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I Spit on Your Grave 3 - Vengeance is Mine

Originaltitel: I Spit on Your Grave 3: Vengeance is Mine

Herstellungsland:USA (2015)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:I Spit on your Grave 3 - Mein ist die Rache...!
I Spit on Your Grave: Vengeance is Mine
I Spit on Your Grave 3
I Spit on Your Grave III
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,94 (41 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Jennifer Hills (Sarah Butler) wird noch immer von den grausamen Erinnerungen ihrer brutalen Vergewaltigung gequält, die sie vor Jahren erleiden musste. Nun ist sie in eine neue Stadt gezogen, hat ihre Identität gewechselt und besucht eine Selbsthilfe-Gruppe, um ein neues Leben zu beginnen. Dabei hilft ihr auch ihre neue beste Freundin Marla, die ihr mit ihrer positiven Art wieder Sinn im Leben gibt. Als Marla eines Tages von ihrem Ex-Freund brutal ermordet wird und dieser auch noch aus Mangel an Beweisen nicht verhaftet werden kann, beschließt Jennifer, ihre Freundin zu rächen. Doch auch in ihrer Selbsthilfegruppe häufen sich immer mehr Missbrauchsfälle, deren Täter es zu stoppen gilt. Und somit begibt sich Jennifer Hills erneut auf einen blutigen Rachefeldzug. (Illusions Unltd. films)

eine kritik von dicker hund:

Für den letzten Teil der Trilogie "I spit on your Grave" ging 2015 mit R. D. Braunstein ein neuer Regisseur ans Werk. Erfreulicherweise war mit ihm wieder Sarah Butler in ihrer Rolle aus dem Erstling an Bord. An der Seite ihrer Jennifer wird man Zeuge collagierter Erfahrungen mit übergriffigem Mackerverhalten unterhalb der Schwelle zur Vergewaltigung, welche in die Rückblenden zum Auftaktfilm eingebettet sind. An diesen wird schließlich mit dem interessanten Ansatz angeknüpft, dass eine Therapiegruppe dabei helfen soll, die psychischen Folgen des Erlebten zu verarbeiten. Dort macht die Protagonistin Bekanntschaft mit der wehrhaft-exaltierten Marla (Jen Landon), woraus eine eigenständige Dynamik entsteht. Die Dialoge zwischen den beiden formulieren feministische Ideen in einer angemessen anspruchsvollen Sprache.

Doch führt der Weg natürlich nicht ins Programmkino. Das Rachemotiv bleibt prägend, wenn auch diesmal als eher allgemeiner Ansatz im Sinne einer institutionslosen Vergeltungspolizei, die von Seiten des Drehbuchs erkennbar dafür konstruiert wurde, die willkürliche Gewalt (7/10) auf den Weg zu bringen, deren drastische Auswüchse mit gelungenem Effekt-Handwerk kokettieren. Der enthaltene Sadismus transportiert aufdringlichen Horror (7/10).

"Das, was ich von dir will, ist, dass du leidest."

Zwischenzeitlich lockern Charaktere aus dem Reich des Maskulinum, die nicht bloße Raubtiersexisten sind, das Wechselspiel von Ermittlungsbehörden und Selbstjustizlerinnen ein wenig auf. So ist die Figur des Oscar (Doug McKeon) durchaus sympathisch gezeichnet, jene des Matthew (Russel Charles Pitts) schlichtweg ungeklärt. Darstellerisch dominiert aber eindeutig Sarah Butler, die die instabile geistige Verfassung ihrer Jennifer mit Inbrunst verkörpert. Viel Haut braucht sie diesmal nicht mehr zu zeigen, weil die anlassgebende Vergewaltigung weitgehend als bekannt vorausgesetzt ist und sonst nicht mehr viel Raum für nackte Tatsachen bleibt (Sex 3/10). 

"Sie müssen nicht immer gleich gewaltsam Rache üben."

Bei solchen Sätzen muss der geneigte Kritiker schon ein wenig schmunzeln, ohne dass diese messbaren Humor (1/10) enthalten würden. Ihnen könnte nämlich eine Meta-Anmerkung an den Plot entnommen werden, dass es mit der Zeit vielleicht doch etwas arg monoton zugeht. Ein Mann ist böse triebhaft, eine Frau räumt mit ihm auf, die Polizei ermittelt. Dieses Schema ist ein wenig zu redundant und sorgt für kleinere Längen. Dennoch empfiehlt sich "I spit on your Grave 3" noch als große Filmperle (8/10 Punkten). Mit so viel Verve wie in dieser Remake-Dreifaltigkeit schlägt das Subgenre sonst selten auf, allenfalls in Häusern linksaußen der Straße. Fassungsmäßig sei vor dem Prüfsiegel der FSK gewarnt.

8/10
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Kommentare

12.11.2020 04:28 Uhr - McGuinness
1x
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Deutlich schwächer als der grandiose Erstling, aber um Welten besser als der total vermurkste zweite Ausflug !

8 Punkte ist mir dein hier besprochenes Werk zwar nicht wert, aber dennoch gehe ich mit einigen Äußerungen von dir konform und somit bleibt dein abschließendes Urteil für mich zumindest weitaus nachvollziehbarer, als beim besagten Ausflug in Richtung Rumänien 😉

12.11.2020 18:34 Uhr - Draven273
1x
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Wieder eine tolle Review dicker Hund. Und wie es so klingt, würde ich diesem Teil hier sogar noch eine Chance geben und mir den mal anschauen. Du kennst ja meine Problematik mit diesen Filmen. Dieser scheint mir aber weniger drastisch. Sollte ich dazu kommen, gebe ich gerne mal eine Rückmeldung. Schön geschriebener Abschluss Deiner Review Trilogy.

12.11.2020 20:05 Uhr - McGuinness
1x
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@Draven273

Von den Gewaltspitzen ist dieser hier im Vergleich zu den beiden Vorgängern als harmlos zu bezeichnen, dennoch macht es meiner Meinung nach wenig Sinn, mit diesem hier zu beginnen, da ja quasi auf den Erstling aufgebaut wird.
Schau dir den ersten Film mit der phantastischen Sarah Butler ruhig mal an, Draven.
Klar, das gezeigte ist definitiv nichts für zarte Gemüter, aber dennoch ist dieses Werk absolut sehenswert... Herrlich fiese Charaktere, noch fiesere Folterungen, eine bedrückend - stimmige Atmosphäre... Da passt einfach alles !!! 😉👍🏻

12.11.2020 20:26 Uhr - tp_industries
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Ich bin immer wieder fasziniert, wie du in einem verhältnismäßig kurzen Text, alle relevanten Daten nennst, einen guten Eindruck vom Film vermittelst und mit deinem eigenen, perfektionierten Stil ein angenehmes Lesen ermöglichst. Hut ab vor deiner Arbeit!!!

Bei der Bewertung für den Film bin ich diesesmal übrigens ganz bei dir! ;)

13.11.2020 09:21 Uhr - Dissection78
2x
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Ich finde den ebenfalls erstaunlich gelungen - jedenfalls für das, was er ist: Ein moderner Exploiter. Inhaltlich sicherlich nicht hochanspruchsvoll, doch zum Glück auch nicht der x-te hingerotzte Storyaufguss des Originals bzw. Remakes. Gemäßigter als die ersten beiden Streifen und auch gemäßigter als das Original. Doch für's Mainstream-Publikum dürfte der immer noch sehr hart, wenn nicht sogar ZU hart sein ;)

Meine persönlichen Wertungen:
Meir Zarchis '78er-"Ich spuck auf dein Grab": 7/10; "Savage Vengeance" (1993): 0/10 (jawoll!); "Deja Vu" (2019): 3/10; Steven Monroes 2010er-Remake: 7,5/10; "I Spit on Your Grave 2" (2013): knappe 6/10; "Vengeance is Mine": 7/10.

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