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Nobody Sleeps in the Woods Tonight

(Originaltitel: W lesie dzis nie zasnie nikt)
Herstellungsland:Polen (2020)
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Eine Gruppe Teenager sollen in einem Offline-Camp im Wald von ihrer Techniksucht geheilt werden. Doch eine dunkle Macht droht sie für immer vom Netz zu nehmen.
eine kritik von ghostfacelooker:

Oberflächlich betrachtet könnte man dieses Werk aus polnischer Feder, durchaus als zynische Symbiose zwischen Hatchet und Freitag der 13. betrachten, denn die Parallelen zu diesen beiden Genreperlen, sind nicht zu übersehen.

Bei noch genauerer Betrachtung, sieht man höchstens eine marginal lakonische Eigenständigkeit, jedoch bewusste Anlehnung an Komödien und Horrorstreifen als deren Hommage. So könnte man beispielsweise die Campsituation, die schon mit mürrischen Teenagern beginnt, denen man gleich zu Anfang ihr Leben, ähm.. Smartphone und sonstig technisches Equipment beraubt, mit Komödien wie die Meatballs-Reihe oder auch die beiden American Eiskrem Sequels gleichsetzen.

Die gewollte Ernsthaftigkeit, mit denen der Cast an die Sache zu gehen sucht, erzeugt im Ergebnis jedoch meist eine ungewollte Komik, was schon damit beginnt daß die erzwungene Abstinenz und die damit verbunden ländlich idyllische Entzugskur heutiger Teenager von ihrer Techniksucht durch Regisseur und Co-Autor Bartosz M. Kowalski, ziemlich flach inszeniert wird, denn kaum einer der Jungdarsteller bringt eine gewisse Grundsympathie mit.

Was der Tatsache jedoch zu gute kommt, da man deren gewaltsam herbeigeführtem Gebrauch ihres Ablebens, kaum als traurig empfindet und so kann man natürlich auch die bereits vermutete Analogie zu Jasons Camp am Crystal Lake innerlich abhaken, während man schon bei der Betrachtung der ersten Sexszene die durch die schmalzige Bontempi Gedächtnissymphonie unterstrichen wird, davon ausgehen kann, daß dies der erste und letzte Geschlechtsakt eines der naturexperimentellen Probanden sein dürfte.

Die Loleks, Boleks und Tolas dieses, sich vor an Referenzen des Horrorfilm-Genres in Bild und Sprache nur so übergebendem Streifen, welche jeder für sich abgesehen von ihrer medialen Abhängigkeit, mehr oder minder eigene seelische Probleme besitzen, stolpern mit ihrer Campleiterin Frau Iza (Gabriela Muskala) also schnurstracks in die polnische Version der Heimat von Victor Crowley, der hier wie eine Liaison aus Chucky, dem Marshmallow-Man und der kannibalistischen Familie aus Wrong Turn aussieht.

Was der geneigte Fan dieser halbgaren Hommage die scheinbar vor dem gesamten Genre zu verbeugen sucht, kaum absprechen kann, sind die mörderisch bluttriefenden Effekte, mit denen sich der Antagonist seinen Weg sprichwörtlich durch die Jugendlichen schlägt.

Mit Feuereifer nutzt dieser Allerei Werkzeug, um seinen Blutdurst zu stillen und bei allen den schmunzelnd Augenrollenden Szenen, und ungewollten Deja-vu Empfindungen, könnte man sich durchaus selbst den Spaß machen, erraten zu wollen, welche Sequenz oder Mordvariante einen an welches amerikanische Vorbild erinnert, was in geselliger Runde den Film individuell bestimmt aufwerten würde.

Nach einer guten Stunde und weil einem nichts besseres als die an The Thing erinnernde Hintergrundgeschichte auch gleichsam als Grund allen Übels dieser Story aufgetischt wird, finden nicht nur die attraktive und im Film als obligatorische Sarah Connor definierte Zosia (Julia Wieniawa-Narkiewicz) und ihr naiver Bewunderer Lolek... ähm Julek (Michael Lupa) ihren Mut, sondern der Zuschauer sich auch in der überraschenden emotionalen Situation wieder, beide als Helden weder Willen für den Rest der Handlung sympathisch finden zu wollen.

Ob Julek vom Mut spendenden Kuß seiner heimlich Angebeteten beflügelt, mit ihr zusammen den Tag zu retten vermag, die holde Weiblichkeit es Zeit und Genre gemäß wie in Terminator und Alien allein bewältigen muß, oder sie auch das Zeitliche zu segnen hat, möchte ich den Interessenten selbst entdecken lassen, denn die letzten dreißig Minuten bieten einige eventuell unvermutete Aspekte.

So möchte ich mit aller Süffisanz behaupten, daß das Klischee des Auto klauenden Polen um das Horrorgenre erweitert werden muß.

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Kommentare

19.11.2020 21:15 Uhr - Draven273
User-Level von Draven273 2
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:) klingt durchaus amüsant. Das wird wie es sich anhört, kein Reißer, aber nach spaßiger Unterhaltung für mal eben zwischendurch. Soll mir auch recht sein, wird gesichtet, ab und zu stehe ich einfach auf "sowas" :) Schön geschrieben Ghost, vielen Dank auch für den Humor, den ich zwischen den Zeilen durchaus rauslesen konnte. Gefällt mir

19.11.2020 21:35 Uhr - cecil b
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Eine toll formulierte Review, die einen deutlichen Eindruck von diesem Slasher gibt, den ich nicht unbedingt sehen muss. ;)

20.11.2020 00:53 Uhr - Thrax
Den hatte ich tatsächlich gestern auch mal laufen.

Der Film reißt tatsächlich keine Bäume aus und strotzt nur so vor Unglaubwürdigkeiten und Logikschwächen, insgesamt muss ich aber durchaus den Polen auch zugestehen das sie aus handwerklicher und teils auch schauspielerischer Sicht durchaus einen passablen Zeitfresser hier auf die Beine gestellt haben.

Hätte zumindest meinen Mittwochabend durchaus schlechter verbringen können.

20.11.2020 07:49 Uhr - Ghostfacelooker
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19.11.2020 21:35 Uhr schrieb cecil bEine toll formulierte Review, die einen deutlichen Eindruck von diesem Slasher gibt, den ich nicht unbedingt sehen muss. ;)

Naja für einen Regentag wie Thrax es schrieb würde er reichen^^^^^^^^^^

20.11.2020 07:49 Uhr - Ghostfacelooker
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20.11.2020 00:53 Uhr schrieb ThraxDen hatte ich tatsächlich gestern auch mal laufen.

Der Film reißt tatsächlich keine Bäume aus und strotzt nur so vor Unglaubwürdigkeiten und Logikschwächen, insgesamt muss ich aber durchaus den Polen auch zugestehen das sie aus handwerklicher und teils auch schauspielerischer Sicht durchaus einen passablen Zeitfresser hier auf die Beine gestellt haben.

Hätte zumindest meinen Mittwochabend durchaus schlechter verbringen können.

Danke, dein Kommentar lese ich als indirekte Zustimmung

20.11.2020 07:50 Uhr - Ghostfacelooker
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19.11.2020 21:15 Uhr schrieb Draven273:) klingt durchaus amüsant. Das wird wie es sich anhört, kein Reißer, aber nach spaßiger Unterhaltung für mal eben zwischendurch. Soll mir auch recht sein, wird gesichtet, ab und zu stehe ich einfach auf "sowas" :) Schön geschrieben Ghost, vielen Dank auch für den Humor, den ich zwischen den Zeilen durchaus rauslesen konnte. Gefällt mir


Wir wissen wo der Hai die Zähne hat^^^^^^

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