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Deep Star Six - Das Grauen aus der Tiefe

(Originaltitel: Deep Star Six)
Herstellungsland:USA (1989)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Science-Fiction
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,42 (33 Stimmen) Details
inhalt:
Das Deep-Star-Programm gehört zu den geheimsten Vorhaben des US-Militärs. Streng geheim soll unter der Anleitung von Dr. Van Gelder ein Raketenabwehrsystem tief unter dem Meeresboden installiert werden. Begleitet wird das Vorhaben auch von einigen Geologen und Meeresbiologen, um die Stabilität der Anlage und die Sicherheit der Mannschaft zu gewährleisten.
Eines Tages jedoch entdecken die Scanner eine riesige Höhle unterhalb der Rampe, die eine stabile Lage verhindern könnte. Dr. Van Gelder will keine Zeit verschwenden und ordnet die Sprengung der Höhlen an, ohne jedoch zu ahnen, dass er damit das Tor zu einer Welt aufsprengt, die seit Urzeiten von unserem Ozean abgeschnitten war. Darunter auch Wesen, die man besser nicht aufgeweckt hätte.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von chollo:

Regisseur Sean S. Cunningham wird von so manch einem neben Carpenter; Craven; Romero und Raimi gerne zu den Meistern des Horror Kinos der jüngeren Vergangenheit gezählt.  Bei nüchterner Betrachtung seiner Vita fällt aber auf dass dieser Behauptung die nötige Substanz fehlt. Neben seiner fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem juvenilen Wes Craven bei "The Last House on the Left" und seinem zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unfassbaren Erfolg und Nachwirken seines Slasher Kult Klassikers "Friday the 13th" ist dem guten Mann leider nicht allzuviel geglückt. Trotz des Erfolgs seines in meinen Augen und in Bezug auf sämtliche Beiträge der Reihe eher durchschnittlichen Schlitzerfilmchens, blieben die großen Angebote nämlich aus. Dieser Umstand und die dazugehörige Ursache sind aber schnell ausgemacht, denn nach Sichtung einer Handvoll seiner übrigen Werke, die fast ausnahmslos im B bis C- Segment beheimatet sind, wird schnell klar das sich sein Talent als Regisseur eher im mittelprächtigen Bereich verorten lässt.

Eine dezente Ausnahme bildet da neben seinem bereits erwähnten Slasher der 1989  veröffentlichte Unterwasser Horror "Deep Star Six". Im Zuge des Hypes um James Camerons neuestes Werk "Abyss" wurden gleich zwei ähnlich gelagerte Produkte in Auftrag gegeben um etwas von dem bereits prognostizieren Erfolgs seines noch anlaufenden Films abzugrasen. Das größere Stück Kuchen erhielt dabei George Pan Cosmatos ( "Die City Cobra"; "Rambo 2" ; "Of Unknown Origin") mit einem zur Verfügung gestellten Budget von 30 Millionen USD für seinen "Leviathan", wohingegen Cunningham sich mit schlappen 5 Millionen begnügen musste um "Deep Star Six" zu realisieren. Es sind bis heute auch jene beiden Konkurrenz Produkte die bei interessierten Zuschauern wie mir aufgrund der Similaritäten in der Geschichte immer wieder zu Vergleichen herangezogen werden.

Das schmalere Budget tritt da bei einer Gegenüberstellung am deutlichsten zu Tage. Cosmatos Setting in "Leviathan" besitzt ordentlich mehr Tiefe und Detailreichtum und somit zurückblickend betrachtet auch mehr Authentizität als Cunninghams eher kammerspielartiger Horror in diffus blinkenden Kulissen. Doch der Regisseur weiß sein Manko in Sachen Setting durch zumindest stellenweise geschickt platzierte klaustrophobische Momente zu kompensieren. So macht er flux aus mancher Bürde eine Stärke im Vergleich zum eher actionlastigen Sci-Fi Streifen seines Gegenspielers. Denn obwohl die finanziellen Mittel des Konkurrenten die Seinen übersteigen, kommen Cunninghams Erfahrungen in Sachen Horror seinem fertigen Produkt mehr zugute, als die futuristischen Action Einlagen von Cosmatos zu Teilen eher ungelenk wirkenden "The Thing"- Klons.

"Deep Star Six" lässt sich viel Zeit mit dem eigentlichen Terror und verschwendet dabei subjektiv betrachtet zuviel Zeit mit schaler Figurenzeichnung hölzern agierender Personen. Doch so vorhersehbar und klischeebehaftet das Ganze von statten geht, so ungeahnt gut fruchtet sein Versuch auch im letzten Drittel der Geschehnisse. Die Schicksale der handelnden Akteure gehen nämlich gerade durch den behäbigen Spannungsaufbau dem Zuschauer nicht vollends am Allerwertesten vorbei. Vor allem Miquel Ferrer ("Robocop") darf dabei mehr Facetten als normalerweise üblich zum Besten geben und hinterlässt dabei ein eher ambivalentes Gefühl im Nachgang.

Peinlich wird es aber ähnlich wie auch bei "Leviathan"wieder, deren Antagonisten komischerweise ein Eins-zu-Eins Ableben spendiert bekommen haben, wenn die Gestalt zuviel Screentime erhält. Ungeachtet der großen Künste des Visionärs Stan Winston, der in "Leviathan" seinen Auswüchsen Bild und Raum geben durfte, erscheinen beide Ungeheuer in ihrer vollen Pracht wie unfreiwillig komisch wirkende Fehlbeburten aus der Augsburger Puppenkiste. Den finalen Kampf hätte man sich bei beiden Outputs sparen können um den Gesamteindruck nicht zu schmälern. Doch auch hier verstand es Cunningham wenigstens in Ansätzen aus einer Widrigkeit Kapital zu schlagen. Seine Tiefsee Krabbe erscheint oft nur schemenhaft oder zu Teilen, und wenn dann einmal richtig, dann auch in einem passend kurzen Rahmen und der entsprechenden Schockwirkung. Diese Szene ist in dem Zusammenhang auch gleich die Beste des Films und darf so ziemlich jedes Cover auf sämtlichen Veröffentlichungen in leicht abgewandelter Form zieren.

Als Fazit muss also gesagt werden dass es Sean S. Cunningham mit "Deep Star Six" durchaus gelang mit der Besinnung auf seine Stärken, der Verpflichtung von Alten Vertrauten (Harry Manfredini für die Musik) und dem ein oder anderen motivierten Darsteller (Miquel Ferrer) im Vergleich zu seinem Gegenspieler "Leviathan" ein besser funktionierendes Werk abgeliefert zu haben. Was aber freilich nicht heißt dass "Deep Star Six" ein Meilenstein und Sean S. Cunningham ein begabter Regisseur ist. Tatsächlich bedeutet es eher sein Terror in tiefer See ist kurzweilige und solide Unterhaltung, ohne dabei aber länger im Gedächtnis behaftet zu bleiben.

 

6/10
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Kommentare

17.10.2020 12:44 Uhr - Draven273
1x
Schlagt mich, aber seit meiner ersten Sichtung damals im TV und dann natürlich einige Zeit später in einer vernünftigen Fassung mag ich das Ding einfach. Wie nicht anders zu erwarten toll geschrieben Chollo. Und auch wenn ich Dir quasi in allen Punkten so zustimmen kann, kommt der bei mir etwas höher von der Punktzahl weg, dürfte hier aber einfach wieder an dem gewissen Nostalgiebonus liegen. Völlig egal, letztenendes hast Du Recht. Der wandert aber durchaus in gewissen Abständen immer wieder mal in meinem Player und weiß mich auch heute noch entsprechend gut und kurzweilig zu unterhalten.

17.10.2020 14:37 Uhr - The Machinist
2x
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Schon ewig her, aber da ihn KochMedia ja zuletzt auf BD rausgebracht hat, müsste ich mir den auch mal zulegen. So aus der Erinnerung heraus klingen 6 Punkte für mich durchaus realistisch, wobei ich den von dir erwähnten Leviathan ebenfalls sehr schätze - der würde vergleichsweise auf 7 kommen.

Deine Kritik betreffend kann ich Draven nur zustimmen.

17.10.2020 16:22 Uhr - Tom Cody
2x
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Erfahrungspunkte von Tom Cody 8.661
Sehr schicke Kritik, im Grunde zu "Deep Star Six" und "Leviathan", die bei beiden Filmen auch deren Defizite nicht verschweigt.
Bei mir ist es allerdings genau umgekehrt.
Trotz nicht zu leugnender Schwächen würde ich "Leviathan" (den ich damals noch im Kino auf einer Riesenleinwand bewundern durfte) definitiv bevorzugen. Einige Effekte erinnern an "Das Ding", die Unterwasserstation ist besser, überzeugender in Szene gesetzt und bei der Besetzung mit Peter Weller, Amanda Pays, Richard Crenna, Hector Elizondo etc. hat der Film ebenfalls die Nase vorn.
Bei der VHS-Sichtung von "Deep Star Six" konnten mich vor vielen, vielen Jahren eigentlich nur ein paar wirklich gut gemacht Splatter-Effekte überzeugen.

Anstatt sich auf seine ganzen "Avatar"-Fortsetzungen zu konzentrieren (4 (!) Sequels - das kann eigentlich nur schiefgehen), sollte James Cameron lieber endlich mal den Platzhirsch des Unterwasserfilms, "The Abyss", auf Blu-ray veröffentlichen. Da würde ich mir sogar, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, ein Mediabook zulegen. Man wird ja noch träumen dürfen...

17.10.2020 20:41 Uhr - CHOLLO
1x
User-Level von CHOLLO 9
Erfahrungspunkte von CHOLLO 1.125
Vielen Dank euch :)

@Cody
Gerade den Platzhirsch des Unterwasserfilms habe ich noch nicht gesichtet.
Wird mal langsam Zeit glaube ich!

18.10.2020 21:29 Uhr - Punisher77
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von Punisher77 3.514
Ich glaube zwar nicht, dass der Film in absehbarer Zeit in meinem Player landen wird, aber die Kritik habe ich mit Genuss gelesen, zumal sie die Stärken und Schwächen des Films gut auf den Punkt bringt.

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