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Black Tiger

(Originaltitel: Good Guys wear Black)
Herstellungsland:USA (1977)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Martial Arts, Krimi
Alternativtitel:Der schwarze Tiger
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,20 (5 Stimmen) Details
inhalt:
John T. Booker soll mit seiner Spezialeinheit "Black Tiger" ein paar Kriegsgefangene befreien. Doch sie wurden von ihren Auftraggebern gelinkt und werden zurückgelassen. Doch Booker findet mit ein paar Anderen den Weg zurück in die Zivilisation und kündigt seinen Dienst. Fünf Jahre später wird er von dem damaligen Ereignis eingeholt, denn er steht auf der Todesliste eines Unbekannten. Zusammen mit der Reporterin Margarete will er seine ehemaligen Teammitglieder warnen, doch die werden kurz darauf ermordet. Booker und Margarete schweben nun in Lebensgefahr…
eine kritik von kable tillman:

Black Tiger… Kein Black Panther

Der Chuck Norris Actionkrimi „Black Tiger“, oder wie er im Original betitelt wurde „Good Guys wear Black“, von 1978 stellt eine von Chuck Norris frühen Rollen dar, die sich von seinen späteren auch nicht sonderlich unterscheiden sollte. Kein Scherz, Chuck Norris spielt einen Professor (!), der auch noch Porsche Testfahrer (Was auch sonst?) und ehemaliger Einsatzleiter einer US-amerikanischen Spezialeinheit für verdeckte Operationen im Ausland in seiner Vita zu stehen hat. Dass er nicht nebenbei noch Arzt, Feuerwehrmann, Physiknobelpreisträger und US-Präsident war, enttäuscht mich dann allerdings doch. Seine Tätigkeit als Porsche Testfahrer spielt im gesamten Film des Weiteren keine handlungstechnische Rolle. Sie dient nur zu einem coolen Auftritt nach einem Zeitsprung in der Handlung.

Die Story ist schnell erzählt. John T. Booker (Chuck Norris) leitet zu Beginn der Handlung im Jahr 1973 einen verdeckten Einsatz in Vietnam, der jedoch mächtig in die sprichwörtliche Hose geht. Er schafft es zwar sich und einige seiner Männer zu retten, aber das sollte sein letzter Einsatz bleiben. Fünf Jahre später machen Bundesagenten plötzlich Jagd auf ihn und haben bereits einige seiner ehemaligen Kameraden auf dem Gewissen. John T. Booker, mittlerweile um einen Weisheits-Mustache reicher, setzt sich infolgedessen die Agenda, die Verschwörer zu finden, die es auf ihn und sein früheres Team abgesehen haben und deren Motive herauszufinden. Dabei im Gepäck: Die ebenso attraktive wie zwielichtige und penetrante Reporterin Margaret (Anne Archer, „Die Stunde der Patrioten“), die sich im Verlaufe der Handlung jedoch zu Bookers Betthäschen entwickelt. Der Booker ist schon einer.

Aus der Charakterzeichnung heraus werden unmittelbar Parallelen zu einem gewissen James Bond deutlich. Sogar einige Actionszenen, wie die Ski-Verfolgungsjagd, erinnern unweigerlich an den berühmten Geheimagenten ihrer Majestät. John T. Booker ist sozusagen ein Karate-Bond für den amerikanischen Markt, samt Verschwörungsgeschichte, jüngeren Gespielinnen und irgendwas mit Vietnam. Und nüchtern betrachtet macht dieser krude Mix auch Laune. Der Film beginnt mit Blauen Bohnen galore, wobei dem Szenenverlauf aufgrund schwacher, um nicht zu sagen a****dunkler, Ausleuchtung nur schwer zu folgen ist. Spätere, vorwiegend am Tag stattfindende, Actionszenen wissen dann schon mehr zu überzeugen, wobei vor allem die Verfolgungsjagd im Skigebiet ein Highlight des Streifens darstellt. Chucks Karate-Kämpfe sind sauber choreografiert und mitreißend, wenn auch zum Teil etwas kurz ausgefallen. Allgemein ist eine gewisse Actionarmut im Vergleich zu späteren Chuck Norris Heulern wie „Invasion U.S.A.“ oder „Missing in Action“ wahrnehmbar. Dadurch erobert sich „Black Tiger“ zwar nicht einen Platz unter den Highlights der Karriere eines Chuck Norris, welche man sich wieder und wieder und wieder anschauen kann, aber langweilig wird es mit dem schwarzen Tiger dennoch nicht. Das liegt auch an der Besetzung der Nebenrollen, die sich mit dem zu früh verstorbenen James Franciscus (bekannt aus Argentos „Die neunschwänzige Katze“, „Rückkehr zum Planet der Affen“, „Gwangis Rache - Das Tal der Dinosaurier“ u.v.m.), dem ebenfalls zu früh verstorbenen Lloyd Haynes und der Schauspiellegende Dana Andrews („Die besten Jahre unseres Lebens“) namenhaft liest. Zu darstellerischen Höchstleistungen kann sich jedoch keiner der benannten Akteure motivieren.

Schauspieltechnisch wird auf Sparflamme agiert, Handlungstechnisch keine Innovationspreise gewonnen und mit nur $1.000.000 war das Budget selbst für damalige Verhältnisse mikroskopisch, wodurch der Film mit $18.300.000 Einspielergebnis in den USA zu einem Kinohit avancierte, dennoch erzählt „Black Tiger“ eine solide Parabel über politische Deals hinter den Kulissen, über Bauernopfer und warum man Chuck Norris, der persönlichen Gesundheit wegen, nicht zu einem machen sollte. Damit kann „Black Tiger“ an einem verregneten Sonntag punkten, bei Ausgangssperre oder wenn einen der Corona-Virus ans Bett fesselt. Spätere Werke der Kultschauspieler wissen jedoch vielfach mehr zu unterhalten. Ziemlich unterhaltsam ist jedoch Chuck Norris Aussage, er würde „Black Tiger“ mit Clint Eastwoods „Dirty Harry“ vergleichen. Humor hat er, das muss man ihm lassen.   

Qualitätswertung: 5 von 10 Punkten
Unterhaltungswertung: 7 von 10 Punkten
Gesamtwertung: 6 von 10 Punkten

Und nur coole Typen tragen Schwarz. Booker, Bond, Neo, Wick, Tillman.

Bis zum nächsten Review!

Hochachtungsvoll euer Kable Tillman

6/10
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Kommentare

16.10.2020 15:08 Uhr - dicker Hund
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Weisheits-Mustache?!
🙂

16.10.2020 22:26 Uhr - TheMovieStar
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Wie immer eine hervorragende Kritik, Kable. Liest sich gut, informativ und wordgewandt geschrieben. Den gibt's aktuell
bei Amazon, vielleicht riskiere ich auch mal einen Blick, hab den noch nicht gesehen...😊


17.10.2020 19:31 Uhr - Pratt
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Lesenswertes Review, den Film würde ich noch sogar noch etwas besser bewerten, wurde gut unterhalten, man darf seine Erwartungen natürlich nicht zu hoch stecken, nettes B-movie, mit guten Szenen und einigen neten Ideen.

P.S. + Spoiler: Zum Thema C. Norris Humor, in einem Interview aus dem Jahr 2005 erzählt er von seinem Stunt im Finale des Films, obwohl er dort klar gedoubelt wird und zwar von Don Pike...

18.10.2020 19:54 Uhr - cecil b
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Als ob ich den Film gesehen hätte. Ein deutlicher Eindruck vom Film, mit dem altbewährten Kable-Jargon!

"Und nur coole Typen tragen Schwarz. Booker, Bond, Neo, Wick, Tillman............" ;)

18.10.2020 21:17 Uhr - Punisher77
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Unterhaltsam geschriebene Kritik, flüssig formuliert - gefällt mir sehr gut!
Der Film mag zwar kein Alltime Classic sein, aber mein Interesse ist dennoch geweckt.

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