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The Human Centipede III (Final Sequence)

Herstellungsland:Niederlande, USA (2015)
Genre:Horror
Alternativtitel:The Human Centipede 3
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,62 (38 Stimmen) Details
inhalt:
In einem US Hochsicherheitsgefängnis herrscht schlechte Stimmung. Das Budget für die Unterbringung ist knapp und die Gefängnisdirektion steht vor dem aus. Der Boss soll sich von den bisherigen Foltermethoden lösen und die Effektivität steigern. Als dem Assistenten die beiden Filme "Human Centipede 1+2" in die Hände fallen, keimt die Idee auf, aus den Gefangenen den weltweit ersten menschlichen "Gefängnistausendfüssler" zu machen. So absurd es erst Mal klingt, aber dieser bräuchte weniger Nahrung, die Unterbringung erforderte nicht mehr so viele Zellen ... also wird das Experiment mit dem Segen von Tom Six gestartet.
eine kritik von dicker hund:

Für den Abschluss der "The Human Centipede"-Trilogie "Final Sequence" standen die Hauptdarsteller aus den beiden Vorgängern Seite an Seite. Was für ein Gespann!

Bill Boss (Dieter Laser) im keifenden Befehlston:

 "Mit welchem Arm holt der Niggeraffe sich einen runter?!"

Dwight Butler (Laurence R. Harvey) unterwürfigst:

"Er ist Rechtshänder, Sir."

So viel zum Thema political correctness. Zu hören waren der sadistisch-perverse Direktor einer US-amerikanischen Vollzugsanstalt und sein loyaler Buchhalter. Die Gefangenen, unter ihnen etwa Robert LaSardo ("Autopsy") als Nummer 297, werden auf Zahlen reduziert und müssen demütigende Einheitsoveralls tragen, die an Guantanamo erinnern. Willkommen in der Tausendfüßler-Interpretation der Prison-Exploitation, einer Art "Ilsa" - vollgepumt mit einer Mischung aus Koks und Testosteron Enantat. Nicht einmal der Regisseur wird hier für seinen Cameo-Auftritt besonders herzlich adressiert...

"Ein Kerl, der in der Analphase steckt."

Lediglich vor dem Vorgesetzten Governor Hughes (Eric Roberts, "Chillerama", "The Expendables") wird die Schleimspur verteilt. Ansonsten sorgen die Misshandlungen der Gefangenen für einen drastischen Gore-Gehalt (Gewalt 7/10), der sich mit Kastration und anderen subgenretypischen Entgleisungen im Übelkeitsspektrum umschaut, aber zumindest quantitativ deutlich hinter dem extremen Schwarz-Weiß-Ausflug der Kotfresserverbindungen zurückbleibt. Der überdreht-satirische Ton relativiert den Einschlag der etlichen Rassismusentgleisungen und misogynen Ausfälle etwas. Insbesondere ist das Gebahren des Chefs mit dem Boss-Namen dermaßen höllen-asozial, dass es bei allem Stirnrunzeln über die Foltereien nicht ernst genommen werden kann. Die aufdringlich provokative Oberfläche bietet allerdings noch genug reißerische Schockwirkung (Horror 7/10). Lediglich der sexualisierte Quäl-Wahnsinn kommt wegen des Hangs zu voller Bekleidung nicht ganz so sleazig rüber, wie die aufgebaute Stimmung es eigentlich verlangen müsste (Sex 3/10). 

"Ich kann es kaum erwarten, es zu sehen!"

Die titelgebende Kreatur lässt diesmal erst spät eine Visualisierung zu, was nicht weiter störend wäre, wenn sich nicht diese Überdosis an entfesselten Schrei-Monologen im Büro des Gefängnisdirektors so ziehen würde. Das Dauer-Gezappel Lasers, von Overacting zu sprechen, wäre untertrieben, hat aufgrund seiner debil-komischen Zeilen (Humor 6/10) seinen Reiz - mit der Zeit beginnt es aber ein wenig zu nerven. Dafür gibt es mit einigen extremen Interpretationen des Markenzeichens der drei medizinisch mehr oder weniger akkuraten Streifen zum Schluss durchaus noch entschädigende Schauwerte zu entdecken, die hier mit dem Stichwort "Raupe" nur angedeutet seien.

Ein drittes Mal hat Tom Six verspielt mit der Meta-Ebene gearbeitet und in Sachen Verrücktheit seinem mit einem Drei-Hund begonnenen Dreiklang die Krone aufgesetzt. In den meisten anderen Kategorien fällt diese Filmperle aber kleiner aus als ihre Vorbilder (7/10 Punkten). Die Verzögerung bis zum Einsetzen des vollmundigen Sujets steht der "Final Sequence" nicht besonders gut zu Gesicht, während die an sich tadellos austarierte Dosierung blutiger Einlagen im direkten Vergleich zur "Full Sequence" die Exzess-Erwartungen an ein Finale so eines Franchises unerfüllt lässt. Für eine Indizierung hat es trotzdem noch gereicht - und für ein einzigartig verkommenes Püree aus Ingredienzien des schlechten Geschmacks ebenfalls. 

7/10
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Kommentare

22.10.2020 11:26 Uhr - Man Behind The Sun
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Schöne Kritik!

Da ich die ganze Reihe eh schon etwas arg problematisch finde, gehe ich mit dir - zumindest bei Teil 3 - absolut nicht konform.

Ich war schion überrascht, dass mir trotz der schlechten bis gar vernichtenden Kritiken zum ersten und zweiten Teil beide erstaunlich gut gefallen haben, auch, wenn es für einen Platz in der Sammlung bei mir nicht ganz gereicht hat.
Der erste Teil wird schlimmer gemacht, als er ist; ganz im Gegenteil ist Teil 1 erstaunlich gut geraten.

Der 2. Teil hat einen völlig anderen Ansatz: Surrealismus, bis gar ins tiefeste Arthaus gehende Tragik. Auch dieser Teil hat durchaus seinen Reiz,

Leider ist Teil 3 der absolute Tiefpunkt, auch aus dem Kontext der Reihe heraus. Ein schlechter, schrecklicher Film, der allen negativen Gerüchten, denen man der Reihe nachsagt, vollkommen gerecht wird.

Man hätte nach Teil 2 einfach die Sache ruhen lassen sollen. Hoffentlich kommt kein 4. Teil.

22.10.2020 12:24 Uhr - DOOM77
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22.10.2020 11:26 Uhr schrieb Man Behind The Sun


Man hätte nach Teil 2 einfach die Sache ruhen lassen sollen. Hoffentlich kommt kein 4. Teil.


Ein 4ter Teil war einige Zeit im Gespräch aber ohne Tom Six, aber mit Support von Olaf Ittenbach

22.10.2020 15:51 Uhr - The Machinist
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Mein lieber ''Drei-Hund'', mit dieser skandalös guten Review-Trilogie hast du dich mal wieder selbst übertroffen. Auch wenn die Reihe an sich natürlich längst Kult und aus der Historie des Genre-Films garnicht mehr wegzudenken ist, hat sich mir die Faszination und der umstrittene Hype um Six-Kopfgeburt nie so ganz erschlossen.

Bei mir würde das in etwa so aussehen...
Teil 1: abseits der kranken Grundidee ziemlich lame = 4/10
Teil 2: wahrscheinlich einer der ekligsten Filme die ich kenne, aber handwerklich eindrucksvoll = 5/10
Teil 3: in meinen Augen nur noch peinlich = 3/10

Das Beste am Franchise wäre für mich die ''South Park''-Episode, die Filme selbst müsste ich jetzt nicht nochmal sehen. Dann lieber ''Caterpillar'' von Koji Wakamatsu, ist aber wie immer nur meine Meinung.

22.10.2020 23:59 Uhr - kokoloko
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Caterpillar ist als Kunstfilm-Erfahrung sicherlich die wertvollere und gelungenere Erfahrung, aber durch Rewatch von 1 und 3, Teil 2 werde ich wohl immer meiden denn die Mischung aus Ernsthaftigkeit und diesem Level an Effekten täte mir nicht gut, habe ich diese absolut verwerfliche schon mögen gelernt. :D

23.10.2020 11:43 Uhr - Stoi
Die Teile 1 und 2 waren ja noch sehenswerter Irrsinn, Teil 3 hab ich nach 25 Min. abgeschaltet.
Bis dahin habe ich nur sinnloses, nervtötendes und irgendwann langweiliges Overacting gesehen.
Das erste Drittel des Films bekommt bei mir 0/10, die restlichen zwei Drittel sind mir völlig egal.

23.10.2020 23:08 Uhr - Punisher77
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DB-Helfer
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Irgendwie hat mich der ganze "The Human Centipede"-Hype nie angesprochen, aber wenn mein Lieblinsvierbeiner ein Review über einen Teil dieser Filmreihe verfasst, wird es gern gelesen...und ich kann es einmal mehr für sehr gut befinden.

Der dritte Teil hätte wahrscheinlich noch am ehesten die Chance, in meinem Player zu landen, aber das halte ich trotzdem für unwahrscheinlich...da habe ich noch (hoffentlich) besseren Filmstoff auf Halde. Trotzdem - tolles Review!

24.10.2020 13:56 Uhr - Draven273
1x
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Lieber dicker Hund, es tut mir tatsächlich leid, ich habe nie einen dieser Film gesehen und auch nach Deinen lesenswerten Reviews, wird dies wohl auch nicht für mich in Frage kommen, aber ich wollte trotzdem ein paar nette Worte an Deine Arbeit zu dieser Reihe hier los werden. Sie trotzdem zu lesen hat mir nämlich sehr gefallen und es war auch informativ und interessant. Vielen Dank für Deine ganze Mühe. Sorry das ich nicht mehr dazu sagen kann.

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