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Der schwarze Diamant

(Originaltitel: Uncut Gems)
Herstellungsland:USA (2019)
Genre:Drama, Komödie, Krimi, Thriller, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (12 Stimmen) Details
inhalt:
Der charismatische Juwelier Howard Ratner aus New York City ist ständig auf der Suche nach dem nächsten großen Wurf. Als er einige Wetten mit hohem Einsatz abschließt, die ihm den Gewinn seines Lebens einbringen könnten, geht er einen riskanten Balanceakt ein. Für seine unnachgiebige Jagd nach dem ultimativen Sieg setzt er nicht nur Geschäft und Familie aufs Spiel, sondern legt sich auch mit harten Gegenspielern an.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von man behind the sun:

Die aller erste Frage die sich nach dem Ende von „Uncut Gems“ einstellt ist: Was soll das?

Woher der Hype?

Ist das der Film, in dem Adam Sandler angeblich „die Rolle seines Lebens“ spielen soll? Oder habe ich mich vertan und bin doch wieder auf einen der strunzdummen Machwerke aus den 90ern und den frühen 00ern mit Sandler gestoßen?

Nein. Das kann nicht sein. Der Film ist von „A24“ produziert. Eine Schmiede, die uns Filme wie „Hereditary“, „Midsommar“, „Ex Machina“ oder „The VVitch“ gebracht hat. Eine Schmiede, die die Filmlandschaft mit ihren Produktionen im letzten Jahrzehnt fast ausnahmslos bereichert hat.

Gut, „Netflix“ ist mit im Spiel. „Netflix“ ist leider schon des Öfteren negativ aufgefallen, wenn es um eigenproduzierte Filme geht.

Dabei fängt in „Uncut Gems“ alles so schön an. Szenen aus Afrika, ein wunderschönes Intro, eine Einführung, die einen spannenden Film erwarten lässt – auch, wenn dieser satte 2 Stunden und 15 Minuten dauert.

Alles ist gut. Bis Sandler zum ersten Mal seinen Auftritt hat.

Sandler spielt einen Juden (!), der Juwelierhändler (!) und gleichzeitig vollkommen blank ist, bei seinen Kreditgebern hohe Schulden hat, die er nicht zurückzahlen kann, weil er ständig wetten platziert (!). Man kann gar nicht genug „Ausrufezeichen“ in diesen Text einfügen, um zu verdeutlichen, was für ein Negativbeispiel eines „Muster-Juden“ gezeigt wird: Geldgeil, pleite, hinterhältig und ständig mit dem Geld anderer am Jonglieren. Kurz gesagt und auf den Punkt gebracht: Immer schön in die Klischee-Kiste gehauen und das Jahrhunderte alte Bild der Juden zu verfestigen. Und das von einer Produktionsfirma, die Filme wie „The Last Black Man in San Francisco“, „Moonlight“ oder „Under the Skin“ produziert.

Peinlich und unaussprechlich dämlich.

Wenn es allerdings „nur“ das wäre...

Nein, Sandler spielt hier nicht die „Rolle seines Lebens“. Das Problem ist schlicht und einfach, dass, egal welche Rolle Sandler spielt, immer ein ständig brabbelnder, auf Amphetamin scheinenden Vollidiot dabei heraus kommt; ob das nun „Happy Gilmore“, der „Waterboy“ oder im Gewand eines edlen Schmuckhändlers, der sich mit Gold quasi nur so zu kleistert, macht hier keinen Unterschied. Sandler spielt durchweg nicht ernstzunehmende Charaktere, seine Stimme und Mimik ist dermaßen monoton, dass Nicolas Cage wie der Schauspieler des Jahrhunderts neben Sandler aussieht.

Was man dem Film zu Gute halten muss, sind die weiteren Darsteller und die wirklich hochwertig produzierte und wunderbar in Szene gesetzte Geschichte rund um einen edlen Opal, die etwas vorhersehbar, aber doch unterhaltsam mit den dazu gehörenden Schwierigkeiten die Story spinnt.

Da gönnt man es Sandler, wenn er dem Basketball-Spieler, der mit seiner Entourage in den „Showroom“ des Protagonisten strömt, dämliche Furby-Glitzer-Kitsch vorführt und obendrein dann noch seinen nach 17 Monaten Suche in den Händen haltenden Diamanten, der geschätzte 80 Millionen Dollar Wert sein soll, diesem Typen ohne großen Widerstand einfach mal so für einen Tag in die Hand drückt und man sich als Zuschauer unweigerlich denkt: Was soll das? Warum tut er das? Logikloch? Nein, leider nicht. Einfach nur die ständig wiederkehrende Rolle, die Sandler spielt. Einen Vollidioten, der schneller redet und handelt als er denkt, und das nicht nur einmal, sondern am laufenden Fließband.

Ein Genuss ist es obendrein zuzusehen, wenn die (eigentlich noch ganz umgänglich wirkenden) russischen Inkasso-Männern Sandler aus der Schulaufführung seiner Tochter kidnappen, welche er obendrein noch durch einen Biss in den Arm eines der Entführer verschlimmert. Wie blöd kann man eigentlich sein?

Und dann dieses ständige Getippe auf dem Handy... Allein in der ersten Stunde des Films scheint Sandler gefühlt eine dreiviertel Stunde nur am Texten und/oder Telefonieren zu sein. Dabei wird auch deutlich, warum der Film eigentlich mit so einer langen Laufzeit aufwartet; bei einem Schäferstündchen mit der Angestellten seines Juwelierlandes, textet dieser ihm aus dem, Schrank des Hotels, ob sie denn schon „Feucht“ sei, was sie anhabe und das obendrein auch noch beobachtet, nur, um dann nach gefühlten 10 Minuten aus dem Schrank zu springen und seine Affäre flach zu legen – selbstverständlich muss nicht erwähnt werden, dass die Ehe des Protagonisten im Bruch liegt, die Trennung ist mental schon längst vollzogen, aber da sind ja noch das Haus und die Kinder.

Was kann man diesem Hype also noch zu Gute halten? Eine schöne Optik, eine ansatzweise interessante Story, tolle Nebendarsteller und ein Sandler, dem man jeden verdammten Mist, der ihm während der aufgeblähten Laufzeit des Films widerfährt, vollends gönnt.

Man hätte es erahnen können. In diesem Leben wird Sandler nicht mehr die „Rolle seines Lebens“ spielen. Das hat er leider mit dieser Darstellung mal wieder mit Bravour bewiesen. Man kann nur hoffen, dass er dieses Mal, wie vor „Uncut Gems“, in der Versenkung verschwunden bleibt.  

5/10
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Kommentare

26.07.2020 11:32 Uhr - FordFairlane
2x
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Erfahrungspunkte von FordFairlane 35
Schöne Kritik hätte aber noch 2 Punkte weniger gegeben.

Adam Sandler hat seit seiner Zeit bei Netflix nur noch Abfallprodukte gedreht und das ist wirklich noch milde ausgedrückt.
Keiner seiner Netflixausdünstungen war nur in irgendeiner gewissen Art und Weise unterhaltsam.
Kaum spielt er mal nicht seine Idioten oder Loserrolle und schon reden man von einem guten Film.
Als ob man sich bedanken oder ihn dafür loben müsste, dass er mal nicht den Hampelmann spielt.
Der Hype ensteht durch die Kritiker, die im Leben vielleicht nur 1-2 Sandler Film geschaut haben und jetzt darüber begeistert sind, weil er mal nicht die Grinsebacke spielt. Andere Leute lesen das und Ruckzuck der Trend geht los.

Die Rolle seines Lebens hatte Adam Sandler in dem Film "Reign Over me - Die Liebe in mir".
Ein gebrochener Mann mit Posttraumatischen Belastungsstörungen.

26.07.2020 14:05 Uhr - kokoloko
3x
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Mein absoluter Lieblingsfilm des Jahres 2019, dessen gewollte, intensive Hektik und Anspannung und Nervösität mit Sicherheit Geschmackssache ist. Howard Ratner ist ein vielschichtiger und imo brilliant geschriebener Charakter, der weit mehr Facetten, emotionale Weitreiche und Witz zeigt, als Sandlers Rollen zu reinen Comedy-Zeiten - abseits davon kann ich nur dazu raten die Meyerowitz Stories sowie "Punch, Drunk, Love" zu sichten, bevor voreilige Thesen zu diesem Schauspieler aufgestellt werden. Ratner ist ständig am Handy, am telefonieren und am zehn Punkte gleichzeitig tun, weil er sich komplett in seine Geschäftswelt und -kontakte stürzt, seine zwanghafte Spielsucht (und sonst vernachlässigte Familie) finanzieren muss und das einer der Hauptpunkte der Inszenierung, des grandiosen dissonanten Soundtracks und des geamten Films ist.

26.07.2020 14:31 Uhr - Lukas
2x
Stilistisch ansprechend verfasste Kritik, inhaltlich habe ich aber ein wenig meine Zweifel. Liest sich hauptsächlich so, als fändest du Sandler halt grundsätzlich scheiße und bist dementsprechend mit der Erwartung an den Film rangegangen, dass er auch wieder schlecht sein muss. Ich würde an dieser Stelle tatsächlich auf das Gros der Kritiken vertrauen, die dem Film insgesamt eine hohe Qualität attestieren.

26.07.2020 23:25 Uhr - freund
2x
"Nein, Sandler spielt hier nicht die „Rolle seines Lebens“. Das Problem ist schlicht und einfach, dass, egal welche Rolle Sandler spielt, immer ein ständig brabbelnder, auf Amphetamin scheinenden Vollidiot dabei heraus kommt; ...

Danke, nach 20 min ausgemacht

28.07.2020 16:39 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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Also da bin ich nach eigener Sichtung inhaltlich mehr bei dem knochentrockenen Review auch wen nich die Euphorie darin nicht teile, und finde das Sandler hier auch eine andere Seite zeigt, die er auch schon in Spanglish andeutete und die weitab von seinen eventuell debil witzigen Figuren ist

28.07.2020 23:45 Uhr - freund
28.07.2020 16:39 Uhr schrieb Ghostfacelooker
Also da bin ich nach eigener Sichtung inhaltlich mehr bei dem knochentrockenen Review auch wen nich die Euphorie darin nicht teile, und finde das Sandler hier auch eine andere Seite zeigt, die er auch schon in Spanglish andeutete und die weitab von seinen eventuell debil witzigen Figuren ist


Klar, absolut nachvollziehbar, ich kann Sandler irgendwie nicht leiden und war aber echt neugierig auf diesen Film. Irgendwann werde ich nochmal gucken, weil es ist immer interessant, wenn Schauspieler was neues versuchen.
(Habe ausversehen dein Kommentar gemeldet, "zitieren" und "melden" liegen zu nah an einander ^^^^
like als wiedergutmachung :)

29.07.2020 09:10 Uhr - Ghostfacelooker
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28.07.2020 23:45 Uhr schrieb freund
28.07.2020 16:39 Uhr schrieb Ghostfacelooker
Also da bin ich nach eigener Sichtung inhaltlich mehr bei dem knochentrockenen Review auch wen nich die Euphorie darin nicht teile, und finde das Sandler hier auch eine andere Seite zeigt, die er auch schon in Spanglish andeutete und die weitab von seinen eventuell debil witzigen Figuren ist


Klar, absolut nachvollziehbar, ich kann Sandler irgendwie nicht leiden und war aber echt neugierig auf diesen Film. Irgendwann werde ich nochmal gucken, weil es ist immer interessant, wenn Schauspieler was neues versuchen.
(Habe ausversehen dein Kommentar gemeldet, "zitieren" und "melden" liegen zu nah an einander ^^^^
like als wiedergutmachung :)


Wärst nicht der Erste der MICH meldet. Dafür ein LIke?? Lieber eins weil du meiner Meinung wärst^^^^^^^^^^aber ja die Butten liegen wirklich nah.
Vielleicht hättest du den Film nicht nach 20 Minuten beenden sollen, denn im Gesamten ist er echt überraschend

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