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Freitag der 13. - Ein neuer Anfang

(Originaltitel: Friday the 13th - A new Beginning)
Herstellungsland:USA (1985)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller, Mystery
Alternativtitel:Freitag der 13., Teil 5
New Friday the 13th
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,85 (119 Stimmen) Details
inhalt:
Tommy, einer der Überlebenden von Jasons Bluttaten, leidet noch als Erwachsener unter schrecklichen Alpträumen. Doch als er eines Tages auf dem Rücksitz eines Autos erwacht, erfährt er, dass die Realität noch viel schlimmer als seine Träume sein kann: Das Auto steht vor einem Irrenhaus am Ufer des Crystal Lakes. Bald beginnen die ersten furchtbaren Morde, und die Gewalt eskaliert ins Unvorstellbare...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                             FREITAG, DER 13. V - EIN NEUER ANFANG

Mit Freitag, Der 13. IV – Das Letzte Kapitel (1984) hatte man es geschafft: Jason Voorhees, der ikonische Machetenschwinger mit der Hockeymaske, hatte einen würdigen Abgang bekommen und das Ende des Films ließ wahrhaftig keinen Zweifel daran, dass dies tatsächlich der finale Eintrag der Reihe war – wie sollte Jason auch überlebt haben? Außerdem hatte Produzent Frank Mancuso Jr. im Vorfeld des Films mehr als deutlich gemacht, dass er nicht bis in alle Ewigkeit der Friday The 13th Guy sein und sich stattdessen anderen Projekten zuwenden wollte, die ihm mehr Respekt einbringen. Außerdem war Paramount Pictures das Franchise aufgrund seines schlechten Rufs eh immer etwas peinlich. Doch dann kamen die Zahlen: Nachdem Freitag, Der 13. IV  33 Millionen Dollar in den USA eingespielt hatte, gerieten die Köpfe hinter der Filmreihe in eine Zwickmühle: Sollte man eine solche Geldquelle einfach so versiegen lassen? Es kam, wie es kommen musste, und so erschien nur ein Jahr nach dem angeblich allerletzten Teil Freitag, Der 13. V – Ein Neuer Anfang.

Die Regie des Films, der zunächst den Titel Repetition trug, übernahm Danny Steinmann, der als Erotikfilmregisseur begonnen hatte, ehe er Genrefilme wie Savage Street – Straße Der Gewalt (1984) drehte. Steinmann war außerdem – neben Martin Kitrosser und David Cohen – einer der Drehbuchautoren des Films. Zur Besetzung gehörten u.a. John Shepherd (Thunder Run, 1986), Melanie Kinnaman (Karate Tiger IV – Best Of The Best, 1989), Shavar Ross (Diff´rent Strokes, 1978-1986), Dick Wieand (Zwei In Teufels Küche, 1979) und Carol Locatell (Sharky Und Seine Profis, 1981). Außerdem hat Corey Feldman, der im Vorgänger Tommy Jarvis spielte, einen Cameo-Auftritt. Da er vertraglich an den Film Die Goonies (1985) gebunden war, musste man auch die ursprüngliche Idee, mit Teil 5 unmittelbar an Teil 4 anzuknüpfen, fallen lassen. Während Feldman wusste, in was für einem Film er auftrat, merkten einige Freitag, Der 13. V-Castmitglieder dies erst, als es zu spät war, da der Streifen ja zunächst Repetition hieß. So war Shepherd, der mehrere Monate freiwillige Arbeit in einer psychiatrischen Klinik verrichtete, um sich auf seine Rolle vorzubereiten, sehr enttäuscht, als sich Repetition nur als ein weiterer Freitag, Der 13.-Film entpuppte. Noch deutlichere Worte fand Dick Wieand, der – als er den Film zum ersten Mal sah – gar nicht glauben wollte, in was für einem „piece of trash“ er da zu sehen war. So ähnlich bezeichnen nicht wenige Fans der Filmreihe den fünften Teil, der zu den unbeliebtesten des gesamten Franchises gehört.

Freitag, Der 13. V – Ein Neuer Anfang spielt etliche Jahre nach dem vierten Teil und präsentiert den traumatisierten Tommy Jarvis (John Shepherd) als Erwachsenen, der zahlreiche Therapien durchlaufen hat. Nun soll er während eines Aufenthalts in einer Einrichtung für Heranwachsende wieder ins alltägliche Leben eingegliedert werden. Sein Aufenthalt steht unter keinem guten Stern, da bereits am Tag seiner Ankunft der hitzköpfige Vic (Mark Venturini, 1961-1996 / The Return Of The Living Dead, 1986) einen seiner Mitbewohner erschlägt. Kurz darauf nimmt eine Mordserie ihren Lauf, die die Jason Voorhees´ Handschrift trägt. Ist der Mörder mit der Hockeymaske vielleicht doch nicht tot?

Der fünfte Teil Freitag, Der 13. gehört in der Tat zu den schwächsten Beiträgen der Reihe und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie verärgert ich nach meiner erstmaligen Sichtung des Films war, die noch auf VHS (in der deutschen Cut-Fassung) und als gerade Achtzehnjähriger stattfand – auch die zweite Sichtung (Diesmal lag mir der Film in der allgemein bekannten R-Rated-Version vor) konnte mich nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen, so dass ich mich (damals) dem Urteil von Dick Wieand anschloss. Mittlerweile – im „gehobeneren“ Alter und mit mehr Erfahrung bezüglich des Slashermovies im Allgemeinen und der Freitag, Der 13.-Saga im Speziellen – sehe ich den Streifen in einem etwas milderem Licht, auch wenn ich immer noch nicht richtig begeistert bin.

Freitag, Der 13. V - Ein Neuer Anfang hat im Grunde das gleiche Problem wie Halloween III – Season Of The Witch (1982): Der „richtige“ Jason Voorhees taucht hier im Grunde überhaupt nicht, bzw. nur am Rande auf (Achtet auf die Hockeymasken…); stattdessen hat man versucht, aus dem Film ein Whodunit-Slashermovie zu machen, was im Grunde vielleicht gar nicht so verkehrt ist. Wenn man es aber so stümperhaft macht wie hier, dann wirken die im Vorfeld getroffenen Maßnahmen (Das Drehbuch wurde ohne das reguläre Ende ausgeteilt, der betroffene Darsteller musste einen Erklärung unterschreiben, in der er sich verpflichtete, nichts über das Ende des Films zu verraten…) eher lächerlich. Der eigentliche Täter wird während des Films so plump ins Licht gerückt, dass seine Identität ebenso wenig überraschend ist wie sein Motiv überzeugend  … ist übrigens ganz praktisch, alle Indizien, die einen überführen könnten, im Portemonnaie mit sich herumzutragen. Die Whodunit-Masche des Streifens, die man ursprünglich für alle zukünftigen Sequels beibehalten wollte, ist jedenfalls gründlich nach hinten losgegangen.

Außerdem hat man hier versucht, etwas Humor in die Reihe einzubringen. Anders kann man sich den Auftritt von Carol Locatell und Ron Sloan als White Trash-Mutter & Sohn – Gespann nicht erklären. Insbesondere Sloans Auftritte als Junior Hubbard sind so angenehm wie eine Wurzelbehandlung ohne Betäubung und man möchte erleichtert aufatmen, wenn diese beiden Figuren in die ewigen Jagdgründe befördert werden.

Ansonsten hat man die wesentlichen Trademarks der Freitag, Der 13.-Serie beibehalten, was seltsamerweise eine weitere Schwäche des Films ist. Denn nachdem man, wie so mancher an der Filmreihe Beteiligte bestätigte, im Grunde viermal hintereinander den gleichen Film gedreht hatte, brauchte es schon etwas mehr als ein Möchtegern-Wer ist der Mörder?-Szenario, um sich wirklich von seinen Vorgängern abzuheben. Abgesehen davon, dass man auf den ikonischen Crystal Lake und das dazugehörige Feriencamp verzichtet hat, bietet Freitag, Der 13. V – Ein Neuer Anfang jede Menge junger Erwachsener, die zum Teil „verwerfliche“ Dinge tun, um daraufhin abgeschlachtet zu werden...Business as usual! Regisseur Steinmann hat dabei allerdings neben der Anzahl der Morde auch die Szenen mit nackter Haut in die Höhe geschraubt und soll den männlichen Teilnehmer an einer Sexszene mit „Go, fuck her hard!“-Rufen angefeuert haben … der  2012 verstorbene Steinmann konnte wohl einfach nicht aus seiner Haut als Ex-Erotikfilmregisseur. Steinmann behauptete später, mit Freitag, Der 13. V einen „fucking porno in the woods“ gedreht zu haben, aus dem die MPAA (= Das amerikanische Gegenstück zur FSK) einen gewaltigen Anteil an Nacktheit entfernen ließ. All das sorgt für einen erhöhten Sleazefaktor, der von Verteidigern des Films als positives Argument angeführt wird, und in der Tat ist Freitag, Der 13. V – Ein Neuer Anfang etwas konsequenter als seine Vorgänger oder manch anderes Slashermovie.

Die über zwanzig Morde, die in Freitag, Der 13. V – Ein Neuer Anfang gezeigt werden, können allerdings nicht durchweg als positives Argument herangezogen werden...denn „mehr“ bedeutet nicht automatisch „besser“. Denn auch wenn die MPAA ihre Finger bei der Entschärfung von Gewaltszenen im Spiel hatte, wirkt der fünfte Freitag, Der 13. zahmer als der vierte Teil, der ebenfalls durch von der amerikanischen Freigabebehörde beanstandet wurde. So finden viele Morde außerhalb des Bildes statt, so dass man oft nur das Resultat der Bluttat zu sehen bekommt, so dass man sich den eigentlichen Tathergang selbst ausmalen muss. Das wäre normalerweise nicht schlimm und blutige Morde allein machen noch keinen guten Film, aber von einer Filmreihe, an der u.a. ein Tom Savini (Maniac, 1980) beteiligt war, darf man als Fan schon etwas mehr erwarten als Off Screen-Morde und eher mäßige Effekte wie der Mord mit der Fackel. Zur Ehrenrettung des Films muss allerdings erwähnt werden, dass es auch ein paar solide Morde, bzw. Make Up-Effekte für die Opfer zu sehen gibt, auch wenn man es damit nicht in die Königsklasse des Horrorfilms, bzw. Slashermovies schafft.

Nun aber zu den positiven Aspekten des Films. Die Eröffnungssequenz des Films ist ein echtes Highlight und wartet mit einer enorm gruseligen, atmosphärisch inszenierten „Wiederauferstehung“ des Macheten-Mörders auf und der Schnitt, der uns in die Gegenwart katapultiert, die uns einen erwachsenen Tommy Jarvis zeigt, ist gut gelungen. Der aus der Not geborene Schachzug, Jarvis als jungen Erwachsenen zu zeigen, erweist sich als Pluspunkt des Streifens, zumal John Shepherd – im Gegensatz zu manch anderem hier versammeltem Kollegen – eine überzeugende schauspielerische Leistung zeigt. Die Anzahl der von ihm gesprochenen Worte kratzt zwar kaum an der Arnold Schwarzenegger – in – „The Terminator“-Grenze, aber dafür gelingt es ihm bestens, das verstörte und gepeinigte Seelenleben seiner Figur auf die Leinwand, bzw. den Bildschirm zu bringen. Damit einher geht eine wirklich beeindruckende Schlusssequenz, die (wie bei Teil 4) eine (weitere) interessante Richtung andeutet.

Es gibt nicht viele Nebendarsteller in Freitag, Der 13. V , die wirklich überzeugen können, aber trotzdem sollte man Melanie Kinnaman und Shavar Ross hervorheben. Kinnaman verleiht dem Film als eine der Leiterinnen der Einrichtung nicht nur menschliche Wärme, sondern geht auch beherzt gegen den Mörder im Film vor. Und der damals vierzehnjährige Ross spielt keine Kinderfigur, der man drei Minuten nach ihrem Erscheinen eine Axt im Schädel wünscht, sondern einen ziemlich coolen Jungen, ohne den der Showdown des Streifens deutlich anders verlaufen wäre.

Natürlich könnte man jetzt noch auf die Logiklöcher des Films eingehen. Warum haben Tommys Pfleger, die ihn zur psychiatrischen Einrichtung fahren, nicht bemerkt, dass er ein Messer bei sich führt, das definitiv nicht in die Hände eines zur Gewalttätigkeit neigenden Mannes wie Tommy gehört? Warum gibt es in besagter Einrichtung keinerlei Konsequenzen für Patienten, die über die Stränge schlagen, so dass jeder machen kann, was er will? Warum verschwindet Tommy aus der Handlung, nur um ausgerechnet im richtigen Moment aufzutauchen? Aber lassen wir das …

Freitag, Der 13. V – Ein Neuer Anfang ist alles andere als überragend – weder als Beitrag zu einer populären Filmreihe noch als Slashermovie kann der Streifen überzeugen. Trotzdem ist der Film zumindest stellenweise unterhaltsam und weist doch die eine oder andere gelungene Szene/Idee auf. Wie man es allerdings deutlich besser macht, zeigt Freitag, Der 13. VI – Jason Lebt (1986), der dem Franchise überzeugender neues Leben eingehaucht hat als Danny Steinmanns Streifen.

4-5/10

5/10
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Kommentare

26.10.2020 00:58 Uhr - CHOLLO
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Och nö :)
Ich glaub ich bin einer der Wenigen der diesem Streifen gegenüber positiv eingestellt ist. Fand den immer sehr kurzweilig, unterhaltsam und was das Ende in Hinblick auf die Reihe angeht auch ein wenig mutig. Mit Blick darauf dass der gute Steinmann davor nur horizontales abgeliefert hat, ist sein Ergebnis auch inszenatorisch gesehen aller Ehrenwert wie ich finde. Naja, vielleicht ist mein Blick auch nur rosarot gefärbt weil des mein erster Freitag war. Wunderbare Kritik in jedem Fall!

26.10.2020 07:43 Uhr - Intofilms
Ich persönlich mag Teil 5, kann deiner hervorragenden Besprechung jedoch sehr viel abgewinnen. Danke! 😉

26.10.2020 17:19 Uhr - dicker Hund
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Zwei Kabinettstücke von Reviews zu den Teilen 4 und 5!

Bei dem neuen Anfang sind wir sogar exakt gleichauf. Der hat mich auch nicht überzeugt. Aber das hat schon Teil 3 nicht...

26.10.2020 22:01 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, Leute!

@Chollo & Intofilms:
Freut mich, dass euch der Film gefällt...ich krieg das leider nicht hin. Für das Review hab ich ihn mir noch mal angeschaut und er mag einfach nicht zünden.

@Dicker Hund:
Verglichen mit Teil 5, finde ich, ist Teil 3 ein waschechter Klassiker. Aber ich kann Deine Kritik am dritten Teil schon irgendwie nachvollziehen.

27.10.2020 23:46 Uhr - Roadie
1x
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Den geb ich 8/10 und ist nach Teil 1,4 und 3 mein liebster Teil.

Nette kills (wenn auch leider etwas blutleer so wie bei den Fortsetzungen), die hübschesten Frauen der ganzen Reihe und die coolste Tanzszene. (Die von Clover in Teil 4 war die lustigste).


28.10.2020 20:16 Uhr - Intofilms
27.10.2020 23:46 Uhr schrieb Roadie
[...] die coolste Tanzszene. (Die von Clover in Teil 4 war die lustigste).


Tatsache. 😁

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