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The Lie

(Originaltitel: Between Earth and Sky)
Herstellungsland:Kanada (2018)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Als ihre Teenager-Tochter gesteht, im Affekt ihre Freundin umgebracht zu haben, versuche die verzweifelten Eltern, die schrecklich Wahrheit zu vertuschen und verstricken sich dabei immer tiefer in ein Netz aus Lügen.
eine kritik von ghostfacelooker:

Eigentlich sollte der Titel dieses Filmes, welcher auf dem ursprünglich deutschem Werk Wir Monster von Sebastian Ko basiert, besser Unglaubwürdig heißen, denn genau das ist er vom Kern der Handlung, über das Verhalten der Figuren bis hin zu deren Hintergrundgeschichte.

Da ich Ko´s Schaffen, und vor allem das Original nicht kenne, möchte ich meiner persönlich überwiegend bestehenden Aversion gegenüber deutscher Filmkunst nur anmerken, daß wenn ich in jemandes Filmvita, Werke wie Alarm für Cobra 11 und Tatort lese, mich dann auch dessen Filme kaum davon überzeugen, das jenes Geschaffene von 2014 aus der Fülle deutscher Sprachkunst schöpfen-, worauf selbst Goethe und Schiller sich verneigend zeigen-, und in seiner Spannung dermaßen brillieren, daß man einerseits nicht wirklich davon gehört hätte und es anderseits von mir bevorzugt und hier beschriebene deutsche Streifen übertreffen würde.

Auch sollte man diesen Film vom Titel her nicht mit dem vier Jahre später erschienen „Frauendrama“ unter der Regie von Judith Kennel verwechseln, welcher ins selbe Emotional-, und Farbspektrum fallen dürfte.

Nein, hierbei adaptierte Venna Sud, den Stoff und ihre Filmvita liest sich wie das amerikanische Pendant zu genannten Personen.

Aber wieso empfinde ich diesen Streifen nur so, dürften sich geneigte Leser nun nach dieser wenig charmanten Einleitung fragen und bekommen in folgenden Absätzen, vom Handeln der Personen allgemein, eine vielleicht nachvollziehbare Erklärung.

Fangen wir mit dem „roten Faden“ der Geschichte namens Kayla (Joey King) an, einem augenscheinlich beliebig rebellischem Teenager, die ihre beginnende Weiblichkeit dermaßen als Ausrede für ihr peinliches Verhalten zur Schau stellt, daß selbst Oswald Kolle für sie einen neuen Begriff der Pubertät erfinden müsste.

Witzig und dies sollte man im eigenen Freundes und Beziehungsumfeld probieren, wird es dann, wenn man den Film mit Ehepartner oder befreundeten Paaren sieht, welche unterschiedliche Sichtweisen zur Erziehung.

Dies wäre für mich als Leser dieser Review, auch der einzig haltbare Grund den Film sehen zu müssen, denn dadurch können alle, die bereits Kinder haben und auch jene ohne, spekulieren, respektive diskutieren, wie sie sich als künftige Eltern bei so einem „Balg“ verhalten würden und selbst dabei noch unterschiedlicher Auffassung bleiben.

Kayla, ist meiner Meinung nach so neben der Spur, daß weder ihr Verhalten noch ihre fragwürdige Geltungssucht auch nur eine Sekunde ihrer Handlungen rechtfertigen und somit unglaubwürdig erscheinen lassen, was aber nicht gegen die Schauspielerin selbst geht.

King, legt eine für die Figur dermaßen gespaltene Performance an den Tag, daß Angelina Jolie sowieWinnona Ryder, damals in ihrem Streifen Durchgeknallt, neben einigen Figuren aus Werken ähnlicher Couleur gern ihre Freundinnen gewesen wären.

Emotional erzeugt sie bei den Zuschauern genau jenes Dilemma, in welchem sich ihre Eltern Rebecca (Mireille Enos) und Jay (Peter Sarsgaard) nun durch die Handlungen ihrer Tochter befinden.

Einerseits und dafür hatte ich teilweise vollstes Verständnis, will man sein Kind auch in solch einer Situation schützen, als sie den stahlharten Klauen der Justiz,( besonders der der amerikanischen) ausliefern zu wollen, denn sind wir mal ehrlich, in Deutschland könnte man mit einem guten Anwalt und im Hinblick auf ihr Alter mit dem Argument kurzfristiger Unzurechnungsfähigkeit bestimmt mit fünf Jahren auf Bewährung oder besserem Urteilen rechnen.

Andererseits, und da war meine Frau unumstößliche Verfechterin der These, würde so ein elterlicher Schutzinstinkt nur dazu führen, daß das Kind nie aus den Konsequenzen seiner Handlungen lernt.

Sich Bilder davon zu machen, welch lustige Unterhaltungssituationen entstanden sein mögen, die durch weiteres Verhalten Kaylas und des daraus resultierenden Für und Widers der Gewalt gegenüber Kindern und des Spekulierens wann den der Punkt erreicht wäre, in dem die Tochter eine Ohrfeige verdient hätte, wurde nur noch von der Grundsatzdiskussion über Erziehungsmethodiken übertroffen und überlasse ich dem Leser oder späteren Zuschauer selbst.

Persönlich verstehe ich bis zu einem gewissen Punkt Jays Ansatz, doch die Figur selbst bleibt ebenso wie Rebecca unglaubwürdig.

Peter Sarsgaard´s Figur, zeichnet einen Mittvierziger in einer kaum erfolgreichen aber immer noch dem Glauben daran festhaltenden Band, welche durch ein Verhältnis zu einem Bandmitglied, wahrscheinlich auch seine Ehe ruiniert hat, dies aber durch den Willen „noch ein cooler nicht zu alter Dad“ sein zu wollen kompensiert und seiner Tochter indirekt somit ungeahnte und im Kontext der Handlung vielleicht sogar gefährliche Freiheiten ermöglichte, da diese nie Grenzen zu haben gekannt hat.

Ihm gegenüber, aber genauso zweifelhaft, steht der Vater der besten Freundin und Stein des Anstoßes allen Übels, Brittney, welcher hier von Cas Anvar gespielt wird, der auch noch mit Migrationshintergrund ausgestattet, unbedingt alle zweifelhaften Klischees des eventuell zur Gewalt und Überreaktion neigenden Mannes verkörpert.

Der „Oscar“ für die unglaubwürdigste Figur EVER, geht jedoch an Mireille Enos, welche nicht nur in der Mutterrolle, sondern basierend auf ihrem Hintergrund als ehemaliges Mitglied der Mordkommission komplett versagt und diese Position durch ihr Verhalten der Lächerlichkeit preisgibt.

Wahrscheinlich war sie Reinigungskraft in besagter Abteilung, denn durch ihr aufmüpfig und äußerst verdächtigem Gebaren gegenüber ihren Kollegen, zeugt nur die Tatsache daß man sie kennt davon, je dort wirklich erfolgreich als Ermittlerin gearbeitet zu haben.

Selbst die gute Miss Marple (natürlich der einzig Wahren, in Person der Margaret Rutherford), die ja „nur“ sehr belesen und daher ihren detektiven Spürsinn erlangte, würde diese Person belächeln und ihr wahrscheinlich noch bemitleidenswerter Weise einen Stuhl und eine Tasse Tee anbieten, bevor der Inspektor sie abführt.

Der Höhepunkt gegen Ende des Films, gipfelt in einer Aktionstat der Eltern die die gesamte bereits angesprochene Charakterzeichnung, Spannungsarmut, fragwürdigen Handlungsweisen und sogar das dann eigentliche Finale in seiner Auflösung nur noch in jenem unglaubwürdigen Terminus, als solches unterstreicht.

Immerhin jedoch gut genug, für dieses Review und eventuellen Anreiz für einen „denkwürdigen“ Filmabend in geselliger Runde. Für „Erfahrungsberichte“ nach Sichtung danke ich schon jetzt amüsiert.

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Kommentare

19.10.2020 02:20 Uhr - TheMovieStar
2x
User-Level von TheMovieStar 8
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 866
Wie immer ein äußerst lesenswertes und gut formuliertes Review in deinem einzigartigen Stil! Ob der Film jetzt was für mich ist, schwer zu sagen, die Story hört sich ja ganz gut an, offensichtlich hapert es an der Umsetzung, wobei ich jetzt nicht ganz so vom deutschen Film abgeneigt wie du bin, Ghost :-)

Vielleicht wage ich selbst mal eine Sichtung und gebe dann in Form eines Reviews Bescheid, wer weiß? :-)))

19.10.2020 07:56 Uhr - Ghostfacelooker
1x
User-Level von Ghostfacelooker 18
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 6.924
19.10.2020 02:20 Uhr schrieb TheMovieStarWie immer ein äußerst lesenswertes und gut formuliertes Review in deinem einzigartigen Stil! Ob der Film jetzt was für mich ist, schwer zu sagen, die Story hört sich ja ganz gut an, offensichtlich hapert es an der Umsetzung, wobei ich jetzt nicht ganz so vom deutschen Film abgeneigt wie du bin, Ghost :-)

Vielleicht wage ich selbst mal eine Sichtung und gebe dann in Form eines Reviews Bescheid, wer weiß? :-)))


Wie du weißt ist es eine zwiespältige Ambivalenz zum deutschen Film, da ich durchaus auch Reviews dahingehend mit guten Filmen vertrete. Wenn du mit Umsetzung Glaubwürdigkeit meinst, dann hapert es daran in diesem Film sicherlich^^^^^^^^^^^wobei die Story mehr sowas wie dieser Sinnspruch; wer einmal lügt, dem glaubt man nicht ist und nicht wirklich als Handlung eines Filmes zu bezeichnen.
Andererseits in einer Gruppe und zur erstmaligen Sichtung fördert er den Diskussionsbedarf und erfüllt somit den von der deutschen Schaffenskunst so oft begierig in den Vordergrund gestellten Bildungsauftrag^^^^

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