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Nightmare on Elm Street 6 - Freddy's Finale

(Originaltitel: Freddy's Dead: The Final Nightmare)
Herstellungsland:USA (1991)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Komödie, Thriller
Alternativtitel:A Nightmare on Elm Street Part 666: Freddy's Dead
A Nightmare on Elm Street 6: The Dream Lover
Nightmare VI
Freddy 6
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,13 (106 Stimmen) Details
inhalt:
Die Kinderpsychologin Lisa Zane wird von ständig wiederkehrenden Albträumen geplagt. Doch erst als sie einen neuen Patienten kennen lernt, findet sie eine Spur, die sie zu einem bestimmten Haus in der Elm Street führt. Dort bereitet sich der Böse, der in keinem Grab Frieden findet, auf einen neuen Großangriff vor.
eine kritik von themoviestar:

Wie sein vielsagender Filmtitel bereits verlauten lässt, sollte Nightmare on Elm Street 6 - Freddy's Finale (1991) eigentlich Freddys letzte Schandtat sein, doch 3 Jahre später kehrte er mit Freddys New Nightmare (1994), wenn auch handlungsbezogen von der ursprünglichen Nightmarereihe losgelöst, von den Toten zurück, da Mastermind Wes Craven mit der allegemeinen Entwicklung seines Franchises unzufrieden war. Vor allem dieser sechste Teil war ihm ein Dorn im Auge, da aus seiner Sicht aus dem einst gnadenlosen Albtraumschlächter eine sprücheklopfende Witzfigur geworden ist, welche die Zuschauer eher zum Schmunzeln anregt als das er ihnen das Fürchten lehrt. Zugegeben, mit seiner Einschätzung hat Wes nicht ganz unrecht, denn im Laufe der Jahre ist der kommerzielle Popcorn Unterhaltungswert seiner Fortsetzungen zwar stets gestiegen, vom Grauen und der einzigartigen tiefbösen Stimmung des Erstlings ist aber nicht mehr viel übrig geblieben und dieser Trend findet in Freddys Dead - The Final Nightmare seinen unbestrittenen Höhepunkt.  Aber ist Nightmare on Elm Street 6 deswegen der berühmt berüchtigte Griff ins Klo, oder ist der Streifen doch besser, als sein auch nach den Kritikern vernichtender Leumund? Von meiner Seite aus ein klares ja, denn wer sich mit den beschriebenen Gegebenheiten arrangiert, wird mit solider Slasherkost belohnt, welche zwar kein Meilenstein der Filmgeschichte darstellt, aber mit einigen kreativen Einfällen punkten kann.

Zuerst wurde übrigens kein geringerer als Peter Jackson (Braindead, The Frighteners, Der Herr der Ringe) damit beauftragt, das Drehbuch zu schreiben, doch seine Idee, dass Freddy in seiner Traumwelt alt und schwach wird, während ihn zugedröhnte Teenager verprügeln, fand (zum Glück) bei den Produzenten keinerlei Gehör.  Auch der erste Storyentwurf von Michael De Luca wurde abgelehnt, hier sollte der sechzehnjährige Jacob Johnson, Sohn von Alice aus Nightmare 5 - Das Trauma (1989),  Freddys Hauptwidersacher spielen und die Nightmare 3 - Dream Warriors Charaktere Taryn, Joey und Kincaid waren als Unterstützung für ihn angedacht. Die Produzentin und Regisseurin Rachel Talalay entschied sich letzten Endes für die Geschichte um ein Springwood, 10 Jahre in der Zukunft. Freddy Krüger (Robert Englund) hat mittlerweile alle Kinder von Springwood getötet. Nur ein einziger Jugendlicher (Shon Greenblatt) konnte überleben, welcher bei seiner Flucht aus der Stadt sein Gedächtnis verliert und daraufhin von einer sozialen Einrichtung für Straßenkinder aufgenommen wird. Auf der Suche nach seinen verblassten Erinnerungen kehrt er mit der Pädagogin Maggie (Lisa Zane) und den drei Problemfällen  Spencer (Breckin Meyer), Tracy (Lezlie Deane) und Carlos (Ricky Dean Logan) nach Springwood zurück. Während die Gruppe nach und nach die misteriösen Hintergründe zu John Does und auch zu Maggies Vergangenheit findet, freut sich Krueger über das "Frischfleisch" und mordet munter weiter. Dank einer heimtückischen List findet er sogar einen Weg aus Springwood auszubrechen und im Heim der Straßenkinder kommt es zum finalen Duell auf Leben und Tod, in welchem auch die familären Wurzeln von Gut und Böse eine tragende Rolle einnehmen sollen...

Einem Schwerhörigen, dem Freddy über ein manipuliertes Hörgerät mit dem Kratzgeräusch seiner Krallen den Kopf platzen lässt, oder ein Zugekiffter, der vor dem Fernsehr einschläft und in einem Nightmare Videospiel von Krüger zu Töde geprügelt wird, während dieser seine Aktionen mit süffisanten Sprüchen feiert und den punktemäßgien Highscore knackt - An einem mangelt es Nightmare 6 wahrlich nicht und das ist die Fantasie! Leider verlieren die durchaus innovativen Tötungsmethoden dank partieller Überzeichnung und durch die etwas langatmige Umsetzung ein wenig an Schrecken, was mit einem Tick mehr Vehemenz und Zielstrebigkeit vermeidbar gewesen wäre, den schwierigen Spagat zwischen Spass und Ernst meistert Rachel Talalay mit ihrer Inszenierung jedenfalls nur bedingt. Außerdem wäre ein erweiterter Bodycount wünschenswert gewesen, 3 von mir gezählte Todesopfer sind für einen Nightmarefilm recht dürftig und auch der moderate Härtegrad in Freddys präsentierten Gewalttaten kann als ausbaufähig deklariert werden. Nichtsdestotrotz ist Nightmare on Elm Street 6 - Freddy's Finale verdammt kurzweilig, da Robert Englund in seiner Paraderolle mal wieder vollends überzeugt und durch schwarzen Humor, Boshaftigkeit und dank zahlreicher erinnerungswürdiger Onliner für einen erhöhten Unterhaltungsfaktor sorgt. Ein dickes Lob sei auch der Make-up Abteilung und den Special Effects Verantwortlichen zugesprochen, welche mit detailreicher Maskenarbeit und aufwendiger Tricktechnik dem Streifen eine sehenswerte Optik verpassen. Das angekündigte Finale wurde ursprünglich komplett in 3D gedreht und durch das Aufsetzen der 3D Brille von Maggie im Film sollte das Kinopublikum animiert werden, selbiges zu tun. Trotzdem entschied sich der Verleih dafür, die Dreidimensionalität  wieder aus den meisten Videoversionen zu entfernen, was sich meiner Meinung nach auf den packenden Showdown, welcher bei mir spürbar punkten konnte, nicht negativ ausgewirkt hat.

Mehr als nur eine nette Ergänzung sind die alternativen Interpretationen und die interessanten Hintergründe zu Freddys Vergangenheit. Hier wird die verworrene Verbindung der Hautpfiguren durchleuchtet und ein mögliches Alibi für Krügers Entwicklung zum Massenmörder an einer schwierigen Kindheit ausgemacht, was einerseits etwas plakativ, schablonenhaft und abgedroschen wirkt, anderseits dessen Taten in einem leicht veränderten Licht erscheinen lassen. Allgemein stellt sich für mich auch im realen Leben die Frage, ob traumatische Erlebnisse dererlei Fehlleitungen entschuldigen dürfen und hier muss ganz klar festgehalten werden, für gewisse Verbrechen darf es keine Ausreden geben. Schauspielerisch jedoch meistert Robert Englund die Aufgabe mit bravour, unmaskiert sein Dasein als zwiespältiger, gewalttätiger Familienvater mit dem perfekten Schein nach außen hin zu verkörpern und die Rolle seines ebenso brutalen Erzeugers in Krügers Jugend füllt Alice Cooper als Gaststar mit einer charismatischen Performance ansprechend aus. Nebenbei erwähnt konnte Rachel Talalay auch weitere bekannte Darsteller wie Johny Depp (Nightmare 1), Roseanne Barr, Tom Arnold und Produzent Robert Shaye für kleinere Chameo Auftritte begeistern, was der gesamten Produktion zweifelsfrei nicht schlecht zu Gesicht steht.

Die weiteren Akteuere liefern durchschnittliche bis verbesserungswürdige Leistungen ab. Lisa Zane (Maggie) ist von der Natur her mit einer nicht ganz abstreitbaren Attraktivität ausgestattet und glänzt auch mit ausdrucksstarker Mimik, von den Antagonisten konnte sie bei mir den besten Eindruck hinterlassen. Nicht minder attraktiv ist die blonde Lezlie Deane (Tracie), welche mich allerdings bezüglich ihrer Figurenzeichnung nicht überzeugen konnte, sie wirkt mit ihren aufgesetzten Kampsportfähgikeiten wie ein Abbild anderer fäusteschwingender Jugendlicher aus vorangegangenen Teilen. Shon Greenblatt agiert in der Schlüsselfunktion als letzter übelebender Teeny Springwoods gefällig und zeigt eine transparente Vorstellung seiner durchlebten Emotionen während ich in der Besetzung der beiden weiteren Krügeropfer Breckin Meyer (Spencer) und Ricky Dean Logan (Carlos) ein etwas unglückliches Händchen sehe, beide haben mich mit ihrer Art der Rollenausführung nur beschränkt zufrieden stellen können. Das Prädikat "mangelhaft" verleihe ich Yaphet Kottos Darbietung als pseudointellektueller Doc, dessen Dasein ich unter anderem auch wegen seinem bedröppelt anmutenden Minenspiel als völlig überflüssig erachte.

Trotz weitgehendst schlechter Resonanzen war Freddys Dead - The Final Nightmare  an den Kinokassen verhältnismäßig erfolgreich und konnte mit einem Budget von 9 Millionen Dollar alleine in Amerika 35 Millionen Dollar einspielen, was diesen Teil aus finanzieller Sicht als rentabel erscheinen lässt. Auch der werte Autor sieht in Nightmare on Elm Street 6 - Freddys Finale keinen Komplettreinfall, sondern einen phasenweise recht unterhaltsamen, fantasievollen Fun Slasher mit einem gewohnt starken Robert Englund, Kritikpunkte wie fehlender Grusel, niedriger Härtegrad und der überschaubare Bodycount müssen aber auch offen angesprochen werden. Nightmare 6 wirkt auf mich wie eine abgespeckte Lightversion von Nightmare on Elm Street 4 - Be ready for Freddy, der ähnliche Stärken in den unterhaltsamen Todesfällen mit deutlichem Humoreinfluss hatte und zusätzlich noch mit einer erhöhten Opferanzahl und mit ein bisschen mehr blutigen Schauwerten glänzen konnte. MovieStar Wertung = 6 von 10 Punkte,  mit starker Tendenz zur 7, welche nur knapp verfehlt wurde.

6/10
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Kommentare

19.09.2020 08:35 Uhr - dicker Hund
1x
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Schön detailreich seziert. Ich sehe Teil 6 in einer ähnlichen Größenordnung. Als 14jähriger Jugendlicher ohne sonstige Vorbefassung mit Freddy Krüger und Konsorten hat der mich ganz schön geflasht. Seufz - das erste Mal...

😉

19.09.2020 13:08 Uhr - tp_industries
1x
User-Level von tp_industries 1
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Super geschrieben moviestar!

Lässt sich wirklich toll lesen, und in Deiner Bewertung bin ich ganz bei Dir!
Wie Du schon sagst, ist der 6. Freddy kein neuer Horror Meilenstein, Spaß macht er trotzdem.

Immer wieder schön von Dir zu lesen! 😉

19.09.2020 18:08 Uhr - ActionJackson77
1x
Rockiges Review, MovieStar.... Der Film rockt eher weniger 5/10 mehr ist hier nicht drinne...

19.09.2020 18:12 Uhr - TheMovieStar
3x
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@ All: Danke euch fürs Lesen und für das positive Feedback, hat mich sehr gefreut😀😀😀

19.09.2020 23:00 Uhr - Intofilms
1x
Diesen Teil fand und finde ich leider äußerst schwach. Musste ich neulich sogar relativ früh abbrechen. Umso besser gefällt mir dagegen die Review. Wie immer ganz toll geschrieben! ;)

20.09.2020 10:22 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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Auch wenn ich Freddy seltsamerweise "mag" gibt es für derlei Taten keinerlei Entschuldigung und solche Menschen sind keine mehr. Da man aber durch die Filme den Täter mehr als Jäger einiger Jugendlicher anstatt Kinder erlebte tritt der Hintergrund dessen in selbigen, was paradoxerweise funktioniert und man mit dieser Figur weltweit sympathisiert.
Sympathisch sind mir deine Reviews sowieso immer und ebenso gut und informativ geschrieben. Das Videospiel soll es wie eine Serie tatsächlich geben.

20.09.2020 11:07 Uhr - cecil b
1x
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Deine Besprechung ist äußerst lesenswert!

Interessant finde ich, dass du ähnliche Kritikpunkte wie ich siehst, aber auch positive Aspekte hinzufügst, die ich auch als nachvollziehbar empfinde.

Aber, Craven spricht mir da aus der Seele: "Vor allem dieser sechste Teil war ihm ein Dorn im Auge, da aus seiner Sicht aus dem einst gnadenlosen Albtraumschlächter eine sprücheklopfende Witzfigur geworden ist, welche die Zuschauer eher zum Schmunzeln anregt als das er ihnen das Fürchten lehrt."

20.09.2020 16:13 Uhr - TheMovieStar
3x
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@ intofilms: vielen Dank auch dir fürs lesen und für dein Lob. Ich kann dich auch verstehen wenn dir der Teil nicht ganz so gut zusagt wie mir der Film hat seine Fehler die für den einen mehr gewichten, für den anderen weniger. kein Problem😊


@ Ghost: Danke auch dir fürs Lesen und für dein Lob. Anhand deiner Meinung zum Thema "Alibi für Gewaltverbrechen" erkenne ich , dass wir hier eine ähnliche Ansicht haben😀

@ Cecil: Danke auch dir fürs Lesen und für das dein Lob. Freut mich wenn wir ähnliche Kritikpunkte sehen, du hast ja noch ein wenig kritischer in deinem Review bewertet mit der 4/10.

20.09.2020 18:21 Uhr - Giant P
1x
Coole Review! Finde ich auch besser als Kritiker sagen.
Hat auf jeden Fall seine Momente

20.09.2020 19:12 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
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TheMovieStar: Die 4 von 10 aus meiner angestaubten Review (2013 glaube ich), ist subjektiv, meine Emotionen standen bestimmt im Vordergrund. Der Q-Tipp macht mir auch wirklich Spaß! ;) Teil 5 fand ich erst nach einer weiteren späten Sichtung auf einmal richtig gut, das sehen einige andere glaube ich anders. Wenn ich mich recht entsinne, fanden wir beide aber New Nightmare großartig, den andere auch nichts abgewinnen können. Die unterschiedlichen Meinungen sind ja aber immer eine Bereicherung, solange sie nachvollziehbar begründet werden.

21.09.2020 22:41 Uhr - TheMovieStar
1x
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@ Giant P: Danke auch dir fürs Lesen und für das positive Feedback. Freut mich wenn wir hier eine ähnliche Ansicht haben😊

@Cecil: Das kenne ich mit subjektiven Einfluss😊. Letzten Endes ist denke ich aber jedes Review auch
ein Stück weit Momentaufnahme.... es gibt viele Filme die ich heute z.b. anders bewerte wie noch vor
jahren. Und fu hast Recht... es ist schön das es unterschiedliche Meinungen gibt solange diese
ordentlich begründet werden😊😊😊

24.09.2020 08:07 Uhr - Kable Tillman
1x
DB-Helfer
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Super Review! Freddy geht für mich immer. Schade, dass er und Jason keine Filme mehr bekommen, aber so ändert sich die Kinolandschaft eben. Zeit wäre es trotzdem mal wieder.

25.09.2020 11:32 Uhr - TheMovieStar
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@ Kable: Danke auch dir fürs Lesen und dein Lob. Schön wenn dir die Nightmare Reihe auch gefällt😊😊😊

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