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Bad Boys II

Herstellungsland:USA (2003)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Komödie, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Bad Boys 2
Bad Boys: 2 Bad
Bad Around the World
Good Cops: Bad Boys II
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,37 (154 Stimmen) Details
inhalt:
Drogenfahnder Mike Lowrey (WILL SMITH) und Marcus Burnett (MARTIN LAWRENCE) übernehmen als Mitglieder einer Rauschgift-Sondereinheit des Miami Police Departments den Auftrag, die größte bisher entdeckte Lieferung von Ecstasy nach Miami zu unterbinden. Ihre Untersuchungen führen sie auf die Spur einer weitreichenden Verschwörung, in die ein gefährlicher Gangsterboss (JORDI MOLLÀ) verwickelt ist. Dessen Ambitionen, den Drogenhandel in der Stadt unter seine Kontrolle zu bringen, haben bereits einen blutigen Krieg in der Unterwelt entfacht. Das freundschaftliche Arbeitsverhältnis von Mike und Marcus wird dabei überraschend auf eine schwere Probe gestellt, als sich Mike für Marcus´ Schwester Syd (GABRIELLE UNION) zu interessieren beginnt. Und bevor beide nicht das Persönliche vom Professionellen trennen können, laufen die "Bad Boys" Gefahr, ihren Auftrag völlig zu vermasseln - und in Folge dessen auch noch Syds Leben aufs Spiel zu setzen.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                         BAD BOYS II

Mit Bad Boys – Harte Jungs (1995) hatten Regisseur Michael Bay und seine Hauptdarsteller Will Smith und Martin Lawrence einen Kassenhit gelandet und wahrscheinlich dürfte jeder Fan und Kritiker mit einer baldigst nachgeschobenen Fortsetzung gerechnet haben, doch zunächst geschah diesbezüglich nichts, was am vollen Terminkalender der drei Beteiligten gelegen haben dürfte. Nach seinem Regiedebut drehte Michael Bay Blockbuster wie The Rock – Fels Der Entscheidung (1996) und Armageddon (1998), während Will Smith seinen gerade erst gewonnenen Superstarstatus mit Filmen wie Independence Day (1996) und Men In Black (1997) weiter ausbaute und sich Martin Lawrence in mäßigen Komödien wie Nix Zu Verlieren (1997) und Big Mama´s House (2000) verdingte. Im Jahr 2003 kam dann aber endlich Bad Boys II in die Kinos. Theresa Randle und Joe Pantoliano, die bereits im ersten Teil zu sehen waren, nahmen ihre Rollen wieder auf, während es mit Jordi Molla (Riddick, 2013), Gabrielle Union (Born 2 Die, 2003) und Peter Stormare (8mm – Acht Milimeter, 1999) interessante Neuzugänge zu verzeichnen gab. Gedreht wurde in den USA (Miami), Puerto Rico (Arecibo & Manati) und den Niederlanden (Amsterdam). Während Bad Boys – Harte Jungs für ein moderates Budget von 19 Millionen Dollar entstand, durfte Michael Bay sage und schreibe 130 Millionen Dollar für das Sequel ausgeben.

In ihrem zweiten Leinwandeinsatz ermitteln Mike Lowrey (Will Smith) und Marcus Burnett (Martin Lawrence) gegen den skrupellosen Drogendealer Johnny Tapia (Jordi Molla), der in einen Krieg zwischen der kolumbianischen und der russischen Drogenmafia verwickelt ist. Hinzu kommen private Probleme, die die Beziehung der Achse Lowrey/Burnett belasten: Burnetts Schwester Sydney (Gabrielle Union) ermittelt in dem Drogenkrieg nicht nur als Undercovercop an vorderster Front, sondern führt eine heimliche Beziehung mit Mike. Außerdem will sich Marcus versetzen lassen, da ihm das Leben an der Seite seines Partners zu gefährlich geworden ist …

Bad Boys II ist ein Film, an dem sich die Geister scheiden dürften. Obwohl der Film die Schlüsselelemente – und figuren des Originals beibehalten hat, unterscheidet sich Bad Boys II dennoch drastisch von seinem Vorgänger und ist definitiv kein Film für Feingeister. Man sollte schon ein ziemlich dickes Fell mitbringen, um Bad Boys II genießen zu können, denn der erste Teil wirkt im Vergleich zu seinem Nachfolger geradezu brav.

Bad Boys II wartet mit einer geradezu epischen Spieldauer von fast zweieinhalb Stunden auf, was auch an den Actionszenen liegt, die wirklich eine Menge Raum annehmen. Bereits die erste Actionszene, in der Smith/Lowrey und Lawrence/Burnett ein Treffen des Ku-Klux-Klan aufmischen („Tatü Tata, die Neger sind da!“), verdient nicht nur das Prädikat „Kult“, sondern legt auch die Marschroute des Films fest – hier wird bereits geschossen und gesprengt, was das Zeug hält, und das ist erst der Anfang. Es folgen u.a. eine atemberaubende Schießerei, die in einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd mündet, bei der ein mit Autos beladener LKW eine signifikante Rolle spielt. Und da Miami als Drogenkriegsschauplatz nicht ausreicht, geht es zum Showdown nach Kuba. Das Finale, das in Tapias Villa beginnt und im weiteren Verlauf den Jackie Chan-Streifen Police Story (1985) zitiert, hat weniger mit einem Cop-Actionstreifen zu tun, sondern erinnert eher an einen Men On A Mission-Kriegsactionfilm im Gewand der 2000er Jahre. Was die Action angeht, fährt Bad Boys II permanent auf der Überholspur: Der Munitionsverbrauch ist exorbitant hoch, die Pyrotechniker dürften jede Menge Überstunden geschoben haben und der Bodycount bewegt sich locker im dreistelligen Bereich. Apropos Bodycount: Mit der Anzahl der Leichen steigerte man auch den Gewaltgrad – während der erste Bad Boys-Streifen heutzutage locker von Sechzehnjährigen gesehen werden kann, trägt Bad Boys II seine 18er-Freigabe aufgrund zahlreicher blutiger Einschüsse sowie der Zurschaustellung von gesprengten und zerstückelten Körper (im Eimer präsentiert) auch heute noch zurecht. Bei all dem Lob bezüglich der Action muss allerdings angemerkt werden, dass Michael Bays Inszenierung der Actionszenen im Vergleich zum ersten Teil hektischer geworden ist; soll heißen: Die Schnitte sind schnell, es gibt reichlich Kameragewackel etc. Zwar fällt das nicht so stark ins Gewicht wie bei manch anderem Film, aber es dürfte nicht wenige Fans geben, denen diese Art der Inszenierung sauer aufstoßen dürfte. Trotzdem: Actiontechnisch gesehen bietet Bad Boys II das volle Brett.

Auch abseits der Gewalt lotet Bad Boys II die Geschmacksgrenzen des Publikums aus. Da fallen während einer Verfolgungsjagd Leichen auf die Straße und auch der Besuch eines Leichenschauhauses wartet mit Momenten auf, die zartbesaitete Zuschauer als „geschmacklos“ empfinden könnten. Gleiches gilt für die Szene, in der ein Teenager Michael Burnetts Tochter ausführen möchte und erstmal an ihrem Vater und ihrem vermeintlichen Onkel Mike vorbei muss – eine hochkomische Szene, was aber nicht jeder so empfindet. So war Filmkritikikone Roger Ebert schier entsetzt über diese Szene, in der das Wort „Nigga“ verwendet wurde, und die er als unnötig grausam empfand und ihn am Verstand der Macher zweifeln ließ … wie gesagt: Für Bad Boys II braucht man mitunter ein dickes Fell.

Aber Bad Boys II ist nicht nur Krawallkino. Neben den Wortgefechten zwischen Will Smith und Martin Lawrence, die hier – ebenso wie im ersten Teil – einen großen Beitrag zur Qualität und zum Unterhaltungswert beitragen, weist der Film auch ruhige, ernsthafte Zwischentöne auf, die zeigen, dass man das Konzept des Originals nicht einfach nur übernommen, sondern auch ausgebaut hat. So gibt es Szenen, in denen Burnett erst lernen muss, dass seine „kleine Schwester“ doch nicht mehr so klein ist und auch das Thema Freundschaft wird durchaus ernsthaft (wenn auch etwas pathetisch, aber was soll´s .... hier muss das so sein!) thematisiert. Auch der Aspekt „Stressbewältigung“ wird auf humorvolle Weise angegangen.

Außerdem bietet Bad Boys II neben dem gut aufgelegten Duo Smith/Lawrence auch noch weitere ordentliche darstellerische Leistungen, vor allem auf der Gegenseite. So überzeugt Jordi Molla in der Rolle des durchgeknallten, aufstrebenden Drogenbosses Tapia und auch Peter Stormare bleibt als russischer Gangster Alexei dauerhaft im Gedächtnis.

Auch wenn Bad Boys – Harte Jungs als Film sympathischer war, hatte ich bei der (erneuten) Betrachtung des zweiten Teils genauso viel Spaß wie beim Original. Die beiden Teile unterscheiden sich deutlich voneinander, aber gerade das ist die Stärke des zweiten Teils, der darauf verzichtet, erneut ein Verwechslungsszenario zu entwerfen, aber die Stärken des Originals beibehält. Sicher enthält der Film Szenen, die dem einen oder anderen Zuschauer missfallen könnten (siehe oben), aber damals wie heute ist es ganz erfrischend anzusehen, wie Bay und Co. hier anscheinend ohne Sorgen bezüglich irgendwelcher Risiken losgelegt haben – ungewöhnlich für einen Actionfilm mit dreistelligem Millionenbudget. Bad Boys II ist unterm Strich eine äußerst unterhaltsame, rasante und explosive Tour de Force, die sich nicht hinter seinem Vorgänger verstecken muss und auch nach mehrmaliger Sichtung immer begeistern kann. Mit über 273 Millionen Dollar spielte das Sequel mehr als das Doppelte seines Budgets ein und doch musste wieder eine Ewigkeit vergehen, bis die Bad Boys wieder die Straßen von Miami unsicher machen konnten …

9/10
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Kommentare

12.08.2020 06:22 Uhr - McGuinness
4x
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Wieder einmal schlägt der Punisher zu, mit einer ganz phantastischen, informativen und begeisternden Review 😉

Ich persönlich sehe diesen Teil schwächer als den Vorgänger, da hier für mich gilt... " Weniger ist manchmal eben mehr " was sich insbesondere in dem komödiantischen Anteil wiederspiegelt.

ACHTUNG SPOILER

Ich denke da u. a. an das Verschlucken einer kleinen blauen Pille, dessen Verlauf zwar anfangs noch ganz witzig ist, mir in der casa de la Captain Howard Dann aber doch zu albern wurde oder aber als Mike und Marcus sich als Rattenfänger ausgeben und feststellen müssen, dass das Paarungsverhalten der kleinen Nager dem uns Menschen ziemlich ähnlich ist.

SPOILER ENDE

Die Action - Sequenzen sind zwar reichlich und in deren Intensität bombastisch dargestellt, aber durch die schnellen Bildschnitte wirken diese mir einfach zu gehetzt und man merkt allzu deutlich, dass der gute Herr Bay wohl immer noch mit einem Bein in der Werbebranche zu stehen scheint.

Die übrigen Beteiligten, allen voran der wahre Augenschmaus Gabrielle Union, wissen aber zu überzeugen und lassen die zuvor genannten Kritikpunkte für mich wieder mehr in den Hintergrund treten.

Allgemein scheint mit der erste Teil mehr geerdeter zu sein und gefällt mir persönlich einfach besser, da die Mischung aus Action, Witz und Gesamtspielfilm - Länge besser passt.

Dennoch... Prima Review und ganz tolle Arbeit 😊👍🏻

12.08.2020 08:04 Uhr - sonyericssohn
3x
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9 Punkte, so so ;-)
Fand den leider schwächer als den köstlichen Erstling. Die Kubaner gehen mir mit ihrer "künstlichen" Synchro noch immer auf den Zünder. Auch is mir der irgendwie zu überladen... Allerdings knallt man in Sachen Action den Zuschauern einen vor den Latz und auch der Humor sitzt ganz gut.
Wäre mit ner netten 8 dabei.

Schön gemacht Puni !

12.08.2020 08:28 Uhr - TheMovieStar
3x
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Für mich der beste Bad Boys! Und wieder eine tolle informative Kritik Punisher. Allgemein formuliert liebe ich deine Reviews bzw. deinen Stil zu schreiben, da du immer eine tolle Mischung zwischen Hintergrundinfos und eigener Meinung lieferst, weiter so!

12.08.2020 09:19 Uhr - beebop251
3x
Schön geschriebene Kritik. Finde den Film zwar auch sehr unterhaltsam aber auch viel zu lang. Da sind etliche unnötige Szenen drinne (Causeway Verfolgungsjagd, die Schießerei mit der im Haus rotierenden Kamera, die humorige Szene im Videoladen). Bezüglich Humor war Bay auch schon mal subtiler. Dennoch ein sehenswerter Actionfilm.

12.08.2020 15:18 Uhr - Cabal666
2x
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Wieder eine schön verfasste Review, deren Fazit ich mich aber nicht anschließen kann.
Es waren eben die vielen, von dir angesprochenen geschmacklosen, teilweise richtiggehend menschenverachtenden Szenen, die mir hier den Spaß gewaltig verhagelt haben. Außerdem ist der Film eben wirklich viel zu lang und gleichzeitig viel zu hektisch inszeniert. Der größtenteils sehr kindische Humor nervt außerdem extrem. Mehr als 3 Punkte sind da für mich nicht drin.
Ein paar ganz witzige Szenen gibt's zwar trotzdem (darunter auch die im Videoladen, die für mich sogar die beste des ganzen Films ist!), aber insgesamt zeigte Bay hier für mich, dass die Formel "höher, schneller, weiter" eben oftmals nicht funktioniert. Nach "Pearl Harbour" ein weiterer ziemlich schlechter Bay-Film. Mit den "Transformers"-Filmen sollte es danach aber noch viel schlimmer kommen. Michael Bay ist für mich mittlerweile einer der schlechtesten Hollywood-Regisseure überhaupt geworden. Denn seine Filme verkörpern wirklich alles, was am modernen Blockbusterkino falsch läuft.

12.08.2020 15:35 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für Eure ausführlichen Kommentare. Anhand Eures Feedbacks kann man gut erkennen, dass "Bad Boys II" ein Film ist, an dem sich die Geister scheiden. Objektiv betrachtet hat der Film seine Schwächen, und ja, er ist vielleicht etwas zu lang und enthält Szenen, die einem den Spaß am Gesamtwerk verhageln können. Trotzdem kann ich nicht anders - mir gefällt er immer noch sehr.

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