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American Guinea Pig: Bouquet of Guts and Gore

Herstellungsland:USA (2014)
Genre:Horror, Splatter
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,27 (11 Stimmen) Details
inhalt:
Eine Mutter und ihre erwachsene Tochter werden auf dem Nachhauseweg von einem Maskierten entführt. Ihre Endstation befindet sich in einer Lagerhalle, in der sie unter Drogen gesetzt und zu Tode gefoltert werden. Kameramänner filmen das Ganze, denn die Frauen sind Opfer einer Snuff-Film Produktion.
eine kritik von horace pinker:

Die japanische Guinea Pig Reihe dürfte den meisten Horrorfans ein Begriff sein, sei es wegen der hierzulande erfolgten Beschlagnahme mehrerer Teile oder etwa aufgrund der Geschichte mit Charlie Sheen, welcher das FBI verständigte da er Flowers of Flesh and Blood für einen echten Snufffilm hielt. Nachdem die ursprüngliche Reihe vor mehreren Dekaden zu Ende ging entschloss sich der amerikanische Filmemacher Stephen Biro (American Guinea Pig: The Song of Solomon, A Serbian Documentary), welcher bereits mit seinem Label Unearthed Films die Originalteile in den USA veröffentlichte, die Reihe unter dem Titel American Guinea Pig wiederzubeleben. Den Anfang machte er 2014 mit Bouquet of Guts and Gore, bei dem er nicht nur als Regisseur, sondern auch gleich als Drehbuchautor, Produzent und Cutter  in Erscheinung trat. Was dabei rausgekommen ist will ich im Folgenden zu klären versuchen.

Kurz zur Story: Zwei Frauen werden entführt, betäubt und in einem Lagerhaus auf Betten platziert. Ziel ist sie zu Opfer in einem Snufffilm zu machen und möglichst langsam und brutal vor laufender Kamera aus dem Leben zu reißen. Mit diesem zwei Sätzen ist (mal von dem wirklich fiesen Endtwist abgesehen) eigentlich schon die komplette Geschichte erzählt, auf Spannung, Überraschungen oder eine tiefgreifende Geschichte wartet man (wie schon bei den meisten Beiträgen der fernöstlichen Vorbilder) auch hier wieder vergeblich. Hinzu kommt, dass viel von dem laut Regisseur im Film eingebauten Subtext entweder nur mal in ein zwei Sätzen angedeutet wird (etwa Rivalitäten zwischen dem Regisseur und Star des Snufffilms) oder ohne Vorwissen für den Zuschauer so gut wie gar nicht zu entdecken ist  (z.B. Familienverhältnisse der Opfer). Auch Dialoge beschränken sich hier wie zu erwarten auf ein Minimum und bestehen zum Großteil aus Anweisungen der Regie und Beleidigungen der vor sich dahinleidenden Opfer.

Sicherlich dürfte dann auch für die wenigsten überraschend sein, dass sich vor dem Kamera beinahe ausschließlich unbekannte Darsteller versammelt haben, die teilweise hier auch ihren einzigen Filmauftritt hingelegt haben. Ausnahme ist Jim Van Bebber (Regie etwa Deadbeat at Dawn, The Manson Family), welcher bereits seit den 80ern im Filmbusiness unterwegs ist und hier als Cutter des Snufffilms auftritt und nebenbei auch noch die Kameraarbeit übernimmt. Insgesamt sind die Darstellungen halbwegs ordentlich und man kauft der Filmcrew immerhin den Spaß an ihrem sadistischen Treiben ab (die weiblichen Opfer vegetieren wie bereits bei den japanischen Vorgängern meistenteils nur still vor sich dahin).

Da der Film in den 1980er Jahren spielen soll und um das Ganze authentischer erscheinen zu lassen, wird versucht visuell den Look einer Vhs Kassette mittels eines recht unscharfen und teils verrauschten Bildes nachzuempfinden, was insgesamt relativ gut funktioniert und nicht so schlimm übertrieben wird das gar nichts mehr zu erkennen ist. Ein weiteres mehrfach im Laufe des Films verwendetes Mittel ist das Trennen der Szenenblöcke durch eine rote Einblendung, welche laut dem Regisseur Gefahr signalisieren soll.

Insgesamt dürften Aspekte wie Kamerarbeit, Schauspiel oder ein gutes Drehbuch für die meisten Zuschauer derartiger Stoffe allerdings ohnehin keine allzu hohe Priorität haben, viel mehr stellt sich wohl eher die Frage nach dem Härtegrad. Darauf kann geantwortet werden, dass Gorehounds, welche die relativ ereignislosen ersten 20 Filmminuten überstehen, die sich ausschließlich den Vorbereitungen des Drehs widmen (Entführung der Opfer, Verabreichung von Drogen, entfernen der Kleidung) zufrieden gestellt werden dürften. Die Effekte von Marcus Koch (We are still here, 100 Tears) erstellten Effekte sind erfreulicherweise allesamt handgemacht, blutig und derbe brutal. Von mit der Säge abgetrennten Gliedmaßen, aufgeschnittenen Augäpfeln, Häutungen, Entdärmungen, blutigst aufgeschnittenen Kehlen bis zu Kannibalismus ist hier alles dabei, wobei alles auch gezeigt wird und der Offscreen niemals zum Einsatz kommt.  Das ganze wird dabei auch oftmals recht lange und in Nahaufnahmen präsentiert. Auch das Finale (welches aber zum Glück auf derartige Grausamkeiten verzichtet) dürfte dem ein oder anderen thematisch dann doch etwas zu weit gehen.

Das mit einem derartigen Film ein Segen der FSK praktisch ausgeschlossen ist dürfte klar sein, dennoch folgte trotz Verzicht auf eine Veröffentlichung in Deutschland 2015 die Indizierung auf Liste B. Die Beschlagnahme folgte dann 2018.

Das zartbesaitete einen weiten Bogen um AG machen sollten versteht sich von selbst, auch wer Wert auf eine ausgeklügelte Handlung oder exzellentes Schauspiel legt dürfte hier nicht glücklich werden. Gorehounds, die möglichst blutige und brutale Effekte sehen wollen können hingegen mal einen Blick riskieren. Ich vergebe 5/10 Meerschweinchen.

 

Zusatzinfos: Laut dem Regisseur soll Bouquet of Guts and Gore als eine Art Prequel zu Flowers of Flesh and Blood fungieren. In einer Szene sind Umschläge mit Videokassetten zu sehen die an Hideshi Hino und Charlie Sheen adressiert sind, es soll sich also bei AG um die angeblich realen Aufnahmen handeln die Hino zu seinem Werk motiviert haben sollen.

Im Film sind einige Referenzen an Flowers of Flesh and Blood eingebaut worden, so wird etwa in beiden Filmen die gleiche Säge verwendet oder die Hand eines Opfers abgetrennt und dann auf dessen Brust platziert.

 

5/10
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Kommentare

28.07.2020 20:59 Uhr - dicker Hund
2x
User-Level von dicker Hund 15
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Solche Streifen sind schwer zu bewerten, finde ich. Mir ist es bislang sogar unmöglich, weil ich die Ami-Reihe der Analoghamster noch nicht kenne. Auch nach Deinem anschaulichen Review verspüre ich keine Eile, zumal die Börsenpreise für die DVD mit 40 Ocken auch ganz schön sportlich sind...

31.07.2020 12:21 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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Der Typ in der Mitte des Covers sieht ein bißchen wie der Oberhäuptling der "Adlermenschen" aus dem ersten Beastmaster aus^^^^^^^^. Wie immer lesenswert auch wenn ich mir hier wie bei anderen Werken selben Genres (nicht des Autors) einen visuellen Besuch sparen werde

31.07.2020 22:50 Uhr - Horace Pinker
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Vielen Dank euch Beiden für Lob und Feedback.
dicker Hund: Da hast du Recht, Filme im klassischen narrativen Sinne sind das nicht wirklich, Gorehounds dürften hier aber dennoch ihre helle Freude haben. Ich muss zugeben das ich mir den eigentlich nur für meine 131er Sammlung besorgt habe und dafür auch die erwähnten 40 Euro abgedrückt habe (ursprünglich wollte der Händler sogar das Doppelte haben).
Ghost: Da ich Beastmaster bisher nicht gesehen habe kann ich dazu nichts sagen, der Herr in der Mitte ist jedenfalls der "Darsteller" dieses fiktionalen Snufffilms, wobei auch seine "Kollegen" allesamt mit unterschiedlichen Maskierungen ausgestattet sind. Das die GP Filme ncihts für dich sind kann ich nachvollziehen, sind auch nicht unbedingt Must Sees. Solltest du doch einmal reinschnuppern wollen, kann ich dir von der Originalreihe dennoch Mermaid in a Manhole empfehlen, der mit der ganzen Folterthematik nichts am Hut hat, visuelle ansprechend inszeniert wurde und zudem eine durchaus interessante Story erzählt. Auch Devil Woman Doctor und He never Dies könnten dich dank des starken komödiantischen Einschlags durchaus gut unterhalten.

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