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Der Pate

(Originaltitel: The Godfather)
Herstellungsland:USA (1971)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Thriller
Alternativtitel:Mario Puzo's The Godfather
Padrino, Il
Pate - 1. Teil, Der
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,95 (71 Stimmen) Details
inhalt:
Der Pate™ ist die gewaltvolle und abschreckende Schilderung des Kampfs einer sizilianischen Familie, die versucht, im Amerika der Nachkriegszeit voller Korruption, Täuschung und Betrug an der Macht zu bleiben. Coppola beginnt seine legendäre Trilogie und balanciert die Handlung grandios zwischen dem Familienleben der Corleones und den schmutzigen Mafiageschäften, in die sie verwickelt sind.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von knochentrocken:

The Godfather trilogy


Wie schreibt man eine Kritik zu einem Film, der das Wort "Meisterwerk", die Definition von "Film" trägt?

Wie kann man ein Werk wie die Pate-Trilogie von Francis Ford Coppola objektiv bewerten? In der Kunst objektiv sein. Geht das überhaupt?!  
Meine Antwort: im Falle von der Corleone-Saga - Ja! 

Ähnlich wie bei vielen Filmen aus der Zeit des New Hollywood definiert sich für mich persönlich fast jeder Film, der zu dieser Zeit gedreht wurde, als "Film" oder besser gesagt, um Niemandem auf den Schlips zu treten, als "wahres Kino". Egal ob "Alien", "Star Wars" und "The deer hunter", aber auch Vigilantenfilme wie "Taxi Driver", "Dirty Harry", "Death Wish" oder "Mad Max". Und eben "the Godfather", welcher hier - ähnlich wie bei "Kill Bill" als ganzes rezensiert werden soll. Um überhaupt auf eine vernünftige Länge der Kritik zu kommen. Ich weiß einfach nicht, wie man sowas wie diese Trilogie rezensieren soll. 
Mit einem gleichen "Meisterwerk", einem "wahren Kino" Namens "Apocalypse now", ebenfalls von Coppola, ist mir das durchaus gelungen. Wobei auch dort etwas getrickst wurde um ehrlich zu sein. Es ging im Kern um die neue Fassung: dem Final Cut. Und die Details wie das Spiel mit den Farben, der allgemeinen Geschichte, der Reise im dunklen Herzen Vietnams und der Menschen darin. 
Wie aber schreibt man über "the Godfather". Farben? So gut wie alles steril, gleichfarben, fast schon rostig. Kühl und dennoch warm - aber Niemals farbenfroh, geschweige denn bunt. Schwarz, Tiefschwarz und noch dunkler. Und somit auch eine Reise in dunkle Herzen und in Abgründe menschlicher Seelen. In die Seelen der Corleone Familie. 

Moment. Es scheint doch zu funktionieren. Man kann "wahres Kino" doch analysieren. Anhand von Farben, von Charakteren, von Symbolen. Wenn es bei Filmen wie "das Telefon" von Mario Bava und erst recht bei "Apocalypse now" funktioniert, dann muss es auch bei einem Pate funktionieren. Na dann. Also versuchen wir es doch...


Was ist "der Pate", Wer sind die Corleones?

Francis Ford Coppola nimmt uns mit und begleitet uns durch ein Familienalbum. Nein, noch besser, er öffnet uns die Türen zu einem Elternhaus. Das Familienhaus der Corleones. Die Trilogie ist wie ein Museum eines Familienhauses. 
Wir dürfen Platz nehmen. Die Lichter gehen aus und Mr. Coppola zeigt das Familienalbum aus drei Dekaden. Die Leinwand ist schwarz, Musik spielt. Eine Musik Namens "Godfather Waltz" von Nino Rota. 

Und während in weißer Schrift der Titel auf dem Tiefschwarzen Hintergrund zu sehen ist, fällt uns ein Name auf: Mario Puzo. Wer ist das? Was hat er mit den Corleones zutun? 
Puzo gab Coppola den Schlüssel zur Tür des Hauses. Puzo schrieb die Romanvorlage 1969 und Coppola machte daraus... hm, nun ja, ihr wisst schon. 

In der Geschichte geht es um eine Mafia-Familie in New York. Dem Aufstieg von Don Vito Corleone (Marlon Brando - enough said, sowie Robert DeNiro - enough said) aus dem sizilianischen Dorf Corleone, dem Aufstieg des Sohnes von Vito Corleone: Michael (Al Pacino - enough said)  und dessen Fall. Das im Kern, geht es drum herum um Verrat, Liebe, Familie, Treue und Loyalität. Man könnte hier auch von einer Mischung aus Hirarchie und Monarchie sehen. Der Ranghöchste ist der Pate - der König. Wenn der König fällt, kommt der Nachfahre (James Caan - enough said) an die Spitze. Rangordnungen gibt es dennoch. Die rechte Hand wie Anwalt Tom Hagen (Robert Duvall - enough said) und dann die Bauern wie im Schach. Die Soldaten. Das Fußvolk. Dennoch, alles eine Familie. Später mehr dazu. 
Das Buch außen vorgelassen, das nur den ersten Film abdeckt, sowie die jungen Jahre Vitos aus Teil II, soll es hier um die Verfilmung gehen. 
Die Filme sind ein episches Drama. Eine tragische Oper auf Zelluloid. Nicht zuletzt wird Teil III, der oft als schwächster Teil der Trilogie gilt, mit seinen Bildern und mit vielen Handlungen auf die Oper "Cavalleria Rusticana" von Domenico Monleone & Pietro Mascagni zurückgeführt. Und man mag von Teil III halten, was man subjektiv will. Das Ende ist eine der herzzerreißendsten und traurigsten Momente der ganzen Geschichte. Unterstützt von der Musik aus der oben genannten Oper. Das Ende ist friedvoll und dennoch tragisch. Wie ein beidseitiges Schwert. 

Hm, welch Ironie. Vito wuchs in Corleone auf und starb in New York. Michael wuchs in New York auf und starb in Corleone. Vito kam alleine nach oben und hatte am Ende eine Familie. Michael kam mit einer Familie nach oben und am Ende hatte er nichts, außer einen kleinen Welpen. 


Die Farben von "the Godfather"

Wie im Prolog schon geschrieben, lassen sich Filme auch anhand der Farben analysieren. "Der Pate" hat an sich viele Smybole. So bedeutet beispielsweise die Orange "Tod". Sie wird gezielt als Markenzeichen für den Mann mit der Sense eingesetzt. Das Attenta auf Vito - beim Orangenkauf bzw. der endgültige Tod des Don Vito im Orangengarten. 

Ein Film wie "Apocalypse now", welcher durch seine bunten Farben leicht analysierbar ist, oder ein Refn-Film, bei dem jeder Film von seinen harten Kontrasten lebt, leichte Kost für eine Analyse. 
Beim Paten geht es auch um Kontraste. Es verhält sich wie bei einem Schwarzweißfilm. Grob zusammengefasst spielen genau drei Farben eine gewichtige Rolle: Rot, Purpur und Braun. Als Viertes der Kontrast Schwarz. Dabei steht Rot für das Blut, das vergossen wird, aber auch für das Blut der Familie. Braun verleiht dem Film eine Art "alte Fotografie" - touch. Da die Geschichte in den 45ern spielt ist diese braunhaltige, fast schon sepierfarbene Tönung passend. Nicht zuletzt werden häufig Familienbilder gezaubert. Puzo und Coppola erzählen eine Familiengeschichte und zeigen uns mit dieser sepierhaftigen Farbe das Fotoalbum. Purpur steht für das Böse und der Kontrast Schwarz für die Leere der Menschen. Sie sind zwar Teil einer Familie, eines Ganzen. Dennoch sind ihre Herzen leer. Oder besser gesagt zerfressen vom Hass, der Gier, der Schuld, der Trauer und der Zweifel, die die Familienmitglieder untereinander erleben. 
 
Die Corleones sind menschlich. Egal ob sie Mafiosi sind und welchen Tätigkeiten sie nachgehen. Dem Zuschauer werden Menschen vorgestellt. Wie bei vielen von John Woo's Stoffen, werden auch hier Vertrauen auf die Probe gestellt und oft gebrochen. Wie zwischen Kay (Diane Keaton - enough said) und Michael. Oder in zwei der ikonischsten und zugleich stärksten Szenen der gesamten Saga, sowie der Filmgeschichte: der Konflikt zwischen Michael und Fredo (John Cazale - viel zu früh gestorben, ein fantastischer Schauspieler). 
 

Das Gangsterleben, der Strudel aus Gewalt, Gier und Furcht, hat die Herzen jedes einzelnen Familienmitgliedes zerfressen und am Ende hat es Niemandem etwas gebracht. Wie sagte der Rapper Olexesh doch so schön: "Geld spielt keine Rolex." 


"the Godfather" in der Popkultur

Wie auch "Scarface" von De Palma wird "der Pate" sehr oft in der Rapszene zitiert und vor allem nehmen sich viele Rapper die Corleones zum Vorbild. Doch liegt das daran, weil sie reich werden bzw. weil sie eine Familie sind und es um Themen wie Loyalität oder Treue geht? 
Ich unterstelle keinem Rapper Dummheit und wage auch zu bezweifeln, dass die meisten Rapper nicht wissen, dass die Corleones am Ende nichts erreicht haben und das Gangsterleben ihnen nichts gebracht hat. 
Am Ende bleibt auch ein Rapper, der über Loyalität, Geld, Frauen und schwere Verbrechen rappt, schlussendlich eines: eine Kunstfigur. Die meisten Rapper sind in Wahrheit ganz normale Menschen wie Sie und Ich. In der Kunst sind sie die Protzer, die Corleones und Montanas. Doch in der Realität oft ganz andere Menschen. 

Die Grundthematik "vom Tellerwäscher zum Millionär", die Themen wie Familie und Ehre sowie die Figuren der "Antihelden" beheisterte die Menschen schon immer. Denn auch wenn ein Mafiosi schlimme und illegale Dinge tut, so ist sein Weg dahin doch oft faszinierend. Oder würde man vor einem Tony Montana keinen Hit ziehen, wie weit er es gebracht hat? Am Ende bleibt es Ansichtssache, wie man die Charaktere und ihre Handlungen betrachtet. 
Zudem werden im Rap oft die gesellschaftlichen und politischen Ungerechtigkeiten und die alltägliche Gewalt dargestellt. Man mag von Rap halten was man will - was anderes als Filme, ist Rap auch nicht. 

"Der Pate" zumindest, bedient gleiche Themen wie viele Songs aus dem Genre. Somit ist die Faszination garnicht mal so unerklärlich. 


"the Godfather" für die Filmhistorie

Das Epos von Francis Ford Coppola gewann zahlreiche Auszeichnungen, der Nachfolger ebenso, der dritte ging zumindest bei den Oscars leer aus, trotz Nominierungen. Viele Dialoge ("Hochzeit meiner Tochter", "Ich mache ihm ein Angebot..."), viele Szenen ("Ich weiss dass du es warst! Es bricht mir das Herz" und die Pferdekopfszene) werden zitiert, hommagiert, bejubelt! 

Das Phänomen "the Godfather" ist bis heute unerreicht! Coppola gelang der Film. Mit unerreichten schauspielerischen Leistungen, fabelhaften Bildern, grandioser Musik und einer tragsichen, opernhaften Geschichte, ist "die Pate Trilogie" die endgültige Definition von Kino. Lange Szenen und Einstellungen, in den Schauspieler ihr Können beweisen konnten, Filme, die sich Zeit nahmen. Schade, dass das Studio "Paramount" einem Film wie "the Irishman" von Scorsese keine Chance gaben. 

Neben Sergio Leone und Stanley Kubrick wohl einer der wichtigsten und besten Regisseure des 20. Jahrhunderts. 
 

"die Pate Trilogie" von Francis Ford Coppola


EPILOG

Ich danke Schnittberichte.com für Alles. Danke für die Möglichkeiten, die Ihr bietet und dass es euch gibt. 
Ich danke Allen für die Kritik und die Kommentare. 
Wenn die neue Fassung von Teil III erscheint, werde ich diese Kritik bestimmt aktualisieren. 
"Der Pate" ist meine letzte Kritik hier. 


Mit freundlichen Grüßen 

Knochentrocken

 

10/10
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Kommentare

11.09.2020 18:46 Uhr - TheRealAsh
3x
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Da ich dich ja noch als Gott im Weltenraum kenne, wünsche ich dir alles Gute in den Sphären des Kubrick'schen Universums und beyond... Welche Gründe du für's Aufhören hast, geht mich ja nichts an, aber zwischen Zeit und Muse liegt bekanntlich das Leben und das muss ja schließlich gelebt werden, bevor es vorbei ist.

Ich wünsch dir was und muss sagen, dein Review ist ein Angebot, das man nicht ablehnen kann.

Dein
Enzo (der Bäcker)

11.09.2020 19:23 Uhr - prince akim
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Es ist noch gar nicht mal so lange her, daß ich "Der Pate" zum ersten Mal gesehen habe. Ich hatte mir erst das Buch aus dem Regal genommen ( Erbstück von meinem Vater ), daß da schon ein paar Jahre rumstand und von mir nie angerührt wurde und habe angefangen zu lesen und zu lesen und zu lesen... Ich konnte nicht aufhören, weil es so genial war ! Und dann habe ich mir spontan die 4er-BD-Box gekauft und wir haben die 3 Filme an einem Wochenende durchgeschaut. Wie du so treffend beschreibst, DAS ist "wahres Kino" gewesen. Das Buch steht wohl für immer und ewig an zweiter Stelle meiner Lieblingsbücher, die Filme einfach unvergleichbar, bis heute ! Ich habe noch von früher in den alten Super8-Filmkatalogen die Fotos der Filmhüllen in Erinnerung, die hatten mich damals schon fasziniert. Und besagtes Buch kenne ich schon vom "sehen" her, seit ich auf dieser Welt verweile. Ja, der Pate begleitet mich schon sehr lange in meinem Leben ...
Alles Gute auch von mir aus dem Bavarian Forest!

11.09.2020 21:15 Uhr - tp_industries
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Deine Review ist ja im Grunde schon ein emotionaler Lobgesang an das Medium "Film". Und mit "Der Pate" hast du Dir eine passende Filmreihe dafür rausgesucht. Eine Review die tatsächlich berührt, und ich bin froh mich vor kurzem hier angemeldet zu haben, sodass ich Dir zu Deiner letzten Kritik nochmal aufrichtig gratulieren kann!

13.09.2020 20:54 Uhr - Ghostfacelooker
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Da ich vieles hier mit dir geteilt habe, teile ich nun scheinbar auch DEINEN ABSCHIED. Gemischte Gefühle, wenn man diesen Epilog von dir liest, regen sich in mir, da wir doch auch eine bewegte Zeit hier hatten. Du wirst mir, auch wenn wir uns in letzter Zeit aus dem Weg gingen fehlen. Ja doch, denn wo Licht ist ist auch Schatten, aber wo bist du dann künftig für mich?^^^^^^^^
Ich wünsche dir wer und wo auch immer du bist und sein wirst NUR GUTES und danke für die manchmal nervenaufreibenden Zeiten mit dir!

17.09.2020 02:22 Uhr - Kable Tillman
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Hm, welch Ironie. Vito wuchs in Corleone auf und starb in New York. Michael wuchs in New York auf und starb in Corleone. Vito kam alleine nach oben und hatte am Ende eine Familie. Michael kam mit einer Familie nach oben und am Ende hatte er nichts, außer einen kleinen Welpen.


Sehr schön erkannt, ein geschlossener Kreis. Mit diesem großartigen Review schließt sich offenbar auch dein Kreis auf dieser Plattform. Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg bei deinen nächsten Herausforderungen im Leben und denke daran: Sag niemals nie. Es kann immer ein Zurück geben.

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