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Prometheus - Dunkle Zeichen

(Originaltitel: Prometheus)
Herstellungsland:USA, Großbritannien (2012)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Science-Fiction, Thriller,
Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,32 (30 Stimmen) Details
inhalt:
In PROMETHEUS - DUNKLE ZEICHEN geht eine Forschergruppe (u.a. Charlize Theron, Noomi Rapace, Michael Fassbender) Hinweisen auf die Ursprünge menschlichen Lebens nach, die sie auf eine spannende und gefährliche Reise zu den dunkelsten Ecken des Universums führen. Dort müssen sie sich einem schrecklichen Kampf stellen, um die Zukunft der Menschheit zu retten…
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

Im Jahre 2093 bricht ein Team um das Forscherpaar Elizabeth Shaw und Charlie Holloway zum weit entfernten Planeten LV- 223 auf. Dort sollen sie auf Island zuvor gefundenen Inschriften nachgehen die Shaw als Einladung außerirdischer Geschöpfe deutet. Die sogenannten Konstrukteure die ihrer Meinung nach die Menschen geschaffen haben. Nach langer Reise auf dem Planeten angekommen stößt man auf ein gewaltiges, pyramidenartiges Bauwerk und auf Aufzeichnungen jener Wesen. Doch das labyrinthartige Gebäude verbirgt noch ein weiteres Geheimnis...eine tödliche Spezies !

PROMETHEUS - Dunkle Zeichen

Mit dem Film -Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt- schuf Regisseur Ridley Scott 1979 einen Meilenstein der Filmgeschichte und einen der besten SciFi- / Horrorfilme aller Zeiten. Nur wusste bis zum Jahre 2012 niemand, wo denn dieses Wesen herkommt und warum es das tut was es tut. Nun erzählt Scott mit vorliegendem Film die Vorgeschichte des außerirdischen Killers. 

In der Hauptrolle der Archäologin Elizabeth Shaw ist auf Scotts Wunsch hin Noomi Rapace (u.a. Verblendung, Verdammnis) zu sehen. Eine Archäologin die ihre Begeisterung für das Vergangene mit jeder Faser ihres Körpers lebt und eine kleine Versessenheit nicht zu verschweigen ist. 

Ähnlich aber ruhiger, besonnener geht es ihr Lebensgefährte Charlie Holloway (Logan Marshall-Green) an, der die Begeisterung teilt. Sich unterzuordnen fällt aber beiden etwas schwer. Doch auf dieser Mission müssen sie den Befehlen…

...von Missionsleiterin Meredith Vickers (bildschön Charlize Theron; u.a. Monster, Hancock) lauschen und diese ausführen. Miss Vickers hat kein wirklichen Sinn für Humor, sie denkt ausschließlich an ihre Karriere. Warum machen wenn man delegieren kann ? Dafür hat sie ja auch ihren David (Michael Fassbender; u.a. Eden Lake, X-Men), seines Zeichens künstliche Person und zuständig für alles technische. ...und stets bemüht sich weiterzubilden…

"Große Dinge fangen klein an…"

Das ist richtig. Denn man beginnt in diesem Fall recht ruhig, wenn man das gruselige Intro mal außen vor lässt. Der Zuschauer wird Zeuge wie sich Shaw und Holloway durch Islands Berge gräbt und auf besagte Inschriften / Hieroglyphen stößt. Die beiden sind ein ziemlich sympathisches Pärchen und scheinen sich blind zu verstehen. Und daß das was sie hier tief im Berg gefunden haben eine Karte ist, scheint klar. 

Die ersten Minuten besitzen eine kathedralen-ähnliche Stimmung. Völlige Ruhe und fast absolute geräuschlosigkeit ziehen den Zuschauer in einen Bann. Die Stille wird nur durchbrochen von Davids Konversation mit -Mutter- (dem Zentralcomputer des Schiffs), dem kaum vernehmbaren Surren der Elektronik und diversen Aktivitäten des Androiden. Ohrenbetäubende Ruhe zieht sich ja wie ein roter Faden durch sämtliche Alienfilme kurz nach dem Intro. 

Nachdem dann ein mumienhafter Peter Weyland (Guy Pearce), der die Mission finanzierte, per Hologramm nähere Erklärungen liefert landet man schließlich gekonnt auf dem Zielplaneten. Auch wenn Pilot Janek (Idris Elba; 28 Weeks later, Thor) nicht der beste seines Faches ist… Zu diesem Zeitpunkt hat sich der Zuschauer an die wichtigsten Charaktere gewöhnt und weiß sie einzuordnen. Draufgänger, Normalos und Kanonenfutter… 

Wer allerdings jetzt darauf wartet, daß die Crew auf eine Kammer voller Ledereier und wabernder Nebelschwaden stößt wartet vergebens. Denn so läuft der Hase...pardon...der Facehugger nicht. Jene Spezies gibt's in dieser Form (noch) nicht. Scheinbar haben die hünenhaften Konstrukteure etwas erschaffen was sie nicht in Griff bekamen und deswegen die Flucht antreten wollten. So zumindest möchte es wohl eine holografische Aufzeichnung vermitteln… 

Man könnte Ridley Scott vorwerfen den Film unnötig verkompliziert zu haben. Kaum hat man die eine Information einigermaßen verarbeitet, poltert schon das nächste Infopaket daher und formt einen weiteren Handlungsstrang. Was vor allem auch an Davids kindlich pubertierenden Forschungsdrang liegt und meistens damit beschäftigt ist, das Gegenteil von dem zu tun was er eigentlich machen soll. So experimentiert er beispielsweise  mit den Dingen die in dem Gebäude zu finden sind. Auch Miss Vickers spielt offensichtlich nicht mit offenen Karten...noch ne Wendung. Doch auf der anderen Seite sind es genau diese verschiedenen Gegebenheiten die den Film letztlich auf den Punkt bringen und für Klarheit sorgen. 

Seltsam mag jetzt aber klingen, daß ich ausgerechnet die moderne Härte des Films für die größte Schwäche halte. War es im ersten Alien das langsam schwelende Grauen daß sich nach dem berühmten Brustkorbplatzers ausbreitete, sind es hier fast plumpe Ekelsequenzen ohne…Charme. Kann die Szene mit einem schlangenartigen Wesen noch halbwegs überzeugen, wirken die Teile mit dem "Zombie" unfreiwillig komisch. Auch diese eine OP sorgt eher für Kotzbedürfnis denn Horror. Nichts desto trotz sind die Effekte wunderbar gelungen und wurden von Kameramann Dariusz Wolski (u.a. Dark City, Fluch der Karibik) gekonnt in Szene gesetzt. 

Interessant ist die Wahl des Titels. Prometheus, einer des Zeus unterstellten Titanen, der sich bei einer Opfergabe des besten Fleisches bediente und das minderwertige dem gemeinen Volke überließ. Aus Zorn verweigerte Zeus dem Volke die weitergabe des Feuers. Wenn man dies nun auf den Film überträgt...

"Um etwas zu erschaffen, muss man etwas zerstören…"

Auch das ist richtig. Denn eingefleischten Fans der "echten" Alienfilme wird das gewohnte Bild in Stücke gerissen. Nichts worauf man sich einstellen könnte. Kein einzelner roter Faden, sondern ein ganzes Knäuel durchzieht den Film. Tritt man aber ohne das alte Bild im Kopf an diesen Film heran, wird man in eine faszinierende Story hineingezogen ! Den Darwinismus mit Füßen getreten rollt man die Entstehungsgeschichte neu und von hinten auf. Die Frage WER denn jetzt WEN geschaffen hat, die Bibel und das Christentum, der Glauben selbst ad absurdum geführt. Oder doch nicht ? Ist die gefundene Karte nur eine Karte oder steckt da mehr dahinter ? Diesen Streifen jetzt in einem Atemzug mit Kubricks 2001 zu nennen gleicht zwar einem Sakrileg, aber die enorme Anzahl an Deutungsmöglichkeiten lässt dies zu. Und auch nach einer wiederholten Sichtung wurden die Fragen nicht weniger. Und auch das ist gut ! ;-)

 

ses

 

8/10
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Kommentare

30.07.2020 17:23 Uhr - dicker Hund
2x
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Den finde ich ebenfalls erfreulich. Schön im eigenen Stil rezensiert!

30.07.2020 18:08 Uhr - sonyericssohn
2x
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Danke dir :-D
Der zündet nicht sofort. Aber dann lässt der fast keine Wünsche offen. Bis auf die erwähnten Dinge...

30.07.2020 21:12 Uhr - Lukas
1x
Ich war von Prometheus insgesamt auch recht angetan, vor allem von der überwältigenden Regie, die einem einige epische Bilder präsentiert. Die Story kann da nicht ganz mithalten und einige der Charaktere sind schon arg platt geschrieben und verhalten sich recht dämlich, aber alles in allem ist Prometheus deutlich besser als der fast schon als Verbrechen zu bezeichnende Covenant, den uns Scott im Nachgang auftischte. Von mir auch 8/10 für Prometheus und wieder eine sehr angenehm zu lesende Kritik!

30.07.2020 21:25 Uhr - sonyericssohn
1x
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Danke auch dir Lukas.
Zu Covenant kommt meinerseits ebenfalls noch etwas. Den halte ich jetzt allerdings nicht für ein Verbrechen, sondern...ach komm... abwarten ;-)

30.07.2020 23:04 Uhr - Cabal666
1x
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Sehr detaillierte und angenehm zu lesende Kritik.
Ähnlich sehe ich das auch. "Prometheus" ist eher ungeschickt erzählt, da er die Handlung ständig über den Haufen wirft und sich die Charaktere oftmals dämlich verhalten. Die philosophischen Denkanstöße, hervorragenden Schauspielleistungen und die beeindruckende Optik haben das jedoch mehr als aufgewogen. Und im Gegensatz zu dir habe ich mich auch nicht an den Ekeleffekten gestört. Vor allem die "Geburtsszene" fand ich sehr eindringlich. 7 von 10 Punkten wären das bei mir.
Und "Covenant" war für mich auch kein Verbrechen! Der hat mir insgesamt sogar besser gefallen.

31.07.2020 07:54 Uhr - sonyericssohn
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Danke fürs lesen Cabal.
Da sieht man wieder wie Eindrücke verschieden aufgenommen werden. Für mich waren die Ekelszenen einfach drüber. Aber so funktioniert Film einfach. Jeder nimmt für sich die Dinge wahr.

31.07.2020 22:54 Uhr - Horace Pinker
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Gewohnt sehr lesenswertes, schön formuliertes Review sony. Deinem Fazit kann ich mich soweit anschließen, fand den auch gar nicht mal so übel, die letzte Sichtung ist zwar schon eine Weile her, aus der Erinnerung heraus würde ich aber 7 Punkte vergeben. Die Goreeffekte haben mich übrigens nicht gestört (fand sie jetzt auch nicht übermäßig ausufernd), schlimm empfand ich eher das oftmals absolut dämliche und unlogische Verhalten der Figuren (insbesondere da sie zum Großteil Wissenschaftler sind sollte man doch meinen das sie sich wenn sie auf einem fremden Planeten auf eine außerirdische Lebensform treffen verantwortungsbewusster und vorsichtiger verhalten würden).

01.08.2020 08:03 Uhr - sonyericssohn
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Auch dir danke, Horace.
Vielleicht kommt das wirklich falsch rüber. Ich hab nichts gegen Splatter !!! Doch mir fehlt hier einfach das düstere, schleichende Grauen was den Ur- Alien ausmachte ! Und das wurde in meinen Augen durch grobe Effekte einfach plattgewalzt.

02.08.2020 00:19 Uhr - ulver
1x
Eine wirklich lesenswerte Kritik. Der Film wächst erstaunlicherweise mit jeder Sichtung.

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