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13 Eerie - We Prey for You

Originaltitel: 13 Eerie

Herstellungsland:Kanada (2012)
Genre:Horror
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (11 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Sechs angehende Forensiker nehmen an einer Prüfung teil, die sie auf eine verlassene Insel führt. Was keiner von Ihnen weiß: Auf der Insel wurden früher ungenehmigte Experimente mit biologischen Kampfstoffen an zu Tode verurteilten Kriminellen durchgeführt. Die Versuchspersonen ließ man dabei elendig zu Grunde gehen. Allerdings sorgten die Kampfstoffe dafür, dass die Sträflinge nicht lange tot blieben. Und so macht schon kurz nach Ankunft der Gruppe eine Horde Zombies jagt auf die Studenten. (Anolis)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von mynan:

Mit "13 Eerie" verbindet mich eine kleine Vorgeschichte. Erstmals aufmerksam wurde ich auf "13 Eerie", als dieser im September 2012 auf dem Fantasy Filmfest gezeigt wurde. Beworben wurde der Film damals mit seinen "unverschämt nostalgischen Splatter-Ferkeleien", als "bedingungslose Liebeserklärung an das Horrorkino der frühen 80'er Jahre" und als eine Hommage an die Werke von Lucio Fulci. Das hat mich entsprechend angefixt. Leider habe ich es damals zeitlich nicht auf das Fantasy Filmfest geschafft, habe "13 Eerie" aber fortan stets irgendwie im Hinterkopf behalten. Es sollte jedoch noch längere Zeit bis zur erstmaligen Sichtung vergehen. Die auf Börsen immer wieder angebotene ungeschnittene Fassung war mir mit 30,- bis 40,- € für einen Blindkauf stets zu teuer. Erst für einen Preis von weniger als die Hälfte habe ich dann zugeschlagen und den Kauf auch nicht bereut.

Der Inhalt von "13 Eerie" ist schnell erzählt: 6 Forensikstudenten absolvieren auf einem abgelegenen, einsamen Eiland einen Eignungstest und sollen dort nachgestellte Mordschauplätze und echte, aus der Pathologie eigens herangeschaffte Leichen untersuchen. Was sie nicht wissen: die Gegend wurde in der Vergangenheit auch für militärische Experimente an Todeskandidaten genutzt, die nunmehr dort ihr untotes Unwesen treiben.

Die Ausgangslage erinnert an den 2004 unter der Regie von Renny Harlin entstandenen und von mir sehr geschätzten "Mindhunters". Mussten sich die Protagonisten dort noch mit einem unbekannten Killer herumschlagen, sind es in "13 Eerie" Untote, die für reichlich Geschmadder sorgen. Der Grundton ist weitestgehend ernst. Die Konfrontationen werden nicht durch komödiantische Elemente abgemildert, und glücklicherweise müssen hier auch keine nervigen Teenies  als Opfer herhalten, was dem Film durchaus gut zu Gesicht steht. "13 Eerie" präsentiert sich in einer überwiegend bleichen Farbpalette, was die Auswegslosigkeit und Bedrohung noch zusätzlich unterstreicht. Die immer wieder unheilvoll grollende Tonspur leistet ihren passenden Beitrag zu dem insgesamt gelungen bedrohlichen Szenario, ebenso wie die grausig anzuschauenden Leichen und für die Studenten präparierten Mordschauplätze. Hier darf der geneigte Zuschauer tatsächlich auch einiges über Forensik lernen, so etwa, dass sich durch die Größe der Maden auf den Leichen der Todeszeitpunkt bestimmen lässt, denn "Die Toten sagen uns alles, wenn sie richtig gefragt werden".

Die schauspielerischen Leistungen der überwiegend kanadischen Darsteller sind sicherlich nicht herausragend, gehen aber für mein Empfinden in Ordnung, und der geneigte Zuschauer muss sich auch nicht allzusehr über unlogisches Handeln oder störendes Overacting ärgern. Ein erfreuliches Wiedersehen gibt es mit Katharine Isabelle ("Ginger Snaps"), u.a. dürfen auch noch Brendan Fletcher ("Alone in the dark", "Freddy vs. Jason") und Michael Shanks (TV Serie "Stargate") um ihr Leben rennen.

Die eigentlichen Stars von "13 Eerie" sind jedoch zweifellos die Splatter-Effekte, die tatsächlich durchgehend handgemacht und ziemlich derbe ausgefallen sind und wiederholt wohlige Erinnerungen an Fulci's "Schreckensinsel der Zombies" aufkommen lassen. "13 Eerie" wird hierdurch maßgeblich aufgewertet, hebt sich damit wohltuend von so manchem CGI-durchzogenen Genre-Kollegen ab und zeigt sehr deutlich, dass praktische Effekte eben durch nichts adäquat zu ersetzen sind. Verantwortlich für die wirklich gelungenen Make up-Effekte zeichnete der kanadische Effektspezialist Emmerson Ziffle, der zu diesem Zeitpunkt gerade mal Mitte 20 war.

Leider hatte die FSK nicht ganz so viel Freude daran wie ich, und so mussten einige Gewaltspitzen weichen, wobei sich hier mal wieder trefflich über Nachvollziehbarkeit und Willkür streiten lässt. Während das Abbeißen von Fingern und das Naschen an einen Unterarm offenbar zuviel des Guten war, blieb eine ausgesprochen explizite Ausweidung komplett unangetastet. Die FSK-18-Fassungen von "13 Eerie" sollte der geneigte Filmfreund daher tunlichst meiden.

Regisseur Lowell Dean ("Wolf Cop") lieferte mit "13 Eerie" sein Langfilm-Debüt ab.  Hierbei ist ihm ein durchaus beachtenswertes Werk gelungen, das neben seinen derben Effekten auch immer wieder mit pulstreibenden Sequenzen punkten kann, exemplarisch der Kampf von Katharine Isabelle in der Hütte gegen zwei untote Kollegen ist hier erwähnenswert.

Gedreht wurde auf einem verlassenen Zoogelände in Moose Jaw, Kanada, in gerade einmal 20 Tagen. Erschwert wurden die Dreharbeiten durch eine nahe gelegene Air Force Basis, wo Piloten ihr Flugtraining absolvierten, was immer wieder dazu führte, dass Szenen wegen Soundproblemen wiederholt und neu gedreht werden mussten.

"13 Eerie" erfindet das Rad insgesamt nicht neu, ist zwar unterhaltsam und nicht unspannend, bleibt jedoch auch weitestgehend überraschungsarm, teils unlogisch und anspruchslos, auch inhaltlich und darstellerisch gibt es nichts herausragend Neues zu bewundern. Die deutsche Synchronisation empfinde ich zudem als nicht sonderlich gelungen, aber dafür kann der Film ja nichts. Man sollte lieber beim Originalton bleiben. Gestört hat mich zudem die für mein Empfinden teils billig wirkende Optik und das etwas zu abrupte Ende.

Was ich "13 Eerie" jedoch hoch anrechne, ist die lobenswerte Tatsache, dass die Macher trotz des sicherlich geringen Budgets und der sehr kurzen Drehzeit der Versuchung durchgängig widerstanden haben, die Chose mit CGI-Effekten durchzuwinken, oder die zahlreichen und äußerst gelungenen Derbheiten mit übertriebenem Kameragewackel zu kaschieren. Man kann durchaus unterstellen, dass hier einiges an Herzblut investiert wurde, um eine Hommage (und etwas anderes will "13 Eerie" sicherlich auch nicht sein) an das selige Horrorkino der 70'er/80'er Jahre zu schaffen. Und das ist für mein Empfinden durchaus gelungen, auch wenn die fauligen Kollegen eher von der flotten Sorte sind und nicht gemütlich vor sich hin schlurfen, wie es sich für einen ordentlichen Untoten aus der guten alten Zeit eigentlich gehört.

Insgesamt mag ich "13 Eerie" trotz seiner Schwächen recht gerne und ordne ihn mit einem gewissen Nostalgiebonus bei (total subjektiven) knappen 7 Punkten ein.

7/10
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Kommentare

13.11.2020 12:48 Uhr - Ghostfacelooker
2x
User-Level von Ghostfacelooker 20
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 8.256
Liest sich doch ansprechend

13.11.2020 17:28 Uhr - Kaiser Soze
2x
DB-Co-Admin
User-Level von Kaiser Soze 27
Erfahrungspunkte von Kaiser Soze 18.471
Nabend und willkommen zurück!
Eine ausführliche und informative Besprechung eines Horrorfilme, den ich zwar nicht gesehen habe, aber hier durchaus seine Stärke und Schwächen aufgezeigt bekommt. Wäre aber auch zu schön gewesen, wenn Katharine Isabelle nach einem gelungenen Werwolffilm auch noch einem guten Zombieszreifen gebracht hätte :-D
Dann hoffe ich mal, dass man wieder mal von Dir ließt und wünsche ein schönes Wochenende.

14.11.2020 19:23 Uhr - Mynan
2x
User-Level von Mynan 7
Erfahrungspunkte von Mynan 625
Danke euch beiden für eure Rückmeldungen und für die nette Begrüßung.

14.11.2020 23:22 Uhr - NoCutsPlease
2x
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.137
Schön, dass es von dir mal wieder neue Kost in altbewährter Qualität gibt. :)
Der Film klingt durchaus nach lohnender Unterhaltung. Hatte den bisher nicht wirklich im Auge. Klar, der Titel war bekannt, doch ich hatte wohl Vorbehalte wegen der üblichen Mediabook-Verwurstung von C-Ware.

15.11.2020 10:33 Uhr - Mynan
2x
User-Level von Mynan 7
Erfahrungspunkte von Mynan 625
Hi NCP,
vielen Dank! Es freut mich, von dir wieder zu hören bzw. zu lesen.
C-Ware ist der Titel m.E. auf keinen Fall. Er hat zwar seine Schwächen, ist aber für Freunde des Genres durchaus einen Blick wert, alleine schon, weil sich die Macher konsequent jeglicher CGI-Versuchung verweigert haben. Das ist nicht selbstverständlich, und sowas honoriere ich gerne. Klar ist aber auch, dass er keine 30 € oder gar mehr wert ist, als kleines Häppchen für zwischendurch aber gut geeignet, finde ich.

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