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Hellraiser - Deader

(Originaltitel: Hellraiser: Deader)
Herstellungsland:USA, Rumänien (2005)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Mystery
Alternativtitel:Hellraiser 7
Hellraiser VII
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,74 (27 Stimmen) Details
inhalt:
Eine Reporterin wird von ihrem Chef nach Bukarest geschickt, um mehr über eine okkulte Sekte, die sich "Deader" nennt, herauszufinden. Angeblich können sie nachdem sie Selbstmord begangen haben wieder von den Toten auferstehen. Nachdem sie erfährt, dass der Anführer im Besitz des geheimnisvollen Würfels ist und die Grenze zwischen Alptraum und Realität verschwimmt, findet sie sich im Kampf gegen Pinhead und der Sekte wieder...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von cabal666:

Die Reporterin Amy Klein, welche für eine gute Story bis an ihre Grenzen geht, erhält von ihrem Chef Charles den Auftrag, nach Bukarest zu reisen, um Nachforschungen zum Todeskult der "Deader" anzustellen. Diese sind angeblich fähig, nach einem rituellen Selbstmord wieder von den Toten aufzuerstehen. Trotz aller Warnungen durch den undurchsichtigen Dealer Joey und das Sektenmitglied Marla gerät Amy schon bald in den Bann des Sektenführers Winter, der im Besitz des Zauberwürfels ist, der die Zenobiten herbeirufen kann, damit jedoch andere Pläne verfolgt. Amy kann nicht mehr zwischen Einbildung und Realität unterscheiden, wird von einem verdrängten Kindheitstrauma heimgesucht und gerät mitten in eine höllische Konfrontation zwischen Winter und Pinhead, dem Anführer der Zenobiten.

Dem mittlerweile sechsten "Hellraiser"-Sequel "Deader" sieht man seine geringen Produktionskosten leider deutlich an, was sich schon daran zeigt, dass er kostengünstig in Rumänien gedreht wurde. Die Handlung ist insgesamt nicht mehr als eine Variation der Vorgänger, welche noch mit dem dritten Teil die meisten Gemeinsamkeiten aufweist, denn auch hier geht es wieder um eine knallharte Reporterin, die auf der Suche nach einer spannenden Story ist und dabei - natürlich - in den Besitz der "Lament Configuration" kommt, womit das Unheil seinen Lauf nimmt.

Das Drehbuch war, wie bei den beiden Vorgängern, eigentlich garnicht für einen "Hellraiser"-Film vorgesehen, sondern von Neal Marshall Stevens, parallel zu seinem Skript für das Remake von "13 Geister", als eigenständiges Werk von Dimension gekauft worden. Man beauftragte Tim Day, der schon am direkten Vorgänger "Hellseeker" mitgearbeitet hatte, dieses zu überarbeiten und sich dabei an den japanischen Geisterhorrorfilmen "Ring" und "Pulse" zu orientieren. Zum Remake von letzterem schrieb Day übrigens ebenfalls ein Drehbuch, das aber letztendlich nicht verwendet wurde. Später verlangte man dann von ihm, "Deader" zu einem "Hellraiser"-Skript zu machen, was er auch tat, wenngleich eher widerwillig. Sein ursprüngliches Drehbuch für den Film, das eigentlich direkt an "Hellseeker" anknüpfen sollte, wurde nämlich abgelehnt. Man drehte "Deader" dann back-to-back mit dem folgenden Sequel "Hellworld" im Spätherbst und Winter 2002, aber aufgrund von Streitigkeiten zwischen den Weinstein-Brüdern und der Chefetage von Disney um Miramax und Dimension Films wurde die Veröffentlichung längere Zeit auf Eis gelegt und erfolgte erst im Jahr 2005.

In schauspielerischer Hinsicht ist der siebte "Hellraiser" wie sein Vorgänger immerhin ganz in Ordnung. Doug Bradley in seiner Paraderolle, der nur leider mal wieder nur sehr wenige Auftritte hat, dafür aber am Ende richtig loslegen kann, hebt auch diesen Teil etwas über den Durchschnitt. Die ohnehin im Horrorgenre beheimatete deutschstämmige Schauspielerin Kari Wuhrer (u.a. "Anaconda", Arac Attack") ist in der Hauptrolle aber auch nicht schlecht. Ich würde sogar meinen, dass sie eine der besten Performances innerhalb der gesamten Reihe zeigt und auch besser ist als Terry Farrell im dritten und Ashley Laurence in den ersten beiden Filmen, denn sie wirkt wesentlich abgebrühter und erfahrener. Ebenso überzeugend kann sie aber auch Verletzlichkeit zum Ausdruck bringen. Es ist schade, dass sie es, wie die meisten Darsteller in dieser Reihe, nie so recht geschafft hat, sich eine Karriere abseits von Low-Budget-Produktionen aufzubauen. In ihrem Fall zählen dazu übrigens auch der vierte und fünfte Teil von "God's Army", die beide direkt im Anschluss an die "Hellraiser"-Sequels in Rumänien gedreht wurden und sich mit selbigen viele Cast- und Crewmitglieder teilen. Darunter auch Doug Dradley, der im vierten "God's Army" ebenfalls mit von der Partie ist. Dimension war in diesen Jahren eben ziemlich fleißig, was das Produzieren billiger Sequels anging.

Beim Cast von "Deader" sind ansonsten noch der versierte Film- und Theaterdarsteller Paul Rhys ("Absolute Beginners", "From Hell") als charismatischer Kultführer, der häufig in Nebenrollen anzutreffende Simon Kunz (u.a. "James Bond: GoldenEye", "Capatain America") als väterlicher Chef der Hauptfigur, Marc Warren ("Band Of Brothers", "Hooligans", "Wanted") als zwielichtiger Dealer und die eher unbekannte Georgina Rylance als zombiefiziertes Mitglied der "Deaders" erwähnenswert. Alle erbringen im Rahmen ihrer Möglichkeiten zumindest ordentliche Leistungen. Rhys und Rylance zeigen dabei mit am meisten Bildschirmpräsenz.

"Deader" ist insgesamt ziemlich unoriginell, hat aber immer noch ein paar recht interessante Einfälle zu bieten. Wie einen toll ausgestatteten, morbiden SM-Zug und eine verstörende Messerszene. Stellenweise kommt auch hier eine stimmige Atmosphäre auf, was am, bedenkt man das niedrige Budget, durchaus hochwertigen Produktionsdesign und den überzeugenden Sets und durchaus ansehnlichen rumänischen Locations liegt. Der Score vom deutschen Komponisten Henning Lohner (u.a. "BloodRayne", "The Ring 2") unterstützt die düstere Stimmung, auch wenn er nicht lange im Gedächtnis bleibt.

Und vor allem das Finale mit Doug Bradleys großem Auftritt, bei dem dann auch härtetechnisch ein Zahn zugelegt und endlich wieder jemand von Ketten in Stücke gerissen wird (was diesem Teil eine Freigabe ab 18 einbrachte), kann sich durchaus sehen lassen. Zudem werden hier immerhin ein paar kleinere Logiklücken, die sich im Verlauf der Reihe ergaben, aufgelöst. Denn man erfährt beispielsweise, dass nicht jede Person in der Lage ist, den Würfel zu öffnen, wodurch sich einige eigenartige Szenen aus den Vorgängern erklären lassen. Und zum Schluss wird auch ein Bezug zum vierten Teil hergestellt, denn beim Kultführer Winter handelt es sich um einen Nachkommen des "Spielzeugmachers" Merchant. Die Auftritte der restlichen Zenobiten, wieder mehr als gelungen von Gary J. Tunnicliffe designt, können ebenfalls gefallen. Neben Stitch und der neuen Inkarnation des Chatterers, die schon im Vorgänger auftraten, sind noch ein männliches Pendant zur Zenobitin Bound aus "Hellseeker" und eine weitere verführerische, aber verstümmelte Höllendienerin mit dem illustren Namen "Little Sister" hinzugekommen. In einer entfernten Szene, die sich im Bonusmaterial der DVD befindet, tritt außerdem noch ein besonders eindrucksvoller Zenobit mit dem Namen "Spike" auf, dem ein riesiger Pfahl durch den Schädel und das gesamte Gesicht gerammt wurde. Wobei die entfernten Szenen, anders als bei "Hellseeker", diesmal keinen wirklichen Mehrwert darstellen, aber immerhin ein netter Bonus sind.

Ich muss auch sagen, dafür, dass dieser Teil ursprünglich garnicht als "Hellraiser"-Film geplant war, hat man Pinhead und die Zenobiten doch ganz geschickt in die Handlung einbinden können. Das Ende nach dem Showdown enttäuscht dennoch ziemlich. Aber unterm Strich kann man sich "Deader" eigentlich unbesorgt geben, wenn man nicht zu viel erwartet und auf einen kleinen, ordentlichen Psychohorror aus ist. Meiner Meinung nach ist das hier der letzte noch einigermaßen gelungene "Hellraiser"-Film. So richtig übel wird's erst danach.

6/10
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Kommentare

22.10.2020 21:17 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 15
Erfahrungspunkte von dicker Hund 3.922
Klare Zustimmung: Gerade Wuhrer spielt hier überraschend stark auf. Dieses war der siebte Streich...

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