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Schrottmagnet

Herstellungsland:Schweiz (2018)
Genre:Amateurfilm, Horror, Kurzfilm
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Der 35-jährige Tom geht sehr stark auf die 70 zu, seine nach Sex bettelnde fette Frau nervt ihn und auch sonst bringt er nix zu Stande. Ein Anruf einer Telemarketing-Tussi bringt das Fass endgültig zum Überlaufen ! Im Nachttisch befindet sich ein großkalibriger Revolver …
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

Jeden Morgen der selbe Scheiß ! Der drecks Wecker klingelt, seine abstoßende, fette Frau schmiegt sich an ihn und er muss heucheln sie noch zu lieben. Es ist doch wirklich zum heulen. Endlich verschwindet seine Alte in die Arbeit...Ruhe. Erstmal gepflegt sich krank melden bei seinem bescheuerten Chef. Er hat keinen Bock zur Arbeit zu gehen. Und jetzt ruft auch noch so ne verfluchte CallCenter- Tussi an !!?? Es reicht ihm jetzt. Her mit der Kanone…

SCHROTTMAGNET

Mit dem Horror aus der Schweiz bin ich noch nie wirklich in Berührung gekommen. Ausser den wohl damals recht brisantem -Blutgeil- kenn ich auch kein einziges Werk aus dem Land Heidis. Im Jahre 2018 legte nun ein Regisseur mit Namen….Rafiki….jenes kurze und unbekannte Filmchen vor. Was will es uns sagen ?

Der langhaarige Aushilfsrocker und Hauptcharakter, der ohne filmischen Namen auskommt, wird von Tom Crippler (scheinbar ein künstlicher Künstlername) dargestellt. Schmuddelig ist noch zu milde ausgedrückt. Sein Körper hat wohl schon länger kein Wasser mehr gesehen, die Haare zerzaust, der Bart ungepflegt... rebellisch geht immer. Wäre da nicht seine Frau…

... die er jede Nacht beglücken muss obwohl er kaum mehr durch ihre Fettschichten durchkommt. Doch sie, auch im Film namenlos (Goredana...jetzt reicht's langsam), glaubt noch immer an die große Liebe. Herzt ihn, streichelt ihn während er eigentlich kotzen möchte. 

Und dann ist er endlich allein im Haus…

"Ich bin jetzt 35 und habe noch 35 Jahre vor mir…"

Entschuldigung liebe Leser für die ungewohnt vielen Kraftausdrücke, aber dieser 13minüter selbst ist in Sachen Wortwahl eher grob und rücksichtslos. Schon zu Beginn wird mit unflätigen Sprüchen des Mannes aus dem Off nur so um sich geworfen. Er beschwert sich über den Wecker der sich erlaubt jeden Morgen zu klingeln, lässt sich über seine fette Gattin aus und plaudert sein Sexleben aus. Rücksicht sucht man hier vergebens. Die Worte irritieren und sind einem Schlag ins Gesicht gleichzusetzen. Allerdings zeichnet sich in den ersten Momenten das Bild eines Menschen der mit sich und der Welt nicht mehr klarkommt. So gut wie alles wird zu seinem ganz persönlichen Feind, das Telefon fliegt gegen die Wand und stirbt nicht… Und nun ruft ihn diese Tante vom CallCenter an und will ihm ein weltbewegendes Angebot ans Knie schrauben. 

Dadurch daß alles in dieser kleinen Wohnung stattfindet in der man sich kaum verlaufen kann, wirkt das Geschehen schon ein wenig beängstigend. Und die Tatsache daß die Darsteller (derer wären jene zwei) reine Amateure sind verschafft man dem Film so etwas wie Realismus. Der aber ab dem Zeitpunkt in dem der Kerl die großkalibrige Knarre in die Hand nimmt wieder etwas flöten geht ! Wahrscheinlich hat man Ittenbachs frühe Werke einmal zu viel gesehen, denn die folgenden Effekte darf man getrost als lächerlich bezeichnen. Wobei ich aber gestehen muss, daß das was daraus resultiert schon an ein oder zwei meiner Nerven zerrte. Vor allem weil der Herr fast jede seiner Taten weiter kommentiert. Das erzeugte bei mir ein komisches Gefühl in der Magengegend. Das amateurbedingte Overacting und der Sound passt oftmals nicht ins Geschehen und zieht den Film schon ziemlich nach unten. Aber das muss man wohl hinnehmen.

"Ohne dich würde ich tot sein !"

Gut, das jetzt nicht. Ich möchte dem Streifen keine tiefere Botschaft attestieren. Jedenfalls hatte er eine gewisse Wirkung für mich als Zuschauer. So dieses seltsame Gefühl sich irgendwie selbst in der Person des Mannes wiederzufinden. Denn seien wir mal ehrlich: Wie oft wollte man schon mal alles hinwerfen, die Tür verriegeln und nicht ansprechbar zu sein ? Zu glauben daß jeder Depp auf der Welt sich ausschließlich in DEINER Nähe befindet. Somit geht dieser Film in gewisser Weise als Spiegelbild durch. Natürlich nicht mit jenem Ergebnis…! Evtl. könnte man den als Fingerzeig sehen….oder als reine Unterhaltung. Genau, man sehe den Film als Unterhaltung. Nicht mehr, nicht weniger. ;-)

 

ses

7/10
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Kommentare

22.09.2020 11:10 Uhr - sonyericssohn
1x
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Hier könnt ihr euch ein Bild machen:
https://m.youtube.com/watch?v=LEfHzO_ord0

22.09.2020 12:41 Uhr - tp_industries
1x
User-Level von tp_industries 2
Erfahrungspunkte von tp_industries 35
Super, kurze und knackige Review.
Wie von Dir gewohnt, ist sie sehr unterhaltsam geschrieben.
Ich bin auf jeden Fall angefixt, danke für den Tipp! 😉

22.09.2020 12:49 Uhr - sonyericssohn
1x
DB-Co-Admin
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Danke und gerne ;-)
Ein Blick kann nicht schaden. Wer weiß, evtl. sieht jemand anderes mehr darin als ich. .......oder weniger....
Jetzt fällt mir grade was auf. In der IA steht ja er heißt Tom. Hm, also entweder hab ichs überhört, oder der Name fällt gar ned. Oder er spielt sich selbst. Sei es wie es ist.

22.09.2020 20:42 Uhr - The Machinist
1x
User-Level von The Machinist 7
Erfahrungspunkte von The Machinist 742
Deutschsprachiger Amateur-Schocker? Sowas darf's bei mir auch gelegentlich sein.
Danke für den Tipp sony.

Interesse an Schweizer Horror? Dann check mal ''Sennentuntschi'' aus.

22.09.2020 20:50 Uhr - sonyericssohn
1x
DB-Co-Admin
User-Level von sonyericssohn 20
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 8.263
Gerne Machinist ! Und danke für den Tip ! Von Sennentuntschi hab ich schon gehört. Da mach ich mich mal schlau ;-)

23.09.2020 13:44 Uhr - Kable Tillman
1x
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Mit Amateurfilmen kann man mich für gewöhnlich jagen, aber den schaue ich mir mal an. Danke für den Tipp und wie immer eine mordsunterhaltsame Review!

23.09.2020 13:47 Uhr - sonyericssohn
1x
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Merci Kable !!!
Ach, so für zwischendurch geht so ein Kurzer immer mal bei mir. Is aber, wie üblich, eine Sache des Geschmacks ;-)

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