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Cobra Kai

Herstellungsland:USA (2018)
Genre:Action, Drama, Martial Arts, Komödie,
Sportfilm
Alternativtitel:Cobra Kai: The Karate Kid Saga Continues
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,25 (8 Stimmen) Details
inhalt:
34 Jahre sind vergangen, seit Johnny Lawrence (William Zabka) im Karateturnierfinale von All Valley gegen Daniel LaRusso (Ralph Macchio) verloren hat. Mittlerweile ist Johnny Geschieden und hat kaum noch Kontakt zu seinem jugendlichen Sohn. Mit Handwerks- und Hausmeistertätigkeiten schlägt er sich durchs Leben. Daniel dagegen wurde zum erfolgreichen Autohändler und Leiter mehrerer Filialen. In seinem Werbespots brüstet er sich heute noch mit seinem Karate-Image. Als Johnny mit ansieht, wie der junge Miguel (Xolo Maridueña) von seinem Mitschülern schikaniert und verprügelt wird, schreitet Johnny ein und wird von der Polizei verhaftet. Miguel ist beeindruckt von Johnny's Fähigkeiten und bittet ihn zu Unterrichten. Mit Miguel als ersten Schüler, macht er den "Cobra Kai" Dojo wieder 1 zu 1 neu auf. Als Daniel davon erfährt, versucht er alles um den Dojo wieder zu schließen. Zwischen Daniel und Johnny flammt die alte Rivialität neu auf.
eine kritik von ghostfacelooker:

Sind wir mal ehrlich Karate Kid, alias Daniel LaRusso, war 1984 nur ein naiv weinerlicher Teenager, der ohne den tollen, hingebungsvollen und weisen Mr. Miyagi und der süßen Ali, alias Elisabeth Sue, die tatsächlich in der dritten Staffel, welche auch schon abgedreht ist, wieder mit von der Partie ist,einfach ein langweiliger Film und wir sahen ihn alle, weil...naja wir hatten ja früher nichts (kleiner nostalgischer Ausspruch^^^^^^^ ).

Gut es gab Rambo und den Terminator sowie Rocky, aber die Heldenfiguren waren rar gesät. Dies und die Tatsache, daß man Johnny Lawrence (William Zabka) einfach nicht leiden konnte, machten den Film und seine durchaus besseren Nachfolger zum „Kult“.

Zudem hat ihn in seiner Jugend sein Karatelehrer eigentlich, davor bewahrt mit seinen impulsiven Trotzreaktionen, eines Kindes, daß nicht das bekommt was es will, von den Cobra Kai-Jungs öfter auf die Nase zu bekommen, denn betrachtet man ihn als Teenager nochmals genauer, sieht man, daß seine Arroganz und Naivität, der Brutalität der anderen in nichts nachsteht.

Das Daniel eben ein lamentierendes Weichei war, was teilweise noch durchschimmert , erkennt man deutlich in der Szene, in welcher ihn Johnny im TV-Werbespot sieht, bei dem man ebenfalls wie er eigentlich den Fernseher aufgrund des Anblicks eintreten will.

Ernsthaft:

„Bonzai und wir kicken die Konkurrenz weg“.

Soll dies wirklich das Vermächtnis von Mr. Miyagi sein, daß sein Schützling ein zweifachen Karatechampions sein, welcher nicht nur zweimal gegen üble Gegner im Karateturnierfinale von All Valley, sondern auch gegen eine reale Lebensbedrohung in Okinawa kämpfte, als Autoverkäufer dämliche Phrasen drischt und gegen animierte Preise kämpft?

Anfangs schon und man stellt fest, daß Johnny Lawrence eigentlich gar kein so übler Kerl ist, denn man beginnt vielleicht gerade wegen diesem anwidernden Anblick Daniels seine Sichtweise zu verstehen, besonders aber weil man ihn nun als eigentlich traurigen Helden präsentiert bekommt, der obwohl man vielleicht mit seiner Art und Einstellung nicht immer zu hundert Prozent übereinstimmen kann, doch merkt, immer mehr auf seiner Seite zu sein.

Unterstützt wird diese Tatsache nicht nur von der anfänglich snobistisch und aalglatten Darstellung Daniels, die ein Hauch Vollidiot umweht, sondern weil man den tieferen Charakter von Johnny verstehen lernt, welcher ein großer Pluspunkt der Serie, die nur so vor nostalgischen Anwandlungen für Kinder der 80er und den damalig Jugendlichen strotzt. vor allem aber weil diese Serie eine großartige Charakterentwicklung aller Figuren aufzeigt, und nicht nur bei unseren ewigen Rivalen, Daniel LaRusso (Ralph Macchio) und Johnny.

Die beginnt mit den Parallelen zum Originalfilm, denn Miguel Diaz (Xolo Maridueña) erlebt in gewisser Weise genau jene Momente, die auch Daniel dereinst in Schwierigkeiten aber auch zu seinem künftigen Lehrer brachten. In der Serie drehte man dies klugerweise so, daß Johnny indirekt aber für uns Zuschauer natürlich deutlich erkennbar in die Rolle des Mr. Miyagi schlüpft, nur eben mit der Impulsivität und jenem Jähzorn eines Cobra Kai.

Er baut Miguel nicht nur auf, sondern formt mit ihm ebenso seinen Charakter neu, doch und dies zeigt sich auch deutlich, scheint auch seine Vergangenheit nicht nur mentale, sondern emotionale Spuren zu hinterlassen haben, welche ihn dazu bewegen, das für ihn in seiner Welt Richtige zu lehren.

Kurioserweise und gerade wegen seinen charmanten Schülern, die am Rand der elitären Schulgesellschaftsschicht ausharren, kann man Johnnys Lehrmethoden als Sensei in gewißer Art akzeptieren und sogar gutheißen, denn man merkt wie er, daß seine Schüler dadurch an Selbstbewusstsein gewinnen und eine positive Transformation durchleben.

Klar werden in den Schülern auch bewusst Parallelen zu Johnny und seinen früheren Freunden aufgebaut. Der anfangs schüchterne und wegen seines Aussehens oft wie Aisha gehänselte Eli, erinnert später als Hawk durchaus an eine Mischung aus Tommy, der von dem bereits verstorbenen Rob Garrison, gespielt wurde, sowie Bobby (Ron Thomas) welcher damals das erste Mal Daniels Knie ledierte.

Garrison´s echte Krankheit, wird in Staffel 2 thematisiert und in einer Art und Weise, die den Emotionen der alten Cobra Kai Gang entspräche, gedenkt man seiner somit.

Aber Robert Mark Kamen, welcher ebenso die Drehbücher zur Original-Trilogie schrieb, besinnt sich mit der Geschichte die dreißig Jahre später spielt, nicht nur auf eine witzige Hommage der Ursprünge sondern auch auf eine bereits angesprochene Charakterentwicklung und klugen Erzählstruktur in dieser Serie, die ihren Höhepunkt darin findet, daß er den Sohn von Lawrence, welcher sehr wenig Kontakt zu seinem Vater hat, Salz in dessen seit Dekaden offene, seelische Wunden streuen läßt, indem er von LaRusso in Karate trainiert wird .

Zeitgleich weiß aber auch Daniel nicht, wer Robby Keene (Tanner Buchanan) in Wirklichkeit ist und entdeckt durch ihn wieder die scheinbar verblasste Liebe zu Karate und den Möglichkeiten als Lehrmeister, auch wenn er nicht in die legendären Fußstapfen treten wird und dabei seinen Weg entdeckt.

Dies emotionalen Handlungsstränge zwischen der eigentlichen Kerngeschichte und dem natürlich unausweichlichen Aufeinandertreffen beim All Valley Karateturnier, welches der Schlußakt der ersten Staffel ist, bilden eine somit für alte und neue Fans der Charaktere erfrischende Geschichte, die mit einem zusätzlich coolen Rock-lastigen Soundtrack unterlegt wurde, der nicht nur Johnny´s Herz beim Hören höher schlagen läßt.

Der überraschende Cliffhanger mit dem doch ein wenig unerwarteten Ausgang des Turniers bilden dann die Überleitung in die zweite Staffel, in welcher zunehmend auch Daniel´s Tochter Samantha eingebunden wird.

Obwohl sie natürlich auch eine Art Analogie zu Ali darstellt, was sich nicht nur in dem Date mit Miguel auf dem selben Minigolfplatz auf dem schon ihr Vater ihr Pendant ausführte zeigt, sondern auch weil sie genau wie Ali zwischen zwei Männern zu stehen scheint, sind auch Parallelen zu ihrem Vater als Teeanger in emotionaler Hinsicht deutlich.

Mary Mouser, spielt dabei die Rolle der Tochter, Samantha LaRusso, so charmant und mit einer ehrlichen Ausstrahlung, daß man ihr kaum länger als fünf Minuten wirklich böse sein kann, auch wenn sie ihren Vater oft sarkastisch gegenübersteht.

Sie ist der zentrale Fokus der weiteren zehn Folgen von Staffel 2, welche nicht nur die Beziehung zwischen ihr und Robby, oder die Spannungen zwischen ihr und Miguel, sondern auch die Rivalität beider Kampfstile Miyagy Do und Cobra Kai Karate zum Inhalt hat.

Dazwischen streut man humorvolle wie nervende Sequenzen, die selten so pointiert durch eine Figur gesetzt werden konnten, denn während man in verschiedenen Momenten Samantha auch mit der Naivität und Borniertheit ihres Vaters gleichsetzen kann, hat man mit Demetri (Gianni Decenzo), den Schlaubi-Schlumpf der Karatewelt erfunden. Seine altklugen und teilweise vorlauten Äußerungen, gepaart mit seiner eingebildeten aber für ihm physisch manifestierten Unfähigkeit, verdienen fast schon eine Abreibung.

Diese Rivalität wird wirklich leidenschaftlich aufgebaut und durch die Jugendlichen symbolisch als Ying und Yang des Karate präsentiert. Das Gute würde nie ohne den Einfluß des Bösen als solches anerkannt, während das Böse in seinem Grundzügen auch Gut sein kann, solange man es in seiner Art nährt und davon genährt wird und es somit als Gut betrachtet.

Besagte Nahrung bekommen die Kids nicht nur von LaRusso und Lawrence, sondern auch von einem Protagonisten, der diese Balance unbedingt nach seinen Regeln beeinflußen will. Jener Einfluß wirkt unscheinbar und doch deutlich bis zur letzten fulminanten Folge nach und entlädt sich unerwartet, obwohl scheinbar unmöglicher Friede hätte wirken können.

Jenes explosive Finale toppt die emotionale, sowie bis dahin äußerst innovative Serie einer Rivalität in der das Gute auch Böse Dinge und böse Dinge eigentlich durch gute Absichten entsteht.

Doch diese letzte Folge zeigt nicht nur die kindliche Sinnlosigkeit unterschwellig immer bestandenen Feinseligkeit der beiden Lehrer, sondern auch wohin ihre Verblendung und Einfluß führt, obwohl beide immer wieder die Wahl hätten, sich anders zu entscheiden.

Selten hat eine Serie einen Filminhalt so lückenlos in die Gegenwart transportieren können ohne dabei unlogisch oder gar langweilig zu werden, während sie gleichzeitig eine tiefe und philosophische Charakterentwicklung aufzuzeigen versteht.

Staffel Drei dürfte somit hoffentlich ordentlich "einschlagen"!

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Kommentare

06.09.2020 10:45 Uhr - jrtripper
2x
sehr gute arbeit.
die serie gefällt mir um einiges besser als die karotten kid filme.
mal sehen ob die 3. staffel den level halten oder gar noch höher schrauben kann.

06.09.2020 11:24 Uhr - McQuade
2x
Deine Kritik gefällt mir.
Die Serie ist ein gelungenes achtziger Jahre-Reboot, bei dem ich sehr auf die Fortsetzung gespannt bin.

06.09.2020 11:50 Uhr - Fratze
2x
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Ja man!

Ich verschlinge die Serie auch gerade, kann mich im Grunde nur allem was du sagst anschließen... außer dass ich den ersten "Karate Kid" jetzt nicht ganz so hart bewerten würde. War halt der kleine, etwas nettere Teenie-Bruder von "Blood Sport" 🤣

Auf jeden Fall eine gut geschriebene Vorstellung, die hier so einige Nostalgiker anfixen könnte, sehr schön ^^

06.09.2020 12:33 Uhr - Tom Cody
3x
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Sehr gute Rezension zu dieser Serie, die mich letztens auch (im positiven Sinne) völlig überrascht hat. Ruckzuck habe ich mich durch die 2 Staffeln durchgesehen (man hat da ja, bedingt durch das Suchtpotential der Serie, leider immer wenig Lust, sich eventuell noch ein paar Folgen "aufzuheben").

Ein Kumpel von mir bemängelte die visuelle Umsetzung als eher "billig", kritisierte sogar einen "Asylum-Look". Kann ich jetzt nicht nachvollziehen. Okay, es ist kein megateures Hochglanzprodukt, aber der eher natürliche Look passt mMn sehr gut zur Serie.
Dass "Cobra Kai" so hervorragend geschrieben ist, ist dann auch die größte Stärke der Serie. Schon nach 5 Minuten hat man Johnny als Antihelden akzeptiert. Auch der anfangs ziemlich gelackt wirkende Daniel gewinnt im Laufe dazu. Das Schöne ist, dass es keine klaren Grenzen zwischen "Gut" und Böse" gibt. Beide Kontrahenten haben ihre Stärken, machen aber auch große Fehler. Johnny z.B. erkennt nicht (bzw. zu spät), dass sich seine Schüler teilweise zu genau denselben Arschlöchern entwickeln, die ihnen vorher das Leben schwer gemacht haben ("Hawk"!)

Die vielen 80er Verweise oder wenn Johnny z.B. das Internet für sich entdeckt (Wie schaltet man einen Laptop ein?!), finde ich extrem unterhaltsam.

Also ich bin auf die dritte Staffel mehr als gespannt. Sollte Elisabeth Shue wieder auftauchen, fände ich das ebenfalls sehr interessant, obwohl sich das auf die Rivalität zwischen Johnny und Daniel sicherlich nicht allzu mildernd auswirken würde. Mehr als ein ausgedehnter Cameoauftritt wird's aber wohl nicht werden.

Hoffentlich läuft die dritte Staffel dann ebenfalls bei Netflix und wird nicht wieder irgendwo bei bezahltem YouTube versteckt.

06.09.2020 12:38 Uhr - TheMovieStar
3x
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Feine Kritik Ghost, dass hört sich doch ganz gut an. Vielleicht muss ich mir doch wieder ein Netflix Abo zulegen :-)))

06.09.2020 14:22 Uhr - Ghostfacelooker
2x
User-Level von Ghostfacelooker 18
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 6.924
Danke euch allen für den Zuspruch des Reviews! Ich denke mit solch einer Serie wie dieser, (die alles andere als einen Billig-Look hat sondern vielleicht nostalgisch wirkt wie eine aktuelle Serie der 90er, also sie sieht nicht anders aus als Beverly Hills 90210 damals) oder Witcher und den anderen Filmperlen rechtfertigt Netflix sein Abo sehr gut, auch ohne auf vermeintlich inländische "Zugpferde" wie Schweighöfer als Catcher setzen zu müssen. BANZAI

10.09.2020 00:28 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 10
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Unterhaltsamste Serie seit langen, danke für den Hinweis, ich hätte das glatt übersehen:-)

10.09.2020 14:33 Uhr - Kaiser Soze
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Erfahrungspunkte von Kaiser Soze 8.166
Da hab ich mich auch mal wieder ran getraut^^ Sehr gutes und ausführlich verfasstes Review mit interessanten Infos sowie vielen Gegenüberstellungen der Originaltrilogie mit der Serie :) Ließt sich sehr gut! Apropos:

Unterstützt wird diese Tatsache nicht nur von der anfänglich snobistisch und aalglatten Darstellung Daniels die ein Hauch Vollidiot umweht...


Sehr amüsant und vollkommen richtig! :D

11.09.2020 01:51 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 18
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 6.924
10.09.2020 14:33 Uhr schrieb Kaiser Soze
Da hab ich mich auch mal wieder ran getraut^^ Sehr gutes und ausführlich verfasstes Review mit interessanten Infos sowie vielen Gegenüberstellungen der Originaltrilogie mit der Serie :) Ließt sich sehr gut! Apropos:

Unterstützt wird diese Tatsache nicht nur von der anfänglich snobistisch und aalglatten Darstellung Daniels die ein Hauch Vollidiot umweht...


Sehr amüsant und vollkommen richtig! :D


Auch hast du dich, wie Ash, trotz fehlender Bewertung mal wieder an ein Review von mir getraut^^^^^^^^ûnd ich dacht schon du meinst das vormals fehlende Komma im Satz:))))
Danke euch beiden

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