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Tenet

Herstellungsland:USA, Großbritannien (2020)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Action, Drama, Science-Fiction, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,50 (16 Stimmen) Details
inhalt:
Nur mit einem einzigen Wort bewaffnet - Tenet - taucht der Protagonist im Kampf um das Fortbestehen der Menschheit in die zwielichtige Welt internationaler Spionage ein. Seine Mission? Völlig von der Zeit losgelöst.
eine kritik von ghostfacelooker:

Man mag mich einen ahnungslosen und cinematographisch ambivalenten Möchtegern-Filmliebhaber nennen, aber Tenet, ist im Vergleich zu Inception in den ersten fünfzig Minuten bis auf vereinzelte Action-Sequenzen von kurzer Dauer, ein ziemlich langweiliges Unterfangen, in dessen Monologen und Antipathie zu den Darstellern man fast das Interesse verlieren könnte.

Natürlich ist die komplexe Geschichte einem Dialoglastigen Beginn geschuldet, um den Zuschauer halbwegs in diese Welt der Inversion einzuführen, jedoch funktionierte dies bei angesprochenem Film mit Leonardo DiCaprio wesentlich besser und mit von Anfang an beeindruckenderen Bildern.

Versteht mich nicht falsch, ich bin ein Fan von dialoglastigen Handlungen, wenn diese klug und intelligent fortgeführt werden. Doch wenn diese den Inhalt für sich genommen komplex halten, gleichzeitig aber so tun als würde man durch sie mehr erfahren und die Spannung dadurch steigern, dies dann aber nicht tun und mich persönlich bereits zu Beginn über eine Stunde lang langweilen und kaum weiterbringen, finde ich ist das Potential nicht ausgeschöpft und die Idee nur visuell aufgeblasen.

Dies ist Nolan vor allen Dingen auch insofern bei Inception besser gelungen, als daß er es hier nach circa neunzig Minuten während einer spannenden Sequenz ebenso für den Zuschauer halbwegs erklärbar macht und somit, wiederum die ersten sechzig Minuten völlig unnötig in die Länge gezogen wurden.

Zu diesen schweren Minuten der ersten Hälfte, drängt sich das Empfinden, daß der Held und Sohn von Denzel Washington, John David, zu keinem Moment die charmante und einnehmende Ausstrahlung seines Vaters besitzt,und vielmehr klobig durchs Bild stolpert, während Robert Pattinson, als scheinbar lustloser Sidekick a la Robin, genauso verblasst, wie er einst zu glitzern verstand, aber gut, diese Ansicht, möge man meiner persönlichen Aversion gegen diesen Schauspieler und sein für mich marginales Talent zuschreiben.

Elisabeth Debicki´s Figur, erinnert mich in dieser sehr zähen Stunde des Films an eine Mischung aus Monica Belluci´s Rolle in den beiden Matrix-Filmen und ihrem Mann, denn Kat Sator, ist ebenso unterkühlt arrogant, wie sie innerlich zerrissen scheint, was sich aber erst später herauszustellen beginnt.

Keneth Branagh´s Figur hingegen explodiert nach dieser Stunde in cholerisch soziopathischen Zügen, die den Antagonisten seiner Shakespeare-Verfilmungen und somit deren Schöpfer selbst Ehre bereiten würden und zündet in dem Moment in dem er seiner Frau eindringlich und „tatkräftig ins Gewissen redet“, den Startschuß zur für mich besseren und wichtigeren Phase des Films, der zweiten Hälfte wenn man so will welche auch die bereits angesprochene Sequenz der Erklärung der Handlung inkludiert, die DER Protagonist als Briefing durch eine Soldatin erhält

Ja auch ich versuche eine Inversion im Review in dem ich erkläre, was ich bereits erklärte, nur um zu erklären, daß die Erklärung anfangs umsonst war, weil sie logischer Weise später erfolgt, klar soweit?!

Ab diesem Zeitpunkt, an dem das „paradoxe Zeitreise-Gedankenkonstrukt Nolan´s“ auch dem einfachen Zuschauer halbwegs verständlich erklärt wird, ,möchte man hoffen der Film würde, wie die fulminante Autobahnsequenz, an Tempo anziehen, aber nein.

Nicht dem actiongeladenen Tempo, sondern dem spannungs-, und handlungsaffinen Ebenen der Geschichte obliegt hierbei mein Fokus. Selbiger „plätschert“ von Minute eins an wie ein Zimmerbrunnen im selben, monotonen Einklang.

Selbst der fragwürdig, hin fiebernde und mit eigen Gedankengängen verzweigte Schlussteil führt die bis dahin zwanghaft konzipierte Komplexität des Zeitreisekonstrukts ad absurdum und wirkt mit seiner simplen Aufschlüsselung, die man als aufmerksamer Zuschauer vielleicht auch schon selbst herausgefunden haben könnte, nicht paradoxer als jeder bis dahin gesehene Versuch die Zeit in irgendeiner Weise zu beeinflussen oder zu verändern.

Da man einen Nolan höchstens mit einem Nolan vergleichen kann, ziehe ich zusammenfassend erneut Tenet im visuell und philosophischem Konsens mit Inception gleich und sage unumwunden und allein meiner filmischen Vorlieben geschuldet, daß dieser Film zwar im actionlastigen Bereich Akzente zu setzen vermag seine visuellen, tricktechnischen Spagate, sowie auch die Ebene gezielt Spannung aufbauen oder diese gar halten zu können, bei weitem an Inception nicht heranzureichen verstehen.  

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Kommentare

20.09.2020 11:15 Uhr - cecil b
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Danke für diesen Eindruck!

Natürlich sind die Perspektiven aller irgendwie subjektiv, aber ich kann mir vorstellen, dass ich das ähnlich so sehen kann:

"Versteht mich nicht falsch, ich bin ein Fan von dialoglastigen Handlungen, wenn diese klug und intelligent fortgeführt werden. Doch wenn diese den Inhalt für sich genommen komplex halten, gleichzeitig aber so tun als würde man durch sie mehr erfahren und die Spannung dadurch steigern, dies dann aber nicht tun und mich persönlich bereits zu Beginn über eine Stunde lang langweilen und kaum weiterbringen, finde ich ist das Potential nicht ausgeschöpft und die Idee nur visuell aufgeblasen."

Ich finde Nolans Filme immer sehenswert, und zum Teil sehr gut, aber immer überfrachtet und zu gewollt. Meine persönliche Sichtweise.

Noch ein paar Worte zur Inszenierung hätten aber noch dazu gekonnt, finde ich. Die ist bestimmt nicht ohne. ;)

Ansonsten eine tolle Review, wie ich finde.

20.09.2020 20:32 Uhr - Ghostfacelooker
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20.09.2020 11:15 Uhr schrieb cecil b

Danke für diesen Eindruck!

Natürlich sind die Perspektiven aller irgendwie subjektiv, aber ich kann mir vorstellen, dass ich das ähnlich so sehen kann:

"Versteht mich nicht falsch, ich bin ein Fan von dialoglastigen Handlungen, wenn diese klug und intelligent fortgeführt werden. Doch wenn diese den Inhalt für sich genommen komplex halten, gleichzeitig aber so tun als würde man durch sie mehr erfahren und die Spannung dadurch steigern, dies dann aber nicht tun und mich persönlich bereits zu Beginn über eine Stunde lang langweilen und kaum weiterbringen, finde ich ist das Potential nicht ausgeschöpft und die Idee nur visuell aufgeblasen."

Ich finde Nolans Filme immer sehenswert, und zum Teil sehr gut, aber immer überfrachtet und zu gewollt. Meine persönliche Sichtweise.

Noch ein paar Worte zur Inszenierung hätten aber noch dazu gekonnt, finde ich. Die ist bestimmt nicht ohne. ;)

Ansonsten eine tolle Review, wie ich finde.


Danke dir mein lieber Ex-Z.P^^^^^^^^^^^^^
Finde ich habe meinen Eindruck zur Inszenierung geschrieben und das es visuell nichts auszusetzen gibt

20.09.2020 22:55 Uhr - Kable Tillman
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Schließe mich dem Cecil an, tolle Review. Ich fand auch den Film toll und überlege selbst, ein Review zu schreiben, aber nach nur einem Mal sehen will ich mich an so ein Mammutwerk nicht ganz herantrauen. Aus dem Bauch heraus würde ich ihn sehr hoch bewerten, auch wenn er unbestreitbar Schwächen hat, insbesondere in der Figurenbindung. John David Washingtons "Protagonist" blieb absolut blass, sein Schauspiel hölzern. Auch die "Damsel in distress" empfand ich ebenso klischeehaft wie langweilig. Andererseits war "Tenet" visuell beeindruckend und Robert Pattinson eine große Überaschung für mich, im positiven Sinne. Würde dem Film wohl eine 8 oder 9 von 10 geben.

21.09.2020 19:57 Uhr - cecil b
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Ghost: Da hast du Recht. Nach meinem Geschmack hätten es mehr Worte dazu sein können. Aber das ist nur meine Sichtweise, die ja nicht automatisch eine Kritik ist.

Kable: Wenn ich deinen Kommentar lese, würde mich deine Besprechung schon interessieren. Aber, man sollte nur schreiben, was man auch schreiben möchte. ;)

21.09.2020 21:26 Uhr - Ghostfacelooker
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21.09.2020 19:57 Uhr schrieb cecil bGhost: Da hast du Recht. Nach meinem Geschmack hätten es mehr Worte dazu sein können. Aber das ist nur meine Sichtweise, die ja nicht automatisch eine Kritik ist.

Kable: Wenn ich deinen Kommentar lese, würde mich deine Besprechung schon interessieren. Aber, man sollte nur schreiben, was man auch schreiben möchte. ;)

Wir kennen uns und ich denke wir wissen wie es der andere meint^^^^

28.09.2020 19:53 Uhr - cecil b
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Ghost: :)

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