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Freitag der 13. - Das letzte Kapitel

(Originaltitel: Friday the 13th: The Final Chapter)
Herstellungsland:USA (1984)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Friday the 13th Part IV: The Final Chapter
Friday the 13th: Last Chapter
Freitag der 13., Teil 4
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,40 (176 Stimmen) Details
inhalt:
Das blutige Drama beginnt dort, wo der spannende 3. Teil aufgehört hat: Alle Opfer werden in das örtliche Leichenschauhaus gebracht. So auch Jason, der Massenmörder. Aber er ist nicht tot. Mit einer Metallsäge macht er sich an sein erstes Opfer heran, und das grausige Blutbad beginnt von neuem. Am "Crystal Lake" verbringen sorglose Teenager ein Wochenende. Sie ahnen nicht, dass sie alle in tödlicher Gefahr sind. Und einer nach dem anderen muss auf grausige Weise daran glauben. Keinem der Teenager gelingt es, Jason aufzuhalten. Aber da ist noch Tommy, ein junger Horrorfan, der schließlich den Maskenmörder mit seinen eigenen Waffen schlägt. Für immer?
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                            FREITAG, DER 13. - DAS LETZTE KAPITEL

Freitag, Der 13. III - Und Wieder Ist Freitag, Der 13. (1982) präsentierte Jason Voorhees – neben Freddy Krueger und Michael Myers DAS Aushängeschild des Slashermovies – erstmals so wie die Fans ihn kennen und lieben (Also mit Hockeymaske) und war an den Kinokassen ein großer Erfolg. Und trotzdem entschied man, den maskierten Machetenmörder zu Grabe zu tragen. Obwohl das Franchise ordentliche Gewinne einfuhr, war es Paramount Pictures aufgrund des schlechten Rufs der Serie unter Kritikern nicht ganz geheuer und Frank Mancuso Jr., der die beiden Vorgänger produziert hatte, fühlte sich für seine Arbeit nicht genügend gewürdigt und wollte andere Projekte angehen, weshalb der Film den Titel Das Letzte Kapitel trug.

Statt Steve Miner wurde diesmal mit Joseph Zito ein anderer Regisseur engagiert. Zito hatte zuvor den kleinen Slashermovie-Klassiker The Prowler aka Die Forke Des Todes (1981) gedreht und sollte danach noch ein paar knallige B-Actionfilme wie Missing In Action (1984) und Red Scorpion (1988) inszenieren. Zito sollte auch das Drehbuch schreiben, kassierte auch die Gage, heuerte dafür aber Barney Cohen an, der das, was Zito in Zusammenarbeit mit einem Herrn namens Phil Scuderi zusammenfantasiert hatte, zu Papier brachte. In den Credits landete aber Cohen allein. Zito hatte ein Budget von 2,2 Millionen Dollar und Darsteller wie Corey Feldman (Stand By Me, 1986), Kimberly Beck (Das Gesetz Ist Der Tod, 1988), E. Erich Anderson (Bat 21 – Mitten Im Feuer, 1988), Crispin Glover (Zurück In Die Zukunft, 1985), Barbara Howard (Falcon Crest, 1981 – 1990) und Joan Freeman (Tower Of London, 1962) zur Verfügung, um den Film in sechs Wochen an verschiedenen Orten in Kalifornien zu drehen. Jason Voorhees wurde diesmal von Ted White gespielt, einem Stuntman (u.a. für John Wayne – Der Mann, Der Liberty Valance erschoß, 1962), der die Rolle nur des Geldes wegen angenommen und darum gebeten hatte, seinen Namen aus den Credits zu streichen. Trotzdem spielte er sich während der Dreharbeiten, die für die Beteiligten nicht gerade das reinste Zuckerschlecken waren, als Beschützer auf, indem er gegen Regisseur Zito, der ein überstrenges Regiment am Set geführt haben soll, aufbegehrte und Partei für eine Schauspielerin ergriff, die eine Szene in eiskaltem Wasser drehen musste – White war der Meinung, Zito misshandele seine Darsteller. Spätestens ab diesem Moment war das Tischtuch zwischen White, der auch Kinderstar Corey Feldman nicht ausstehen konnte, und Joseph Zito zerschnitten. Mehr Spaß an seiner Arbeit dürfte F/X-Meister Tom Savini gehabt haben, der den Film mit seinen (nach der Behandlung durch die MPAA allerdings nur entschärften) Effekten veredelte und Jason auf seinem (ursprünglich) letzten Weg begleitete; schließlich war er ja der „Vater“ dieser berühmt-berüchtigten Filmfigur …

Das Letzte Kapitel knüpft unmittelbar an den Vorgänger an: Jason Voorhees (Ted White) wird für tot gehalten und ins Leichenschauhaus gebracht. Erfahrene Freitag, Der 13.-Fans wissen natürlich, dass ihr Liebling sich nicht so einfach abservieren lässt, und schon bald müssen Teile des Personals Bekanntschaft mit Skalpell und Knochensäge machen. Während sich Jason Voorhees dann auf den Weg zurück zu seinem Jagdrevier macht, zieht eine Gruppe Teens/Twens in ein Ferienhaus am Crystal Lake. In der Nachbarschaft lebt außerdem die Familie Jarvis. Genügend Opfer für den hockeymaskierten Serienschlitzer …

Freitag, Der 13. - Das Letzte Kapitel hätte die Serie um Jason Voorhees würdig abgeschlossen, da hier einerseits noch mal alle Register gezogen werden, sich aber auch eine gewisse Routine bemerkbar macht. Die Kritik, die nicht nur von Leuten kommt, die der Slashermovie-Serie generell feindlich gegenüberstehen, dass man im Grunde viermal den gleichen Film gedreht hat, ist nicht ganz unberechtigt, und auch der vierte Freitag hakt Standards wie die obligatorische durch ein Fenster geworfene Leiche fein säuberlich ab. Sicher, das sind Dinge, auf die man als Fan sicherlich wartet und die man auch sehen will, aber es reißt einen vielleicht nicht mehr so mit wie in den Vorgängern. Hinzu kommt, dass Das Letzte Kapitel ein wenig mit einem schleppenden Mittelteil zu kämpfen hat. Bis Jason an seiner alten Wirkungsstätte ankommt, vergeht gefühlt eine halbe Ewigkeit, in der man u.a. Crispin Glovers, ähem „Tanz“ und ähnliches Gekasper ertragen muss. Und doch ist Freitag, Der 13. - Das Letzte Kapitel trotz dieser Bremsklötze ein gelungener Beitrag zur Serie, der sich auf Augenhöhe mit Freitag, Der 13. III – Und Wieder Ist Freitag, Der 13. bewegt.

Freitag, Der 13. - Das Letzte Kapitel ist deutlich düsterer als der dritte Teil. Comic Reliefs in Form von Kiffern oder warnenden Obdachlosen wie im dritten Teil gibt es hier nicht. Stattdessen bekommt man als Intro eine Zusammenfassung der ersten drei Teile zu sehen, bei der natürlich eine Reihe von Mordszenen präsentiert wird, die bei Slashermovie-Freunden unweigerlich für Vorfreude sorgen dürfte, da man sich beim Betrachten der Voorhees-Morde aus den Teilen 1-3 bestimmt fragt, bzw. ausmalt, mit welchen spektakulären Bluttaten man gedenkt, diese zu übertreffen .. schließlich soll Teil 4 ja das krönende Finale darstellen, und nicht nur die vorigen Freitage, sondern auch die zahlreichen Konkurrenzprodukte haben die Messlatte verdammt hoch gelegt, aber dazu später mehr.

Danach zeigt der Film, wie die Polizei nachts die Spuren des Massakers aus Teil 3 sichert, wobei ein über der Szenerie kreisender Helikopter die Szenerie in gespenstisches Licht taucht. Ein Auftakt nach Maß, zumal die ersten Morde nicht lange auf sich warten lassen. Und auch wenn im weiteren Verlauf des Films junge Menschen gezeigt werden, die Spaß haben, bleibt Freitag, Der 13. - Das Letzte Kapitel eine weitgehend grimmige Angelegenheit, vor allem, wenn es Nacht wird und das Morden beginnt.

Joseph Zitos Beitrag zur Freitag, Der 13.-Beitrag mag zwar, wie die vorigen Teile auch, das übliche Teen/Twen-Machetenfutter servieren, aber mit der Familie Jarvis präsentiert er einige der menschlichsten Figuren, die das Franchise zu bieten hat – man bekommt aufgrund der Interaktion zwischen Mutter, Tochter und Sohn schon den Eindruck, dass es sich hier um eine „echte“ Familie handelt. Besonderes Augenmerk dürfte dabei auf dem damals dreizehnjährigen Corey Feldman gelegen haben, da Kinderdarsteller in (Horror-)Filmen mitunter nicht ganz zu Unrecht kritisch beäugt werden, wenn man z.B. an die von Giovanni Frezza verkörperte Nervensäge Bob aus Das Haus An Der Friedhofsmauer (1981) denkt. Aber Feldman spielt seine Rolle überraschend nervenschonend, spiegelt mit seiner Leidenschaft für selbstgebastelte Masken sicherlich das Leben des einen oder anderen Horrornerds wider und erweist sich im verstörenden Finale des Films als zäher Gegner. Mit seinem Tommy Jarvis betritt zudem eine der wichtigsten Figuren des Franchises die Freitag, Der 13.-Bühne. Außerdem verleiht der Auftritt von E. Erich Anderson dem Film etwas menschliches Profil, da sein Part deutlich macht, dass Jason Voorhees´ Opfer nicht nur leb – und konturloses menschliches Schlachtvieh darstellen, sondern dass hinter jedem Opfer auch sich sorgende Angehörige stehen.

Es mag zwar etwas seltsam anmuten, etwas über die darstellerische Leistung eines Stuntman zu sagen, dessen Gesicht hinter einer Hockeymaske, bzw. scheußlichem Make Up verborgen ist, aber Ted White spielt eine weitaus wütendere Version des Jason Voorhees als seine Vorgänger, wenn man seine Körpersprache betrachtet. Mit Whites Jason ist noch schlechter Kirschen essen als mit seinen Vorgängern und dass er Feldman nicht gemocht haben soll, wird in ihren gemeinsamen Szenen durchaus deutlich. Und nur für´s Protokoll und für die Leute, die das Freitag, Der 13.-Remake u.a. deshalb in Grund und Boden stampfen, weil Jason dort rennt anstatt gemächlich voranzuschreiten – auch Ted White rennt!

Nun aber zu den Mordszenen des Films, die zum Slashermovie gehören wie die Salami auf die Pizza, wie die Whisky-Cola zum Konsum eines Motörhead-Klassikers oder wie (zum selber einsetzen)...kann Das Letzte Kapitel die Erwartungen erfüllen, die man an einen finalen Freitag knüpft, obwohl die kalten Finger der amerikanischen Freigabebehörde bereits im Vorfeld so manchem Schauwert den unverdienten Garaus gemacht haben? Ja, in seiner ungekürzten R-Rated-Version, die man in Deutschland auf Video nicht zu sehen bekam, da die FSK für eine 18er-Freigabe weitere Schnitte verlangte und diese verstümmelte Fassung auch noch bundesweit beschlagnahmt (!!!) wurde, ist Freitag, Der 13. - Das Letzte Kapitel (für damalige) Verhältnisse schon recht harter Stoff; es soll an diesem Film Beteiligte geben, die der Meinung sind, dass die Morde durch die Kürzungen noch schneller und härter rüberkommen – nagelt mich nicht auf die Person fest, die das gesagt haben soll, aber ich erinnere mich, dass diese Aussage in der umwerfenden, drei DVDs umfassenden Doku Crystal Lake Memories gemacht wurde. Ein Indiz dafür wäre z.B. der auftaktgebende Mord, bei dem dem Opfer nicht nur die Kehle mit einer Knochensäge durchgeschnitten wird, sondern auch noch dessen Kopf auf ungesunde Art verdreht wird. Das geschieht zwar recht zügig, aber jederzeit nachvollziehbar. Und auch die weiteren Mordszenen sind alles andere als harmlos – die Aufspießung mit der Harpune beispielsweise verursacht auch nach mehrmaliger Sichtung geradezu körperliche Schmerzen. Tom Savini hat also ganze Arbeit geleistet, was auch für das berühmt-berüchtigte Finale gilt, in dem der Maestro „seinem Jungen“ einen würdigen finalen Auftritt verschafft.

Trotz minimaler Schwächen ist Freitag, Der 13. - Das Letzte Kapitel ein der Serie würdiges Finale und ein sehenswertes Slashermovie, das man als Fan solcher Filme definitiv gesehen haben sollte.

Trotz erneut schlechter Kritiken avancierte auch Freitag, Der 13. - Das Letzte Kapitel zu einem gewaltigen Kassenerfolg. Allein in den USA spielte die Low Budget-Produktion bereits am Startwochenende elf Millionen Dollar ein – insgesamt brachte es der Streifen dort auf 33 Millionen. Ein Erfolg, mit dem man sich bequem hätte zurücklehnen können. Aber da Freitag, Der 13. auch im vierten Anlauf eine Gelddruckmaschine war, warf man alle guten Vorsätze über Bord und gab einen fünften, desaströsen Teil in Auftrag. Doch das ist eine andere Geschichte …

7-8/10

8/10
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Kommentare

25.10.2020 21:52 Uhr - sonyericssohn
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Noch immer mein absoluter Lieblingsteil der Reihe !! Zwar ärger ich mich jedesmal über den völlig überdrehten Feldman, aber....wurscht. 🤟👍
Sehr schön Puni !

25.10.2020 23:03 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank!
Aber wie gesagt...Feldman fand ich nicht sooo schlimm. Da gibt es schlimmere, wie z.B. Bob ;-).

25.10.2020 23:25 Uhr - Kaiser Soze
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Ich mag den dritten F, 13. sehr gerne und bewerte den weit besser als alle anderen Freitag-Filmen, ußer vllt. Freddy vs. Jason, aber das ist auch ein anderes Format.

Vom 4. Teil war ich nach Teil 3 enttäuscht und kann immer noch nicht so recht die Begeisterung hierfür nachvollziehen, aber Dein Review schafft es dafür sehr wohl, mich zu packen! Sehr geluingen, ausführlich und mit zig Infos gesprickt. Sehr gut und viel besser als der Film - das soll ma was heißen!

26.10.2020 00:50 Uhr - CHOLLO
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Geschmeidige Besprechung.
Du hast recht, im Mittelteil hinkt Zitos Output ein bisschen. Trotzdem bleibt er für mich neben Teil 3 die Krönung der Reihe.
Versuch ja schon seit Ewigkeiten an die australische DvD (mit deutscher Tonspur) von Zitos "The Prowler" heranzukommen. Leider vergebens. Die Perle fehlt mir noch in meiner Slasher Sammlung ;)

26.10.2020 07:16 Uhr - Intofilms
Genau, immer der gleiche Film (im Grunde) und gerade deshalb so gut. Teil 4 habe ich schon immer besonders geliebt. Brillante Vorstellung, wie immer! 😁

26.10.2020 15:55 Uhr - prince akim
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Sehr schöne Besprechung über einen meiner damaligen LieblingsHorrofilme. Der Zauber war leider längst verflogen, als ich mir den Film vor einigen Jahren aus Österreich besorgt hatte. Einmal noch gesehen, seitdem nie mehr, wird wohl auch nichts mehr. Ja, das waren noch Zeiten, als Jason Voorhees geschockt hatte ....

26.10.2020 21:59 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für Eure vielen Rückmeldungen.

@Kaiser
Mit dem vierten Teil ging es mir anfangs ähnlich wie Dir, aber mittlerweile sehe ich ihn doch ziemlich gern und einigermaßen regelmäßig.

@Chollo:
"Prowler" habe ich vor Ewigkeiten mal gesehen. Ist vielleicht kein Klassiker der Filmgeschichte, aber ein durchaus sehenswertes, blutiges Slashermovie.

@Intofilms:
Vielen Dank!

@prince akim:
Ja, mittlerweile ist man da anderes gewohnt. Aber die Filme waren ein Teil meiner Jungend, bzw. des jungen Erwachsenenseins, was sicher auch eine Rolle spielt, dass ich die Filme so gut finde. Das ist nicht mit allem, was ich damals an Filmen und Serien mochte, so.

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