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Body Bags

Herstellungsland:USA (1993)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror, Komödie, Science-Fiction,
Thriller
Alternativtitel:John Carpenter Presents Body Bags
John Carpenter Presents Mind Games
Morgue, The
Gas Station, The
Hair
Eye
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,79 (33 Stimmen) Details
inhalt:
Im Stile von "Geschichten aus der Gruft" führt hier John Carpenter als lebende Leiche durch 3 Kurzgeschichten.

Die erste Episode handelt von einer Studentin, die an einer Tankstelle ihre Nachtschicht schiebt, um Geld zu verdienen. Mehrere durchgeknallte Kunden besuchen die Tankstelle, bis sie sich einem Killer gegenüber sieht...

Die zweite Episode handelt von einem Mann, dem sein Haarausfall zu schaffen macht. Darauf lässt er sich von einem Arzt helfen. Seine Haare beginnen wieder zu wachsen - mit einer unerfreulichen Nebenwirkung...

Die dritte Episode handelt von einem Baseballspieler, der bei einem Unfall ein Auge verliert. Mittels einer Operation wird ihm das Auge eines toten Menschen eingesetzt. Anfangs scheint alles normal. Doch nach und nach hat der Sportler seltsame Wahnvorstellungen. Er bringt in Erfahrung, dass das Auge einem hingerichteten Mehrfachmörder gehörte. Nun sind 2 Seelen in einem Körper, die gegeneinander kämpfen...
eine kritik von chollo:

1993 kam es zu einer Kollaboration zweier wirklicher Größen im Genre Kino. Unter dem Gewand einer Episoden Zusammenstellung wie sie schon 1982 und 1987 mit "Creepshow" bzw. "Creepshow 2" funktionierte, taten sich John Carpenter und Tobe Hooper zusammen um mit ihrem Beitrag "Body Bags" Angst und Terror (und ein bisschen Komik) zu verbreiten.

Der Film besteht aus drei Episoden. "The Gas Station" und "Hair" beide inszeniert von Carpenter, und "Eye" den Hooper beisteuerte. Als Lückenfüller führt uns dann noch erstgenannter Regisseur durch eine Leichenhalle und verknüpft die dort liegenden Leiber mittels schwarzem Wortwitz mit den erwähnten Episoden.

Die erste Geschichte "The Gas Station" von Carpenter muss trotz nicht zu leugnender Einfallslosigkeit in Hinblick auf die Story und das Repertoire des verantwortlichen Regisseurs als die Beste bezeichnet werden. Was der Zuschauer hier auf ein Drittel der gewöhnlichen Zeit präsentiert bekommt ist eine klassische Slasher Geschichte mit den üblichen Zutaten. Ein unbekannter Psycho macht an einer entlegenen Tankstelle Jagd auf  eine junge Studentin und hinterlässt dabei standesgemäß etwas Gekröse. Dank Carpenters gekonnter Bildgebung und seinem Gespür für Suspense kommt hier ein ordentliches Maß an Atmosphäre auf und der Genießer darf sich mit annehmbaren Schauwerten auch wohlig gruseln. Als Fast Food- "Halloween" funktioniert sein Output erstaunlich gut und macht Lust auf die ihm nachfolgenden Geschichten. Leider wirkt sie aufgrund der Rahmenbedingungen mitunter sehr gehetzt, was dem Genuß in seiner Gesamtheit aber keinen Abbruch tut. Zudem bekommen auch zwei weitere große Vertreter ihres Faches, nämlich Was Craven und Sam Raimi, einen Cameo spendiert. Vor allem erstgenannter macht da eine erstaunlich gute Figur, sodass ich mir gewünscht hätte ihn öfters in solchen Rollen auf der großen Leinwand zu erblicken.

Output Nummer 2 "Hair", ebenfalls von Carpenter inszeniert, geht dann in eine völlig andere Richtung. Zwar schön selbstironisch gespielt von Stacy Keach, kommt sie eher einer Komödie mit Sci-Fi Anstrich gleich. Der eitle Gockel leidet nämlich extrem unter seiner schwindenden Haarpracht und begibt sich deshalb in die Behandlung eines nebulösen Wunderheilers. Im Gegensatz zur ersten Episode überzeugen hier vor allem die Darsteller. Neben Stacy Keach der hier eine köstliche Selbstveralberung zum Besten gibt, kann auch David Warner mit seinem beinahe überkandidelten Verrückter Professor Gehabe überzeugen. Zudem darf auch Effekte Spezialist der KNB Group, Greg Nicotero, sein schönes langes Haar mal kurz vor die Kamera halten. Für sich betrachtet wirkt auch die zweite Episode wieder stimmig und selbst die spärlich eingesetzten Effekte wissen mit Hinblick auf das schmale  Budget durchaus zu überzeugen. Trotzdem fühlt sich dieser Mittelteil für mich irgendwie nach einem Fremdkörper in dem sonst eher ernstgemeinten Triumvirat an. Dazu wirkt die Geschichte irgendwie hanebüchen und hätte auch etwas mehr Geschwindigkeit gebraucht, da sich hier für meinen Geschmack ein paar Längen breit gemacht haben. Nichts desto trotz annehmbare und unterhaltsame Kost.

Den Abschluss bildet dann die Geschichte von Tobe Hooper. Diese präsentiert sich als regelrechter Oldschool Horror mit Okkult Anleihen und beweist, der Regisseur taugt neben seinen Gurken "Fire Syndrome" und " The Mangler" zumindest noch für grundsoliden Schocker. Mark Hamill gibt hier mit dem angehenden Familienvater der Stück für Stück dem Wahnsinn verfällt und seiner unheimlichen Performance der letzten Gruselmär den nötigen Drive, den die dritte Episode Qualitätstechnisch knapp hinter der Ersten verortet. Sein Habitus und die dazugehörigen Gesichtsentgleisungen wirken überzeugend und selbst ein paar heiße Themen wie Nekrophilie haben hier Platz gefunden. Es darf also mit der bemitleidenswerten Partnerin mitgefiebert werden und auch die Splattereffekte erhalten einen großzügigen Raum. Somit darf nach Sichtung von einem versöhnlich und gekonntem Abschluss gesprochen werden. Und auch hier hat es für einen nennenswerten Cameo in Form von Roger Corman gereicht.

In seiner Gesamtheit haben wir es bei "Body Bags" also mit guter und kurzweiliger Genre Ware zu tun die manches falsch, aber auch vieles richtig macht. Etwas störend wirkt aber Carpenters Auftritt als wandelnde Leiche vor der Kamera um die Episoden miteinander zu verknüpfen. Richtige Entscheidung das der gute Mann immer schön hinter statt vor der Kamera geblieben ist, da sich seine schauspielerischen Qualitäten doch sehr in Grenzen halten. Wenn man dann dummerweise auch noch die geschnittene FSK 16 Variante zu Gesicht bekommt, was allgemein ein No-Go bei diesem Werk ist da es den Gesamteindruck nochmal deutlich schmälert, wirken seine Auftritte zudem vollkommen Zusammenhangslos.

Jedem Fan von "Creepshow"; "Katzenauge" und ähnlichen Produktionen sei auch "Body Bags" wärmstens ans Herz gelegt, sie werden damit ihre Freude haben. Allen anderen die bei den Namen Hooper/ Carpenter jetzt ein Semi-Meisterwerk erwarten rate ich einen Blick auf die Inhaltsangabe oder den Trailer zu tätigen, dann sollte man Wissen worauf man sich hier einlässt und wird auch nicht enttäuscht werden.

8/10
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Kommentare

11.09.2020 18:33 Uhr - TheRealAsh
1x
User-Level von TheRealAsh 10
Erfahrungspunkte von TheRealAsh 1.350
Super Rezi, super Film! Natürlich ist das kein ausgefeilter Spielfilm vom Meister, aber ein kleines fieses Rock'n-Roll-Juwel, von dem ich mir endlich mal eine ordentliche VÖ wünsche.

11.09.2020 18:59 Uhr - sonyericssohn
1x
DB-Co-Admin
User-Level von sonyericssohn 20
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 8.160
Uih, mal wieder tiefer in die Mottenkiste gegriffen :-D
Auch so'n Gerät daß ich noch nie sah. Stand in meiner Videothek immer so verranzt im Regal rum...direkt neben Schlafwandler.
Schöne Vorstellung auch hier !

12.09.2020 18:53 Uhr - CHOLLO
1x
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.111
Vielen lieben Dank euch beiden!

13.09.2020 00:56 Uhr - TheMovieStar
User-Level von TheMovieStar 8
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 810
Hmmm, damals auf VHS geguckt und ihn als gut in Erinnerung behalten. Ist aber knapp 26 Jahre her...
Gut verfasste Kritik Chollo, weiter so.

13.09.2020 07:39 Uhr - McCaleb-2002
Ich hab die Blu-ray, DVD-Kombo [Unrated] von Shout! Factory: https://ssl.ofdb.de/view.php?page=fassung&fid=219&vid=370907#

In Deutsch geht der Film meiner Meinung nach gar nicht, wegen der Synchro von Carpenter himself! Er spielt gut, für jemanden, der sonst nur Regie führt/führte.

Ich stimme der Kritik von CHOLLO zu, eine solide 8.

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