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L.A. Crash

(Originaltitel: Crash)
Herstellungsland:USA (2004)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,49 (44 Stimmen) Details
inhalt:
36 Stunden in L.A.. 36 Stunden im Leben einer Handvoll Menschen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Und doch führt das Schicksal sie zusammen, lässt ihre Wege sich kreuzen und wieder auseinander gehen, ihre Leben für kurze Zeit in den gleichen Bahnen laufen. Sie sind Bewohner einer Megacity im ganz normalen Ausnahmezustand, hin und her gerissen zwischen Angst, Wut und Verzweiflung und der alles überwindenden Kraft der Hoffnung und des Glücks.
eine kritik von mcguinness:

" Hören Sie, dass Sie mich nicht mögen macht nichts. Ich bin ein Arsch, aber das mein Vater so leiden muss, hat er nicht verdient ! Er war Gebäudereiniger, hat sein Leben lang geschuftet und gespart, um eine eigene Firma aufzumachen, mit 23 Angestellten, alles Farbige und hat sie nach Tarif bezahlt, als es noch keiner getan hat ! "

 

 

Los Angeles... weltbekannt als Traumfabrik Hollywoods, mit dem prägenden Schriftzug, dem Wahrzeichen der Hollywood Hills, sowie dem " Walk of Fame ", dem nicht weniger bekannten Gehweg des Hollywood Boulevard, auf dem Stars & Sternchen der Unterhaltungsindustrie verewigt sind. Doch abseits dieser Glitzerwelt drängt sich auch ein anderes Bild der größten Stadt im US - Bundesstaat Kalifornien auf, nämlich jenes, welches von Smog, Armut und Kriminalität geprägt ist. In dieser Mega - City, welche von kultureller Vielfalt nur so strotzt und in der die unterschiedlichsten Menschen aufeinander treffen, ist auch der folgende Beitrag über das Drama " L. A. Crash " von Paul Haggis aus dem Jahre 2004 angesiedelt.

Mit diesem Film gab Haggis sein Regiedebüt, dessen Realisierung sich als lang ersehnter Wunsch entpuppen und später zu einem unerwarteten Publikumserfolg avancieren und schließlich den Oscar als bester Film erhalten sollte. Darüber hinaus zeichnet der Mann sich als Drehbuchautor verantwortlich, für Produktionen wie etwa " Million Dollar Baby " (2004), " James Bond 007 - Casino Royale " (2006) oder " 72 Stunden - The Next Three Days " (2010).

In " L. A. Crash " geht es dabei vereinfacht gesagt um verschiedene Individuen, welche, wie es der Titel des Films bereits vermuten lässt, in Los Angeles aufeinanderprallen. Dies geschieht wiederum durch unvorhergesehene Wendungen der völlig unterschiedlichen Charaktere, welche sich grob gesagt in 7 verschiedene Gruppen einteilen lassen und dem Zuschauer dabei angemessen, jedoch ohne unnötige Längen, vorgestellt werden.

Da wäre zum einen Sgt. Ryan, großartig gespielt von Matt Dillon, gesehen in " Wild Things " (1998) und " The House That Jack Built " (2018) welcher sich aufopferungsvoll um seinen kranken Vater kümmert, jedoch nicht frei von Rassismus ist und sich auch nicht gerade Mühe gibt diesen zu kaschieren. 

Dorri, dargestellt von Bahar Soomekh, aus " Saw 3 + 4 " (2006 + 2007) welche mit ihren Eltern persischer Herkunft in Los Angeles lebt, als Ärztin arbeitet und nebenbei im Geschäft ihres Vaters, dem Kurzwarenhändler Farhad, gelegentlich aushilft. 

Die beiden kleinkriminellen Freunde Anthony und Peter, verkörpert von Chris " Ludacris " Bridges, bekannt aus " 2 Fast 2 Furious " (2003) und Larenz Tate aus " Menace to Society " (1993).

Dem Staatsanwalt Richard Cabot, gespielt von Brendan Fraser, gesehen in " Die Mumie + Die Mumie kehrt zurück " (1999 + 2001) sowie seiner Frau Jean Carbot, vorgestellt von Sandra Bullock, welche unvergessen aus " Demolition Man " (1993) und " Speed " (1994) ist.

Don Cheadle als Detective Graham Waters und gesehen in " Out of Sight  " (1998) oder " Mission to Mars " (2000) welcher an einen Tatort gerufen wird und desweiteren mit familiären Problemen zu kämpfen hat. 

Dem Schlosser Daniel, verkörpert von Michael Pena, bekannt aus " World Trade Center " (2006) und " End of Watch " (2012) als fürsorglicher Familienvater, der durch Geschick und Fantasie versucht seiner kleinen Tochter die Angst vor einer Verletzung durch Schusswaffen zu nehmen. 

Und noch dem schwarzen Ehepaar Cameron und Christine, dargestellt von Terence Howard, bekannt aus " Dead Presidents " (1995) und Thandie Newton, gesehen in " Mission: Impossible 2 " (2000) welche die rassistische Einstellung eines Cops zu spüren bekommen und deren Beziehung durch diesen Vorfall auf eine harte Probe gestellt wird.

Nun würde die ausführliche Vorstellung dieser Charaktere und deren Handlungen nicht nur den Rahmen dieser Review sprengen, sondern zudem auch den geneigten Interessenten, welche den Film noch nicht kennen sollten, den Spaß verderben, da einfach zu viel verraten werden würde und ich dies nun wirklich nicht beabsichtige.

Es ist aber höchst interessant und eindrucksvoll dargestellt, wie Regisseur Haggis die verschiedenen Handlungsstränge parallel erzählt und diese gegen Ende gekonnt und vor allem glaubwürdig zusammenlaufen lässt. Jeder der hier vorgestellten Charaktere erhält wie bereits erwähnt genügend Zeit, um sich und seine gegenwärtige Situation gebührend vorzustellen, welche sich spannend und abwechslungsreich gestaltet, ohne das wir als Zuschauer dabei den Faden verlieren. So unterschiedlich die Individuen auch zu sein scheinen, so nachvollziehbar bleiben doch ihre Motive und Handlungen, welche ich persönlich aber keineswegs immer billigen kann. Dabei bezieht " L. A. Crash " seine Kraft aus dem emotionalen Geflecht, welches uns Regisseur Haggis durch die hervorragende Wahl seines Star - Ensembles zukommen lässt und es ist schon bemerkenswert, mit welcher Hingabe und Feingefühl dieser es auf die Handlungen seiner Figuren und den daraus resultierenden Situationen, abgestimmt hat, was uns als Zuschauer natürlich umso mehr erfreut und wodurch wir begeistert teilhaben dürfen.

So finden sich viele hochemotionale Situationen wieder, die uns mal gebannt auf den Bildschirm starren oder aber kopfschüttelnd zurücklassen. Für mich fiel dabei die ein oder andere Begegnung zwar intensiver aus, als beispielsweise noch die vorherige und auch sympathisierte ich mit diversen Charakteren mehr als mit anderen, doch bewegen sich schauspielerisch gesehen alle Persönlichkeiten auf hohem Niveau und erfüllen die an ihre jeweiligen Rollen gestellten Anforderungen mit Bravour. 

So bleibt mir abschließend zu sagen, dass mit " L. A. Crash " ein wirklich gutes Drama präsentiert wird, welches thematisch um Rassismus kreist, für mich aber jetzt nicht überragend ist und als Meisterwerk angesehen wird, dieses aber durch seine auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnliche Inszenierung und die tolle Darbietung der bekannten Schauspieler zu gefallen weiß und man sich diesen daher ruhig mal ansehen sollte. 

8/10
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Kommentare

20.11.2020 20:23 Uhr - Kaiser Soze
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LA Crash habe ich vor zig Jahren das erste Mal gesehen und war sehr beeindruckt. Ist, wie Leben und Lieben in LA ein ausgezeichnetes Drama, welches in Episoden aufgeteilt ist, ein gelungene Ertählstrucktur hat und völlig voneinander getrennt verläuft, bevor am Ende alles zusammenkommt. Sehr gut.

Was ich hingegen leider nicht mag, ist dieses XY machte die, Absatz, YZ ist der und der usw. Fruchtbar. Entsprechend ist mir Dein Review viel zu personen- / rollenlastig, aber die letzten vier Absätze sind dann wieder in gewohnter Qualität, genauso, wie das anfängliche Zitat und die Absätze vorm besagte XY-bla^^ das ist nun Aber nicht so unfreundlich gemeint, wie sich das wahrscheinlich erstmal ließt, ist einfach meine persönliche Abneigung.

20.11.2020 20:40 Uhr - TheMovieStar
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Tolles Review MC Guinness, zu einem Film den ich vor Jahren mal gesehen hatte und den ich echt gut fand.

Danke für die tolle Arbeit !

20.11.2020 20:43 Uhr - McGuinness
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@Kaiser Soze

Das dir diese Art der Aufzählung der jeweiligen Rollen missfällt, ist mir bekannt, jedoch fasse ich dies keineswegs unfreundlich auf 😉

Es gestaltete sich nur meines Erachtens nach schwierig, hier detaillierter auf die Handlung eingehen zu wollen, ohne dabei zu viel zu verraten.
Ich wollte durch meine Review eher einen kleinen Apettitanreger servieren, als dem Zuschauer vorweg zu viele Informationen zukommen zu lassen.

Da sich der Cast bei diesem Werk hier jedoch aus eigentlich durchweg sehr bekannten Schauspielern zusammensetzt, wollte ich diese und ihre erinnerungswürdigen Rollen etwas mehr in den Fokus rücken 🙂

Dennoch freut es mich, wenn dir der übrige Teil meiner Review gefallen hat 😊

20.11.2020 20:47 Uhr - tp_industries
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Danke für diese schöne Kritik zu einem Meisterwerk (meiner Meinung nach)!

Du hast den Film wirklich gut vorgestellt, ohne zu viel zu verraten. Bei mir würde er allerdings eine satte 10 bekommen. Warum es bei dir "nur" zu 8 Punkten gereicht hat, hast du allerdings glaubhaft erklärt. Im Gegensatz zum Kaiser, finde ich die Charaktergliederung in den Absätzen jedoch gut gelöst.

Das es hier auch um Rassismus geht hast du ja schon angemerkt. Ich denke aber das zentrale Thema in diesem Film ist mangelnde Kommunikation. Wie es die Figur von Don Cheadle im Film schon richtig gesagt hat: "Wir Menschen entfernen uns immer weiter voneinander. Irgendwann ist der Abstand so groß, das wir miteinander kollidieren müssen, um überhaupt noch was zu fühlen!"

Ein wichtiger Film, um ein leider auf Ewig andauerndes Problem der Menschheit.
Danke für die Vorstellung!

20.11.2020 20:49 Uhr - McGuinness
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@TheMovieStar

Vielen lieben Dank für dein Feedback 😊 ich bin sehr erfreut, dass dir der Film nach all den Jahren noch als sehr positiv in Erinnerung geblieben ist und dieser bei dir anscheinend einen ordentlichen Eindruck hinterlassen hat 😉
Den kann man sich ruhig ab und zu mal ansehen, wobei ich in meiner Review noch nicht mal alle eigentlich erwähnenswerten Rollen und deren Verbindungen zueinander aufgezählt habe, aber das hätte wie gesagt den Rahmen gesprengt.

20.11.2020 21:03 Uhr - McGuinness
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@tp_industries

Auch bei dir möchte ich mich recht herzlich für dein Lob und deine Meinung bedanken 😊 und anhand von deinem gewählten Zitat, Don Cheadle betreffend, erahnte ich schon, dass dir der Film wohl sehr gut gefallen hat, denn dieses ist ja auch überaus passend 😉

An Kommunikation untereinander mangelt es tatsächlich, da meistens Vorurteile dem Fremden und Unbekannten gegenüber vorherrschen, was wiederum dazu führt, dass positive Gefühle gar nicht erst entstehen können und leider nur die Ablehnung des jeweiligen Gegenüber die Oberhand gewinnt.

Der Cast kann sich dabei wirklich mehr als sehen lassen, wobei mich der Part von Matt Dillon am meisten beeindruckt hat, da ich seine Position zwar aus den von ihm geschilderten Gründen nachvollziehen kann, jedoch gewisse Handlungsweisen dennoch nicht in Ordnung finde, wobei sich ja später doch noch zeigt, dass er eigentlich das Herz am rechten Fleck hat und kein schlechter Mensch ist, aber mehr sei an dieser Stelle nicht verraten 🤫😅

21.11.2020 20:18 Uhr - NoCutsPlease
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Anschauliche und gewohnt fundierte Kritik zu diesem sehenswerten Streifen.

Es ist ja mit solch recht gehypten Filmen oft so eine Sache - die Erwartungen sind hoch und das geschmackliche Resultat muss nicht immer damit überstimmen.
Für mich ist es eine runde 9/10, da ich insbesondere das Ineinandergreifen der einzelnen Schicksale als sehr gut erzählt empfinde. Dahingehend kann ich auch "Magnolia" empfehlen, das ist ebenfalls ein sehr guter Film mit einer ähnlichen Herangehensweise - auch wenn das Hauptthema ein anderes ist.

21.11.2020 20:31 Uhr - Draven273
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Schlag mich :) Ich hab den bis heute nicht gesehen, daher kann ich Dir zu Deiner schönen Review nicht mal einen vernünftigen Kommentar hinterlassen. Ich steh ja auf Deine Reviews, wie bei einigen wenigen anderen hier auch, sprechen die mich immer an. Der kommt jetzt mal mit auf meine Watchlist.

22.11.2020 01:48 Uhr - McGuinness
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@NoCutsPlease

Besten Dank auch für das lesen meiner Review und deinem Lob hierzu 😊

Den von dir erwähnten " Magnolia " kenne ich tatsächlich noch nicht, habe mich aber schon mal kurz im Vorfeld informiert und dieser könnte mir ebenfalls recht gut gefallen... Danke für den Tipp 😉

22.11.2020 01:55 Uhr - McGuinness
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@Draven273

Dein Kommentar ist doch mehr als vernünftig, auch wenn du den Film noch nicht gesehen hast, dein Lob geht jedenfalls runter wie Öl 🤗 Besten Dank dafür, freut mich wirklich sehr ☺️

Man kann ebenhalt nicht alle Filme kennen und ich selbst habe auch noch so einige mir anzuschauen, was ich mir zwar immer wieder vornehme, aber dann kommt doch meistens irgendetwas dazwischen oder ein anderer Film, als der geplant anzusehene, hat gerade mehr mein Interesse geweckt 😄

Es ist aber immer wieder schön sich hier auszutauschen und sich von den werten Kollegen hier den ein oder anderen Film - Tipp geben zu lassen 🙂👍🏻

22.11.2020 21:51 Uhr - cecil b
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Eine gut gelungene Review, wir haben da eine ähnliche Perspektive auf den Film!

"Nun würde die ausführliche Vorstellung dieser Charaktere und deren Handlungen nicht nur den Rahmen dieser Review sprengen, sondern zudem auch den geneigten Interessenten, welche den Film noch nicht kennen sollten, den Spaß verderben, da einfach zu viel verraten werden würde und ich dies nun wirklich nicht beabsichtige."

Word!

23.11.2020 05:44 Uhr - McGuinness
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@cecil b

Vielen Dank, cecil 😉

Dieser Film ist eigentlich viel zu umfangreich, um ihn in ein paar Absätzen zu beschreiben.
Da soll sich der interessierte Leser meiner Review lieber selbst ein Bild von machen und sich diesen in Ruhe ansehen 🙂

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