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Maniac

Herstellungsland:USA (1980)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Meeting with Frank
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,22 (151 Stimmen) Details
inhalt:
Ein Mann mittleren Alters namens Frank leidet unter seiner psychischen Krankheit. Er hat ein gefährlich gestörtes Verhältnis zu Frauen.Frank arbeitet als Restaurator für eine Modellagentur und lebt in einer kleinen Wohnung mitten in der Großstadt. Aber er lebt trotzdem vollkommen mit sich und seiner Krankheit allein. Er ermordet Frauen, und skalpiert sie.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von tp_industries:

"Maniac" ist so ein Kandidat, welcher in meiner Jugend auf dem Pausenhof hoch im Kurs stand. Aber eben leider nur vom Hörensagen. Während ich das Glück hatte "Tanz der Teufel", "Zombie" und ein paar "Freitag"-Teile sehen zu können, blieb mir eine Sichtung von "Maniac" leider verwehrt. Erst Jahre später, genau genommen das Jahr 2012, kam ich wieder mit "Maniac" in Berührung. Dieses Mal allerdings mit dem Remake, bei dem Franck Khalfoun Regie führte und Alexandre Aja das Drehbuch schrieb. Und von diesem Remake war ich schwer beeindruckt. Die über weite Strecken verwendetet Egoperspektive und Elijah Woods Leistung imponierten mir. Weitere 8 Jahre später halte ich nun endlich das Original in den Händen und möchte Dieses nun vorstellen.

Die Inhaltsangabe oben gibt schonmal eine grobe Übersicht über die Handlung. Um genauer zu sein leidet Hauptcharakter Frank an Schizophrenie. Das wird zwar nie offen ausgesprochen, seine wechselnden Charakterzüge und emotionalen Ausbrüche lassen jedoch eindeutig darauf schließen. Wir haben es hier mit einer schwer gestörten Person zu tun welche, aufgrund eines Traumas in der Jugend, mit sich und seinen inneren Dämonen im Kopf gefangen ist. Dieses Trauma wird auch nicht direkt benannt, aufgrund von Franks Selbstgesprächen lässt sich aber darauf schließen, das er seitens seiner verstorbenen Mutter vernachlässigt und missbraucht wurde. Alles was er wollte war die Liebe seiner Mutter. Daraus ergibt sich auch Franks gestörtes Verhältnis zu Frauen und warum er sie umbringt. Frank wird, anhand dieser Tatsachen, auch nicht als mordgeiles Monster dargestellt. Das Töten scheint ihm nicht mal Spaß zu machen. Man ertappt ihn dabei, wie er nach einer Tat weint, sich entschuldigt oder übergibt. Das Töten ist bei ihm reiner Zwang.

Oft wird "Maniac" mit dem Slashergenre in Verbindung gebracht. Dem will ich aber widersprechen. Ja, die Gewaltakte sind sehr grob und erinnern daran. Für einen Slasher haben Atmosphäre, Handlung und Figuren aber zu viel Substanz. Und das hat man vor Allem, dem leider zu früh verstorbenen, Joe Spinell ( Rocky, Der Pate ) zu verdanken. Neben der Hauptrolle, war er nämlich auch fürs Skript verantwortlich. Und man merkt sowohl am Drehbuch, als auch an seiner herausragenden schauspielerischen Leistung, das es für den guten Mann ein Herzensprojekt war. Ich habe Herrn Spinell nie besser gesehen. Charme, Wut, Angst, Traurigkeit und reiner Wahnsinn. All das verkörpert er mit seinem facettenreichen Spiel extrem glaubhaft! Die Rolle der weiblichen Hauptrolle Anna, welche der einzige soziale Kontakt von Frank ist und zu der er auch sowas wie eine Beziehung aufbaut, wurde mit der zauberhaften Caroline Munro ( Sindbads gefährliche Abenteuer ) besetzt. Auch wenn sie solide liefert, wird sie von Spinells Spielfreude in den Schatten gestellt.

Diese Beziehung von Anna und Frank bringt mich auch zu einem der wenigen Kritikpunkte von "Maniac". Und zwar das Kennenlernen der beiden. Sie fotografiert ihn im Park, aus der Entfernung. Er bekommt das mit, und in einem Moment der Unachtsamkeit findet er mit Hilfe ihrer Tasche, ihren Namen und ihre Wohnadresse raus. Einen direkten Kontakt von beiden gab es nicht. Am nächsten Tag klingelt es bei Anna an der Tür. Sie fragt wer da sei, und Frank antwortet damit, dass sie ihn gestern fotografiert habe. Und im New York der 80er Jahre öffnet Anna einem Wildfremden freudig die Tür, bittet ihn herein und bietet ihm sogar ein Getränk an. Das hielt ich dann doch für seeehr abwegig. Dies war meiner Meinung nach im Remake besser gelöst, wobei dort auch die Beziehung von Anna und Frank mehr Raum erhielt, was mir auch besser gefiel. Auch das Finale im Original ( SPOILER der vermeintlich tote Frank, öffnet seine Augen SPOILER ENDE) fande ich unnötig, und im Remake konsequenter gemacht.

Wo das Original aber die Nase vorn hat, ist die Atmosphäre. Beim Remake erstrahlt alles in einem gestochen scharfen Bild, während das Original ( dank 16mm ) wesentlich dreckiger und intensiver wirkt. Dazu tragen auch die heftigen Spezialeffekte von Tom Savini bei, welcher auch in einer kurzen Rolle zu sehen ist und am Ende nicht mehr weiß wo ihm der Kopf steht. Wie schon erwähnt wurde das Remake überwiegend aus der Egoperspektive gefilmt. Dies bleibt dem Remake vorbehalten und ist beim Original ( mit kleineren Ausnahmen ) nicht so. Ist aber auch nicht schlimm, denn was Kameramann Robert Lindsay und Cutter Lorenzo Marinelli hier abliefern ist, für solch einen Film, einfach nur brilliant! Als Beispiel hierfür, sei der Mord an der Krankenschwester in der U-Bahn genannt. Die Kamera wechselt gekonnt zwischen Ruhig und Panisch. Die Schnitte sind, zum Teil, bewusst grob gesetzt und unterstreichen das Gefühl von Panik und enormer Anspannung. Die Schauspielerin der Krankenschwester trägt mit ihrer Leistung, erheblich ihren Teil dazu bei. Für mich die intensivste Szene im Film. Spannung in Perfektion!

Auch die Musik von Jay Chattaway ist meisterlich, wie passend zum Gesehenen. Bei den Mord - und Verfolgungssequenzen hält sie den Puls auf einem konstant hohen Level. Und wenn sich Frank alleine in seiner Wohnung mit seinen Gedanken quält, wird das durch melancholische Melodien unterstrichen, was den Zuschauer sowas wie Mitgefühl für Frank empfinden lässt, was aber seine Taten natürlich nicht herunterspielt.

Unterm Strich können wir also festhalten, dass wir es hier mit einer Perle von Film zu tun haben, welcher seiner Zeit weit vorraus war. Hier wird kein klassisches Monster gezeigt. Auch kein Film der sich in seinen Gewalttaten suhlt und sonst nichts zu bieten hat. Man kann die Rolle des Frank nicht einfach als "bösen Menschen" abstempeln, sondern ist gezwungen sich mit ihr und ihrer Vergangenheit zu beschäftigen. Am Ende ist der Film für mich tatsächlich mehr ein Drama. Eine Charakterstudie über einen Mann, welcher einfach nur Liebe will, durch seine Kindheit aber in seinem Wahn gefangen ist, und sich zu abartigen Taten hinreißen lässt. Und trotz meiner Kritikpunkte, bin ich bei starken 8 Punkten und spreche sowohl für das Original, als auch für das Remake eine klare Empfehlung aus!

In diesem Sinne,

                           bleibt filmbegeistert!

 

8/10
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Kommentare

21.10.2020 13:33 Uhr - The Machinist
1x
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Schon lange nicht mehr gesehen, 8 Punkte gehen aber fit, so aus der Erinnerung heraus. Wirst du das Remake auch noch besprechen?

Und sollte das ''Plötzlich Papa''-Review eigentlich nur Tarnung sein um danach möglichst viele kranke Underground-Filme zu besprechen aber zugleich den guten Schein zu bewahren? ;-)

21.10.2020 14:05 Uhr - tp_industries
1x
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@the machinist
Ich musste nach deinem Kommentar erstmal lachen! 😂
Ich kann nachvollziehen das dieser Eindruck entsteht. Aber ich bespreche immer die Filme, die ich als letztes gesehen habe ( dadurch sind sie frisch in der Erinnerung und man kann besser schreiben ). Momentan arbeite ich die "harten Dinger" von meinem Stapel ab, es wird aber auch wieder "normale Sachen" geben, versprochen! 😉

Ob ich das Remake auch kritisiere weiß ich noch nicht. Wenn ich es mal wieder sichte, aber auf jeden Fall.

Ich danke dir auf jeden Fall für deinen Kommentar!

21.10.2020 17:45 Uhr - dicker Hund
1x
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Feine Rezi mit nachvollziehbaren Kritikpunkten, welche die hier bereits vorhandenen Lobpreisungen sinnvoll kontrastiert. Ich mag den "Maniac", wäre aber sicher auch nicht bei der Höchstpunktzahl.

21.10.2020 18:44 Uhr - The Machinist
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@tp: Achso, das macht Sinn. :)
Diese Review-Kontinuität würde bei mir jedenfalls nicht klappen, dafür schaue ich einfach zu viele Filme.

Na dann, weiter so...

21.10.2020 19:43 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
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Ich bin hellauf begeistert, von deiner Review, zu einem meiner Lieblingshorrorfilmen!!!!!

Deine Deutungen sind nachvollziehbar, ebenso dein Vergleich mit dem Remake.

Ich finde, dass das Original einen Maniac zeigt, der großenteils bestens in der Gesellschaft integriert ist, und dabei charmant sein kann, was zeigt, wie anonym und oberflächlich seine Umgebung eigentlich ist. Im Remake konnte man, finde ich, oft sehr schnell erkennen, dass der Maniac Ballaballa ist, was ich persönlich sehr kritisch sah. Aber das Remake war auch aus meiner Sicht keinesfalls schlecht, so ist es nicht.

21.10.2020 21:40 Uhr - TheMovieStar
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Ein tolles Review zu einem genialen Klassiker! Weiter so, tp_industries!!!

22.10.2020 08:44 Uhr - tp_industries
1x
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@dicker Hund
Danke für dein Lob

@cecil b
Zunächst einmal freut es mich, dass dir die Kritik gefällt.
Was Original und Remake angeht, haben beide klar ihre Vor- und Nachteile. Ich finde aber keinen besser als den anderen. Das Remake würde bei mir derzeit auch 8 Punkte bekommen. Wie gesagt, empfehlen kann ich beide.

@moviestar
Auch dir danke ich und kann dir versichern, dass ich auf jeden Fall gewillt bin, so weiter zu machen! ;)

22.10.2020 10:37 Uhr - prince akim
1x
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Zu der Review selber ist ja bereits alles gesagt worden : 👍 👍
Gestern in der Spätschicht kurz drüber gelesen und spontan entschlossen, mir die BluRay endlich mal zuzulegen. Scheint so, als ob mir der wirklich gefallen könnte. Ich steh`einfach auf "alte" Filme .... obwohl ich dann doch immer wieder nach Ansicht von eben diesen enttäuscht sage : "Jetzt langt´s, keine alten Filme mehr kaufen!" Aber egal, ist eh bald Weihnachten .... 😉
Wenngleich mir der hier erst durch "Schnittberichte" bekannt wurde. Früher, auf dem auch von dir hier erwähnten Pausenhof in der Schule, war von "Maniac" eigentlich nie die Rede.

22.10.2020 12:50 Uhr - tp_industries
1x
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@prince akim
Wenn du "Maniac" gut konsumieren konntest, könntest du "Schramm" tatsächlich eine Chance geben. Letzterer zielt zwar mehr in Richtung "Mindfuck", in ihrer Grundhärte nehmen sich beide Filme aber nicht viel, und die Thematik weist auch viele Parallelen auf. Von der gezeigten Gewalt ist "Maniac" meiner Meinung nach sogar drastischer.

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