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American Fighter

(Originaltitel: American Ninja)

Herstellungsland:USA (1985)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Action, Martial Arts
Alternativtitel:American Warrior
Guerrero Americano, El
Guerriero americano
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,68 (68 Stimmen) Details
inhalt:
Der 18-jährige US-Soldat Joe Armstrong (Michael Dudikoff) ist auf den Philippinen stationiert. Dort gerät er mit einem Militärkonvoi in einen Hinterhalt von Rebellen, unter dessen er einem Schwarzen Ninja-Kämpfer erkennt. Instinktiv verteidigt sich Joe mit der geheimen Kampfkunst des Ninjitsu. Doch diese Fähigkeit macht ihn seinem Kommandeur und seinen Kameraden verdächtig. In einem einsamen Kampf gegen Korruption und Intrigen deckt der junge Soldat schließlich das Geheimnis seiner mysteriösen Vergangenheit auf. Ein Geheimnis, dessentwegen er schließlich gegen den stärksten aller Schwarzen Ninja-Kämpfer antreten muss - in einem ultimativen Kampfkunst-Finale.
eine kritik von chollo:

Die Cannon Filmschmiede um ihre führenden Häupter Menahem Golan und Yoram Globus, hat der Nachwelt nicht nur einen Fundus an B-Trash Perlen der Oberklasse hinterlassen, sondern zudem auch noch eine ganze Generation der vom Körperkult und Patriotismus versessenen Regan-Ära mitgeprägt. Mit einer relativ kurzen Wirkungsphase in den USA (1979-1989) von 10 Jahren und einem Output von über 150 Produktionen in dieser Zeit, geht sie auch als eine der eifrigsten (Independent) Studios in die Filmgeschichte ein. Ein wichtiger Aspekt ist auch dass sie die Karrieren von in der Bedeutungslosigkeit versinkenden Altstars (Chuck Norris; Charles Bronson) wieder ankurbeln könnte und ein paar damals unbekannten Gesichtern bei ihrem Sprung auf die große Bühne verhalf (Jean Claude van Damme; Michael Dudikoff).

1985 war es dann für den damals 31 jährigen Michael Dudikoff soweit von der zweiten Reihe ("Tron"; "Bachelor Party") mit "American Fighter" bzw. Ninja in die erste Reihe aufzusteigen, zumindest was die Darstellerriege betrifft. Diversen Interviews zu vernehmen wollte der führende Kopf von Cannon Films Menahem Golan einen Hauptdarsteller, der zum einen als schlagkräftiger Held für die Männlichkeit und zum anderen als Augenschmaus für die Weiblichkeit beim Publikum durchging. Mit dem in jungen Jahren als Model agierenden Dudikoff schien er jenen gefunden zu haben.

Unabhängig davon wie Jedermann seine schauspielerischen Qualitäten beurteilen mag, ist ihm eine gewisse Ansehnlichkeit im Vergleich zu seinen gealterten Haudegen Bronson und Norris wahrlich nicht abzusprechen. Leider versagt der Gute Abseits dessen auf der künstlerischen Ebene aber mit Pauken und Trompeten. Selbst die konturenlose Rolle eines klischeebeladenen Marines bekommt er nur mit viel Mühe und mindestens einem zugedrückten Auge hin. Bei seinem mimischen Spektrum egal ob Freund oder Feind, ist sich niemand sicher ob ihm gerade ein Lüftchen im Darmtrakt quer hängt, oder er dabei ist in den Angriffsmodus zu wechseln. Selbst die ziemlich ungelenk eingbrachte Liebesgeschichte wirkt bei ihm dermaßen hölzern, dass auch die ebenfalls schön anzusehende Judie Aronson ( "Freitag der 13.- Das letzte Kapitel") als Love Interest nicht mehr viel retten kann.

Dagegen anzuerkennen ist aber dass der Hauptdarsteller, trotz völligen fehlens irgendwelcher Kampfsport Erfahrungen, in den entsprechenden Szenen durchaus solide wirkt. Nicht unerheblich da "American Fighter" bei genauerer Betrachtung nur aus solchen Szenen zu bestehen scheint. Einer Klopperei folgt die Nächste bei der unser Held natürlich ohne Schwierigkeiten immer die Oberhand behält. Dudikoffs Glaubwürdigkeit in diesem Bereich ist vor allem 2 Gegebenheiten zu verdanken. Zum einen hat Stunt Koordinator Steven Lambert einen herausragenden Job gemacht und in heiklen Szenen, wie dem finalen Hubschrauber Einsatz, den Ninja gleich selbst gespielt. Zweitens bekommt Dudikoff mit Steve James ( "Delta Force"; "Hero") einen gestandenen Stuntman und harmonisierende Sidekick zur Seite gestellt. Die Beiden ergänzen sich ziemlich gut und sorgen mit ihrer zumindest zu Beginn unterschiedlichen Leinwandpräsenz für etwas Charme in dem sonst eher Farb und Geschmacks-neutralen Genre Einerlei. Über den Hauptgegner in Form des Über-Ninja brauchen wir an dieser Stelle nicht so viele Worte verlieren. Nur das er in seinem schicken Kampfanzug wahrscheinlich mehr Waffen anzubieten hat als Inspektor Gadget in seinem besten Momenten. Der Showdown gestaltet sich dann auch entsprechend trashig. Mann sehe und staune.

Hinter der Kamera postierte sich Sam Firstenberg, der mit seinen folgenden Filmen "Night Hunter"; "Delta Force 3" und einem Sequel zu diesem hier für die Cannon Filmschmiede noch von Bedeutung werden sollte. Seine Inszenierung kann man fraglos als handwerklich solide bezeichnen. Wenn man sich das zu Verfügung stehende Budget von gerade einmal 1 Million USD vergegenwärtigt, muss man sie sogar als äußerst effizient beurteilen. Mit den begrenzenten Mitteln quetscht Firstenberg alles aus seinen Möglichkeiten heraus, und schafft es dann auch die Bilder ohne Kontinuitäts Debakel oder ähnliche Patzer auf die Leinwand zu bringen. Ein Mindestmaß an den üblichen Action Einlagen wie z. B. Verfolgungsjagden; Explosionen und dergleichen  wird einem dann auch hier in einem ordentlichen Rahmen geboten.

Höchst unverständlich war aber wieder mal die bis zum September 2011 bestehende Indizierung durch unsere Zensurbehörden. Abseits vom Handkanten Geklopfe ist selbst bei Einsatz von Schwert oder Schußwaffe kein Tropfen Blut zu sehen. Das ganze Brimborium wird hier Cannon-gerecht in einen eher comicartigen Stil gepresst, was schon damals wahrscheinlich schwer ernstzunehmen war. Höchstens die fragwürdige Zahn-um-Zahn Thematik oder das dezente Übermenschen Gehabe (Amerikaner gegen Ninja) könnten Steine des Anstoßes gewesen sein. Unverständlich bleibt es trotzdem. 

"American Fighter" ist eine typische Cannon Produktion der Achtziger Jahre. Man kann ihr einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen und es macht durchaus Laune Dudikoff und Co. Bei ihren Eskapaden und zum Teil (unfreiwillig) komischen Momenten zu bestaunen. Ernst nehmen kann und sollte man das Ganze sicherlich nicht, dann kann man mit dieser Trash Erbse durchaus seinen Spaß haben.

5/10
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6/10

Kommentare

17.11.2020 11:53 Uhr - Egill-Skallagrímsson
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Sehr schöne Review, CHOLLO.
Ich mag trashige Action, aber seien wir mal ehrlich: Von den fünf American Fighter Filmen ist keiner auch nur annähernd ein Must-See. Michael Dudikoff und Steve James (leider zu früh von uns gegangen) sind sehr sympathische Schauspieler, aber zumindest ersterer scheint kein gutes Händchen für seine Filmrollen, in denen er die Hauptrolle verkörpert, gehabt zu haben. Ich bin zwar weit davon entfernt, jeden (protagonistischen) Dudikoff-Film gesehen zu haben, aber außer Nighthunter fällt mir gerade keiner ein, den ich ein zweites Mal anschauen könnte. Für FIlmtipps bin ich aber offen. ;-)
Ich mag Cannon und der Stil der Globus-Brüder sehr, doch neben richtig tollen Actionkracher haben die auch viel Gülle auf die Menschheit losgelassen.

17.11.2020 14:20 Uhr - sonyericssohn
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Nur 5 Punkte für dieses Meisterwerk ??? *röchel* Ne Schbass ! Ich kann's wirklich verstehen. Vor einigen Jahren hat mich der noch gut unterhalten. Heute allerdings erzeugt der bei mir nur noch ein mageres Lächeln. 5 Punkte. Ja. ;-)

17.11.2020 17:27 Uhr - TheMovieStar
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Schönes Review Chollo, mit einer nachvollziehbaren Wertung, welche deine eigene Meinung gemischt mit Fakten gekonnt wieder bringt, saubere Arbeit!

Ich persönlich habe den Film vor ca. einem Jahr das letzte Mal gesehen und ihn damals auch schlechter wie noch zu meiner Jugendzeit empfunden, habe ihm aber in meinem Review noch immer eine 8 spendiert, früher wäre es wahrscheinlich eine 10 gewesen, es war mal einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Einen Großteil deiner Kritikpunkte würde ich auch unterschreiben, aber eben mit einer milderen Gewichtung. Ich finde zum Beispiel, dass Dudikoff als Actiondarsteller kein von Kreativität sprühendes Mimik Feuerwerk abliefern muss, da gibt es andere Qualitäten, weswegen mir sein minimalistisches Schauspiel vielleicht nicht ganz so aufgestoßen ist... Auch die Leistung vom Hauptbösewicht empfand ich deutlich erwähnenswerter, er präsentiert wie so schön geschrieben hast die "Kunst des Tötens" mit den unterschiedlichsten Waffen und hat auch eine dementsprechend böse Ausstrahlung...

Danke jedenfalls für dein lesenswertes Review und für deine Sichtweise zum Film!
Daumen hoch, LG MovieStar

17.11.2020 18:14 Uhr - Draven273
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Schöne Review zu einem netten kleinen Klassiker. Zumindest Cannon Klassiker. Ganz so hart wie Du würde ich mit dem Streifen nicht ins Gericht gehen, aber das ist ja das schöne an den unterschiedlichen Geschmäckern. In meinen Augen konntest Du alle Punkte auf jeden Fall gut begründen und somit ist es für mich durchaus nachvollziehbar und gerechtfertigt. Ändert auch nichts an Deiner tollen Review die schön geschrieben ist, angenehm zu lesen war. Somit eine tolle Arbeit Chollo, vielen Dank für die Mühe.

17.11.2020 18:28 Uhr - CHOLLO
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Vielen lieben Dank euch allen.
Ich bin auch ein großer Fan von Cannon und ihren Produkten. Besonders American Fighter 2 ist bei mir in den Recorder rein und raus gegangen. War aber sehr ernüchtert als ich sie mir in den letzten Tagen nochmal angeschaut habe. Auch wenn ich den vielleicht ein bisschen hart abstrafe, einen Platz in meinem Herzen hat er sicher ;)

17.11.2020 19:53 Uhr - cecil b
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Diese Filme mag man oder nicht.

Deine Reviews sind immer lesenswert. :)

17.11.2020 20:17 Uhr - CHOLLO
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Danke cecil :)

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