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Missing in Action: 2. Teil - Die Rückkehr

(Originaltitel: Missing in Action 2: The Beginning)
Herstellungsland:USA (1985)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Krieg
Alternativtitel:Missing in Action 2: Die Rückkehr
Missing in Action II: Die Rückkehr
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,13 (45 Stimmen) Details
inhalt:
Vor zehn Jahren fielen in Vietnam die letzten Schüsse. Zehn Jahre Lang. Wie lang diese werden können,mußten US-Colonel Braddock und eine Gruppe amerikanischer Soldaten erkennen die unter bestialischsten Verhältnissen in einen Dschungel-Camp als Kriegsgefangene vegetieren. Immer den Tod vor den Augen. und den Lagerkommandanten Yin, einen sadistischen Menschenquäler. Doch es kommt die Zeit, in der Braddock Rache nimmt. Blutig und gnadenlos. Und ebenso grausam wie die vietnamesischen Aufseher. Auge um Auge , Zahn um Zahn heißt seine tödliche Devise.
eine kritik von kable tillman:

Missing in Action 2... El campo de tortura

Missing in Action – Die Rückkehr: Nicht nur eine passende Beschreibung meiner On-Off-Beziehung mit Schnittberichte.com, sondern auch die Fortsetzung des 1984er Actionkrachers „Missing in Action“ von Joseph Zito („Invasion U.S.A.“, „Freitag der 13. – Das letzte Kapitel“) mit der bärtigen Kult-Koryphäe Chuck Norris in der Hauptrolle. Ihn Schauspieler zu nennen wäre anhand seines limitierten Vermögens vermessen, dennoch bereicherte er zweifelsohne zusammen mit Menahem Golan und Yoram Globus und deren Produktionsstudio Cannon Films das Actionkino der 80er Jahre. Auch in der in Mexiko gedrehten Fortsetzung, die technisch gesehen ein Prequel darstellt, übernimmt Steinmiene Chuck die Rolle des Protagonisten Colonel James Braddock. Die Regie übernimmt diesmal jedoch Lance Hool, der beim 1. Teil noch am Drehbuch mitgeschrieben hatte. Nun ja, um einige Filmfakten vorweg klarzustellen, die ersten zwei „Missing in Action“-Teile entstanden simultan, doch nach Screenings entschied man sich den actionreicheren Joseph Zito Heuler ein Jahr vor der Origin-Story des in geheimen Kriegsgefangenenlagers geknechteten amerikanischen Helden in die Lichtspielhäuser zu bringen. Durchaus eine nachvollziehbare Entscheidung, haben beide Filme nämlich relativ wenig miteinander gemein und auch die Hauptfigur des Colonel James Braddock scheint in allen drei Teilen der Reihe jedes Mal ein anderer Colonel James Braddock zu sein, obwohl sie vom gleichen Schauspieler (jetzt habe ich ihn doch so genannt, verdammt!) verkörpert werden. Schwamm drüber, um den Film und die Action geht’s!

Colonel James Braddock und seine Männer werden zu Beginn des Films von den Vietcong angegriffen, vom Himmel geschossen und gefangen genommen. Anschließend macht die Handlung einen großen Sprung und spielt 10 Jahre später in einem der geheimen vietnamesischen Gefangenenlagern, in welchem Colonel Yin (Soon-Tek Oh) sich als Hobby-Diktator verwirklichen kann und Braddock sowie dessen Männer erbarmungslos quält. Gelingt es Braddock seine Männer zu retten und der grünen Hölle Vietnams zu entkommen oder kann Colonel Yin ihn in den 90 Minuten Laufzeit zu dem Geständnis zwingen, zu dem er ihn 10 Jahre lang nicht überzeugen konnte?

Überraschung: Der Film funktioniert, trotz sparsamerer Actionszenen, die sich vor allem im letzten Drittel stauen, besser als Teil 1. Insbesondere deshalb, weil mehr Zeit in die Zeichnung und Entwicklung der Charaktere gesteckt wurde. Jeder der im Einsatz verloren gegangenen Misfits hat Alleinstellungsmerkmale und sie alle gehen mit der Situation der Gefangenschaft unterschiedlich um. Ihre Motivationen sind, im Gegensatz zu denen der Antagonisten (Wozu das Geständnis? Was bezweckt Colonel Yin eigentlich?), alle nachvollziehbar. Stark bleiben und Widerstand leisten, weil man sonst dem Tode geweiht ist, oder dem Druck Colonel Yins nachgeben und sich so die Chance erhalten, seine Liebsten in der Heimat wiederzusehen? Man mag fast meinen Steve Bing, Larry Levinson und Arthur Silver hätten ein Kriegsdrama mit ambivalenten Protagonisten verfassen wollen, aber lasst euch nicht täuschen, hinter der ambitionierten Figurenschreiberfassade steckt ein Plot voller Gewalttätigkeiten, Gräueltaten, Traumabewältigung durch Geschichtsverdrehung und blutiger Rache an den Vietcong, wie es das für das umstrittene „Prisoner of War“-Subgenre üblich war. Einiges davon geht dabei tatsächlich an die Nieren, anderes verpufft, aber insgesamt hat „Missing in Action 2 – Die Rückkehr“ inhaltlich die Nase vorn vor seinem Vorgänger, bieten bessere Schauspielleistungen und zumindest im Ansatz qualitatives Filmschaffen, auch wenn lachhafte Goofs und Logiklöcher sich Cannon-typisch die Klinke in die Hand geben.

Die Actionszenen sind routiniert eingefangen, nicht ganz so spektakulär und zahlreich wie im Vorgänger, aber keineswegs weniger überzeichnet und in puncto psychischer sowie physisch sichtbarer Gewalt geht die Verwehrung einer Jugendfreigabe seitens der FSK völlig klar. Die vorherige Indizierung von Februar 1986 bis Januar 2011 war selbstverständlich kleingeistiger Unfug. Schön ist es auch Chuck Norris mal wieder mit Händen und Füßen anstatt Schusswaffen kämpfen zu sehen, auch wenn dem Zuschauer so ein richtig ausufernder Zweikampf zwischen ihm und Professor Toru Tanaka („Last Action Hero“, „Running Man“) verwehrt blieb. Nichtsdestotrotz bietet „Missing in Action 2 – Die Rückkehr“ das etwas rundere Filmerlebnis als Joseph Zitos wirrer Actionflickenteppich mit vereinzelten Handlungsfäden zwischendrin und schneidet demnach bei mir einen Hauch besser ab. Chuck Norris Fans, wie meine Wenigkeit, haben die gesamte Reihe ohnehin im Regal stehen. Actionfreunde, die aus mir unverständlichen Gründen dem good old Chuck noch keinen Besuch in dessen Foltercamp des Grauens geleistet haben, dürfen dies 35 Jahre später gerne nachholen.

Qualitätswertung: 6 von 10 Punkten
Unterhaltungswertung: 8 von 10 Punkten
Gesamtwertung: 7 von 10 Punkten 

Und Chuck Norris haut sich zum Frühstück zwei Ratten in den Sack. Nein, zwei Pfannen in die Eier meine ich… verdammt!

Bis zum nächsten Review!

Hochachtungsvoll euer Kable

7/10
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Kommentare

16.09.2020 18:49 Uhr - TheMovieStar
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Schön mal wieder von dir zu lesen Kable! Kable ist Chuck Norris oder doch umgekehrt? Ne jetzt keine Chuck Norris Witze :-)

Ein sehr informatives und lesenswertes Review zu einem der besseren Filme mit Chuck Norris! Mein Fav. bleibt die Delta Force, aber der ist auch ok!

16.09.2020 19:12 Uhr - Kaiser Soze
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Ich bin zugegebenermaßen mit Chuck Norris-Filmen nie so recht warm geworden, im The Expendables 2 war er aber natürlich spitze ;-) Dein Review im gewohnt-überzeugenden Kabelstil ist hingegen sehr gut vznd detailliert verfasst! Alleine die Einordnung Norris zu Beginn ist witziger als der gesamte Film. Entsprechend schließe ich mich TMS an und ergänze gerne wieder öfter.

17.09.2020 12:18 Uhr - cecil b
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Kable, altes Haus. :)

In Sachen Action denke ich automatisch an deine Reviews.

Diese überzeugt natürlich wieder, keine Frage.

Ich habe nicht mehr so die Zeit für die Reviews, wie du es von mir kennst, aber, der Review-Bereich läuft ja auch bestens ( Danke an alle Beteiligten!) , und du passt bestens dazu.

Bin in Sachen Lesen und Schreiben hin und wieder auch gerne dabei, und man nehme mir bitte nicht übel, wenn ich es nicht mehr schaffe, den vielen tollen Beiträgen mit Kommentaren gerecht zu werden.

Zum Glück sind meine Kollegen und die anderen Reviewer in dieser Sache so aktiv, und so erfolgreich. Thanx a lot! :)


17.09.2020 17:30 Uhr - prince akim
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Cool & lustig geschriebene, dabei doch ernste "Nachlese" zu einem Film, der für mich dann doch der einzige Film der "Missing in Action"-Reihe blieb. Der Film hatte mir zwar damals ( lang ist´s her ) in den 80ern schon irgendwie gefallen, aber da ging es mir wie "Kaiser Soze", bin einfach mit dem Chuck nie so warm geworden, obwohl seine Action-Kracher zu guten alten Videothekenzeiten bestimmt gefehlt hätten, wenn es sie nicht gegeben hätte ...

17.09.2020 18:01 Uhr - Egill-Skallagrímsson
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Schließe mich den bisherigen Meinungen an, dass die Review besser ist als der Film (Danke dafür Kable!). Er ist tatsächlich sehr unterhaltsam (gut, dass Du diesen Parameter getrennt bewertest), aber irgendwie werde ich nur mit den wenigsten Chuck Norris Filme warm. Am besten gefallen mir McQuade und die beiden Delta Force. Trotzdem vermisse ich so eine Ikone wie Norris heutzutage. Könnte man Cannon nicht irgendwie wiederbeleben? :D

17.09.2020 21:15 Uhr - UncleBens
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Starke Rezension! Ich bin ja Fan von Chuck Norris, dementsprechend hat du mir Lust auf den Streifen gemacht.

18.09.2020 00:01 Uhr - Kable Tillman
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Vielen Dank euch allen für euer Feedback! Das bald erscheinende "Call of Duty Black Ops Cold War" (gab es schonmal einen längeren Namen für ein Spiel?) hat mich aufgrund seiner Epoche dazu inspiriert die alten Chuck Norris Klassiker mal wieder einer erneuten Sichtung zu unterziehen und denen, denen ich hier noch kein Review spendiert habe, eines zu widmen. Zum 1. und 3. Teil der "Missing in Action"-Reihe habe ich bereits Reviews vor einigen Jahren hochgeladen (vor allem das zum 3. Teil ist uralt und ungeschliffen) und zukünftig geplant sind welche zu "Invasion U.S.A.", den ersten 2 "Delta Force"-Teilen, "Cusack - Der Schweigsame" und "McQuade, der Wolf" (muss nicht in der Reihenfolge sein). Zwischendurch kommen auch hin und wieder welche zu anderen Filmen. Lasst euch überraschen. :)

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