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Und wieder ist Freitag der 13.

(Originaltitel: Friday the 13th Part 3: 3D)
Herstellungsland:USA (1982)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Splatter, Thriller
Alternativtitel:Friday the 13th Part III
Freitag der 13., Teil 3
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,54 (126 Stimmen) Details
inhalt:
Eine hübsche Sommeridylle wird für eine Gruppe naiver Campleiter zu einem Albtraum reinen Schreckens. Denn diese ignorieren das blutige Vermächtnis vom Camp Crystal Lake. Einer nach dem anderen fällt dem wahnsinnigen Jason zum Opfer, der ihnen hinter jeder Ecke auflauert.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                        UND WIEDER IST FREITAG, DER 13.

Mit Freitag, Der 13. - Teil 2 (1981) konnte man – auch wenn er nicht so viel einspielte wie das Original – einen weiteren Erfolg verbuchen, und auch wenn der zweite Teil ähnlich schlechte Kritiken einfuhr wie der erste Teil, begann man umgehend mit den Arbeiten am dritten Teil, der in Deutschland Und Wieder Ist Freitag, Der 13. hieß. Diesmal wollte man den Fans etwas ganz Besonderes bieten, was man gleich in zweierlei Hinsicht tat. Im dritten Freitag, Der 13.-Film erhielt Jason Voorhees seine typische Hockeymaske, die ihn zur modernen Horrorfilmlegende machen sollte. Außerdem drehte man den dritten Teil der Reihe in 3D, um ein noch spektakuläreres Kinoerlebnis zu bieten und noch mehr Fans in die Lichtspielhäuser zu locken. Dadurch musste man nicht nur ein höheres Budget (2,2 Millionen Dollar) locker machen – auch die Dreharbeiten erschwerten sich, da etliche Einstellungen zigmal wiederholt werden mussten, um den gewünschten 3D-Effekt zu erzielen, was die Nerven von Regisseur Steve Miner, der auch Teil 3 drehen durfte, und die seines Casts – u.a. Dana Kimmell (McQuade – Der Wolf, 1983), Tracie Savage (Loretta, 2005), Catherine Parks (Looker, 1981), Larry Zerner (Hadley´s Rebellion, 1987) und Richard Brooker (1954-2013 / Deathstalker, 1983) – ordentlich strapazierte. Aber das Resultat sollte sich- letztendlich  -  bezahlt machen.

Und Wieder Ist Freitag, Der 13. beginnt mit dem Finale des Vorgängers, auch wenn dieses keinen Bezug zur späteren Handlung hat und keine Figur aus dem zweiten Teil auftaucht, obwohl ursprünglich geplant war, die Geschichte von Ginny Field (Amy Steel) weiterzuerzählen. Die Haupthandlung des Films setzte nach den Ereignissen in Freitag, Der 13. - Teil 2 (1981) an, was ein kleines Problem mit der Timeline gibt, da Teil 3 – entgegen seines Titels – nicht an einem Freitag, den 13. spielt. Egal – eine Gruppe Teens/Twens will ein Wochenende am Crystal Lake verbringen, obwohl sie davor gewarnt wurde. Die Kids bekommen nämlich nicht nur Ärger mit mit Motorradrockern, sondern auch einem gewissen schweigsamen und maskierten Herrn …

Der dritte Teil der Freitag, Der 13.-Serie ist eine deutliche Steigerung gegenüber seinem Vorgänger und gehört zu den Highlights der Reihe, die es bisher auf zehn Teile, ein Crossover und ein Remake/Reboot gebracht hat. Das Wichtigste vorweg: Nach dem doch etwas gewöhnungsbedürftigen Sack mit dem Guckloch bekommt Jason Voorhees hier endlich seine berühmte Hockeymaske, wodurch der von Richard Brooker physisch überzeugend gespielte Jason Voorhees deutlich mächtiger und bedrohlicher wirkt, was auch für das Make Up unter der Maske gilt, das Jasons Fratze aus dem zweiten Teil in den Schatten stellt. Auf den Punkt gebracht: Hier sieht man erstmals den Jason Voorhees, den die Fans kennen und lieben. 

Außerdem ist Und Wieder Ist Freitag, Der 13. (auch wenn man den Einsatz der 3D-Technik mal außen vor lässt) aufwändiger ausgefallen als der Vorgänger, da z.B. die Schauplätze erweitert wurden und es z.B. denkwürdige Szenen an einer Tankstelle und in einer Scheune gibt. Auch das Figurenensemble wurde etwas erweitert, so dass Und Wieder Ist Freitag, Der 13., als das Slashermovie fest im Sattel saß, auch wirklich jeden Archetypen aufweist, den man in diesem Subgenre finden kann – so gibt es neben dem „Final Girl“ auch einen (aus Slashermovies wohl nicht mehr wegzudenkenden) Nerd und zwei Hardcore-Kiffer. Die Figurenzeichnung dürfte nicht jedermanns Sache sein, und insbesondere an dem von Larry Zerner dargestellten Shelly dürften sich die Geister scheiden. Ich finde ihn – auch wenn die Anzahl seiner makaberen Scherze etwas über das Ziel hinausschießt – trotzdem irgendwie sympathisch, da er stellvertretend für die „Nerds“ steht, die sich kleiner machen als sie sind, weil sie glauben, einem bestimmten „Schönheitsideal“ nicht zu entsprechen und deswegen „nicht dazuzugehören“. Auch die von Dana Kimmell gespielte Chris bietet eine der besseren schauspielerischen Leistungen; außerdem zeigt ein traumatisches Ereignis aus ihrer Vergangenheit, das mit der Handlung des dritten Freitag, Der 13.-Films verknüpft wird, dass man sich bei der Story etwas mehr Mühe gegeben hat, um zusätzliche Spannung zu erzeugen. Als gewöhnungsbedürftiger oder auch nerviger könnte man dagegen das Kiffer-Duo oder das Ehepaar, das zu Beginn des Films präsentiert wird, empfinden, aber auch diese Figuren werden – wie einige andere auch – von ihren Darstellern so cartoonhaft überzogen gespielt, dass sie durchaus auch Spaß machen können. Es liegt hier zum Teil stark im Auge des Betrachters, ob die Figurenzeichnung so angenehm ist wie eine Wurzelbehandlung ohne Betäubung, oder ob sie zum Unterhaltungswert des Films beiträgt. Denn unterhaltsam ist Und Wieder Ist Freitag, Der 13. allemal und er gehört zu den Teilen der Serie, die ich mir – im Gegensatz zu Teil 5 oder 8 – immer wieder gern ansehe.

Aber bei einem Freitag, Der 13.-Film dürften die meisten Zuschauer ihr Hauptinteresse nicht auf eine tiefschürfende Handlung oder hochpräzise ausgearbeitete Charaktere richten, sondern auf Spannung, Atmosphäre und nicht zuletzt auf zahlreiche Morde. Und in diesen Kategorien kann Und Wieder Ist Freitag, Der 13. deutlicher punkten als der zweite Teil. Auch wenn nicht jeder Effekt die Handschrift eines Experten trägt (Die Szene, in der Jason einem Opfer den Schädel zusammendrückt, worauf ein Auge aus der Höhle springt, ist überdeutlich als Effekt zu erkennen, den man auch anno 1982 bestimmt schon besser hätte hinkriegen können…), aber trotzdem hat der Streifen etliche kurze, aber dennoch harte Effekte zu bieten, wie z.B. das Abschlagen einer Hand oder einen Harpunenpfeil, der ein menschliches Auge trifft. Zwar zeigt der Streifen nichts, was seine lange Beschlagnahmung rechtfertigt, aber ruppiger als Freitag, Der 13. - Teil 2 ist der dritte Beitrag zum Franchise allemal.

Begleitet werden die von Steve Miner einmal mehr kompetent vorbereiteten und ausgeführten Mordszenen von Harry Manfredinis charakteristischer Filmmusik, die mal einen Mord ankündigt, den Zuschauer aber auch mal in die Irre führt. Apropos in die Irre führen: Und Wieder Ist Freitag, Der 13. bietet nicht nur die für Freitag, Der 13.-Stammkomponist Manfredini typische, oft von hektischen Streichern begleitete Filmmusik, sondern auch ein Disco Theme, das Manfredini mit Michael Zager komponiert und der fiktiven Band Hot Ice zugeschrieben hat. Der Song ist einerseits total cheesy, trägt aber trotzdem zum Kultstatus des Films bei.

Und Wieder Ist Freitag, Der 13. gehört zu den besten Fortsetzungen des Originals von Sean S. Cunningham und bietet anderthalb Stunden lang gute, spannende und teilweise schon ein wenig blutige Unterhaltung für Freunde des Franchises, bzw. des Slashermovies … landet im Gegensatz zu manch anderem Sequel immer mal wieder in meinem Player.

In den USA war Und Wieder Ist Freitag, Der 13. erneut ein großer Erfolg – bereits am Startwochenende landeten über 9 Millionen Dollar in den amerikanischen Kinokassen. Und obwohl die Genrekonkurrenz mit Filmen wie u.a. Poltergeist, Das Ding Aus Einer Anderen Welt, Halloween III: Season Of The Witch und Amittyville II: The Possession erneut groß war, spielte Und Wieder Ist Freitag, Der 13. über 36 Millionen Dollar ein, womit er der zweiterfolgreichste Horrorfilm des Jahres 1982 war. Da überdachte man noch einmal den Plan, die Reihe mit dem dritten Teil abzuschließen und verschob diese Idee auf den vierten Film …

 

8/10
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Kommentare

17.10.2020 02:40 Uhr - Kaiser Soze
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Teil 3 ist von den "alten" Beiträgen der Freitag, der 13.-Reihe mit Abstand mein liebster. Der Film ist wirklich gelungen mit einer spannenden und dichten Atmo, gut aufgelegten Darstellern, Opfern und einem Mörder, der nun mit Maske mordet. Kenne zwar Lediglich die 2D-, nicht die 3D-Fassubg, aber seis drum.

Jedenfalls hast Du wieder / wie gewohnt ein sehr gelungenes und ausführliches Review mit viel drum herum und wichtigen Infos verfasst - hat Spaß gemacht, bin auf die Folgereviews gespannt!

17.10.2020 08:41 Uhr - dicker Hund
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Wirklich sehr gelungene Vorstellung des dritten Teils, in der nachvollziehbar die recht hohe Wertung begründet ist. Für mich ist der hier einer der schwächsten Beiträge zum Franchise. Die Argumente dafür deutet die Kritik bereits selbst an mehreren Stellen an, was mir außerordentlich gut gefällt.

17.10.2020 12:35 Uhr - Draven273
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Wieder eine tolle und aussagekräftige Review von Dir, Entsprechend gut begründet und hier finde ich, merkt man Dir auch schon den Spaß im Gegensatz zu Teil 2 deutlich an. Also Deine Begeisterung, denn die Review zu Teil 2 möchte ich damit nicht schmälern. Wie Du es so schön geschrieben hast, hier kommt dann endlich die Maske und ja auch mir haben die Filme ab diesem Teil auch noch ein Stück mehr Spaß gemacht. Ich mag aber die ganze Reihe, auch wenn es den einen oder anderen schwächeren Teil gibt, hat Freitag der 13 meinen damaligen Favoriten Halloween überholt und auch wenn ich Freddy mochte, ich steht einfach auf Freitag der 13. Für mich die unterhaltsamste Filmreihe. Von den nostalgiepunkten die diese Filme von mir erhalten abgesehen, finde ich die Effekte in diesem Teil schon echt spaßig, auch wenn man einiges deutlich sehen kann, jedoch merkt man einfach den Darstellern den Spaß an. Insgesamt zählt Teil 3 auch mit zu meinen liebsten Teil der Reihe. Freue mich schon auf Deine kommenden Reviews hierzu.

17.10.2020 14:12 Uhr - Kable Tillman
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Wie immer ein informatives, lesenswertes Review von dir. Den 3. Teil mochte ich nach dem schnarchigen 2. dann auch wieder mehr und allgemein hat der 3. Teil und deren Nachfolger "Freitag der 13." erst zu der Kultreihe gemacht, wie wir alle sie heute kennen und liebgewonnen haben.

17.10.2020 15:29 Uhr - CHOLLO
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Schön geschriebene Kritik und für mich neben Teil 4 der beste der Reihe.

17.10.2020 20:32 Uhr - Intofilms
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Genau, der Teil mit der Hockeymaske. Schon viele Male gesehen und immer wieder erquicklich. Insgesamt meine liebste Slasher-Reihe. Deine Reviews sind so gut! 😀

18.10.2020 11:12 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für Eure zahlreichen netten Kommentare. Teil 3 macht definitiv mehr Spaß als sein Vorgänger und jetzt, wo Jason seine Maske hat, kann man sagen - Die Voorhees-Saga hat Betriebstemperatur!

18.10.2020 19:46 Uhr - cecil b
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Was du alles aus so einem simplen Film herausholen kannst. Hut ab!

Film: Hat was.

19.10.2020 23:47 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank!

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