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The Wave - Deine Realität ist nur ein Traum

(Originaltitel: The Wave)
Herstellungsland:USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Science-Fiction, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,50 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Frank ist ein junger erfolgreicher Anwalt bei einer großen Versicherungsgesellschaft, dessen Privatleben und Ehe jedoch eher trostlos sind. Als er ein Schlupfloch entdeckt, das seinem Arbeitgeber die Auszahlung einer großen Versicherungssumme erspart, winkt eine Beförderung. Sein Freund und Kollege Jeff überredet ihn daraufhin, den Erfolg am Abend gebührend zu feiern. In einer Bar stoßen die beiden auf die Freundinnen Natalie und Theresa. Nach ein paar Drinks ziehen alle gemeinsam weiter zu einer privaten Party, auf der Frank und Theresa auf den mysteriösen Aeolus treffen, der die beiden zur Einnahme einer speziellen halluzinogenen Droge überredet. Frank findet sich unversehens auf einem Trip wieder, der nicht nur sein gesamtes Leben, sondern anscheinend auch das Raum- und Zeitgefüge auf den Kopf stellt...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

Unternehmensanwalt Frank ist einfach der Beste seines Fachs ! Zumindest denkt er das. Wieder einmal hat er die Versicherungspolice einer Familie durchforstet und einen Betrug aufgedeckt. Das bringt ihm nicht nur Ansehen ein sondern auch hoffentlich in der Firma weiter. Doch jetzt muss erst sein neuer Erfolg gebührend gefeiert werden und stiehlt sich spät abends aus dem Haus. Zusammen mit Kollege Jeff leert er in einer Bar mehrere Gläser und besucht mit seiner neuen hübschen Bekanntschaft Theresa eine Party. Dort bekommt er von einem mysteriösen Mann eine merkwürdige Substanz verabreicht…

THE WAVE

Ein imposantes Werk daß uns Regisseur Gille Klabin hier in seinem Langfilmdebüt vorlegt. Hierbei nahm er sich wohl Filme wie -The Cell-, -Jumper-, -Looper- oder eine Prise -Matrix- zum Vorbild. Heraus kam ein irrer Mix aus SciFi, Drama und einer guten Portion beißender Humor.

Für die Rolle des selbstverliebten Versicherungstypen Frank holte man Justin Long (Jeepers Creepers, Die Hard 4) mit ins Boot. Er tut alles für seine Firma, seinem Chef und pfeift auf die Bedürfnisse der Versicherungsnehmer. Hauptsache der Kontostand stimmt und seine Gattin Cheryl (Sarah Minnich) kann die Kohle ungehemmt ausgeben. Heile Familie….wie langweilig…

...wobei Kollege und Freund Jeff (Donald Faison; u.a. Kick-Ass 2, Skyline - Tag des Angriffs) nicht mehr länger zusehen kann. Franks Erfolg soll doch gebührend gefeiert werden. Eine schmuddelige Bar soll ein rauschendes Fest einläuten. Dazu gehört selbstverständlich weibliche Begleitung wie die hübsche aber leicht zickige Theresa (traumhaft Sheila Vand; Argo, 68 Kill) samt Freundin Natalie (Katia Winter; u.a. Dexter). Aus Langeweile besuchen die 4 schließlich eine rauschende Party auf der Frank eine Substanz von nem seltsamen Typen (Tommy Flanagan) verabreicht bekommt…

"Es überrollt dich wie eine Welle !"

Keine Nacht ohne Drogen….äh….keine Macht den Drogen ! Ja okay, genug der Parolen. Jeder weiß daß Drogen einfach scheiße sind. Auch Alk und Glimmstängel. Doch eigentlich wollte ich so gar nicht beginnen. Aber um ehrlich zu sein ist ein textlicher Einstieg in diesen Film gar nicht so leicht wie ich es mir dachte. 

In einer Art Prolog lernt man Frank kennen, der aus dem Off über Zeit sinniert und seine Gedanken hierzu fließen lässt. Er ist wohl auf der Suche nach seiner Brieftasche welche er gestern, heute, morgen verloren hat. Klingt komisch ? Ist es auch... irgendwie. Erst dann steigt man in die eigentliche Story ein und erlebt den Versicherungsyuppie bei seinem größten Erfolg. Wieder einmal hat er eine Familie aus ihrer Wohnung gescheucht und der Firma Millionen gespart. So muss das sein ! Alles Wohl dem Arbeitgeber ! Darauf erst einmal zusammen mit dem Kollegen Jeff einen Drink aus der Bürobar. Der kleine Whiskey zwischendurch wird nun zum Symbol im ersten Drittel des Streifens. Frank ist puschenden und bewusstseinserweiternden Substanzen offensichtlich nicht abgeneigt. Natürlich wird niemand sofort zum Säufer wenn man sich ab und an mal einen genehmigt. Frank hingegen scheint es direkt zu genießen wenn er mal sündigen darf ohne daß seine Frau in diesbezüglich maßregelt. Unter der Woche trinken... unfassbar ! Auch zu Hause ist es nicht gern gesehen daß Frank unter der Zeit trinkt. Cheryl hat da ein wachsames Auge drauf. Nicht daß er das Geld versäuft welches sie für die wichtigen Dinge im Leben benötigt ! Klamotten und Freunde…

Man kommt um den Gedanken nicht herum daß zu Beginn der erhobene Zeigefinger regiert, auf Missstände aufmerksam macht und familiäre Probleme offenlegen will. So ganz falsch liegt man mit der Annahme nicht, doch eigentlich möchte Klabin den Zuschauer an Franks Rausch teilnehmen lassen. Nicht völlig ohne Hintergedanken wie es scheint ! Ab dem Zeitpunkt als Frank zusammen mit der hinreißenden Theresa diese eine Substanz verköstigt wird die Welt aus den Angeln und der Zuschauer aus dem Sitz gehoben. Realitäten verschwimmen, die Zeit (die eine wichtige Rolle spielt) führt ein Eigenleben und gestern war heute morgen. Die Bilder die bis vor kurzem normal waren, mutieren zu abnormen optischen Monstern voller Falschfarben, Schleier und Überblendungen. Tolle Arbeit von Kameramann Aaron Grasso der ein paar witzige Einstellungen in petto hatte ! Der Ton schwankt wie eine schwangere Seekuh von laut dröhnend zu kreischend flüsternd. Vielleicht wird jetzt klar warum mir ein textlicher Zugang zu diesem Film relativ schwer fällt. Zum Glück nehmen die optischen wie akustischen Spielereien nur selten Überhand, fügen sich passend in die schräge Story ein. 

Franks Suche nach der Wahrheit und sich selbst gönnt sich gerne mal ein paar Päuschen und schafft somit weitere Handlungsstränge wie zum Beispiel die Sache mit einem Dealer (Ronnie Gene Blevins; u.a. Savaged, Agents of Shield). Jener Kerl soll Frank aus seinem Dilemma helfen, was dem Film einen leichten Krimi-Charakter verleiht. 

"Jetzt weiß ich was ich zu tun habe !"

Schön, du hättest dem Film evtl. eine frechere Auflösung spendieren können ! Denn nach der ganzen irren Achterbahnfahrt durch fast sämtliche Zeitzonen, Parallelwelten (in der sich Theresa seltsamerweise sehr wohl zu fühlen scheint) und wahnwitzigen Optikspielchen wirkt das Finale einfach zu brav. Hier wird der Zeigefinger aufs neue ausgefahren und spielt seine soziale Trumpfkarte aus. Ich gestehe daß ich harmonischen, positiven Entwicklungen nicht abgeneigt bin. Doch hier hätte ich mir ein böses, rotziges Ende gewünscht. Überhaupt mag in meinen Augen das letzte Drittel einfach nicht zum Rest passen… Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. 

Letzten Endes bleibt ein rasanter, irrer und berauschender (da war's wieder) Trip durch die Zeit, der aber durch seine, mir zu brave, Auflösung vom Thron gestoßen wird.

 

ses

8/10
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Kommentare

31.08.2020 20:20 Uhr - dicker Hund
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Kleine Macht den Drogen?

😉

Filme mit bravem Finale haben einen schweren Stand bei mir, Deine Reviews hingegen nicht.

31.08.2020 20:25 Uhr - sonyericssohn
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Na sag mal, schock mich doch ned so !! Hab gleich gschaud ob ich da was versaut...aber hab ich ned ;-)
Danke fürs erneute lesen werter Kollege !

31.08.2020 21:27 Uhr - The Machinist
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Erinnert vom Cover her ja an so 'nen gewissen Film mit ''Nic Cage'', aber doch hört sich gut an und hatte ich jetzt überhaupt nicht auf dem Schirm.

31.08.2020 21:36 Uhr - sonyericssohn
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Hehe, ich weiß was du meinst 😉
Aber das hier ist dann doch ein anderes Programm. Merci fürs schmökern Machinist !

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