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Basket Case 3 - Die Brut

(Originaltitel: Basket Case 3 - The Progeny)
Herstellungsland:USA (1992)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Horror, Komödie, Splatter, Trash
Alternativtitel:Basket Case 3 - Die Entscheidung
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,47 (19 Stimmen) Details
inhalt:
Auf Grund der schrecklichen Ereignisse in Madame Ruths Haus ist Duane Bradley verrückt geworden und muss daraufhin in einer Zwangsjacke von seinem entstellten Zwillingsbruder Belial ferngehalten werden. Da eine der Freaks von Belial geschwängert wurde, macht sich Madame Ruth samt ihrer kompletten Mutanten-Familie für eine Entbindung auf in den Süden zu ihrem ebenfalls deformierten Sohn. Bereits die Fahrt dorthin entpuppt sich als schwieriges Unterfangen. Doch das wahre Grauen soll erst noch beginnen, nachdem eine gottlose Brut von Zwölflingen das Licht der Welt erblickt hat und sich der örtliche Sheriff plötzlich in die Familienverhältnisse einmischt, was fatale und blutige Nachwehen zur Folge hat…
eine kritik von themoviestar:

Kaum war die letzte Klappe für Basket Case 2 (1990) gefallen, ging es mit der Umsetzung von  Basket Case 3 - Die Brut (1991) weiter, was keine gute Idee war, wenn man den Ausführungen von Schöpfer Frank Henenlotter glauben schenkt.  Für den Trashpaten ist Basket Case 3 das einzige Werk aus seiner Vita, mit dem er nicht zufrieden ist, was er in zahlreichen Interviews auf die kurze Vorbereitungszeit schob und zugab, dass er zu Drehbeginn gar keine richtige Story hatte. Zudem äußerte er sich über die Studiovorgaben mehr als verärgert, die ihn in Punkto Gewaltdarstellung gängelten. Henenlotter musste schon während den Dreharbeiten 11 Seiten aus seinem Skript streichen, weil diese mit der eher humorigen Ausrichtung der Produzenten nicht konform gingen und auch im fertigen Film mussten all zu drastisch wirkende Effekte etwas entschärft werden. Das erklärt wohl auch den teilweise etwas unfertigen und zusammengeschusterten Eindruck, vor allem die Schlussminuten wirken meiner Meinung nach nicht immer rund. Basket Case 3 ist für mich der schwächste Teil der Reihe, obgleich natürlich noch genügend Vorzüge geboten werden.

Die Handlung schließt genau an das Ende vom zweiten Teil an, nachdem Duane Bradley (Kevin Van Hentenryck) die schwangere Susan (Heather Rattray) tödlich aus dem Fenster stieß und er seinen Klumpbruder Belial wieder an sich annähte. Die beiden werden wieder voneinander getrennt und Duane muss anfangs mit einer Zwangsjacke von seinem beleidigten Bruder fern gehalten werden. Da Belias missgebildete Freundin Eva trächtig ist und ein Kind erwartet, begibt sich die komplette Freak Sippschaft mit Anführerin Oma Ruth (Annie Ross) zum Landhaus von Ex Mann Dr. Hal (Dan Biggers), um mit seiner Hilfe die Monsterbrut auf die Welt zu bringen. Nach einigen Komplikationen gelingt es Dr. Hal mit seinem ebenfalls beeinträchtigten Sohn Little Hal (Jim O'Doherty) die Geburt von 12 kleinen Monsterbabys erfogreich abzuschließen. Das Familenglück hält nicht lange, da Duane sich der Sheriffstochter Opal (Tina Lousie Hilbert) annähert und dadurch die Gesetzeshüter, allen voran der Sheriff  (Gil Roper), auf die Monsterbrut aufmerksam werden. Als zwei Polizisten in die Freakvilla einbrechen, Eva töten und die Babys entführen, kennt Belial nur noch eins, blutige Rache! Gemeinsam mit den anderen Freaks und Duane versucht er den Nachwuchs zu retten und sich der menschlichen Staatsmacht entegegen zu stellen...

Wenn Sie nach Basket Case 2 der Meinung waren, skuriller und abgefahrener geht es nicht mehr, dann haben Sie sich aber gewaltig getäuscht, denn Basket Case 3 beweist eindrucksvoll, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht war. Noch mehr aberwitzige Freaks, noch ausgefallerene Kostüme, noch schrägere Masken und noch verrücktere Inhalte lassen vor allem die ersten 50 Minuten zur größtenteils unterhaltsamen Belastungsprobe eines jeden Geschmacks werden. Sie dürfen sich selbst ihr persönliches Abnormalitäten Highlight aussuchen, zur Auswahl hätten wir: Einen Bus fahrenden, "Persoality" singenden Monsterchor, die detaillierte Geburt der 12 kleinen Mini-Belials samt Fruchtwasserexplosion, der wie ein Müllberg aussehende, rießengroße mehrarmige und füssige little Hal oder auch das Roboter-Exoskelett für Belial. Ungeahndet dessen beschleicht einen jedoch unweigerlich das Gefühl, dass der Verrücktheit überhaupt keine Grenzen mehr gesetzt sind. In seinem bestreben, so abartige Kost wie nur irgendwie möglich zu präsentieren, verzettelt sich  Henenlotter öfters als ihm lieb ist und schießt dabei nicht nur einmal über das Ziel des Lächerlichen hinaus, wie z.B. die peinliche Sado Maso Einlage der Sheriffstochter treffend beweist.

Technisch haben die Verkleidungen der Freaks und auch die Animationen der Klumpwesen eine nicht unwesentliche Wertsteigerung gegenüber den beiden Vorgängern erfahren, vor allem  Belial bewegt sich mittlerweile richtig flüssig und auch sein optisches Erscheinungsbild sieht deutlich professioneller aus. Der effektvolle Höhepunkt von Basket Case 3 ist für mich jedoch Belials blutige Abrechnung mit der Polizei im Gefängnis, hier haben die Maksenbildner ganze Arbeit geleistet. Wenn das wütende Monstrum den bedauernswerten Cops das Gesicht zerfetzt oder ihnen den Kopf gewaltsam abreißt,  kommen selbst splattererfahrene Gorehounds ins Staunen. In Hinblick aber auf die nachfolgende, abgehackt-unvollständig wirkende Abrechnung mit den beiden Babyentführern und auf das unspektakuläre Finale liegt die Vermutung nahe, dass Henenlotter hier gemäß eigener Behauptungen von seitens der Verantwortlichen massiv reingeredet wurde, was Blutgehalt und Brutalitäten angeht und für mich zu einem relativ ernüchternden Abschluss der Basket Case Trilogie führt, da wäre deutlich mehr möglich gewesen.

Mir persönlich ist es indessen ein Rätsel, wie Frank Henenlotter den Auftritt von Kevin Van Hentenryck loben konnte, welchen er gerne als witzig und geradlinig bezeichnet. Auf mich wirkte er hochgradig anstregend mit seinem grauenvollen Overacting und seiner grenzdebilen Mimik. Mir stellt sich eher die Frage, was mehr Schuld hat an seiner Nerven strapazierenden Darbietung, Henenlotters Drehbuch Vorgaben oder Van Hentenrycks zweifelsfrei begrenztes Talent. Ich denke, die Wahrheit wird irgendwo in der Mitte liegen. Ähnlich überzeichnet ist erneut die Performance von Annie Ross als durchgeknallte Gurutante ausgefallen, zum Glück wurde ihre Bildschirmzeit und ihre Wichtigkeit gegenüber dem Vorgänger jedoch deutlich reduziert. Die anderen Darsteller verdienen sich gerade noch das Prädikat solide, von einer richtig überzeugenden Leistung sind auch sie meilenweit entfernt. Am besten haben mir da noch die zahlreichen Freaks gefallen, welche dem Film einen wohlig bizarren Charme verleihen.

So kann ich Frank Henenlotter durchaus verstehen, wenn er mit dem Ergebnis von Basket Case 3 nicht ganz glücklich geworden ist. Vielleicht ist das mittelprächtige Abschneiden auch ein Grund, warum er für spätere Projekte schwer Geldgeber fand und ihm erst 2008 mit Bad Biology ein Comeback gelang. Basket Case 3 hat unbestrittene Unterhaltungwerte, welche wie schon beim direkten Vorgänger in der grotesk-schrulligen Mutantenparade liegen und mit ein paar splattrigen Leckerbissen verfeinert werden. Am Ende des Tages ist dies aber zu wenig, um über die Klassifizierung unterhaltsames Mittelmaß entscheidend herauszuragen. Die Witze gehen zu oft in die sprichtwörtliche Hose, die beiden menschlichen Protagonisten  Kevin Van Hentenryck und Annie Ross überbieten sich in ihrem übertriebenen Aktionismus gegenseitig und dem Werk fehlt in seiner Gesamtheit einfach ein wenig die Ernsthaftigkeit, was unter anderem auch am überschaubaren Blutzoll liegt. Als einzeln betrachteter Film in Ordnung, als Abschluss der Basket Case Reihe eine kleine Enttäuschung. MovieStar Wertung: 5 von 10 Punkte.

5/10
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Kommentare

20.11.2020 21:21 Uhr - dicker Hund
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Sehe ich ganz ähnlich, auch wenn mir Teil 3 ein Pünktchen mehr wert war. "Bad Biology" habe ich leider noch nicht gesehen.

21.11.2020 19:40 Uhr - TheMovieStar
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@ Hund: Danke dir fürs Lesen und dein positives Feedback. Allgemein liegen wir bei allen 3 Teilen nicht weit auseinander von der Wertung her. Bad Biology habe ich auch noch nicht gesehen.

21.11.2020 20:26 Uhr - Draven273
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Erfahrungspunkte von Draven273 35
Tolle Review Movie und ja, sie ist besser, viel besser als der vorgestellte Film :) Gehe da aber mit Deinen Pünktchen mit, denke ne knappe 5 würde ich dem auch noch geben. Definitiv aber der schwächste Teil von allen. Wobei ich dem damals bestimmt noch 1 bis 1,5 Punkte mehr gegeben hätte, aber inzwischen....nope.

21.11.2020 23:43 Uhr - CHOLLO
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Schöne Review. Ich kenne leider noch keinen Teil der Reihe. Hatte mal eine DVD Box mit allen Teilen, als ich über diese Seite feststellen musste das sie geschnitten waren. Wurden ungesehen verschenkt ;)

22.11.2020 19:57 Uhr - TheMovieStar
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@ Draven: Danke fürs Lesen und dein Lob. Freut mich wenn dir meine Kritik gefällt und wir auch von der Wertung ziemlich gleich liegen...

@Chollo: Danke auch dir fürs Lesen und dein Lob. Wenn ich dir einen Teil empfehlen kann, dann den ersten, du musst allerdings ein Herz für Low Budget Produktionen haben, sonst könntest du wohlmöglich enttäuscht sein. Als Hilfe für dich kannst du dir ja mein Review zum ersten Teil durchlesen, vielleicht spricht er dich ja an....

22.11.2020 21:46 Uhr - cecil b
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Yeap, wieder ne schöne Review!

Henenlotter ist schon sehr eigen. Mag seine Filme nur zum Teil. Ich denke mir bei seinen Filmen oft: "da wäre deutlich mehr möglich gewesen.". Die Masken sind aber der Knaller, hier und da. ;) Und ich finde es super, dass er sein ganz eigenes Ding durchzieht! Nach Möglichkeit, wie du schon geschrieben hast.

23.11.2020 08:00 Uhr - TheMovieStar
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@ Cecil: Danke auch dir fürs Lesen und dein Lob. Ja Henenlotter ist wirklich ein bisschen eigens und nicht jeder Film ist handwerklich perfekt. Aber er bringt Herzblut in seine Filme und das sieht man meistens auch. Außerdem macht er einen echt sympathischen Eindruck, habe da mal eine längere Doku über ihn gesehen.

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