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Alien: Covenant

Herstellungsland:USA, Großbritannien (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Horror, Science-Fiction,
Thriller
Alternativtitel:Alien: Paradise Lost
Paradise
Prometheus 2
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,49 (61 Stimmen) Details
inhalt:
Die Crew des Kolonieschiffs „Covenant“ ist unterwegs zu einem abgelegenen Planeten am anderen Ende der Galaxie. Dort entdecken sie etwas, das zunächst wie ein unentdecktes Paradies erscheint. Tatsächlich stellt es sich aber als dunkle, gefährliche Welt heraus. Als sie eine Bedrohung von kaum vorstellbarem Ausmaß entdecken, müssen sie einen erschütternden Fluchtversuch starten.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

Man schreibt den 5. Dezember im Jahre des Herrn 2104. Ein gewaltiges Kolonisationsschiff befindet sich auf dem Weg zum Planeten Origae-6, der zur Besiedelung ausgewählt wurde. Während die Besatzung im Hyperschlaf die Reise verbringt, beschädigt eine Neutrinoexplosion das Schiff, der Captain kommt dabei in seiner Schlafkammer ums Leben. Während man nun die Schäden am Schiff repariert empfängt ein Crewmitglied plötzlich Signale die von einem anderen Planeten stammen. Dieser scheint für eine Kolonisierung noch besser geeignet und man entschließt sich zu einer Erkundung. Doch neben den perfekten Bedingungen trifft die Crew nicht nur auf eine mörderische Spezies, sondern auch einen Androiden mit Vorgeschichte…

ALIEN: Covenant

Nachdem Ridley Scott im Jahre 2012 mit -Prometheus- quasi die Vor- Vorgeschichte zu den Alienfilmen erzählte, legte er 2017 nach und präsentierte mit vorliegendem Film die nächste Stufe außerirdischer Evolution. ...mit einem leicht bitteren Beigeschmack.

Nachdem im Vorgänger Noomi Rapace die Ur- Ur- Ripley gab, folgte ihr hier Katherine Waterston (u.a. Phantastische Tierwesen…) nach und schlüpfte in die Rolle der Terraformingexpertin Daniels. Eine ruhige, angenehme junge Frau die sich einen Namen gemacht hat. Gegen die Crew, lauter harte Kerle...und Frauen, kann sie sich problemlos behaupten…

...besonders zum neuen Captain Oram (Billy Cudrup; u.a. The Watch, Watchmen) hat sie einen besonderen Draht. Ja, man scheint sich zu mögen...rein dienstlich natürlich. 

Für das zwischenmenschliche ist Android Walter (Michael Fassbender; Prometheus) nicht zuständig. Er nimmt zwar alles wahr, ist aber noch mehr von der Flora und Fauna des neuen Gestirns fasziniert. Sein Wissensdrang ist enorm, sein Willen zu lernen endlos. Fluch und Segen zugleich…

"Wie fühlen sie sich ?"

"Lebendig."

Naja, so lebendig kommt das leicht sterile Intro nicht rüber, was auch kaum verwundern mag. Denn die ersten "Schritte" des Androiden David (ebenfalls Michael Fassbender) in sein künstliches Leben zu beobachten macht jetzt ned so viel Spaß. Allerdings sollte man der Konversation mit Davids Schöpfer Peter Weyland (Guy Pearce; Die Zeitmaschine, Tödliches Kommando) schon aufmerksam lauschen ! So erklären sich einige Dinge die im Vorgänger Fragen aufwarfen. Auch warum Davids Selbstverliebtheit so aus dem Ruder lief… 

Sagte ich lief ? 

Nun wird's aber Zeit dem Zuschauer die Haudegen des Films im Rahmen eines Unglücks vorzustellen, wird Zeuge eines Außeneinsatz der mit überheblichen Funkverkehr unterlegt wird. Man merkt gleich zu Beginn daß die Crew hauptsächlich aus sich selbst überschätzenden Typen besteht, die ihren Mund als Waffe gebrauchen. Vor allem Pilot Tennessee (Danny McBride) quasselt gerne mal drauf los, ist aber ein gutmütiger Typ und tierisch verliebt in seine Gattin Faris (Amy Seimetz). Vielen der Darsteller wurde leider nur der undankbare Job als Kanonenfutter zuteil, was aber für die weitere Entwicklung des Films weder positiv noch sonderlich negativ zu werten ist. Man ist es ja vom Vorgänger schon gewohnt… Der Hauptaugenmerk liegt hier nämlich auf den Androiden David dessen Geschichte hier weitergeführt und von seinem Zwilling Walter sehr angetan ist. Fassbender liefert zwar eine gute Leistung ab, aber ich persönlich halte ihn leider für einen leicht überbewerteten Darsteller. Auch hier sorgt er mit seiner seltsam...sorry...tuntigen Art bei mir für mehrmaliges Kopfschütteln. Aber dadurch daß er sich ganz offensichtlich für perfekt hält (gab sich selbst den Namen David in Anlehnung an Michelangelos Skulptur die wohl den perfekten Mann zeigt) kaum verwunderlich. Daß er sich durch sein gesammeltes Wissen über DIE Spezies nun auch für ein höheres Wesen hält überrascht in keinster Weise ! 

Bis allerdings alle Fäden zusammenlaufen ist Geduld gefragt. Denn leider macht Scott im Prometheus- Nachfolger einiges...nicht so wie man es sich wünschen würde. Bis die zähe Story endlich in Fahrt kommt quält man sich durch elendig schwülstige Dialoge, beobachtet hölzern agierende und leider auch dumme Akteure beim Mist bauen. Nebenbei infizieren sich zwei Helden mit Pollen (!!!!???) und brüten buchstäblich was aus ! Eine geschlagene Stunde, in der so gut wie nix passierte, ist nun bereits vergangen und dummerweise wird's dann auch ned sonderlich besser. Vielleicht tu ich dem Streifen jetzt Unrecht, aber die restliche Zeit kann (mich) einfach nicht überzeugen. Die Szenen mit den Zwillingen hat für mich Sandkastencharakter...zwei Kinder beim kuchenbacken… Auf der anderen Seite sinds ja nix anderes als zwei Kiddies beim spielen. Für mich funktioniert dieser Teil aber nur... teilweise. 

In Sachen Horror allerdings packte Scott die grobe Keule aus verpasste dem trägen Streifen jenen gepflegten Horror wie man ihn aus dem Original- Alien kennt. Gepaart mit so einigen blutigen Effekten die aber des öfteren aus dem Rechner stammen. A propos Rechner ! Warum zum Deibel bestehen die, zugegeben meist stark aussehenden, Alienviecher (hier Pathogene genannt) ebenfalls aus Pixelhaufen ??? Und wer hat sich dieses peinliche Nacktmodel ausgedacht ?? Ich wusste und weiß bis heute nicht ob ich lachen oder heulen soll. 

Im geilen und überraschenden Showdown aber dreht man die Spannungsschraube noch einmal unerbittlich an und bringt endlich atemlosen Wahnsinn der wie ein Orkan über einen hereinbricht. Das hätte man nicht mehr erwartet nachdem sich der Rest so zog. 

"Niemand versteht die Perfektion die ich mir erträume."

Tja, vielleicht hätte man weniger träumen sondern machen sollen !? Ich hatte öfter das Gefühl daß Ridley Scott nicht so ganz weiß wohin er mit diesem Film will. Kaum hat sich eine Linie gebildet schlägt der Streifen einen Haken und baut nen neuen Handlungsstrang auf. Dieses Problem war leider auch im Vorgänger das Haar in der Suppe und wurde in diesem Fall noch immer nicht entfernt. 

Man verstehe mich ned falsch. Covenant ist nicht schlecht, aber der große Wurf isses auch nicht. Etwas weniger Geholper und etwas mehr nachvollziehbare Aktivitäten der Akteure hätte meiner Ansicht nach geholfen. Eigentlich wollte ich dem Film lediglich 6,5 Punkte geben. Da der aber einige Überraschungen in petto hat und mich das Finale echt mitriss werdens gnädige 7,5. Mann bin ich nett… 

 

ses

8/10
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Kommentare

02.08.2020 14:56 Uhr - dicker Hund
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Die Rezi liest sich tatsächlich nicht ganz wie eine 8. Bei der Erstsichtung kannte ich "Prometheus" noch nicht und hatte daher einen ziemlich konfusen Eindruck von "Covenant". Beim zweiten Mal war der Vorgänger nachgeholt. Ein Teil der Konfusion blieb dennoch. Insofern kann ich die kritischen Untertöne gut nachvollziehen. Wertungsmäßig wäre ich in der Nähe.

02.08.2020 15:21 Uhr - Lukas
1x
Da muss ich leider mal kurz reingrätschen, da Covenant für mich echt ein absolutes Ärgernis und der schlechteste aller Alien-Filme (den AvP-Schmonz mal außen vor gelassen) war. Wobei du die wesentlichen Kritikpunkte ja gut ausgeführt hast und mit deiner ursprünglichen Wertungstendenz von 6,5 nah an meiner Wertung lagst, da ich mit ganz ganz viel Augen zudrücken gerade noch 6/10 geben würde. Denn zusätzlich zu den von dir genannten negativen Aspekten hat's das Finale bei mir auch nicht rausgerissen, Spannung kam bei mir kaum auf und was mir noch sauer aufstieß war, dass storytechnisch der Anschluss an Prometheus (besonders was die Konstrukteure anging) nahezu eine Vollkatastrophe war.
Naja, aber wenigstens musstest du dich nich so aufregen, is ja auch schlecht für die Nerven. ;-)

02.08.2020 15:26 Uhr - sonyericssohn
2x
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Danke euch beiden.
@Lukas
Was die Konstrukteure / Erbauer angeht bin ich ebenfalls ziemlich irritiert. Baut man in Prometheus die gesamte Story darauf auf, vergisst man diesen Aspekt hier einfach mal. Und dieses eine kurze Sequenz wirkt wie ein Fremdkörper.
Aber wie gesagt...nett wie ich nun mal bin *hust*.

@Hund
Ja, ohne den Vorgänger macht dieser hier weniger Sinn bzw. Laune.

Und ich hab da noch was zu meckern. Der Übergang von diesem Film zum ersten Alien- Teil funktioniert nicht ! Sollte jetzt kein Nachfolger zu Covenant folgen, stimmt nix mehr ! Ihr wisst schon. Nostromo -≥ LV- 426 -≥ Alienschiff samt Eier...

02.08.2020 16:27 Uhr - ulver
1x
Der Film hat leider keinen bleibenden Eindruck hinterlassen können. Tatsächlich habe ich ihn recht belanglos in Erinnerung. Anhand deiner Besprechung will ich in mir nun doch ein weiteres Mal zu Gemüte führen.

02.08.2020 16:36 Uhr - Cabal666
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Schön geschrieben, sony, auch wenn ich nicht ganz zustimme und den Film dann doch etwas besser fand. Bei mir wären es 8,5 Punkte.
So schlecht geschrieben und gespielt fand ich die Charaktere bei weitem nicht. David wurde meiner Meinung nach konsequent weiter entwickelt und das Finale fand ich, trotz des unnötigen Twists zum Schluss, auch großartig. Ebenso wie die Effekte.
Recht geben muss ich dir natürlich bei der zerfaserten Handlung. Und die Entzauberung der Aliens hat mich auch gestört. Ansonsten aber ein sehr gelungener Sci-Fi-Horror-Streifen. Aber Geschmäcker sind natürlich verschieden.

02.08.2020 17:54 Uhr - sonyericssohn
1x
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Danke dir Cabal. Ich muss zugeben daß der mir beim ersten anschauen besser gefallen hat als beim zweiten Mal. Das war jetzt nach 3 Jahren... Irgendwas hat sich da bei mir verändert :-D

Auch dir danke fürs erneute lesen Ulver !!!

11.08.2020 10:24 Uhr - Draven273
1x
Danke sony, auch wenn ich mal wieder etwas spät dran bin. Hast mir mit Deiner Review den Film nochmal gut ins Gedächtnis geholt. Leider fand ich den im Kino damals schon echt..... naja. Hatte ziemlich mit mir zu kämpfen. In dem Fall mal gar nicht so mit den Effekten, sondern mit den komischen Pollen???? Blumen, Gewächs....was auch immer (ist zu lange her) und dem Verhalten der Leute etc. jedoch werde ich mit den Streifen die kommenden Tage nochmal versuchen anzuschauen, denn ich muss mir da auch nochmal irgendwie ein Urteil drüber fällen.
Davon ab, wie immer schön geschrieben, vielen Dank für die Mühe und die Erinnerung.

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