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Queen & Slim

Herstellungsland:USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 1,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Auf dem Rückweg nach ihrem ersten Date wird ein junges schwarzes Paar von einem Polizisten wegen einer Nichtigkeit angehalten. Als die Situation aus dem Ruder gerät, erschießt Slim (Daniel Kaluuya) den Polizisten in Notwehr, um die junge Anwältin Queen (Jodie Turner-Smith) zu retten, die diesen Polizeiübergriff nicht einfach hinnehmen will. Die Dashcam-Aufnahme des Vorfalls macht die beiden zu eindeutigen „Polizistenmördern“ für die Staatsgewalt aber gleichzeitig auch zu heldenhaften Symbolfiguren während das Video zum viralen Hit wird. All der Schmerz über unschuldig getötete Schwarze, das Trauma andauernder Polizeiwillkür und die anhaltende Wut über ein immer noch rassistisches System entladen sich in einer Welle der Unterstützung und Proteste für die beiden Flüchtenden. So beginnt eine verzweifelte und gefährliche Odyssee, auf der die Zwei sich immer näher kommen und ein tiefes Verständnis und eine bedingungslose Liebe füreinander wächst.
eine kritik von ghostfacelooker:

Wer kennt es nicht. Du gehst mit deiner Lady aus, ihr habt eine gute Zeit, tiefsinnige Gespräche mit gleichsam tiefen Blicken in die Augen und blödelt ein wenig auf der Heimfahrt herum, sodaß ihr dummerweise ein wenig Schlangenlinien fährt, weil Sie dich beim fahren ablenkt und natürlich sind in dem Moment die Cops zur Stelle.

...und nun stellen wir uns vor das Pärchen in dem Auto wäre weiß!

Nun, was als total aufrüttelnde Schlüsselsequenz und eine der besten, menschlichsten Plädoyers in einem Gerichtsfilm in Die Jury funktioniert hat, klappt bestimmt nicht so eindringlich als Aufhänger für dieses Review, jedoch ist die Realität eine erschütternd Traurige, denn neben Breonna Johnson oder George Floyd kamen allein dieses Jahr über fünfhundert schwarze Bürger Amerikas durch die herrschende Polizeibrutalität ihres Landes ums Leben.

Die meisten „meiner Leser“ wissen wie ich zu dem Thema stehe und werden, ob der Einleitung und der folgenden Sätze zustimmend nickend, anstatt augenverdrehend reagieren (und euch gehört mein Respekt im Gleichklang der Stimmen gegen Rassismus, denn jedes Leben zählt unabhängig der Hautfarbe! zumindest solange es keine menschenverachtenden Verbrechen begeht), aber eine solch dargestellte und lebensnahe Situation wie sie im Film dargestellt und leider immernoch für viele schwarze Menschen alltäglich ist, werden wir in Deutschland oder als weiße Allgemein in einer angeblich routinemäßigen Polizeikontrolle nie erleben.

Banalisiert läßt sich dieser Film natürlich mit Wisdom, oder den in der Handlung angesprochenen Bonnie und Clyde vergleichen, denn daß Pärchen wird zu kriminellen auf der Flucht, und der Film bietet eine ähnlich romantisierte Analogie in der Chemie wie sie damals zwischen Warren Beaty und Faye Dunaway und auch Emilio Estevez und Demi Moore zu spüren war, aber er ist auch ein visuelles Zeugnis von Mißständen, Rassismus auf beiden Seiten, aber auch Hoffnung.

Vor allem ist dieses Filmdebüt der griechisch amerikanischen Musikvideoproduzentin, welches von Lena D. Waithe, die hiermit auch ihr erstes Spielfilmdrehbuch liefert, ein wertfreier Film. Wertfrei in dem Sinn, als daß er es dem Zuschauer überläßt sich Urteile zu bilden, indem er die unfreiwilligen Helden Angela und Ernest auf ihrer Flucht begleitet.

Einige Kameraeinstellungen bezeugen diese von außen betrachtende Sicht ganz gut, denn man ist nicht Teil des Dramas, sondern beobachtet und fühlt und auch wenn man manche Reaktionen der beiden kaum nachvollziehen kann, könnte man sich aufgrund mehr als vierhundertjähriger Sklaverei und noch immer bestehender Diskriminierung bis hin zu willkürlicher Tötung schon gut vorstellen, daß die beiden nicht immer rational denkend handeln können.

So ist es vielleicht nur die persönliche Einstellung, die Fragen aufkommen läßt wie, warum lassen sie e sich soviel Zeit und wirken teilweise planlos? Oder ist dein erster Gedanke als Anwältin wirklich Flucht und daß man alles hinter sich lassen kann, selbst wenn Mord als Tatverdacht gegeben ist, denn wenn du merkst daß heutzutage dein Gesicht schnell die Runde macht wäre dies möglich, aber hätte es nicht gerade aufgrund der medialen Intension eine bessere Alternative als Flucht gegeben? Und wenn ja wie viele Chancen hättest du als Person anderer Hautfarbe wirklich vor Gericht?

Wie auch immer man es betrachtet, der Film spiegelt eine weitere Emotion jener Menschen nach Gerechtigkeit wieder, die sie im Alltag öfter mißen als andere und das obwohl sie nichts dafür können. Diese Emotion in diese Art „Rahmenhandlung“ visuell umzusetzen ist ebenso eine Art Protest und bitter nötig.

Ähnlich brisante Thematiken, wurden bereits in den 1990ern mit Menace 2 Society, Dead Presidents, Set it off oder Boyz n the Hood verfilmt und wie in allen genannten, ist es auch hier wichtig eine Sympathie zu den Figuren erzeugen zu können, denn ohne diese funktioniert die Übertragung der Spannung und das daraus notwendige Mitgefühl für die Figuren äußerst selten.

Doch in diesem Fall, will man die Figuren begleiten und mit ihnen emotional verbunden sein und dafür hat man zwei tolle Schauspieler casten können, die die notwendige Verzweiflung, oder emotionalen Ebenen auch in ihrer Mimik und dem Verhalten widerspiegeln können wie ich finde.

Daniel Kaluuya, denn man aus Get Out kennen sollte, spielt hier fast die selbe Rolle, denn in seiner Mimik liegt die selbe Traurigkeit, welche er auch in dem glänzenden Horrorstreifen Jordan Peele´s besaß, doch diesmal mehr als gerechtfertigt und vielleicht näher an einer real empfundenen aufgezwungenen Emotion, die dir dein eigenes Leben aufzwingt.

Die bezaubernde Jodie Turner-Smith, spielt hier die stolze und teilweise nicht minder egozentrische Anwältin, deren Leben sich mit einem Date und einer unverständlichen Überreaktion eines Polizisten schlagartig ändert.

Ein Film, der trotz gewisser leichter Schwächen und oft unnötiger Aussagen ( denn ehrlich gesagt glaube ich, daß selten Eltern und besonders keine schwarzen Eltern die ich kenne, so mit ihren Kindern oder über ihre Frau reden wie es hier dargestellt wird), meiner Meinung nach Potenzial besitzt auf Dauer zu einem Kultfilm avancieren zu können. Mehrfach sehenswert ist er allemal.

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