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Knives Out - Mord ist Familiensache

(Originaltitel: Knives Out)
Herstellungsland:USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Action, Drama, Komödie, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Morning Bell
Knives Out - Ein Mord zum Dessert
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (14 Stimmen) Details
inhalt:
Harlan Thrombey (Christopher Plummer) ist tot! Und nicht nur das – der renommierte Krimiautor und Familienpatriarch wurde auf der Feier zu seinem 85. Geburtstag umgebracht. Doch natürlich wollen weder die versammelte exzentrische Verwandtschaft noch das treu ergebene Hauspersonal etwas gesehen haben. Ein Fall für Benoit Blanc (Daniel Craig)! Der lässig-elegante Kommissar beginnt seine Ermittlungen und während sich sämtliche anwesenden Gäste alles andere als kooperativ zeigen, spitzt sich die Lage zu und das Misstrauen untereinander wächst. Ein komplexes Netz aus Lügen, falschen Fährten und Ablenkungsmanövern muss durchkämmt werden, um die Wahrheit hinter Thrombeys vorzeitigem Tod zu enthüllen.
eine kritik von kaiser soze:

Vorab: Es kommen zwar ein paar Spoiler vor, aber ich verrate weder die Auflösung, noch andere, wichtige Details. Der verlinkte Trailer verrät sicherlich mehr, als mein Text.


Das große Problem bei diversen "alten Schinken" ist, dass diese mitunter schlecht gealtert sind oder das "moderne" Publikum nicht mehr ansprechen. Zeigt heutzutage mal Ottonormalverbraucher Stumm- & S/W-Filmen o.ä. - da schütteln viele Zuschauer mitm Kopf - alt, wie jung. Dennoch gibt es natürlich diverse Kultfilme längst vergangener Tage und das Schöne ist, wenn eben solche Werke im Geiste und Stile in neueren Streifen fortgeführt werden.

Ich selbst habe auch meine Schwierigkeiten mit diversen "Kultfilme", Machwerken, B-Movies oder Trash, die für mich absolut bescheiden gealtert sind oder schon immer langweilig waren und oftmals beginnt das Filmvergnügen für mich eher ab 1980 / 1990 oder eben bei / mit aktuelleren Streifen - nein, i.d.R. keine Comicverfilmungen, außer sowas z.B. Sin City (2005). Zu meinen Lieblingsfilmen etwas älteren Datums, neben einigen Western, zählen beispielsweise die Hercule Poirot-Filme Tod auf dem Nil (1978) sowie Das Böse unter der Sonne (1982). In dessen Fußstapfen tritt der Krimi

Knives Out 

(2019) mit Daniel Craig in der Hauptrolle als Detektiven, der passenderweise ebenfalls einen französisch (bzw. belgisch) klingenden Namen erhielt, Benoit Blanc. Eben dieser wird beauftragt den Selbstmord Harlan Thrombeys (Christopher Plummer) aufzuklären, der sich an seinem 85. Geburtstag - dem Todesjahr Agatha Christies - die Kehle aufschlitzte, nachdem seine Familie die Familienfeier verlassen hatte bzw. zu Bett war... in seinem Haus. Doch was gibt es überhaupt bei einem Selbstmord aufzuklären? War es vielleicht doch Mord oder spielt hier jemand ein anderes Spiel und vor allem... 

„Einer ist einer Frage ausgewichen (...) Wer hat mich engagiert?“

Die Ausgangssituation ist, wie bei den meisten Poirot-Filmen mit den gewohnt und geliebten Details gespickt, denn es gibt viele, mögliche Täter, allesamt mit Motiv, aber aufgrund bestimmter Gegebenheiten hat jeder ein Alibi oder kann es aus anderen Gründen nicht gewesen sein. Hinzu kommt, wie auch etwa beim Mord im Orient-Express (1974), die Lage: Ein Haus, vergleichbar mit einem Kammerspiel. In eben diesem finden auch die parallel gezeigten und amüsant geschnittenen Verhöre der Familienmitglieder statt. Weitere Einblicke bietet der deutsche Trailer.

Der Meisterschnüffler schnappt sich alsbald die Krankenschwester / -pflegerin Marta Cabrera (Ana de Armas) als Unterstützung bei den Ermittlungen - amüsanter Einwurf: Marta kann nicht lügen! Sobald Sie lügt, muss Sie sich übergeben, entweder direkt oder nach kurzer Zeit. Die Suche nach der Wahrheit beginnt.

„Es ist von Anfang an ein seltsamer Fall. Ein Fall mit einem Loch in der Mitte: Ein Donut!“

Neben dem wirklich schön inszenieren Krimi, der nicht nur spannend ist, sondern auch das typische "Häh? Wer ist denn nu der Täter, verdammte Hacke"-Gefühl dauerhaft aufrecht erhält, da immer irgendwelche Puzzleteile fehlen, kommt der komödiantische Part nicht zu kurz, sei es in Wortwitzen, lustig-schwarzhumorigen Szenen oder absurden Situationen (wie der kotzenden Marta). Marta wird von Blanc zuweilen auch als Watson bezeichnet und von der Art her erinnern einige, lustige Momente tatsächlich an die neueren Sherlock Holmes-Filme (ab 2009).

Dabei werden auch mit augenzwinkernder Weise klare Anspielungen benannt, wie etwa der Frage, ob Blanc und die ihm helfenden Polizisten, Detektive Lieutenant Elliot (Keith Stanfield) & Trooper Wagner (Noah Segan), eine Mischung aus Poirot und CSI (2000 bis 2015) wären.

Nochmal einen Schritt zurück! Mein beschriebenes, ratloses Gefühl ist so vielleicht zu oberflächlich beschrieben, denn einfach kann jeder. In Knifes Out kommt ein Stil vor, den ich mal als Columbo-Manier bezeichnen möchte, denn wir sehen über den gesamten Film verstreut als Antwort auf eine gestellte Frage hin und wieder zuerst die Wahrheit als Rückblende auf / in die entsprechende Szene und dann die (zumeist gelogene^^) Antwort. Trotzdem erhält man nur häppchenweise nach und nach die ein oder andere Info!

„Du hattest Sex mit meinem Opa, Du dreckiges Ankerbaby!“

Es kommen aber auch weitere Rückblenden vor, sodass auch der verstorbene Harlan - ob dessen Name eine Anspielung an den (aufgrund seines grandiosen Schaffens in der NS-Zeit) umstrittenen, deutschen Kultregisseur Veit Harlan sein soll? Das würde zu den Diskussionen über Migranten und dem kurzen Schlagabtausch Gutmensch-Ultrarechter passen - weit öfter auftritt, als man das von einer Leiche erwarten würde. Apropos Harlan,  ich glaube, dass sich sein Gesichtsausdruck auf dem Gemälde jedes Mal ändert, wenn man dieses sieht, bin mir aber nicht sicher.

So oder so zeigen auch die übrigen Familienmitglieder, allen voran die Horrorkönigin Jamie Lee Curtis, die sich dieses Mal nicht umbringende Katherine Langford oder auch Captain America, Chris Evans, sehr gut und überzeigend absolut verdreht-übertriebene Rollen in diesem teils satirisch wirkenden Krimi! Ähnlich, wie bei zuvor genannten Vorbildern, liegt auch hier ein FSK 12-Film vor, aber das war bei Krimis nie ein Kritikpunkt und die Tatsache, dass Knifes Out alleine an den Kinokassen sein Budget von 40 Millionen Dollar fast verachtfachen konnte, kommt definitiv nicht von ungefähr und das trotz des recht konsequenten Endes.

Dennoch gibt es hier und da ein paar Hänger. Mit über zwei Stunden Laufzeit (etwa 130 Minuten) ist Knifes Out nicht zu lang, aber hätte man diesen auf vllt 120 Minuten verkürzt, wäre er etwas flotter und ggnf. auch besser, sei es in der Einleitung oder im letzten Drittel bzw. besagte Diskussionen - nicht falsch verstehen, Meinungen und bitterböse Sätze im entsprechenden Zusammenhang können herrlich böse wirken, aber dies bleibt hier iwo aus, es ist eher ein "aha, tolle Unterhaltung...".


Fazit:
Insgesamt ist Knifes Out ein sehr guter Film, der neben einer geschickten Krimigeschichte viel Witz und einen gut aufgelegten Detektiven mitsamt gutem Anhang (Darstellerriege) bietet. Teil 2 soll, wie es auch bei Poirot-Filmen üblich ist, losgelöst von diesem Film sein und Benoit Blanc auf weitere Reisen schicken - nochmal zur Klarstellung: Dieser Film ist weit besser, als die Neuverfilmungen der Poriot-Werke!. Für den Erstling gibt es mindestens:

08 von 10 Punkten

8/10
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Kommentare

19.10.2020 13:36 Uhr - Lukas
1x
Schönes Review zu einem wirklich tollen Film, der mich im Kino sehr begeistert hat, so dass ich sogar mit einer 9/10 dabei wäre. Rian Johnson (der zu Unrecht so extrem für Ep. VIII angefeindet wurde) kann hier allen Kritikern ins Gesicht lachen und hat exzellent abgeliefert!

19.10.2020 16:49 Uhr - Chímaira
1x
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"Agatha Christie’s Poirot" mit David Suchet und auch einige Filme mit Peter Ustinov habe ich immer liebend gerne gesehen. Leider kam ich noch nicht zu "Knives Out". Du gibst mir definitiv einen Anreiz, dies nachzuholen :)

19.10.2020 20:25 Uhr - TheMovieStar
1x
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Ein kaiserliches Review zu einem Film, den ich noch nicht gesehen habe. Deine Kritik hat auf jeden Fall meine Neugierde geweckt, da ich gute Krimis eigentlich gerne sehe. Danke fürs Vorstellen, vielleicht gucke ich den auch mal und bilde mir dann meine Meinung :-)

20.10.2020 00:03 Uhr - Kaiser Soze
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Vielen Dank fürs freundliche Feedback! Freut mich, wenn mein Review gefallen sowie neugierig gemacht hat.

@Lukas
Mein letzter Kinofilm vor Corona war der "neue" Dr. Doilittle und das auch nur auf Wunsch meiner Freundin... nicht meine Art von Film, da wurdest Du hiermit weit besser unterhalten! Wie vorhersehbar fandest Du den Streifen? Ich hatte das nicht gedacht. Jemand anders, der den mitgeguckt hat, hat das aber früher gerafft.

@Chíaira
Von der Poirot-Serie habe ich glaube ich nur die Neuauflage von Tod auf den Nil gesehen und fand das mittelmäßig. Aber schau Dir den Film hier mal an, och finde, dass es sich lohnt.

@TheMovieStar
Gerne und meld Dich auch ruhig mal, wie Du den Film fandest und warum ^^ Poirot-Filme als solches kennst Du aber, oder? Ich verbinde Doch iwie eher mit Action, da biste hier falsch ^^

20.10.2020 08:18 Uhr - Lukas
1x
Vorhersehbar?! Null! Dein Mitgucker hat einfach gut geraten! ;-)

20.10.2020 10:26 Uhr - Pratt
1x
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Tolles Review, toller Film, war auch bei mir der letzte Film vor Corona... . Die Darstellerriege kann wirklich glänzen und der Stil/Charme des Films weiss zu überzeugen!!!

20.10.2020 22:32 Uhr - cecil b
1x
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Die Qualität deiner Review ist bestimmt nicht in Frage zu stellen, das sehe offensichtlich nicht nur ich so^^^^ :)

Aber, denk in Zukunft bitte daran, dass Links zu anderen Seiten (Trailer) doch eigentlich nicht in die Reviews sollten, werter Kollege. :)


20.10.2020 23:21 Uhr - Kaiser Soze
1x
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@Lukas
Denke ich auch, war nur / auch verwundert.

@Pratt
Danke und auf jeden Fall!

@cecil
Danke erstmal ^^ und keine Sorge, ich verlinke nichts / keine Seiten, was / die ich nicht auch in News & Tickern verlinke ;-) Ich hatte sogar letztens ma geschaut und den Ticker eingebunden, das sah aberr optisch bescheiden aus, fand ich... naja, iwann macht Gerald eh den Trailerbereich (wahrscheinlich) fertig, dann kann ich daraus verlinken. Wobei ich diese furchtbare "Angst" vor anderen Seiten und den mangelnden Kooperationswillen iwo nie nachvollziehen werde.

21.10.2020 12:46 Uhr - cecil b
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20.10.2020 23:21 Uhr schrieb Kaiser Soze
@Lukas
Denke ich auch, war nur / auch verwundert.

@Pratt
Danke und auf jeden Fall!

@cecil
Danke erstmal ^^ und keine Sorge, ich verlinke nichts / keine Seiten, was / die ich nicht auch in News & Tickern verlinke ;-) Ich hatte sogar letztens ma geschaut und den Ticker eingebunden, das sah aberr optisch bescheiden aus, fand ich... naja, iwann macht Gerald eh den Trailerbereich (wahrscheinlich) fertig, dann kann ich daraus verlinken. Wobei ich diese furchtbare "Angst" vor anderen Seiten und den mangelnden Kooperationswillen iwo nie nachvollziehen werde.



Ich habe nur aus dem offiziellen Text über die Reviews `zitiert'. "Wobei ich diese furchtbare "Angst" vor anderen Seiten und den mangelnden Kooperationswillen iwo nie nachvollziehen werde."

Sprich das doch bitte genau so im internen Forum in einem Thread an, damit es zu keinen unnötigen Komplikationen kommt. Mangelnder Kooperationswillen?

21.10.2020 14:51 Uhr - Kaiser Soze
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@cecil
Ich hasse das Forum und lange Geschichte ;-D

Die Antwort (bzw. das "Mangelnder Kooperationswillen?") war aber nicht gegen Dich, sondern auf ein generelles Problem (das ich habe und dessen Beschreibung zu umfangreich wäre) bezogen ;)

22.10.2020 21:29 Uhr - cecil b
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Das, was du mir nun per PM geschrieben hast, ist verständlich, und erklärt das Missverständnis.

Insofern weiß ich jetzt auch, dass der letzte Satz, den du nun hier dazu gefügt hast, Hand und Fuß hat.

Erfreulich, dass wir da nun so erfolgreich kommunizieren konnten!

Es könnte aber auch ein guter Anlass dazu sein, das -unabhängig von unserem Austausch hier- mal intern zu thematisieren. Links zu Schnittberichte gehen an sich ja klar, logisch, aber links, zu links , zu anderen Seiten? Ist eigentlich ein gutes Thema, was das Spektrum eventuell erweitern kann.

Brauchen wir aber hier jetzt nicht weiter diskutieren. Ich werde das eventuell unabhängig davon mal ansprechen.

Man liest sich. :)


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