten Breakdance Szenen gegeben hat. Flashdance ist eher für die Jazzdance und Ballett Fraktion der Aufhänger gewesen. Mein Respekt aber für die Vinyl Maxi von Maniac.
Schön geschrieben lieber Kaiser, toll zu lesen und passend für meinen Geschmack getroffen. Als Tanzfilm bekommt der auch von mir ne 8/10.


Ich muss zugeben, daß "Footloose" damals ( und bis jetzt ) völlig an mir vorbeigerauscht ist, ausser natürlich Kenny Loggins genialer 80er Film-Hit. Daß es da Breakdance zu sehen gab, DAS wusste ich bis jetzt noch nicht. Danke für den Hinweis ! 👍

11.08.2020 11:27 Uhr - Kaiser Soze
2x
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@Draven
Hehe, ja, ich verfasse auch Reviews zu Disney- / Zeichentrickfilmen und Co. Es muss halt nicht immer Action oder Horror sein. Vielen Dank fürs Lob!

11.08.2020 12:15 Uhr - Draven273
2x
@prince akim. Also Footloose solltest Du dir wirklich mal anschauen. Der überspitzt eine gewisse Zensurpolitik und Glauben, aber durchaus noch auf nette Art und gar nicht so weit weg wie die guten Amis teils handeln in ihren kleinen Gemeinden. Aber er bietet nette Tanzszenen und dort siehst Du zumindest ein paar wenige kurze Breakdance Einlagen. Zudem sind das Gespann Bacon und Penn sehr unterhaltsam. Für mich einer der schönsten Tanzfilme, hauptsächlich aber eben auch durch den Soundtrack. Probiers mal :)

11.08.2020 12:16 Uhr - Draven273
1x
@Kaiser Soze. Hey alles Spitze. Ich mag das wenn man einen breitgefächerten Filmgeschmack hat. Geht mir auch so :) Freue mich auf die kommenden Reviews. Ich muss bei Dir sicher aber noch einiges nachlesen ;)

11.08.2020 18:52 Uhr - Cabal666
2x
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Und wieder eine sehr schöne Review vom Kaiser! :)
"Flashdance" hab ich leider bis heute nicht gesehen, der Film reizt mich aber schon lange - hauptsächlich wegen der knackigen jungen Jennifer Beals (^^) und weil ich natürlich von Adrian Lynes "Jacob's Ladder" auch sehr angetan bin. Und der Soundtrack, den ich lange vor Kenntnis des Films gehört habe, ist sowieso über jeden Zweifel erhaben.
Kleiner Funfact zu "Maniac": das Lied war ursprünglich inspiriert von William Lustigs gleichnamigem Horrorfilm und bezog sich im Text auf dessen Handlung. Phil Ramone, der Produzent des Soundtracks, überzeugte Michael Sembello jedoch davon, einen massentauglicheren Text zu verwenden.
Somit kommen wir bei dem Film dann doch auf das übliche Thema dieser Seite. ^^

11.08.2020 20:12 Uhr - prince akim
2x
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11.08.2020 18:52 Uhr schrieb Cabal666

Kleiner Funfact zu "Maniac": das Lied war ursprünglich inspiriert von William Lustigs gleichnamigem Horrorfilm und bezog sich im Text auf dessen Handlung. Phil Ramone, der Produzent des Soundtracks, überzeugte Michael Sembello jedoch davon, einen massentauglicheren Text zu verwenden.
Somit kommen wir bei dem Film dann doch auf das übliche Thema dieser Seite. ^^


Man lernt doch echt nie aus ! Das ist mir auch neu, obwohl ich eigentlich ein "Musik-Maniac" bin ... 😉

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