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Inglourious Basterds

Herstellungsland:USA, Deutschland (2009)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Drama, Komödie, Krieg
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,29 (186 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Im deutsch besetzten Frankreich muss Shosanna Dreyfus (Melanie Laurent) mit ansehen, wie ihre Familie durch den Nazi-Oberst Hans Landa (Christoph Waltz) brutal hingerichtet wird. Nur knapp kann sie entkommen und flieht nach Paris, wo sie sich als Kinobesitzerin eine neue Identität und Existenz aufbaut. Zur gleichen Zeit formt Offizier Aldo Raine (Brad Pitt) eine Elitetruppe aus jüdischen Soldaten, die gezielte Vergeltungsschläge gegen Nazis und Kollaborateure durchführen soll. Gemeinsam mit seinen 8 Männern wird er in Frankreich abgesetzt, um dort unterzutauchen und in Guerilla-Einsätzen Nazis zu jagen und töten. Schon bald werden sie von den Deutschen als Die Bastarde gefürchtet. Als der Plan reift, die Anführer des Dritten Reichs auszuschalten, nimmt Raines Einheit Kontakt zu der deutschen Schauspielerin und Undercover-Agentin des Widerstands Bridget von Hammersmark (Diane Kruger) auf, die entscheidend für das Gelingen des Anschlags ist. Die gemeinsame Mission führt sie schließlich alle in das Pariser Kino von Shosanna, die allerdings seit langem ihre eigenen Rachepläne verfolgt... (Universal Pictures)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von rullep:

INGLOURIOUS BASTERDS oder "Der Wendepunkt"

Im Zuge meiner Review über "Death Proof", wollte ich seinem direkten Nachfolger aus dem Jahr 2009 nun auch einen Besuch abstatten. In meinen Augen ist IB eine Art Zäsur im Schaffen Tarantinos. Ich würde sogar behaupten, das der Film in Sachen Kamera, Schnitt (R.I.P. Sally Menke), Musik und Darsteller kaum Schwächen aufweist. Sobald ich ihn verfolge bin ich immer wieder fasziniert vom Panorama der ländlichen Idylle Frankreichs, der Diabolik Hans Landas sowie der immer stimmigen Kamera neben dem aufregenden Score. 

Zugegeben, ein wirklich dickes Lob hat sich Christoph Waltz für seine grandiose Darstellung des eiskalten SS-Standartenführers verdient, wenn er zum einen äußerst charmant und freundlich Auftritt ehe einem das Blut in den Adern gefriert, sobald er zur Sache kommt und das Lächeln in seinen Mundwinkeln immer mehr einer starren Maske gleicht. Die besten Beispiele sind sein Verhör beim Bauern, die Apfelstrudelszene sowie die "innige" Begegnung mit Bridget von Hammersmark. Vor allem Waltz trägt diesen Film mit seinem Schauspiel und manchmal muß ich schmunzeln wenn ich daran denke, das mir eben jener Österreicher zum ersten Mal im Jahre 1994 über "den Weg" lief, als er in einer RTL-Reißbrett-Produktion den "Amokläufer von Euskirchen" verkörperte, dicht gefolgt von "Du bist nicht allein - Die Roy Black Story" :-D Bleiben wir doch gleich bei den Darstellern. Melanie Laurent ist für mich ein weiterer Glücksgriff Tarantinos. Sie spielt die einzig überlebende Tochter der ermordeten (jüdischen) Familie aus dem Epilog beim Bauern. In ihrer Rolle als Shoshanna Dreyfus treibt sie vor allem der Gedanke an Rache an, nur das ihr in der Hinsicht natürlich die Hände gebunden sind...wenn sie (Jahre später) nicht zufällig ein Pariser Kino betreiben würde, das die Aufmerksamkeit Joseph Goebbels auf sich zieht... 

Ach ja, von Goebbels ist es nur ein kleiner Schritt zu Hitler. Dieser wird von Martin Wuttke gespielt, doch HIER offenbart sich in meinen Augen einer der Defizite des Films: sein zum Teil comichafter Stil. Wir sehen einen Hitler mit Umhang, seinem theatralischen Gepolter und auch Goebbels (Sylvester Groth) wirkt gewollt lächerlich. "Nun, was stört dich daran Rullep?" Ganz einfach! Ich habe aufgehört zu zählen wie oft ich schon Dokumentationen übers dritte Reich mit all seinen Reichsparteitagen und den hasserfüllten "Reden" gesehen habe. Daher macht es sich Tarantino für meinen Geschmack eindeutig zu leicht, wenn er dieses Pack lediglich durch den Kakao zieht, in dem es übertrieben lächerlich dargestellt wird. Es kommt mir manchmal fast so vor als wäre die Wahrheit über diese Zeit zu grausam, so das man sie dem Kinopublikum nur sehr verzerrt zumuten könne. Einen kurzen Abstecher zu "Schindlers Liste" kann ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen. Dieser, mit Preisen und Lob überschüttete Film ist für mich der Holocaust in Zuckerguss. Grausamkeiten werden lediglich sparsam (Exikution) gezeigt und, schlimmer noch, als Spannungsmoment (Brausebad) in Szene gesetzt. Selbst ein patriotischer Heldenfilm wie "Der Soldat James Ryan" bot bei der Landung auf Omaha Beach mehr Ehrlichkeit und Realismus.

Um den Bogen nicht zu überspannen kehre ich zurück zum eigentlichen Kern meiner Review. Im Kontrast zu den Nazis stehen die Inglourious Basterds: Fast schon so eine Art "A-Team" um den charismatischen Lieutenant Aldo Raine (Brad Pitt), "Bärenjuden" Sgt. Donny Donowitz (Eli Roth) oder auch (Ex)-Feldwebel Hugo Stiglitz (Til Schweiger). Allesamt bereit zur gnadenlosen Jagd auf Nazi-Skalps und ausgestattet mit einer gehörigen Portion Leidenschaft am töten. Wenn hier z.B. einem deutschen Soldaten der Schädel eingeschlagen wird, weil dieser nicht aus dem Nähkästchen plaudert ist man eindeutig im Film angekommen. Szenen wie diese bestechen trotz oder gerade wegen ihrer Brutalität nachhaltig und machen Appetit auf mehr. Das Publikum haben die Basterds hinter sich, doch ihre Aushängeschilder sind mir ebenfalls etwas zu plump gezeichnet. In einer anderen Review beschrieb ich diesen Kontrast mit dem Satz: >Intellekt (Landa) vs. Proletariat (Raine)<. So hat man zwar durchaus Sympathie und Verständnis für das Ziel der Basterds, welche in Sachen Gewalt und Brutalität jedoch keinen Deut besser sind als jene, die sie verfolgen. Oftmals kommt mir bei dieser Truppe von Nazijägern der Begriff "blinder Gehorsam ohne Fragen" in den Sinn. Das macht sie im Sinne der angestrebten Befreiung zwar zu Sympathieträgern, doch stößt mir die dumme Phrasendräscherei Raines ein ums andere Mal übel auf.

Pitt ist Dreh und Angelpunkt unserer "Helden", und obwohl ich ihn als Schauspieler durchaus schätze, so konnte er mich in dieser Rolle weniger überzeugen. Das liegt aber in erster Linie am Drehbuch Tarantinos, der Raine in so mancher Szene (Schurrbart) der Lächerlichkeit preisgibt. Kurzum: ich hatte einfach Probleme damit die Figur Ernst zu nehmen, und so wirken fast sämtliche Basterds die meiste Zeit über ziemlich einfältig. Mein "geliebter" Til Schweiger, angeblich Busenfreund des Regisseurs, macht trotz meiner sonstigen Abneigung eine gute Figur, was aber nicht zuletzt der Tatsache geschuldet sein mag, das ihm Freund Quentin keine große Sprechrolle gab. Daniel Brühl, von dem ich eigentlich auch kein großer Fan bin, überzeugt ebenfalls als deutsche Hoffnung Fredrick Zoller. Jener Zoller ist es, der sich Hals über Kopf in die Kinobetreiberin Dreyfus verliebt und ihr pausenlos nachstellt. Damit ist er ein wichtiger Baustein für den weiteren Handlungsverlauf... Weniger begeistert war ich von Diane Kruger, welche meiner Meinung nach keine wirklich begabte Mimin ist und ich am Ende froh war, als Landa (bzw. Quentin ;-) ihr den garaus gemacht hat. Daneben gab es manche Nebenfiguren welche ich ebenfalls schwach fand, z.B. Francesca Mondino (Julie Dreyfus) als Goebbels Betthäschen. Der Lachanfall von Hans Landa im Kino ist daneben einer der Momente, die ich für überflüssig hielt, genauso wie das merkwürdige Grinsen von Aldo Raine während dieser Szenerie.     

 

STÄRKEN:

Dieser Film hat so einige große Momente. Das Verhör beim Bauern hatte ich bereits erwähnt. Wie sich hier eine immer bedrohlichere Stimmung aufbaut ist nicht nur Waltz´Verdienst sondern eindeutig auch Tarantinos. Wenn die Story im weiteren Verlauf nicht den angesprochenen Comicstil einschlagen und dieses Niveau halten würde, hätte IB glatte zehn Punkte von mir. Neben dem Prolog gibt es aber natürlich noch weitere Highlights wie die ebenfalls angesprochene Szene mit dem Apfelstrudel. Selten war ich bei einem Film so verzückt wie in diesen Minuten. Man sieht ein leckeres Stück Strudel mit Schlagoberst und Landa, der es mit einem süffisanten Lächeln genüßlich verspeist. Dem gegenüber im absoluten Kontrast: Shoshanna Dreyfus, angewidert vom Mörder ihrer Familie fällt es ihr sichtlich schwer überhaupt einen Bissen runterzukriegen. Exquisit!  

Für nicht wenige ist es daneben aber vor allem die Tavernenszene, welche nachhaltig begeistert. Dem schließe ich mich vorbehaltlos an, denn abermals werden wir Zeuge der Handwerkskunst Tarantinos. Es fängt ganz entspannt und harmlos an...doch Stück für Stück steigert sich die Bedrohung durch SS-Sturmbannführer Dieter Hellstrom (brillant: August Diehl) ins Unermessliche. Wenn man so will: wie ein Orgasmus ohne Happy End :-) Diese Situationen sind es, welche IB, rein vom handwerklichen her, zu den größten Taten Tarantinos machen (könnten). Die Figuren des Films lassen einen nicht kalt, auch wenn sie wie hier nur kurz auf der Bildfläche erscheinen.

Nicht außer acht lassen möchte ich die Szene vom brennenden Kino. Wenn Dreyfus hier in Zelloloid die Abrechnung serviert und in ihrem schallendem Gelächter die Flammen aus der Leinwand schlagen, ist das ein wahrlich feuriges Vergnügen. Wie schon bei den übrigen Highlights des Films brennt Tarantino dort einen unauslöschlichen Moment ins Gedächtnis. Auch wenn ich ansonsten gewisse Probleme mit dem Film habe, wäre es unfair diese beeindruckende Sequenz völlig unter den Tisch fallen zu lassen.       

 

SCHWÄCHEN:

Trotz einer großen Portion Begeisterung für die erwähnten Szenen und einigem mehr, gibt es leider auch zwei entscheidene Dinge über die ich nicht hinwegsehen kann. Bereits angesprochen hatte ich die comichafte Inszenierung der Nazis um Hitler, ebenso wie die der Tommys um Churchill oder den Basterds. Daneben missfällt mir aber vor allem...Trommelwirbel...die Verklärung der Geschichte: Ein Kommentar aus meiner "Death Proof"-Review wies darauf hin, das Kino dies dürfe. Selbstverständlich darf es das, nur muß das ja nicht unbedingt konform mit meiner Sicht gehen. Wenn Hitler von Maschinengewehrsalven durchlöchert wird, der Rest seiner Schergen im Kino verbrennt oder Hans Landa am Ende ein bleibendes "Denkmal" erhält, mag das so manchen ansprechen oder vielleicht sogar eine Art Genugtuung sein. In diesem Fall sind Fakten aber eher mein Ding und von daher bin ich bis heute hin und hergerissen von diesem Film, da er trotz seiner erlaubten Fiktion mit einer Vergangenheit spielt, bei der man sich die Finger verbrennen kann. Es macht weder die unzähligen Toten, die bis 1945 weiterhin starben wieder lebendig (IB) noch eine hochschwangere Sharon Tate (OUATIH), die von Charles Mansons Sippe brutal abgeschlachtet wurde. 

Wenn Beatrix Kiddo (Kill Bill) in stark überzogener und grotesker Form das Blut spritzen lässt oder Pai Mei sein Schwert über 10m locker in den Schaft wirft, bringt mich das zwar zum schmunzeln aber dort sehe ich es in der Tat als Teil des magischen Wunderlandes Kino, und im Zusammenhang mit Tarantinos Hommage an die übertriebenen Eastern der 70er Jahre. Genauso wenig stört es mich, wenn Tom Hanks einem John F. Kennedy in "Forrest Gump" die Hand schüttelt oder anstelle von Yoko Ono auf dem Stuhl neben John Lennon platziert wird. In Wikipedia steht geschrieben, das IB ein kontrafaktischer Kriegsfilm sei, die Tatsachen also in veränderter Form und dem "Was wäre wenn"-Prinzip wiedergibt. Das ist mir natürlich nicht entgangen, wobei ich dann doch eher mit einem Film wie "Lola rennt" leben kann, bei dem jenes Stilmittel in Form einer erfunden Grundgeschichte angewendet wird. Im Zusammenhang damit wäre es interessant zu wissen, wie IB ausgesehen hätte, wenn ihn Tarantino nicht ein dutzend Mal umgeschrieben hätte...       

 

FAZIT:

Lange Rede kurzer Sinn: INGLOURIOUS BASTERDS ist für mich ein guter und sehenswerter Film, mit dem ich jedoch eine Hassliebe verbinde. Ich bin verliebt in seine Ästhetik, den berauschenden Bildern und der Ausstattung. Er steht buchstäblich für den Begriff >Kino< und glänzt mit überwiegend guten Darstellern, toller Atmosphäre und passendem Score. Wirklich gelungen ist er für meine Begriffe dennoch nicht! Das liegt an der comichaften Inszenierung und der besagten Verklärung von Geschichte. Ich weiß was ihr womöglich denkt: "Der Rullep mit seinem alten Hut" :-) Tja, Geschmack ist eben meistens subjektiv, und aus dem Grund bekommt IB von mir am Ende nur 7 Punkte. Viel mehr gibt es nicht zu sagen, denn ohne diese beiden Aspekte und manch blasse Charaktere, würde ich ihn wohl als Opus Magnum neben "Kill Bill" und "Pulp Fiction" einstufen. Seit diesem Nazi-Märchen ist die reine Fiktion früherer Werke einer umgeschriebenen Geschichte gewichen, von “The Hateful 8“ mal abgesehen. Womöglich ziehen einige den Hut vor Tarantino, weil er gerade auf diese Faktentreue pfeift, doch für mich tut er sich damit keinen Gefallen. Gerade die rein erfundenen Geschichten und Figuren sind und waren aus meiner Sicht das wohl größte Talent Tarantinos. Jenes Talent unterschlägt er uns seit den “Basterds“, und übrig bleiben lediglich seine handwerklichen Markenzeichen. Das wirkt auf mich wie ein T-800, der anstelle eines Maschinengewehrs eine Attrappe in den Händen hält...

              

                     

7/10
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Kommentare

27.07.2020 17:08 Uhr - Knochentrocken
1x
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Eine sehr schöne Kritik.
Allerdings ist das eine klare 10 für mich (natürlich).

Verklärung der Geschichte finde ich falsch gewählt. Wie es wirklich damals war, hat man jetzt schon unzählige Male in Filmen gesehen, in Dokus thematisiert und vor allem in der Schule bis zum Erbrechen behandelt.
Wir z. B. hatten das Thema NS-Zeit und 2. WK in sage und schreibe 25 Seiten. Sowas Interessantes wie Kubakrise gerade einmal 2-3 Seiten lang.

Ich finde es super, dass Tarantino sich hier einen neuen Weg ausgedacht hat. Schon bei der Premiere hat ihm ein überlebender Jude der Zeit die Hand geschüttelt und gemeint: „Ich wünschte, es wäre so gewesen!“

Tarantino macht das, was er in Django Unchained später auch macht: er nimmt Rache. Alles was sich an Wut in der Gesellschaft aufgestaut hat, kommt heraus.

Und die überzogene, comichafte Darstellung ist nun mal ein Markenzeichen Tarantinos. Sein ernsthaftestes Werk ist wohl „Hateful Eight“.

Zudem gibt es zwei Arten von der Gewaltdarstellung:
Die comichafte , überzogene Gewalt.
Und die realistische Gewalt.

Erstere wird den Nazis zugefügt (in Unchained den Sklavenhaltern und Rassisten) , weil man über sie lachen soll und jubeln.
Zweitere Gewalt wird den Unschuldigen zugetragen (in Unchained meist den Schwarzen - Mandingokampf/Hundeszene), weil der Zuschauer angeekelt, erschrocken und mit den Figuren mitfühlen soll.



Also ich finde, Tarantino ist schon ein Fuchs.

27.07.2020 17:34 Uhr - dicker Hund
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Wertungsmäßig wäre ich in Punkten gar nicht so weit weg. Den comichaften Stil aber als einen Stein des Anstoßes zu markieren, überzeugt mich nicht. "Inglourious Basterds" orientiert sich an dem Italo-Grindhouse-Streifen "Inglourious Bastards" und nicht an "Schindlers Liste". Die Nazis sind hier als Teil der Popkultur und nicht als historische Persönlichkeiten zu verstehen. Dass Du solchen Pulp nicht besonders magst, ist aber natürlich legitim. In vieler anderer Hinsicht halte ich das Review auch für gelungen. Das ausführliche Eingehen auf die Schauspieler finde ich zum Beispiel angemessen.

27.07.2020 18:06 Uhr - Rullep
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@dicker Hund
Danke für dein Lob! Nun, der comichafte Stil, so habe ich es zumindest versucht auszudrücken, passt für mich hervorragend zu reiner Fiktion wie z.B. "Kill Bill". In "Inglourious Basterds", trotz jedem Recht auf freie Interpretation, finde ich ihn aufgrund der realen Geschichte deplatziert. Das mit "Schindlers Liste" sollte nur als Beispiel dienen um zu verdeutlichen, das daß Thema >dritte Reich< gerne mit Samthandschuhen angepackt wird, sobald es über Zelluloid flimmert.

@Knochentrocken
Dir danke ich ebenfalls! Es ist in meinen Augen einfach zu simpel, wenn man reale Geschichte in der Form umschreibt um lediglich seine Rachephantasien auszuleben. Das Tarantino bei der Premiere von einem (überlebendem) Juden gratuliert wurde, wie du schreibst, macht die Fakten schließlich nicht ungeschehen. Wahrscheinlich liegt mein Problem einfach darin, das sich Quentin nach "Death Proof" den falschen Themen widmet, für welche ihm womöglich das richtige Gespür fehlt. Vor dem möglichen Donnerwetter...das ist nur meine Meinung!!!

27.07.2020 18:10 Uhr - Knochentrocken
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27.07.2020 18:06 Uhr schrieb Rullep

@Knochentrocken
Dir danke ich ebenfalls! Es ist in meinen Augen einfach zu simpel, wenn man reale Geschichte in der Form umschreibt um lediglich seine Rachephantasien auszuleben.


Ist es wirklich simpler sich selbst was auszudenken, als einfach Fakten ranzuholen? Ich glaube eher umgekehrt ist die Tatsache.
Und ich glaube einige haben diese „Rqchephantasie“ gebraucht.

27.07.2020 18:48 Uhr - Rullep
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27.07.2020 18:10 Uhr schrieb Knochentrocken
...Und ich glaube einige haben diese „Rachephantasie“ gebraucht.


Das würde ich auch nie in Abrede stellen! Es ist eben nur nicht die Art und Weise wie ich damit umgehen würde;-)

27.07.2020 19:51 Uhr - Lukas
2x
Ein herrlicher Film mit den für Tarantino üblichen messerscharfen Dialogen und verrückten Ideen! Eine Ode an das Kino und die Macht der Sprache (unbedingt im O-Ton schauen, die Synchro zerstört da einiges!). Für mich klar 9/10!
Das Argument der Geschichtsverklärung empfinde ich als recht befremdlich, ansonsten ist die Kritik aber wieder sehr schön geschrieben und mit vielen interessanten Punkten gespickt.

27.07.2020 20:54 Uhr - Intofilms
„Schindlers Liste“ ist für dich „der Holocaust in Zuckerguss“!? Das begreife ich nicht. Aber so verschieden können die Sichtweisen offenbar sein. Damit muss ich mich wohl abfinden. ;)

27.07.2020 21:10 Uhr - Rullep
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27.07.2020 20:54 Uhr schrieb Intofilms
„Schindlers Liste“ (neulich wieder einmal gesehen) ist für dich „der Holocaust in Zuckerguss“. Das begreife ich nicht. Aber so verschieden können die Sichtweisen offenbar sein. ;)


Ja, genauso empfinde ich ihn. Jede Doku über den Holocaust oder KZs erschüttert mich mehr als dieser Film. Er kratzt lediglich an der Oberfläche und deutet das Grauen nur an. Andererseits wird wie bei der Duschszene völlig deplatziert ein Spannungsmoment aufgebaut. Ich finde, wenn man schon ein Budget wie Spielberg hat, dann sollte man mehr draus machen...

@Lukas
Damit muß ich eben leben wenn ich eine Review schreibe. Wäre ja auch langweilig wenn man in allem gleicher Meinung wäre. Das schöne an SB.com ist für mich aber gerade, das WIR alle Filmfans sind und es bei den Kommentaren zu 99% höflich zugeht;-) Danke dir!

28.07.2020 08:03 Uhr - prince akim
1x
User-Level von prince akim 2
Erfahrungspunkte von prince akim 74
Ich schliesse mich dem Lob der anderen an, wirklich wieder eine schön verfasste Review. Nur den Film selber finde ich halt, wie ich bei deiner vorherigen Review schon erwähnt hatte, absolut nicht nach meinem Geschmack. Er ist der einzige Tarantino, bei dem ich mich zwingen musste, ihn bis zum Ende anzuschauen. Ob das nun an alleine an "Barefoot"-Schweiger oder der ( es folgt jetzt meine persönliche Meinung ) absolut überschätzten und unsymphatischen Diane Kruger liegt glaube ich nicht mal. Ich mag einfach keine Filme, die vom oder im 2. Weltkrieg spielen.

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